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Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

1

Monday, October 22nd 2007, 8:13am

Windstille

...draußen
wirbeln
deine stimmlosen Worte
zu dicht
an die Hauswand
Farbe blättert
nah
am Traum
verzeih
wenn ich jetzt
die Türen schließe
denn Windstille ist
nur hinter Glas
wärmt noch die Sonne
und lässt Schatten
draußen...



(für dich)
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Akineton

Intermediate

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Location: Gießen

Occupation: Engelflügelmechatroniker

2

Friday, October 26th 2007, 7:59pm

Hallo Alexa, hier lese ich einen Text, der mir sogleich gefällt. Die nach oben und unten zu lesenden Umbrüche. Die herbstliche Stimmung, eine Ahnung von etwas Vergangenem, die Tür wird geschlossen, eine Sicherheit, ein Schutz hergestellt. Die Worte draußen sind beliebig, weil stimmlos-also entpersonalisiert. So weit ist die Person schon entfernt, durch das Glas aber noch irgendwie im Blick.

Sehr schöne Bilder, unaufdringlich eindringlich.

Das gefällt mir.

lg akineton
Meine Ohren lassen die Flügel hängen, weil meine Augen lahmen. Vielleicht erkennt mein Mund einen Weg.

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

3

Sunday, October 28th 2007, 12:02pm

Hallo Akineton

Quoted


Die Worte draußen sind beliebig, weil stimmlos-also entpersonalisiert. So weit ist die Person schon entfernt,

die stimmlosen Worte sind hier nicht - entpersonalisiert- stimmlos können auch geschriebene Worte sein.. ;)
eigentlich sollte dieses Stück hier nichts vergangenes ansprechen-
(oder vll. doch- aber dann nur vergangene Erfahrungen)...es geht hier um Worte, die dem Lyrich zu "nahe treten" und es versucht durch einen Rückzug ( was du ja gut erkannt hast) - hinter Glas- sich zu schützen.
Danke fürs Lesen und kommentieren.

L.G.
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Odradek

Master

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Occupation: (Un-)Sinnspule

4

Friday, November 2nd 2007, 11:27pm

Sehr schöne Bilder, unaufdringlich eindringlich.


Genau eben das, Alexa! =)
Der Gedanke Deines Gedichtes ist originell und überzeugend.
Das ist ohne Frage einfach schlüssig ... und anrührend.

Gut gelungen ist größtenteils die doppelte Valenz der Zeilen ("Die nach oben und unten zu lesenden Umbrüche").
Oft KANN man da doppelt lesen.
Aber einmal MUSS man es: Z. 13 - "nur hinter Glas".
Das ist ein Wechsel in der Gangart, der erst einmal etwas irritiert ... :huh:
... doch man gewöhnt sich dran.

ABER (tja):
Die Zeilen sind mir für mein "Lesevergnügen"
etwas
zu
kurzatmig:
Zu viele Ein- und Zweiwortzeilen, um einen Fluss aufkommen zu lassen.
Das klingt [leider] ein bißchen nach Schnappatem.

Doch Deine Inhalts-Idee überzeugt so oder so! =)

[Nur den Schluss, den nehme ich Dir logisch nicht ab: Selbst in der windstill warmen Stube wirft die Sonne doch Schatten ... ;) ]

Gerne gelesen!

Gruß,
Odra.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

laughing_lupa

nicht einzig

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Location: dazwischen

Occupation: fragmentarier

5

Saturday, November 3rd 2007, 11:41am

hallöle alexa!

zunächst: dein gedicht gefällt (auf jeden fall mir)!

meinen vorkommentatoren kann ich mich anschließen. am besten gefällt mir, wie du das glashausmotiv verwendest. das lyrich fühlt im glashaus nicht in erster linie beengung, einschränkung und beobachtet sein, sondern sicherheit und schutz. es wird verschont von "lebenswinden", veränderungen gehen an ihm vorrüber und es ist unantastbar von stürmischem gefühl, das hinter die oberfläche dringt:

Quoted


zu dicht
an die Hauswand
Farbe blättert


das motiv gefällt mir sehr gut, wie gesagt.

gruß, gruß!

lalalupa
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

6

Sunday, November 4th 2007, 5:10pm

Hi Odra,

Quoted


Der Gedanke Deines Gedichtes ist originell und überzeugend.
Das ist ohne Frage einfach schlüssig ... und anrührend.

Gut gelungen ist größtenteils die doppelte Valenz der Zeilen ("Die nach oben und unten zu lesenden Umbrüche").
Oft KANN man da doppelt lesen.

:]

Quoted


Das klingt [leider] ein bißchen nach Schnappatem.

;(
schnappatem.... hmm..
weißt du, ich bin mit dieser Art des Schreibens nicht wirklich vertraut, aber ich bin im Moment in einer Experimentierphase
so dass ich in meinem Versuchslabor mit allem was mir in die Hände ( Gedanken) fällt, spiele, um zu sehen was dabei herauskommt.
Hab ich hier also für dich ein Schni - schna - schnappi gebastelt. :D
Denkst du ich sollte die kurzen Textstellen zusammenziehen, damit es flüssiger wird?

Quoted


[Nur den Schluss, den nehme ich Dir logisch nicht ab: Selbst in der windstill warmen Stube wirft die Sonne doch Schatten ... ]


Du hast recht- es ist unlogisch- hinter Glas gibt es natürlich auch Schatten- aber ich denke - dort fühlt sich mein Lyrich nicht davon bedroht, weil das Glas so etwas wie Schutz und Wärme vermittelt - also bleiben die Schatten oder besser gesagt, die Schwere die sie tragen, draußen.
Aber dein Einwand hat Berechtigung, denn ich habs nicht so hingeschrieben.

Danke fürs lesen und die Rückmeldung, die mir schon wieder ein Stück weitergeholfen hat.

Haaaallo Wölfin...lalala

Quoted


am besten gefällt mir, wie du das glashausmotiv verwendest. das lyrich fühlt im glashaus nicht in erster linie beengung, einschränkung und beobachtet sein, sondern sicherheit und schutz. es wird verschont von "lebenswinden", veränderungen gehen an ihm vorrüber und es ist unantastbar von stürmischem gefühl, das hinter die oberfläche dringt:



schön dich unter meinem Text zu finden...und auch schön, dass du das mit dem - hinter Glas- so verstehst wie ich es mir dachte.

Vielen lieben Dank an euch beide

Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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7

Wednesday, November 7th 2007, 4:03pm

Gleich vorweg, ich habe mir die Vorkommentare nicht durchgelesen, da ich mich nicht beeinflussen lasse, von anderen.
Also bitte entschuldige wenn ich mich wiederholen sollte.

Mich spricht das gedicht mehr als an, es ist zwar auf eine Ebene Schlicht gehalten, besticht aber mit den klaren Metaphern und passt auch wirklich gut zu dieser jahreszeit, wo man die kalten Gedanken einfach nach draußen sperren möchte um sich vor den warmen Kamin, sich seines lebens zu freuen um die negativen Gedanken einfach mal ganz zu verdrängen.

Du vermittelst wirklich ein schönes Bild der Wärme.

Liebe Grüße

Faithlight
~Glaubenslicht~

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

8

Thursday, November 8th 2007, 1:38pm

Hi Faithlight

Quoted


Mich spricht das gedicht mehr als an, es ist zwar auf eine Ebene Schlicht gehalten,

da hab ich mal einen netten Spruch gelesen der da heißt;
es ist ein Beweis hoher Bildung, die größten Dinge auf einfachste Art zu sagen...
(man klingt das eingebildet... :rolleyes: ) :D

Quoted


wo man die kalten Gedanken einfach nach draußen sperren möchte um sich vor den warmen Kamin, sich seines lebens zu freuen um die negativen Gedanken einfach mal ganz zu verdrängen.

Ja, genau so.

Danke für deinen lieben Kommi

L.G.
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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