Thursday, May 24th 2012, 2:29am UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Chepre

Unregistered

1

Monday, October 8th 2007, 12:49pm

Wasser

ich schlafe wach in meinem Nest
aus Sehnsucht, Einsamkeit und stillem Fluchen
mein Körper ist schon weit herabgekühlt
ich bin zu müde, ihn am Grunde dieser Nacht zu suchen

auf hohen Temperaturen fiebere ich
und blase Glas in Kugeln, das mich trägt
und das an sieben Stunden pochend leis zerschellt
ich falle stumm heraus und in ein anderes Extrem

du tippst mit einem Finger an die Nacht
und scheuchst mich hoch aus meinem winterlichen Sterben
du sammelst mich und hängst zum Trocknen mich ans Fenster
ich triefe nass und häng noch voller Scherben

*
8. Oktober 2007

basse

Unregistered

2

Monday, October 8th 2007, 1:24pm

hallo chepre,

hast du nachts durch ein fenster mich betrachtet? dies wäre in Worten eine tiefe Umschreibung dessen wie ich mich in den letzten Nächten fühlte:

ich schlafe wach in meinem Nest
aus Sehnsucht, Einsamkeit und stillem Fluchen
mein Körper ist schon weit herabgekühlt
ich bin zu müde, ihn am Grunde dieser Nacht zu suchen
xXxXxXxX
xXxXxXxXxXx
xXxXxXxXxX
xXxXxXxXxXxXxXx alles jambisch :)
immer wieder erwachend, durch die kühle, jedoch scheint hier das ende einer Nacht beschrieben oder das zwischen aufwachen...

auf hohen Temperaturen fiebre ich
und blase Glas in Kugeln, das mich trägt
und das von ein bis acht Uhr pochend leis zerschellt
ich falle stumm heraus und in ein anderes Extrem

dazwischen immer wieder fieberphasen an denen man ganzkörperschweißausbrüche hat, überall der bauch ist heiß die schenkel alles
bloß um wieder in der kühle zu erwachen

du tippst mit einem Finger an die Nacht
und scheuchst mich hoch aus meinem winterlichen Sterben
du sammelst mich und hängst zum Trocknen mich ans Fenster
ich triefe nass und häng noch voller Scherben

xXxXxXxXxX
xXxXxXxXxXxXx
xXxXxXxXxXxXx
xXxXxXxXxXx

ja in der situation geht es hin und her was sich auch formell niedergeschlagen hat,, ich denke es ist damit gut umschrieben..alles jambisch gehalten,
ich werde es mir nochmal in ruhe durchlesen..sehr schönes werk...ein dejavu für mich diese zeilen :)

LG basti

Chepre

Unregistered

3

Thursday, October 11th 2007, 4:39pm

hallo, basse

grundsätzlich hast du den Text verstanden, wie ich es bezweckt habe, aber ein paar kleine Sachen gibts wohl noch zu klären

Quoted

immer wieder erwachend, durch die kühle, jedoch scheint hier das ende einer Nacht beschrieben oder das zwischen aufwachen...

am Anfang liegt das Ich nur eine ganze Weile wach, dass sein Körper herabgekühlt ist, merkt es also auch noch, als es wach ist
das "schlafen" kommt hier von daher, dass man oft sagt "ich geh schlafen", aber eigentlich gar nicht schläft

es kann sein, dass das Ich schläft und dass die Glaskugeln aus S2 wirklich schlafträumt, es kann genausogut sein, dass es wachliegt und die Glaskugeln wachträumt ... das ist offen gelassen
wobei ich persönlich das wachliegen bevorzuge, das zeigt eher auf das, was ich dabei fühle
die hohen Temperaturen stehen nicht nur dafür, wie einem nachts auf einmal die dollsten Kaltschweißausbrücke kommen (uäh), sondern auch dafür, auf welchen "hohen Ebenen" das liegt, was das Ich sich zusammenträumt

Quoted

hin und her was sich auch formell niedergeschlagen hat,

Naja, formell ... hab nur nach Gehör geschrieben, das Metrum ist alles andre als rein :)

danke für deinen Kommentar
solche Nächte sind am besten zu überstehen, wenn Menschen da sind, die einem sowas wie ein Auffangnetz sind. Genau das ist das lyrische Du

Grüße;
Chepre

Inspira

Unregistered

4

Wednesday, October 17th 2007, 8:37pm

Hallo Käfer,

also, das hier ist das schönste aller Deiner Gedichte, die ich bisher gelesen habe. Du beschreibst diese Nacht in der das Gefühlswasser die Oberhand gewinnt und das lyrIch fast darin ertrinken lässt... wäre da nicht am Ende dieser sanfte Fingertipp... das ist berührend. Die aufgebaute Spannung kommt in der dritten Strophe zur Ruhe, der Leser atmet auf. An manchen Stellen liest es sich wie eine fiebrige Erkältung mit Schüttelfrost und Hitzewallungen - ich verstehe das als Bild für einen Prozess im Inneren des lyrIchs, dem es jedoch ausgeliefert ist, da das Erleben schon auf der körperlichen Ebene seine Auswirkungen zeigt.
Gelungen finde ich auch so manche Textbrücken, wie z.B. von Glas zu Scherben oder herabgekühlt zu winterliches Sterben.
Natürlich fällt auf, dass Du zuerst einen Reim einbaust (fluchen-suchen), das aber dann nicht weiterführst und erst in Strophe 3 zurückkehrst. Absicht?

Kompliment von Inspira

Ciproflox

Professional

Date of registration: Jun 6th 2007

Posts: 440 wcf.user.activityPoints: 2,930

5

Wednesday, October 17th 2007, 9:03pm

Hallo Chep

Du hast doch mehr solcher Elementargedichte, nicht?

Also was will ich zu dem hier sagen?

Zum einen gibt's da wirklich tolle Ansätze, auf die ich zu sprechen komme; zum anderen gibt's auch Ungereimtheiten, auf die ich auch noch zu sprechen komme, wobei ich keinen Anspruch auf totales Verständnis erheben möchte! Also ich fang mal an:

Wasser - plattes Wasser würde ich sagen als Titel ist es ok, besonders wenns in der Reihe von anderen Gedichten steht, die eben elementar sind - Feuer, Erde, Wind.

Das Gedicht besteht aus drei Strophen à 4 mit teils sauberen und unsauberen Reimen

S1

Quoted



ich schlafe wach in meinem Nest
aus Sehnsucht, Einsamkeit und stillem Fluchen
mein Körper ist schon weit herabgekühlt
ich bin zu müde, ihn am Grunde dieser Nacht zu suchen



wach schlafen entspricht einem entweder zu müde zum Schlafen zu sein, einem Halbschlaf oder aber einem Traum.
Dieser besteht aus Sehnsucht, Einsamkeit und stillem Fluchen. Naja von einem Sehnsuchtsgedicht komm ich grade und ich lass es mal so stehen, mal sehen, was du daraus machst. Ungewöhnlich ist sicherlich das stille Fluchen, das zwischen Einsamkeit und Sehnsucht steht oder aber wie hier zum Schluss. Also könnte die Reihenfolge durchaus von Bedeutung sein.

Das "weit herabgekühlt" darf wohl wörtlich genommen werden, insofern es am "Grunde dieser Nacht" zu suchen wäre. Find ich nicht schlecht :rolleyes: Dem Erlebnis der Kälte steht dann das Erlebnis der Tiefe bei, was mit dem Traum in Einklang ginge, die Kälte widerum mit der Einsamkeit, die beiden zusammen mit dem Wasser, der Ruhe der Situation

S2

Quoted


auf hohen Temperaturen fiebere ich
und blase Glas in Kugeln, das mich trägt
und das von ein bis acht Uhr pochend leis zerschellt
ich falle stumm heraus und in ein anderes Extrem


Hier reißt du mich ins andere "Extrem", was spontan nicht zum "Wasser" passen würde, aber das Glas zieht dich da raus. Toll ist das "blase Glas in Kugeln", fraglich das "das mich trägt", also das Glas, was wohl sehr heiß wäre. Da würde ich vielleicht "die mich tragen" setzen, auch auf die Gefahr hin, das Reimschema vollends über Bord zu schmeißen. Wie dem auch sei, das Ich steht auf der gläsernen Kugel, die es selbst geschaffen hat. Glaskugel bringt natürlich Assoziationen mit sich: Wahrsagerei; aber auch steht sie für Transparenz des Ganzen.


und das von ein bis acht Uhr pochend leis zerschellt
hm ein leises Zerschellen - das geht irgendwie nicht

der Vers wirkt ziemlich strapaziert, was ok mit diesem langen Zerschellen zwar in Einklang steht, aber doch den Leser etwas nervt, bissl halt^^
Dadurch fällt das ich stumm heraus, achso du warst drin, das war aber nicht klar oder^^ und weiter geht die Reise zum Nächsten Extrem

S3
du tippst mit einem Finger an die Nacht
und scheuchst mich hoch aus meinem winterlichen Sterben
du sammelst mich und hängst zum Trocknen mich ans Fenster
ich triefe nass und häng noch voller Scherben

Ein Du tritt auf. "Tippen" ist naja unschön^^
an die Nacht tippen
an Glas tippen das geht, aber an die Nacht? Vielleicht die Nacht hinter dem Glas?

winterliches Sterben - find ich klasse
sammeln, hängen zum Trocknen - Moment, was ist passiert? Ah die Glaskugel aus S2, ah das Wasser aus S1.
nass triefen und häng noch voller Scherben - sehr schön

Es ist toll, dass S1 und S2 sich in S3 wiederfinden, wodurch dir ein überraschendes Moment geglückt ist. Da ich keine Frau bin, hab ic hwahrscheinlich das Wesentliche überlesen, ja ich hab die anderen Kommentare noch nicht gelesen. Aber das ist mir jetz tauch unwichtig. Sprachlich bietest du hier ein paar Hingucker, aber auch ein paar, zumindest kommen sie mir so vor, Unnütze, wie das "Nest", das bezugslos da steht. Alles in allem also gut, aber das geht noch besser, besonders in Hinblick auf die Form.

Liebe Grüße

Cip
Überblick

Zitat von »King Lear«

Aus nichts kann nichts entstehen: sprich noch einmal

Chepre

Unregistered

6

Friday, October 19th 2007, 10:52am

guten Morgen, Inspira

Quoted

also, das hier ist das schönste aller Deiner Gedichte, die ich bisher gelesen habe.

:] Danke, danke, ich hätte nicht erwartet, dass das hier eine teils so positive Resonanz verursachen kann.

Zu deiner Interpretation bleibt mir nicht viel zu sagen, das deckt sich größtenteils mit meiner Absicht.

Quoted

Natürlich fällt auf, dass Du zuerst einen Reim einbaust (fluchen-suchen), das aber dann nicht weiterführst und erst in Strophe 3 zurückkehrst. Absicht?

hmm, ich hab es schon beim Schreiben wahrgenommen, wo da Reim kommt und wo nicht, aber wirklich gezielt draufhin gearbeitet habe ich auch nicht. :)

Danke dir für deinen Kommentar!

hey, Ciproflox

dein Kommentar ist mir stellenweise a bissl wie ein Rätsel.

Quoted

Du hast doch mehr solcher Elementargedichte, nicht?

Also wenn, dann nicht mit Absicht. Fallen dir da spezielle Sachen ein?

Erstmal eins zu S1:

Quoted

Unnütze, wie das "Nest", das bezugslos da steht.

Das Nest ist alles andere als bezugslos, im Gegenteil, es ist eine wichtige Sache im Text. Hab ich so schlecht geschrieben oder hast du es einfach nich so verstanden, wie ich es gern gehabt hätte??

Quoted

ich schlafe wach in meinem Nest
aus Sehnsucht, Einsamkeit und stillem Fluchen

Der komplette zweite Vers widmet sich dem Nest aus Z1. Das Nest ist gemeinhin ein Schlafplatz, ein Platz, um sicher zu sein, um sich geborgen zu fühlen. Das lyr Ich fühlt sich nun aber grad in Dingen geborgen, wo man sich normalerweise nicht unbedingt gern geborgen fühlen sollte ... Als da wären Sehnsucht, Einsamkeit und stilles Fluchen. Das Ich ist also, irgendwo aufgrund eigenen Verschuldens, nicht mal im Schlafnest sicher vor diese "Anti-Freuden", sondern legt sich noch mitten in ihnen zur Ruh.

Quoted

wach schlafen entspricht einem entweder zu müde zum Schlafen zu sein, einem Halbschlaf oder aber einem Traum.

dein erster Ansatz triffts am besten

Quoted

Also könnte die Reihenfolge durchaus von Bedeutung sein.

kann, muss aber nicht. Darauf sollte man hier nich so Riesenaufmerksamkeit legen. Erst sehnt das Ich, das geht schief, dann kommt die Einsamkeit, und weil alles irgendwie blöde ist, folgt schließlich das stille Fluchen.

Quoted

Dem Erlebnis der Kälte steht dann das Erlebnis der Tiefe bei, was mit dem Traum in Einklang ginge,

Erlebnis der Tiefe ... Schön, schön. :) Traum? Nicht unbedingt, nein. Ich habe eher an einen Brunnen gedacht (auf den man hier natürlich nicht zwangsläufig kommen muss), dieser Brunnen ist mit Wasser gefüllt und darin schwimmt und taumelt das Ich. Der Brunnen wäre hier meine Nacht.

Quoted

fraglich das "das mich trägt",

Warum? Klingt es beschissen oder ist der Bezug unklar?

Quoted

das Reimschema vollends über Bord zu schmeißen.

welches Reimschema :rolleyes:

Quoted

Glaskugel bringt natürlich Assoziationen mit sich: Wahrsagerei; aber auch steht sie für Transparenz des Ganzen.

Ich wollte mit den Glaskugeln etwas anderes ausdrücken. Man denke an Seifenblasen: Auch diese werden gepustet, wie hier das Glas, und sind gemeinhin Symbol für Träume. Nur sind hier die Träume schwererer Art. Sie haben keine Leichtigkeit, sie drücken das lyrIch praktisch in so einer Art langsamem Herabschweben ins Wasser. Dass es von den Kugeln bzw in den Kugeln getragen wird, empfindet es im Grunde nur aus eigener Perspektive so.

Quoted

der Vers wirkt ziemlich strapaziert,

Warum? Weißt du, vielleicht kannst du einfach mal erklären, warum dir bestimmte Sachen net gefallen. ?( Das würde mir mehr weiterhelfen.
Liegt es vielleicht an den vielen einsilbigen Worten? Hast du vielleicht sogar Verbesserungsvorschläge? :)

Quoted

achso du warst drin, das war aber nicht klar oder

Ist ja gut, du hast mich bei einer Schlampigkeit ertappt- :O

Quoted

"Tippen" ist naja unschön

Warum? Mir gefällt es. :) Erkläre dich.

Quoted

Vielleicht die Nacht hinter dem Glas?

Nö. Warum soll das lyr Du denn nicht an die Nacht tippen können? Hier ist speziell auf die Nacht Bezug genommen, wie sie das lyr Ich erlebt.

Quoted

Da ich keine Frau bin, hab ic hwahrscheinlich das Wesentliche überlesen,

Nein, eine Frau bist du in der Tat nicht. ;)

Quoted

Alles in allem also gut, aber das geht noch besser, besonders in Hinblick auf die Form.

ich muss dir was verraten: als ich das hier geschrieben habe, habe ich mich nicht groß um die Form geschert. Schlicht drauflosgeschrieben, wies mir in den Kopf kam, ohne auf Metrum oder Reimschema bewusst zu achten. Jetzt nachträglich eine hineinzubiegen käme mir unehrlich meinem eignen Text gegenüber, das muss nicht sein.

Was nicht heißen soll, dass ich nicht bereit wäre, manche der von dir angesprochnen Stellen vielleicht nochmal zu überarbeiten. Nur hätt ich vorher gern ne Begründung, warum du manches davon nicht gut findest. :)

Danke dir für deinen ausführlichen Kommentar!

Grüße;
Chepre

Ciproflox

Professional

Date of registration: Jun 6th 2007

Posts: 440 wcf.user.activityPoints: 2,930

7

Monday, October 22nd 2007, 8:42pm

Hallo nochmal

Quoted


Also wenn, dann nicht mit Absicht. Fallen dir da spezielle Sachen ein?

Irrtum meinerseits!

Quoted


Das Nest ist alles andere als bezugslos, im Gegenteil, es ist eine wichtige Sache im Text. Hab ich so schlecht geschrieben oder hast du es einfach nich so verstanden, wie ich es gern gehabt hätte??

Nein, keineswegs, es ist ja eigentlich trivial. Also ich hab den Kontrast schon verstanden. Was ich meinte ist, dass das Nest im Gedicht nicht wiederkommt, das meinte ich mit bezugslos.

Quoted



Warum? Klingt es beschissen oder ist der Bezug unklar?

Weil es das Glas ist, das trägt, und das schwebt sicherlich nicht einfach so in die Lüfte, aber

Quoted


Ich wollte mit den Glaskugeln etwas anderes ausdrücken. Man denke an Seifenblasen: Auch diese werden gepustet, wie hier das Glas, und sind gemeinhin Symbol für Träume. Nur sind hier die Träume schwererer Art. Sie haben keine Leichtigkeit, sie drücken das lyrIch praktisch in so einer Art langsamem Herabschweben ins Wasser. Dass es von den Kugeln bzw in den Kugeln getragen wird, empfindet es im Grunde nur aus eigener Perspektive so.

Klar, dann funktionniert es und ich hab auch daran gedacht. Nur eben das Detail, dass sie aus Glas wären. Da bleibt die Schwere einfach mit drin, was ja auch funktionniert, ich meine. Das Ich schläft in einem unbehaglichem Nest und hier schwebt es im oder aufm Glas. Es hat ja schon was Widersprüchliches, von daher. Ja, das hast du ja auch beschrieben. :D

Quoted



Warum? Weißt du, vielleicht kannst du einfach mal erklären, warum dir bestimmte Sachen net gefallen. Das würde mir mehr weiterhelfen.
Liegt es vielleicht an den vielen einsilbigen Worten? Hast du vielleicht sogar Verbesserungsvorschläge?

und das von ein bis acht Uhr pochend leis zerschellt
hm ein leises Zerschellen - das geht irgendwie nicht

Ich meinte, dass der Vers ziemlich vollbepackt ist. "und das von ein bis acht Uhr pochend leis zerschellt" Das ist halt einfach anstrengend!
Vielleicht könnte man den Zeitbegriff anders fassen. "das sieben Stunden pochend leis zerschellt" um wenigstens die ein oder andre Silbe zu kürzen.

Quoted


Warum? Mir gefällt es. Erkläre dich.

Ich finde "tippen" einfach ein hässliches Wort in einem derartigen Gedicht. Da gibt's nichts zu erklären. Annehmen oder ablehnen. :whistling:

Quoted


Nö. Warum soll das lyr Du denn nicht an die Nacht tippen können? Hier ist speziell auf die Nacht Bezug genommen, wie sie das lyr Ich erlebt.

Klar kann man das. Aber da ich davon ausgegangen bin, dass hier einfach Gedanken mitgeteilt werden, finde ich die Begriffserweiterung von tippen in Sinne von schreiben relativ nutzlos. Es entsteht dadurch in meinen Augen kein Metatext oder etwas derart. Da finde ich das "das Glas der Scheibe antippen" wesentlich anspruchsvoller und schöner.


Quoted


ich muss dir was verraten: als ich das hier geschrieben habe, habe ich mich nicht groß um die Form geschert. Schlicht drauflosgeschrieben, wies mir in den Kopf kam, ohne auf Metrum oder Reimschema bewusst zu achten. Jetzt nachträglich eine hineinzubiegen käme mir unehrlich meinem eignen Text gegenüber, das muss nicht sein.

Wer verlangt das denn? Es ist nunmal so, dass ich auch darauf geschaut habe. Willkürlich ist die Form nämlich nicht, weil die 3 Strophen inhaltlich einen klaren Bezug zueinander aufbauen. Daher hab ich mir die Form näher angeschaut.

Hoffe, dass es damit etwas klarer ist

Liebe Grüße

Cip
Überblick

Zitat von »King Lear«

Aus nichts kann nichts entstehen: sprich noch einmal

Chepre

Unregistered

8

Saturday, October 27th 2007, 10:29pm

hello again, Cipro

Quoted

Was ich meinte ist, dass das Nest im Gedicht nicht wiederkommt, das meinte ich mit bezugslos.

das stimmt und stimmt auch wieder nicht. Das winterliche Sterben in der letzten Strophe kann man durchaus mit diesem Nest gleichsetzen.

hmm, das mit dem Glas scheint ja geklärt zu sein ... naja, werd mir wohl nochmal Gedanken über die Stelle machen

Quoted

Vielleicht könnte man den Zeitbegriff anders fassen. "das sieben Stunden pochend leis zerschellt" um wenigstens die ein oder andre Silbe zu kürzen.

der Vorschlag gefällt mir, den werde ich etwas verändert reinnehmen ... im Moment denke ich an "und das an sieben Stunden pochend leis zerschellt" - vielleicht fällt mir die Tage noch was besseres ein

Quoted

Klar kann man das. Aber da ich davon ausgegangen bin, dass hier einfach Gedanken mitgeteilt werden, finde ich die Begriffserweiterung von tippen in Sinne von schreiben relativ nutzlos. Es entsteht dadurch in meinen Augen kein Metatext oder etwas derart. Da finde ich das "das Glas der Scheibe antippen" wesentlich anspruchsvoller und schöner

Jetzt verstehe ich endlich dein Problem. ?( Naja, da kann ich ja nichts dafür, wenn tippen ein Teekesselchen ist, und ich meinte es sicherlich nicht im Sinne von Schreiben, sondern einfach im Sinn von berühren, und, wie gesagt, mir passt es sehr gut an der Stelle da.

danke für deine erneute Antwort

Grüße;
Chepre

wcf.user.socialbookmarks.titel