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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Tuesday, August 14th 2007, 8:47pm

Scratching

Wo Dein Name
ins Glas geritzt
das Licht spaltet,
spektral zu spektakulären Farben,
dort fahre ich mit dem Finger über Furchen
ohne Saat.
Brache verbrannte Krume
aus Sand und Feuer,
erstarrte Schmelze.
Ein Abstich
aus undurchsichtigem Leben.


RPK 140807
Sammelsurium: Werkesammlung


Luna

Professional

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2

Tuesday, August 14th 2007, 9:10pm

Hallo aNFANGENDe

Eine beendete Liebe,oder eine Liebe ohne Aussicht auf Erfolg??

Die Überschrift macht neugierig´.

dort fahre ich mit dem Finger über Furchen
ohne Saat.
Brache verbrannte Krume


Traurig, keine Hoffnung.

Dein Gedicht gefällt mir, bin gespannt, was es nun ist.

Luna
Ich glaube an Wunder

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3

Tuesday, August 14th 2007, 9:22pm

Hallo Luna,

Erinnerung und Rückblick auf ersteres. Das Gedicht ist im ICE entstanden, Scratchings sind ja "Graffitis", die in Glas von Zügen geritzt werden.

Liebe Grüße
AE
Sammelsurium: Werkesammlung


mellifica

Unregistered

4

Tuesday, August 14th 2007, 10:05pm

hallo AE,

mir gefällt das Werk sehr gut, da es zum nachdenken animiert :)
normalerweise ist ja Scratching eine mutwillige Zerstörung von etwas. Dadurch fragt sich der Leser natürlich automatisch, mit der Zerstörung von etwas, kann natürlich, sagen wir neues Entstehen. Dieses Neue an sich erblüht in seinen schillernsten Farben. Vielleicht wird sogar durch die spaltung des Lichtes diese Aussage bekräftigt. Man hat also einen Namen geritzt, um die Erinnerung hervorzuholen streicht man über die Furchen, die aber (noch) keine Saat tragen, da es ja nur objektiviert ist..im letzten Teil wird die Herstellung des Glases beschrieben, wie in einem Kreislauf scheint sich Werden und Gehen abzuwechseln. doch hier bleibt dennoch ein rest zurück ein sog Abstich wahrscheinlich in einem selbst, der zu einem undurchsichtigem Leben führt.

ich verstehe es so, die ursache für die Entstehung kann die Zukunft zwar beeinflussen die ja vernebelt vor einem liegt = Wirkung, aber man kann diese erinnerung halt nicht ändern, man muss mit ihr leben. sie annehmen und dann ist wieder neues Wachstum möglich= der ewige Kreislauf

sehr gerne gelesen
melli

reneka

Trainee

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Occupation: Mathematik

5

Monday, August 20th 2007, 8:18pm

hallo anfangende,
auch mir hat es dein gedicht angetan.
ein bisschen anders als mellifica sehe ich es: der eingeritzte name ist keine zerstörung, sondern "nur" eine störung, ein wellenbrecher.
das "unreine" zaubert zusammen mit dem lichtdurchlässigen glas (durch welches in "reinem" zustand schauend ein feld-wald-und-wiesen-gedicht drohte ...) ein spektral-lichtspiel. YIN und YANG?

aber nun verdeckt die fingerkuppe das lichtspiel! bohrt in einer wunde und spürt dabei nur die verbrannte krume. licht aus ...

am schluss erst lässt du wieder die augen lesen. sie sehen zunächst - weil der finger das weitergegeben hat - das undurchsichtige (aber immerhin nicht totes sondern) leben,
und sehen sie dann nicht auch wieder das lichtspiel?

...hofft
reneka

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6

Monday, August 20th 2007, 8:44pm

Hallo mellifica, hallo reneka,

@mellifica:
also das Vandalische stand bei mir nicht so im Vordergrund, eher das eingeritze Zeugnis einer vergangenen Liebe.

Quoted

Man hat also einen Namen geritzt, um die Erinnerung hervorzuholen streicht man über die Furchen, die aber (noch) keine Saat tragen,
nicht noch keine, sondern nicht mehr eine.

Es ist eine Rückschau, vom Entstehungsprozess über das Abkühlen, das Manifestieren und schließlich das Vergehen.

@ reneka:

Quoted

ein bisschen anders als mellifica sehe ich es: der eingeritzte name ist keine zerstörung, sondern "nur" eine störung, ein wellenbrecher.
damit liegst Du jedenfalls näher an meiner Intention. ;)

Quoted

YIN und YANG?
Ja, als Relikt, als "War-mal".

Quoted

aber nun verdeckt die fingerkuppe das lichtspiel! bohrt in einer wunde und spürt dabei nur die verbrannte krume. licht aus ...
Bingo. Das ist eng an der intendierten Aussage interpretiert.

Der Ausblick ist nicht hoffnungsvoll, es ist ein Fazit und eine Sichtweise. Der Blick wird vom Sctratching wieder abgewendet, nachdem es vorher noch einmal gegenwärtig wurde, durch Befühlen und Besehen.

Es bleibt ein Bild in Glas, erstarrt in ihm, mit lebendigen Erinnerungsbildern, aber als Teil eines undurchsichtigen, wechselhaften Lebens. Ein schillernder, bunt leuchtender, aber auch ankratzender, narbiger Teil Vergangenheit.

Liebe Grüße und danke für die Wiedergabe Eurer Lesarten,
AE
Sammelsurium: Werkesammlung


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