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Date of registration: Dec 16th 2006

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Occupation: Schwarzbuntes verstreuen

1

Tuesday, October 30th 2007, 11:10pm

Winternachtstraum

Winternachtstraum

Ich verschreibe mich in Grund und Boden,
falle säuselnd still durch sanfte Räume
und von halb zerzausten Zeitenzählern.

Du bemalst für mich das Gras im Grauen:
Schwarz auf dunkelweiß, so wächst es lauter.
Doch ich lerne es, zu übertönen.

Ich vertreibe Stunden in den Wahnsinn,
dir misslingt es, sie im Flug zu stürzen.
Waren wir nicht gestern noch die Größten?



21.9.07
Wir müssen nur wollen.

Ciproflox

Professional

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2

Tuesday, October 30th 2007, 11:35pm

Ich lese dies im Anschluss auf meinen "Hochsommerverrat" und sehe, was ich dabei herausbekomme. Jedenfalls ein sehr interessanter Text.

3 Strophen, 3 Verse
Reime gibt es direkt nicht, aber Assonanzen durchaus

Doch Schritt für Schritt:

Quoted


Ich verschreibe mich in Grund und Boden,
falle säuselnd still durch sanfte Räume
und von halb zerzausten Zeitenzählern.

Sich in Grund und Boden schreiben - da schwingt schon Redewendung-satt viel mit - in Grund und Boden steht für ein definitives Vorgehen, zum Boden hin, also eine Verausgabung, so als wenn man elendig viel schreiben würde (was dieses Gedicht jetzt nicht unbedingt ist) als vielleicht mehr die Arbeit, die dahinter steckt, das Umdrehen von Münzen und Knochen (also Worten) auf ihre verschiedenen Facetten hin.

Wenn der Grund und Boden, der Tatsachen vielleicht, nicht schon tief genug wäre, gehts in Vers 2 durch "Räume", fast so, als wenn der Grund durchdrungen, jetzt in einem "grundlosen" Universum, traumartig das Ich "säuselnd still fällt". Säuseln hat ja was von Sprechen, jedenfalls klingt es mit.

"und von halb zerzausten Zeitenzählern". Mit dem finalen Alphabetsbuchstaben, dem Ende wird hier nicht mehr gegeizt. Die Zähler der Zeit, etwa die Zeiger hängen schlaff herunter vielleicht, sind verwüstet. Der Zeitbegriff ist verwildert, verkommen.


Quoted


Du bemalst für mich das Gras im Grauen:
Schwarz auf dunkelweiß, so wächst es lauter.
Doch ich lerne es, zu übertönen.


Ein Du kommt auf, bemalt zweideutig Gras im Grauen, wo das Grauen eben für das Schreckliche, wie auch das Graue, das Unsichere, Farbneutrale (oder um es weniger schön zu reden, farblos) bezeichnet. Entweder, das Gras gewinnt jetzt an Farbe in der vom Ich gezeichneten, aber nicht gemalten Welt, oder es wird hier ein Gras in einem schrecklichen Szenario bemalt - sicherlich abwegig- aber wieso sollte es nicht eben das Gras sein, das über eine Sache, womöglich zwischen Ich und Du, gewachsen ist.

V2
Das Gras wächst weiter, aber schwarz auf dunkelweiß, also tiefgrau, doch eher eine negative Auslegung, von der das Ich behauptet, sie übertönen zu können. Ironischerweise ist übertönen natürlich kein Mittel, um etwas Sichtbares zu bekämpfen. Das ist wie Schere, Stein Papier.

Quoted


Ich vertreibe Stunden in den Wahnsinn,
dir misslingt es, sie im Flug zu stürzen.
Waren wir nicht gestern noch die Größten?

Hier gewinnt das Ich wieder an Macht, vertreibt die Zeit, obwohl, die eigene?^Dem Du, das hier noch eingebunden ist, schlägt in seinem Vorhaben fehl, die Stunden im Flug (in den Wahnsinn?) zu stürzen, sie also davor zu bewahren, sie für das Ich zu retten. Ein Hilferuf ist das. Und zum Schluss eine Öffnung der Handlung mit Blick in die Vergangenheit, die der womöglich Liebenden, die in ihrer Liebe die größten Zeitverheizer ihrer Zunft waren.

Hat mir außerordentlich gefallen, auch wenn ich vielleicht mehr aufgeworfen habe, als erfordert, wie auch immer, trotz der Resignationskategorie bleibt der Traum zurück, der aller Hoffnung Anfang ist.

Liebe Grüße

Cip
PS:

Quoted


Ich lese dies im Anschluss auf meinen "Hochsommerverrat" und sehe, was ich dabei herausbekomme.

Das hab ich jetzt doch nicht gemacht
Überblick

Zitat von »King Lear«

Aus nichts kann nichts entstehen: sprich noch einmal

basse

Unregistered

3

Wednesday, October 31st 2007, 12:27am

hallo raba,

man kommt nicht umhin dieses Werk zu kommentieren, da wie cip schon sagte man auch ohne Reim durch die Zeilen wiegt..ich persönlich finde es sehr gelungen halb zerzauste Zeilenzähler, allein schon aufgrund dieser Alliteration und wie auch schon gesagt wurde der Konsonantenreimung, ist es formell sehr gelungen...

Ich verschreibe mich in Grund und Boden,

ich bin mir nicht sicher, aber mitunter könnte ich mir auch vorstellen, dass sich hier einer Sache verschrieben wurde und genau die treibt dein LI zu Boden nah..

falle säuselnd still durch sanfte Räume wieder Alliterationen, die dem ganzen etwas weiches und sanftes vermitteln, vllt um einen wunderschönen Traum auszudrücken o. ähnliches..

und von halb zerzausten Zeitenzählern. wie gesagt das halb zersaust drückt für mich persönlich aus, dass die Zeit zwar anders wahrgenommen wird aber eben auch nur etwas anders...vllt ist es ein Tagtraum ..halb dort und halb hier ..wer weiß

Du bemalst für mich das Gras im Grauen:
Schwarz auf dunkelweiß, so wächst es lauter.
Doch ich lerne es, zu übertönen.

hier muss ich cip recht geben es ist zweideutig, denn wie er schon sagte kann die Welt auch die grau im Grauen steht nun bemalt werden, denn nicht anders verstehe ich dunkelweiß= grau....doch diese äussere welt wird überspielt, übermalt, übertönt

nochmal zurück zur Strophe eins ist die letzte Zeile so richtig...oder wäre sie es nur wenn: und von halb zerzausten Zeitenzählern, bemalst du für mich...?? als Enjamb.

Ich vertreibe Stunden in den Wahnsinn,
dir misslingt es, sie im Flug zu stürzen.
Waren wir nicht gestern noch die Größten?

das alleinsein und der Ruf dies aufzuheben, was bisher mißlang dem Ldu..also ich muss schon sagen, dir ist hier ein super werk gelungen, mir gefällts :)

LG basse

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4

Wednesday, October 31st 2007, 11:39am

Hallo erstmal Cipro.

Mit deiner Interpretation liegst du durchaus richtig. Ich haben dem im Moment nichts mehr hinzuzufügen, auch wenn da sicherlich möglich ist. :)

Quoted

trotz der Resignationskategorie bleibt der Traum zurück, der aller Hoffnung Anfang ist.

Ja, noch ist er da, aber wer weiß, was am nächsten Morgen ist. :S


Guten Morgen basse.

Auch deine Interpretation der ersten Strophe ist möglich. :)
Die letzte Zeile ist so richtig, da war und wird nie ein Enjambement stehen.
Ich weiß nicht ganz, was Du mir zur letzten Strophe sagen wolltest, aber trotzdem Danke und so. :D

rablabla
(Verdammt, wo ist nochmal der Rot-werd-Smiley? :wacko: )
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erikroderickandara

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5

Wednesday, October 31st 2007, 1:38pm

schöne verfremdung, schöne bilder, schöne stimmung, schönes gedicht ....

sich etwas zu verschreiben heißt, es auf gedeih und verderb durchsetzen zu wollen, oder?
von etwas weg zu wollen, zu dem man sich hinezogen fühlt, ist ein unangenehmes gefühl, sich in grund und boden zu verschreiben ist dann manchmal das beste, wenn auch nicht unbedingt einfach. die tage ziehen dann vorbei wie nebelfetzen, grau und gleichgültig, schwer bis schwermütig.
das zumindest ist der eindruck, den deine zeilen bei mir erwecken.

lg
erik
under the sea, is where I'll be
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6

Sunday, November 4th 2007, 12:49pm

Hallo Erik.

Ja, sich etwas zu verschreiben heißt, zu 150% hinter dieser Sache zu stehen. Mindestens. ^^
Danke und so,

rablabla
Wir müssen nur wollen.

laughing_lupa

nicht einzig

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7

Sunday, November 4th 2007, 12:52pm

hallo ufo!

über dieses ding haben wir ja schon ausführlich diskutiert, besonders über den ersten vers. der ist auch immer noch mein favorit in dem gedicht. konstruktives habe ich nicht zu sagen.

ich schließe mich der wissenschaft an, die da sagt, dass vögel, insbesondere raben, kluge tiere sind.

gruß, gruß!

lalalupa
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

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8

Sunday, November 4th 2007, 1:05pm

Ufo? ?(

Mmh, Raben sind vielleicht klug, aber es gibt immer Ausnahmen und so. :rolleyes:

Dankeschön,
rablabla
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