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ICE

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

1

Sunday, August 26th 2007, 1:50am

ICE

ICE

Ich schlafe in
Atemzügen
und dichte
Luftschlösser
hinter Notausstiegen
aus Isolierglas.

Aber das Ziel steht fest,
Gleise weichen nicht ab
von grünen Signalen.

Ihre Fahrkarte bitte –
der nächste Halt
kann warten.


RPK 250807
Sammelsurium: Werkesammlung


mellifica

Unregistered

2

Sunday, August 26th 2007, 2:21am

hallo anfangende,

zu so später Stunde will ich dir noch schnell auf dieses kleine juwel antworten. ich musste es wirklich zig mal lesen und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich den ganzen Sinn dieser Worte entschlüsseln konnte. je mehr ich dann wieder zur realität überging dachte ich die worte fassen zu können, um mir wieder kurz davor zu entgleiten. gehe ich von einer realen situation aus, so scheint es die realität des LI zu sein: viell zur arbeit, viell aber auch eine einmalige fahrt mit dem ICE zu fahren mit einem oder mehreren umstiegen. in denen man sehr kurze schlafphasen hat = kurze atemzüge oder viell auch kurze stops an denen man immer unterbrochen wird. mit den luftschlössern verbinde ich jetzt mal ganz allgemein, ein werk oder das sinnen nach einem. man steigt also ein und das ziel steht fest, man fährt immer weiter dem ziel entgegen, was auch immer das sein mag (objekt/subjekt/usw) der nächste halt kann warten, drückt für mich aus das man so in seiner idee/luftschloss vertieft ist, dass man gar nimmer mehr aussteigen will, es kommt einen wie eine trance vor..

andererseits habe ich in dem werk auch etwas anderes gesehen und dies ist total genial. der ICE wird personifiziert, das isolierglas ist die computerscheibe und auch hier geht eine fahrt los, einer virtuellen bahn mit grünen Ampeln und mit einem Ziel. aber ich weiß net viell ist es jetzt einfach auch ein wenig spät und die Phantasie geht mit mir durch :)

gerne gelesen melli

beinahLicht

Unregistered

3

Sunday, August 26th 2007, 1:32pm

Ich habe meine Probleme mit solcher Dichtung, nicht das sie Berechtigung erkämpft hat,
und sicherlich ist das da Oben in seiner Weise "gut",
ich möchte aber weiterhin auf die Funktionalität hinweißen, das es (dieses Einzelne) zusehr
in einen Augenblick müdnet, hier bedaft es keiner Kontkretheit, alles steht so wie man es nimmt,
oder die Persona sich einfach nicht ernst nimmt, vor mir nicht in harten, charakterfesten Zügen erscheint,
sondern ein Hauch ist ...

Hier wird es nicht sicher, wie der Dicher durch Formwandlung und Wahne in Dinge schlüpft,
sie neu bestimmt, ihnen einen anderen Platz zuweißt.

Date of registration: Jul 31st 2007

Posts: 34 wcf.user.activityPoints: 185

4

Sunday, August 26th 2007, 1:34pm

hallo zusammen,
also ich bin mir nicht ganz sicher, ob es nicht einfach nur eine momentaufnahme handelt. so wie du die (bzw. das li) die fahrt erlebt. schlaftrunken in einem halbwachen zustand. ich kenn das, im zug tagzuträumen. die zweite strophe würde ich so deuten, dass die realität einfach zurückgeholt wird., was strophe drei dann bestätigt, als der schaffner zur fahrkartenkontrolle kommt.
mehr kann ich in dem gedicht nicht sehen, zumindest fehlt mir im gegensatz zu melli im augenblick die nötige phantasie.
trotz allem gefällt mir das werk ganz gut, so knapp in worte gefasst, was ich verstanden habe oder herausgelsen habe.
viele grüße von fleur

autumncat

Professional

Date of registration: Oct 26th 2006

Posts: 255 wcf.user.activityPoints: 1,520

5

Sunday, August 26th 2007, 1:59pm

Lieber Roland,

beim Lesen des Titels dachte ich an EIS in englisch :rolleyes:

Magst du nicht umändern in Intercityexpress
Ich glaube, das würde sich gut machen, zumal der Text auch sehr knapp gehalten ist.
Die erste S gefällt mir gut. Dann wird es in meinen Augen alltäglich und gar nicht mehr lyrisch.
Daraus kannst du sicher mehr machen, wenn du das Niveau der ersten Zeilen hältst.

Lieben Gruß,
ac
Verzeichnis der Katzenspuren

Es gibt nicht viel, das ich bereue; das aber ungemein.

Date of registration: Dec 16th 2006

Posts: 525 wcf.user.activityPoints: 3,040

Location: Neuseeland

Occupation: Schwarzbuntes verstreuen

6

Saturday, September 1st 2007, 12:25pm

Halli Hallo Roland!

Dein lyr. Ich befindet sich auf großer Fahrt, es bewegt sich etwas und hoffentlich bleibt das noch eine Weile so, schließlich kann der nächste Halt ja warten.
Also, nochmal ausführlicher. ^^

Quoted


ICE

Ich schlafe in
Atemzügen
und dichte
Luftschlösser
hinter Notausstiegen
aus Isolierglas.

Die ersten 4 Zeilen gefallen mir immernoch am Besten. Danach hauen mich die Notausstiege von meinem 1.-Klasse-Sitz. *seufz*
Ich mag das Wort einfach nicht. :(
Die 1. Strophe ist ein Rückblick des lyr. Ichs in die (wie ich meine nicht wirklich schöne) Vergangenheit. Die Erinnerungen an das, was war, sind noch da, natürlich. Wie könnte man alles vergessen, geht ja nicht. Aber sie sind zumindest hinter dem Isolierglas und das ist dick und fest.

Quoted


Aber das Ziel steht fest,
Gleise weichen nicht ab
von grünen Signalen.

Ihre Fahrkarte bitte –
der nächste Halt
kann warten.

Jetzt der Blick nach vorne. Das lyr. Ich merkt, dass sich endlich etwas bewegt in seinem Leben, endlich wendet es sich zum Besseren. Grün heißt in Signalsprache ja freie Fahrt, also steht ihm nichts mehr im Wege. Auch die Fahrkarte hat es schon, nichts wie los! :)
Der nächste Halt wäre eine Unterbrechung der Fahrt, ein unerwünschter Stopp. Womöglich wäre er sogar schon wieder die Endhaltestelle... 8o
Der kann warten, fahren ist schließlich viel schöner als halten. :)

Ich würde sagen, den Titel brauchst du nicht zu ändern. Ich habe nicht an Eis gedacht, aber vielleicht fahre ich auch einfach nur zu viel Zug. ^^
Aber wenn du für die Notausstiege noch was findest (oder überhaupt finden willst?), dann... Tja, ich weiß nicht. Ich mag das Dingens so auch schon. :)

raba
Wir müssen nur wollen.

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