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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Sunday, December 30th 2007, 1:20pm

Bernsteinfarben



Bernsteinfarben

Du Meeresgold aus salzigkaltem Schaum -
im Tiegel wirst Du flüssig, Baumesblut.

Ich trinke mit den Augen Dein Gesicht
und schließe meine Seele nach dem Tag.
Das Licht schmeckt mir noch abends honigsüß,
weil Du für mich so bernsteinfarben bist.

RPK 041207
Sammelsurium: Werkesammlung

This post has been edited 2 times, last edit by "aNFANGENDe" (Dec 30th 2007, 1:25pm)


Date of registration: May 18th 2007

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2

Saturday, January 5th 2008, 12:40am

.

Hallo aNFANGENDe,

eine Bernstein-Erinnerung an Lenny :] - wohl nicht?
Eine wunderschönes Gedicht an die Honigfarbene! :)


Liebe Grüße
Katerchen


.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

3

Tuesday, January 15th 2008, 11:20pm

Hallo Katerchen,

nein, mit Leonard Bernstein hat das nichts zu tun :D

Es ist einfach ein Gedicht, das nur auf einer einzigen Methapher basiert, aber diese in mehreren Facetten gebraucht.

Danke für Deine Antwort

AE
Sammelsurium: Werkesammlung


sanscryt

einfach nur franz

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4

Sunday, April 13th 2008, 1:25pm

Hallo anfangende,

eher durch Zufall bin ich auf dein Gedicht gestoßen, und die Metapher auf welcher du wohl aufbaust hat mich dann zum Posten veranlasst.
Aus dem Bernstein an sich bin ich noch nie wirklich schlau geworden.
Dein Text gibt mir das Bild von aufkeimender Leidenschaft, welche in den Händen wie Wachs zerfließt. Aufwogen wäre hier wohl angebrachter.
Vers eins und zwei finde ich nicht schlecht, haben beide doch einen durchaus prickelnd-erotischen Seitenhieb in meinen Kopf
verbildlicht. Die Kombo aus Gold - Tiegel - verflüssigt kommt echt gut an. Das Baumesblut stimmt mich fragend.
Der Sache halber macht es schon Sinn, dass du hier mit Harz beschreibst, ein Bild will es aber nicht in mir aufkommen lassen. ?(
Strophe zwei kommt nicht ganz an die Erste heran, finde ich doch z.B. den ersten Vers zu ausgelutscht und standardisiert.
Positiv werten muss man wohl das Anspiel von S2V1 auf das flüssige Baumesblut der ersten Strophe - sofern so gewollt von deiner Seite.
Vers zwei der zweiten Strophe finde ich dann wieder besser: ich schließe meine Seele ist einer meiner Lieblingsverse / -sätze, die man zum Glück noch nicht allzuoft gelesen hat. ich schließe meine Seele nach dem Tag finde ich in diesem Zusammenhang fast noch besser, kann man deiner Version doch beinahe zwei Seiten abgewinnen. Zum ersten das Bild der Erinnerung an einen schönen Tag / Augenblick / wieauchimmer, dass durch das Schließen der Seele 'abgeschottet' werden soll...aus welchen Aspekten auch immer (diese können hier wohl manigfaltig sein - im positven Sinne).
Zum zweiten hat der Vers etwas 'vorausgerichtetes', was heißen soll, dass das nach dem tag schließen hier auch heißen könnte, dass dein lyrIch seine Seele noch gar nicht gechlossen hat, sondern das Schließen dieser einzig auf diesen einen Tag / Augenblick / oderwieauchimmer hinausgerichtet ist. Wie gesagt: grammatikalisch wohl eher schräg, aber durch aus vertretbar, wie ich finde.
S2V3 - das Licht schmeckt mir noch abends honigsüß - läuetet in mir das Abflauen der Wogen der vergangenen Verse ein.
Was bleibt von alle dem ist eine Erinnerung, die sich durch die 'Bernsteinbrille' , bzw. im Licht des Abends das sich durch diese golden färbt noch süßlicher genießen lässt.
Ein schöner Text mit einem Quäntchen mediteranen Flair, der nach einiger Durchleuchtung einen Fan mehr gefunden hat. Hätte ich nicht gedacht, denn anfänglich fand ich ihn nicht sonderlich gut, was sich nun aber zum positiven gewendet hat.
Vielen Dank für die schöne Textarbeit, die nun hoffentlich auch nicht ganz am Ziel vorbeirauscht.

Alles Gute samt Gruß, Timo

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

5

Saturday, May 31st 2008, 11:11pm

Hallo Timo,

lange hat es gedauert, aber ich hatte es Dir ja per PN geschrieben, dass ich Deinen Kommentar sehr wohl registriert habe und dass Du Antwort erhalten wirst. :)

Quoted

eher durch Zufall bin ich auf dein Gedicht gestoßen
Ja, so ist das, seit ich keine Zeit mehr habe - man stößt in diesem Forum nur mehr durch Zufall auf meine wenigen neuen Texte :D

Quoted

Aus dem Bernstein an sich bin ich noch nie wirklich schlau geworden.
Darum eignete er sich auch nach meinem Empfinden so gut als beherrschene Metapher dieses Gedichtes ;)
Die Grundstimmung hast Du ganz nett aus Lesersicht dargestellt, was Du nicht wissen kannst, ist der Ostseebezug. Dort, wo mein Vater aufgewachsen ist, liegt nach Sturmtagen mit schäumender Brandung der eine oder andere Bernstein am Spülsaum. Die ganze Szenerie hat eine offenen Schauplatz dort und zugleich einen übertragenen innen im LyrIch.
Den Vorwurf des zu standardhaften Bildes in S2V1 nehme ich an, mag ihn aber gerne mit dem Argument einschränken, dass die Sache in Bezug auf Gesicht eines Bernsteins nicht mehr ganz so alltäglich ist.
Das hast Du ja aber auch bemerkt und den Bezug verflüssigt/trinken angesprochen.
Das Schließen soll kein Abschotten sein, das wäre negativer als ich es gemeint habe, es ist ein Aufnehmen, Schützen und Bewahren des Glücks. Diesemn Gefühl verleiht dann das LyrIch in den folgenden letzten beiden Versen Ausdruck, als es das nicht konkret fassbare und nicht wirklich gegenwärtige LyrDu direkt anspricht.
Bezüglich der von Dir angedeuteten grammatischen Schrägheit kann ich nicht ganz folgen - kannst Du mir das näher erklären?
Nun ja, als mediterran soll das nicht sein, eher baltisch :D

Danke für Deine gute Interpretation und Kritik

Roland
Sammelsurium: Werkesammlung


sanscryt

einfach nur franz

Date of registration: Sep 11th 2005

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6

Tuesday, June 3rd 2008, 11:01am

Hallo Roland,

fein zu sehen, dass der Schuss nicht gänzlich ins Leere ging! Zumindest habe ihc jetzt mal eine Vorstellung davon,
wie man denn den Begriff des Bernsteines verwenden und deuten kann :D

Zitat von dir :
Bezüglich der von Dir angedeuteten grammatischen Schrägheit kann ich nicht ganz folgen - kannst Du mir das näher erklären?


ich Knalltüte habe den zweiten Vers der zweiten Strophe als auf etwas gerichtet sein gelesen.
ich schließe meine Seele nach dem Tag stand bei mir nicht als 'rein zeitliche Abfolge', sondern als Intention an sich:
dein lyrIch hat seine Seele nicht nach dem Tag geschlossen, sondern diese Handlung nach dem Tag gerichtet.
Lange Rede gar kein Sinn, aber ich denke du hast schon verstanden was ich mein. Hier kam ich wohl auch auf die falsche Fährte.

Alles Gute, Timo

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Hinrich

Intermediate

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Location: mit beiden Beinen auf der Erde

Occupation: Berufung

7

Tuesday, June 3rd 2008, 1:22pm

Bersteinfarben


Hallo Roland,

Dein Erinnern an längst vergessene Bilder meiner Kindheit, an die erste Begegnung
mit dem Gold der nordischen Götter, machte mich neugierig.

Du erzeugst ein Bild der Faszination, des Staunens über ein kleines Wunder der Natur.
Dein lyrisches Ich taucht ein in diesen Honig der Urzeit, saugt ihn auf und schmeckt ...
schmeckt das Licht, die Wärme, die Sanftheit, schließt die Augen und genießt ...

Vor seinem geistigen Auge wandelt sich das offenbar eingeschossene "Insekt" in eine
Traumgestalt, das lyrische Ich assoziiert seine Wahrnehmungen mit ebenso köstlichen
Erinnerungen, deren Honigsüße ihm das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt -
weil ... "sie" so bernsteinfarben ist.

Sie schmeckt so honigsüß ...
süßer noch als honigsüß - vielleicht ein wenig bitter ? - bitter, wie Träume oftmals schmecken,
wenn man aus ihnen erwacht. Und das wiederum entspricht dem Bernstein, dem verflüssigten,
pulverisierten. Lass Dir mal eine Prise davon auf der Zunge zergehen ... ;)

Ein zauberhaft anregendes Gedicht,

Liebe Grüße
Hinrich
© whp

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