Hei Alexa
Ein weiterer Blick von Dir auf die nostalgisch-bittere Wehmut der Großelterngeneration? - Ja!
So etwas wie das männliche Gegenstück nun zu Deiner alten Dame in der "Feldpost".
Ein ebenso berührender Text mit wirklch gelungenen Einfällen und einer geradezu GENIALEN Titel-Idee!!
Aber so ganz makellos wie die "Feldpost" will es mir doch nicht ganz gefallen ... irgendwie.
Also nochmal zum Titel:
Das ist wirklich groß - die Doppel-, nein Dreifachdeutigkeit von "WACHSENDE" - ebenso das Ende der tropfenden Kerze wie die Gegenstände auf den letztlich so bittereinsam betrachteten Fotos: die Kinder (dh. die Enkel).
Und wie es sich nun mit der HOFFNUNG verhält, die da mit herab tropft (Z.1/2), das mag bzw. muss jeder Leser für sich selbst beantworten - WÄCHST sie oder verrinnt sie wie Wachs.
Der Haufen abgelaufenes Wachs, der wiederum auf dem Tisch anwächst ...
Das Bild ist stimmig und überzeugt atmosphärisch in Str. 1 (übrigens kurz: keine Kommata Z. 2 + Z.5); allein der "festlich gedeckte Tisch" in Z. 6 will mir nicht zwingend erscheinen.
Hat er für sich alleine festlich gedeckt?
Das kann natürlich gerdae die Einsamkeit unterstreichen - kann sich aber als Gedanke mE nicht so ganz entwickeln.
But it's a minor quibble ...
Str. 2 [[ kein Komma Z. 2 ]] passt auch bestens .. aber man hat als Leser etwas mit der Zuordnung der Pronomen "sie" zu kämpfen.
Es ist die Subjekt-Hoffnung aus Str. 1, die erstarrt (übrigens ein
sehr schööön gefundenes Bild - das Erstarren wie die Fotos!!

); und sie seine Family schicken die Bilder ... aber man darf ja auch mal mitdenken müssen, nichtwahr.
Irgendwie bin ich immer versucht, den Text im Präsens zu lesen statt im Präteritum.
Versuch's mal, ob das für Dich nicht auch gut klappen würde.
Das würde dem Ganzen mehr Unmittelbarkeit und Diraktheit geben ... und überzeitliche Allgemeingültigkeit (so wie alle Jahre wieder ...).
Diese Deine Linie, Alexa, die Du mit diesen beiden Gedichten abgesteckt hast, nötigt mir echten Repsekt ab!!
Gruß,
Odra.