Hallo anfangende,
eher durch Zufall bin ich auf dein Gedicht gestoßen, und die Metapher auf welcher du wohl aufbaust hat mich dann zum Posten veranlasst.
Aus dem Bernstein an sich bin ich noch nie wirklich schlau geworden.
Dein Text gibt mir das Bild von aufkeimender Leidenschaft, welche in den Händen wie Wachs zerfließt.
Aufwogen wäre hier wohl angebrachter.
Vers eins und zwei finde ich nicht schlecht, haben beide doch einen durchaus prickelnd-erotischen Seitenhieb in meinen Kopf
verbildlicht. Die Kombo aus
Gold - Tiegel - verflüssigt kommt echt gut an. Das
Baumesblut stimmt mich fragend.
Der Sache halber macht es schon Sinn, dass du hier mit Harz beschreibst, ein Bild will es aber nicht in mir aufkommen lassen.
Strophe zwei kommt nicht ganz an die Erste heran, finde ich doch z.B. den ersten Vers zu ausgelutscht und standardisiert.
Positiv werten muss man wohl das Anspiel von S2V1 auf das flüssige Baumesblut der ersten Strophe - sofern so gewollt von deiner Seite.
Vers zwei der zweiten Strophe finde ich dann wieder besser:
ich schließe meine Seele ist einer meiner Lieblingsverse / -sätze, die man zum Glück noch nicht allzuoft gelesen hat.
ich schließe meine Seele nach dem Tag finde ich in diesem Zusammenhang fast noch besser, kann man deiner Version doch beinahe zwei Seiten abgewinnen. Zum ersten das Bild der Erinnerung an einen schönen Tag / Augenblick / wieauchimmer, dass durch das Schließen der Seele 'abgeschottet' werden soll...aus welchen Aspekten auch immer (diese können hier wohl manigfaltig sein - im positven Sinne).
Zum zweiten hat der Vers etwas 'vorausgerichtetes', was heißen soll, dass das
nach dem tag schließen hier auch heißen könnte, dass dein lyrIch seine Seele noch gar nicht gechlossen hat, sondern das Schließen dieser einzig auf diesen einen Tag / Augenblick / oderwieauchimmer hinausgerichtet ist. Wie gesagt: grammatikalisch wohl eher schräg, aber durch aus vertretbar, wie ich finde.
S2V3 -
das Licht schmeckt mir noch abends honigsüß - läuetet in mir das Abflauen der Wogen der vergangenen Verse ein.
Was bleibt von alle dem ist eine Erinnerung, die sich durch die 'Bernsteinbrille' , bzw. im Licht des Abends das sich durch diese golden färbt noch süßlicher genießen lässt.
Ein schöner Text mit einem Quäntchen mediteranen Flair, der nach einiger Durchleuchtung einen Fan mehr gefunden hat. Hätte ich nicht gedacht, denn anfänglich fand ich ihn nicht sonderlich gut, was sich nun aber zum positiven gewendet hat.
Vielen Dank für die schöne Textarbeit, die nun hoffentlich auch nicht ganz am Ziel vorbeirauscht.
Alles Gute samt Gruß, Timo