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Akineton

Intermediate

Date of registration: Sep 26th 2007

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Location: Gießen

Occupation: Engelflügelmechatroniker

1

Thursday, December 6th 2007, 5:49pm

Wünsche

Ach könnt' ich tausend Tore öffnen,
ich bliebe hier, ich lief nicht fort
Ach wüßt' ich tausend kleine Lieder,
ich malte bunt mein bleiches Wort

Ach könnt' ich tausend Fenster öffnen,
mir wüchsen Flügel zart und leicht
Ich schwebte mit den Sternenwinden
und alles Schwere fiele leicht

Ach könnt' ich warme Wetter drängen,
zu sprengen meine kalte Not,
die grauen Stahlhelmköpfe schwänden
und neidlos teilte ich mein Brot

Ach könnt' ich tausend Berge zwingen,
mein Auge wär' ein helles Tal,
ich sähe bunte Häuser tanzen,
auf deren Dächern wüchse Gras

Ach könnt' ich weiche Wasser regnen
Ach könnt' ich tauchen aus der Gier
Ach könnt' ich tausend Feuer fachen
Ach könnt' ich bleiben still bei dir
Meine Ohren lassen die Flügel hängen, weil meine Augen lahmen. Vielleicht erkennt mein Mund einen Weg.

This post has been edited 3 times, last edit by "Akineton" (Dec 7th 2007, 8:10pm)


laughing_lupa

nicht einzig

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Location: dazwischen

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2

Thursday, December 6th 2007, 9:59pm

hallo akineton!

ich bin noch etwas unschlüssig deinem gedicht gegenüber...


du hast da einige sehr starke zeilen drin, wobei diese mir am besten gefällt:

Quoted


und alles Schwere fiele leicht


wundervoll, diese doppeldeutigkeit...

warum ich skeptisch bin:

ja, du schreibst es sei ein weihnachtsversuch, doch ist dieser versuch schon von einigen gestartet worden und hier, wie auch bei anderen, fehlt mir ... das gewisse etwas?

formulierungen, gedanken wie diese

Quoted


die grauen Stahlhelmköpfe schwänden
und neidlos teilte ich mein Brot


und diese

Quoted


Ach könnt' ich tauchen aus der Gier
Ach könnt' ich tausend Feuer fachen
Ach könnt' ich bleiben still bei dir


sind leider trotz ihres ja lobenswerten inhalts nur noch phrasen. es ist sehr schwierig, solch ein thema so zu bearbeiten, dass es authentisch wirkt. es wirkt immer ein wenig heuchlerisch... oder war genau das deine absicht?! 8o habe ich deine ironie verkannt?! ... aber dann passte die rubrik nicht...

sei mir nicht böse, vielleicht bin ich bloß vorbelastet und ein paar mal zu oft über den weihnachtsmarkt gegangen... :rolleyes:

andere sehen das anders.

trotzdem immer wieder gern:

gruß, gruß!

lalupa
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

Alexa

Blickdicht(erin)

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3

Friday, December 7th 2007, 3:59pm

Hallo Akineton

das hier sind solche Texte wo man versteht was der Autor ausdrücken möchte, aber man kann es nicht wirklich mit Worten erklären
Für mich ist das hier sowas wie ein Versuch, oder auch ein verSuch(t)- die Wärme ins Leben zu holen..Weihnachten passt da gut ins Bild. Durch das wiederholte - ach- wird verstärkt , dass diese Wünsche aus der Tiefe kommen.
Sehr deutlich spürt man die Lyrische Unruhe - etwas verändern zu wollen- und gleichzeitig zieht sich ein Wunschdenkfaden durch den gesamten Text, der deutlich macht dass das lyrich doch eigentlich weiß dass es nichts ändern kann.

Ich empfinde diese Zeilen als durchaus gelungen. Sie kommen unheimlich natürlich rüber- du bringst hier nicht krampfhaft Reime sondern es scheint als ob du den Gedanken einfach nur Raum geben wolltest. Da stört es wenig dass du gleiche Reime oder- wie in Strophe drei- gar keine anwendest.
Die letzte Strophe finde ich besonders gelungen. Sie bäumt noch einmal auf....um dann in ein stilles - einfach nur dableiben wollen- zu enden.

Für mich ist das hier kein - an allen Ecken kontrolliertes Stück- und das ist es gerade was mir gefällt.
Oft sind zu gut durchdachte Gedichte nicht mehr als eine Reihe toter Worte. Sie sind zwar wunderschön zu lesen, haben aber kaum "Persönlichkeit."
Deine Worte dagegen erzählen mir etwas.

gern gelesen
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Akineton

Intermediate

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4

Friday, December 7th 2007, 8:10pm

Vielen Dank für eure Kommentare.

@lalupa:

Danke dir für den Hinweis mit der Ironie. Denn ursprünglich nannte ich das Gedicht nur "Wünsche". Um mir ein Hintertürchen offen zu halten, entschied ich mich dann für den etwas augenzwinkernden Titel. Das entsprang jedoch einer gewissen Feigheit zum Gedicht selbst zu stehen, denn ich mag durchaus auch naive Töne.
Also ich nenne es wieder "Wünsche" und stehe dazu. Phrasen hin oder her. ;) Danke für deine guten Hinweise.

@alexa:

Ja, für mich sind diese Zeilen durchaus emotional. Einfach strukturiert und naiv. Und ich muß gestehen, so was zu schreiben, bereitete mir Spaß. In diesem Sinne danke fürs Einlassen ins Gedicht und deine Zeilen dazu.
Meine Ohren lassen die Flügel hängen, weil meine Augen lahmen. Vielleicht erkennt mein Mund einen Weg.

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