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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Monday, October 15th 2007, 9:37pm

Strandgedanken


Strandgedanken

Die Möwe träumt neblig am Strandübergang,
wie im Rauch einer weißen Gitane.
Die Sonne, gefasst,
schläft als Bernstein im Sand,
sie hat ihre Wärme vertan:
liegt säumig am Meer und hält innige Rast,
umschäumt und gekleidet in Tang.

RPK 111007
Sammelsurium: Werkesammlung


Ciproflox

Professional

Date of registration: Jun 6th 2007

Posts: 440 wcf.user.activityPoints: 2,930

2

Monday, October 15th 2007, 10:04pm

Nabend,

mal ganz spontan hier:


reimschema
a
b
c ~a
d
b
c ~a
a

wenn ich jetzt nicht durcheinander gekommen bin. 7 Verse wie 7 Tage oder vielleicht ist es auch belanglos

Vers für Vers:

Die Möwe träumt neblig am Strandübergang,

xXxxXxxXxxX
Schön gemütlich
Die Möwe träumt neblig
neblig träumen - wieso neblig? Sind Träume nicht eigentlich "neblig" im Sinne von vielleicht unverständlich? neblig bedeutet erschwerte Sichtverhältnisse, Unklarheiten - am Strandübergang. Ja Strandübergang - also die Übergänge, die quer zum Meer den Strand einteilen, nehm ich an?

wie im Rauch einer weißen Gitane.

Tja das Rauchen sollte man sein lassen! Jedenfalls raucht diese und der Raucher sieht dadurch neblig. Also sieht der Raucher vielleicht die Möwe durch den Rauch, wodurch sie neblig zu träumen scheint.

Die Sonne, gefasst,
schläft als Bernstein im Sand,
sie hat ihre Wärme vertan:

Jetzt kommt die Sonne. Gefasst, das heißt "festgenommen" oder in ihrer Ganzheit erfasst oder einfach, dass sie hier nicht das typisch Romantische darstellen will. Sie ist wohl im Begriff unterzugehen und scheint auf das falsche Pferd gesetzt zu haben. etwas vertun, das ist etwas verlegen oder etwas falsch gemacht haben.

liegt säumig am Meer und hält innige Rast,
umschäumt und gekleidet in Tang.

Das Ich? liegt säumig am Meer und interessiert sich nicht für Bräunung, sondern lässt sich vom Meer vollsudeln. Das Ich ergibt sich quasi in der Flut - innere Ruhe und äußen der Schaum, die Bewegung.
Oder liegt das Spiegelbild der Sonne da?

Der Titel ist -naja, aber ich kann verstehen, dass es schwierig sein könnte, hier einen guten zu finden.

Aber was nehm ich von alledem mit?

Es gibt hier viel Ruhe - schlafen, träumt, liegt, Rast,
und quasi nur die Bewegung des Meers, die etwas einnimmt.
Sicherlich schön, aber ich finde da irgendwie nicht mehr. Vielleicht schau ich ja nicht richtig.

Ja, vielleicht kannst du ja damit was anfangendenn ich weiß nicht weiter
also
liebe Grüße

Cip
Überblick

Zitat von »King Lear«

Aus nichts kann nichts entstehen: sprich noch einmal

Primel

Intermediate

Date of registration: Mar 8th 2006

Posts: 145 wcf.user.activityPoints: 835

Location: Paris

3

Tuesday, October 16th 2007, 10:17am

Weil ich etwas dem Titel nach Ähnliches anderswo eingestellt habe, suchte ich deinen Text auf und las auch gleich den anschließenden Kommentar von Cypro.. durch, der mich zu einem Kommentar reizte.

Obwohl ich mich auch nicht für deinen Text begeistern kann, so habe ich ihn doch ohne Widerwillen gelesen und darin eine gewisse Bildhaftigkeit gefunden, die ein schön fließeder Rhythmus trägt. Du willst eine Strandimpression darstellen, tust dies mit dem Ernst derjenigen, die heute Mozartopern in Jeans inszenieren, da man ja originell sein muss, und das verführt dich ein wenig zu sehr. Ich denke auch, dass eine Gitane in unserer Zeit nicht mehr sehr modern ist – ich habe sie noch vor 50 Jahren gereaucht, wer aber kennt sie von den jetzt Jungen? – und sie war nie „weiß“, wenn du nicht nur das Zigarettenpapier meinst. Ein anderes Bild soll durch „gefasst“ entstehen, doch auch diese Metapher entwickelt sich nur schwer zu einem Bild, da in diesem Zusammenhang völlig unklar bleibt, ob es sich um ein Verhalten der Sonne oder um einen Hinweis auf die Form etc handelt (also „gefasst trug die Schöne ihren neugefassten Edelstein zwischen den unanfassbaren Brüsten“).

Wenn du diesen Text einmal revidieren möchtest, überdenke bitte auch vielleicht den Titel, da du dort von „Gedanken“ sprichst, wenn du zeichnest! Sensationen sind Erregungen der Sinnesorgane, Gedanken stipulieren die Existenz eines Denkenden, die hier keine Gegenwart hat!

Verweise auf schlechte oder falsche Reime, Anzahl der Hebungen, etc sind Kindereien, die ich jenen Teenagern überlasse, die gerade lernten, dass man „X“ nicht nur in der Mathematik oder im Fernsehen (Aktenzeichen…) unterbringen kann, sondern auch für die Darstellung eines profunden Wissens in der Poetik.

Freundliche Grüße. Primel
Primel ... So viele Genies und ich? Was suche ich hier?

Mondängste
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