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Akineton

Intermediate

Date of registration: Sep 26th 2007

Posts: 124 wcf.user.activityPoints: 915

Location: Gießen

Occupation: Engelflügelmechatroniker

1

Monday, October 8th 2007, 7:34pm

flug.end

treibst in meinen himmel altarpflöcke
und verkündest die wunden ständen mir
wie in wolken geflüstert so zerbrechlich
erscheine ich in deinem keulungswahn
doch auch du bezahlst für deine trockenschaumige narrheit
die lustvoll zur schau getragen von oben bis unten
die horizonte mit kreuzen befleckt
Meine Ohren lassen die Flügel hängen, weil meine Augen lahmen. Vielleicht erkennt mein Mund einen Weg.

Date of registration: Feb 7th 2006

Posts: 722 wcf.user.activityPoints: 4,130

Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

2

Friday, October 12th 2007, 2:40pm

da bleib ich nun schon zum xten mal an diesen Altarpflöcken hängen, und sie gehen mir nicht aus dem Sinn.
Altare...was ich allein schon damit alles an Vorstellungen verbinden kann: jemanden in den himmel heben, in schwindelerregende Höhen, mit frenetischer Anbetung, ohne je auf Augenhöhe sein zu können. Wie fühlt es sich an, so aufgebahrt zu werden? Es fühlt sich für mich so an, wie das, was mir deine Bilder vermitteln: wie ein Ausgeliefertsein, Zerbrechlichkeit, auch Furcht davor, der andere könnte mich irgendwann stürzen lassen in seinem Wahn.
´die horizonte von oben bis unten mit Kreuzen befleckt´ - so kann ich es auch lesen, und teilen. Diese Mitteilung lässt mich an ´Entheiligung´ (nicht von mir, aber ein guter Begriff!) denken. Ein befleckter Horizont an Beschränkung und daran, dass dem LI bereits Kreuze errichtet wurden. Ein enorm starkes Stück, Akineton! Und ich freue mich, es so oft lesen zu dürfen, wie ich mag...

bildhungrige Grüsse

J.
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

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