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1

Thursday, December 27th 2007, 4:58pm

Eine Glaubensfrage

Ein Psychologe fragte: „Was ist der Unterschied zwischen dem Geisterglauben und dem Glauben an den einen Geist?“ Ein Zen-Schüler fasste dies als Kôan* auf und antwortete: „Die Null ist eine Zahl.“

Kommentar:

Vor ein paar Monaten beklagte sich eine Psychologin bei mir darüber, dass man ihr während eines Retreats in einem buddhistischen Zentrum kein Verständnis entgegengebracht habe, als sie statt an einer Gehmeditation teilzunehmen, lieber (zu ihrem christlichen Gott) beten wollte. Sie wiederum zeigte kein Verständnis dafür, dass vietnamesische BuddhistInnen an Geister glauben. Da fiel mir als Antwort dieser Aphorismus ein.

Im 1.Teil die Frage des Psychologen. Beides ist Glaube an eine Fiktion. Beim Monotheismus kann man auch von einer Hypothese sprechen. Worin, wenn man genauer hinsieht, sich beide unterscheiden, das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht. Und wie der Geisterglauben mancher VietnamesInnen von anderen Buddhisten eingeschätzt wird, hätte die Psychologin eigentlich wissen müssen, denn sie hat meinen Roman „Der Ritt auf dem Ochsen oder Auch Moskitos töten wir nicht“ gelesen und sogar eine Lesung organisiert. In dem Buch sagt es ein Zen-Lehrer. Mehr darüber im ZEITFRAGENFORUM I(googeln!).

* Der 2. Teil des Aphos soll – typisch für einen Kôan – die Absurdität solcher (metaphysischen) Fragen verdeutlichen. Im (ursprünglichen) Buddhismus hat Metaphysik keinen Platz. Sie ist überflüssig und behindert Dasein und Wirken im gegenwärtigen Augenblick.
Der Stein des Sisyphus rollt immer wieder bergab.
Aber besteht unser Menschsein nicht darin,
dass wir ihn auch immer wieder den Berg hinauftragen,
damit er nicht unten liegen bleibt?
© dst.

Schneeflocke

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Location: Märchenland

2

Friday, February 15th 2008, 8:04pm

Hallo,
zitiere: Vor ein paar Monaten beklagte sich eine Psychologin bei mir darüber, dass man ihr während eines Retreats in einem buddhistischen Zentrum kein Verständnis entgegengebracht habe, als sie statt an einer Gehmeditation teilzunehmen, lieber (zu ihrem christlichen Gott) beten wollte. Sie wiederum zeigte kein Verständnis dafür, dass vietnamesische BuddhistInnen an Geister glauben.

Wie ich es (m.E. :D ) sehe: - die Vietnamesinnen haben es richtig gemacht, ich stelle mir ihre Denkweise ungefähr so:"Wenn du zu uns freiwillig als Gast gekommen bist, und möchtest freiwillig an unserer Gottesdienst teilnehmen, kannst du nicht gleichzeitig zu anderem Gott beten, als wir." Richtig!
Übrigens, ich habe noch keiner Islamer oder Buddhisten gesehen, der zusammen mit Christen in einer Kirche an der Gottesdienst aktiv mitbeten und mitfeiern würde....(es geht praktisch überhaupt nicht, bedeutet aber trotzdem nicht gleich, dass sich gegenseitig die verschiedene Religionen nicht akzeptieren) Warum sollten denn die Buddhisten akzeptieren, dass eine Besucherin des Tempels zum anderen Gott betet? Wenn sie an anderen Gott als Buddha glaubt, soll sie in entsprechenden Umfeld zurück gehen .... Diese Gedankenweise ist (m.E.) weise und hat mit der Intoleranz nichts gemeinsames.

Und gerade der (ganz o.a.) Beispiel zeigt, dass die östlichen Religionen noch gesunden Kern haben und hinter eigener Religion fest stehen können.
Wie Schade, dass diese Festigkeit im Glauben viele Menschen in der katholischen / protestantischen Kirche verlernt haben ...

Und warum geht es nicht, dass Menschen von verschiedener Religionen in gleichen Topf geworfen werden können?

Weil jede einzelne Religion ein Wissenschaft für sich ist.

Und der z.B. begabtester Arzt kann trotzdem nie die feinsten Prinzipien von Astrophysik verstehen ... ;) - häh ...Metapher ! 8o

mfg Schneeflocke ^^

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"Der Unterschied zwischen mir und einem Verrückten besteht darin, dass ich nicht verrückt bin."
Salvador Dalí

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