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Perry

Lyrisches Licht

Date of registration: Jun 22nd 2007

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1

Monday, July 30th 2007, 11:27pm

Sommergewitter

Wie ausgeschlagene Zähne
liegen Pappbecher auf dem Rasen
Zerfetzte Lampions schneiden
Wachsfigurengesichter

Nacktschnecken zeichnen
Hinkelfelder auf den nassen Teer
in denen aufgeblasene Kröten
Himmel und Hölle hüpfen

Es ist als wollte die Finsternis
sich alles zurückholen
was wir an hellen Tagen
aus ihrem Bett geraubt haben

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2

Monday, July 30th 2007, 11:39pm

RE: Sommergewitter

Hallo Perry,

den Text finde ich ganz gut gelungen. Interessante Metaphern
möchte ich sagen! Allerdings rümpfe ich die Nase bei Deiner Darstellung eines Sommergewitters. Ich glaub ich warte auf das nächste und schreibe dann Teil 2. :P

Gruß vom Wortspieler
Freundschaft ist, wenn jemand Dir sagt "fühl dich wie zu Hause" und es Dir sofort gelingt!

Perry

Lyrisches Licht

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3

Tuesday, July 31st 2007, 1:30am

Hallo Wortspieler
da bin ich natürlich auf deine Version gespannt, hätte aber doch gerne gewusst worüber du genau die Nase rümpfts. Zur Erläuterung vielleicht noch soviel, hinter der Sommergewitterbildebene versteckt sich der ewige Kampf von Gut (Licht) und Böse (Dunkelheit) in dem wir auf einem Bein hüpfend versuchen unser Ziel zu erreichen.
Danke für dein Interesse und LG
Perry

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4

Thursday, August 2nd 2007, 7:16pm

...nun vielleicht liegt das daran, dass ich das nicht in gut und böse einteilen mag. Ein Gewitter kann genauso schön sein wie Sonnenschein...zumindest empfinde ich das so. Ein wunderbares Naturschauspiel!

verstehst Du jetzt warum ich meinte "Nase rümpfen"?

Grüßle Wortspieler
Freundschaft ist, wenn jemand Dir sagt "fühl dich wie zu Hause" und es Dir sofort gelingt!

ruelfig

Master

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5

Thursday, August 2nd 2007, 7:37pm

RE: Sommergewitter

Hallo Perry,
die Strophen eins und zwei gefallen mir sehr, ich kann richtig sehen, wie alle vor dem plötzlichen Gewitter flüchten, ihren Müll zurücklassen und dann - holt sich die Kreatur die Nacht zurück.
Strophe drei gefällt mir überhaupt nicht, sie wirkt etwas belehrend, überflüssig. Den Schluß sollte der Leser selber ziehen, meiner Ansicht nach. :)
Also, halb und halb, ich mach am Ende einfach die Augen zu und schon ist das schön.
Grüße,
r
P.S. Lehnst du Zeichensetzung prinzipiell ab oder nur hier?
Gegenismen

Perry

Lyrisches Licht

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6

Friday, August 3rd 2007, 6:32pm

Hallo Wortespieler,
solange der Blitz nicht einschlägt, hat ein Sommergewitter sicher seine eigene Schönheit.
LG
Perry

Hallo Ruelfig,
ohne die dritte Strophe, die für mich keine belehrende sondern aus Sicht des LyrIchs und LyrDus (wir) eine erkennende Aussage enthält, wäre es nur ein Naturgedicht.
Danke für deine Einschätzung und LG
Perry
PS:
Ja, ich verwende als "freier" Prosalyriker meistens keine Satzzeichen.

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7

Friday, September 14th 2007, 4:34pm

hallo Perry,

auch mit Begriffen, die sich (scheinbar) nur auf eine bildliche Ebene beziehen, lässt sich ein Gedicht verfassen, das kein reines Naturgedicht darstellt. Die erste Strophe ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie solch eine Verdichtung ausehen, auf mehreren Ebenen seine Wirkung entfalten, und Aussagen fern der reinen Naturwiedergabe in sich tragen kann (auch wenn sie da nicht gerade aus der Natur stammen - ist ja nur ein Beispiel)



Wie ausgeschlagene Zähne
liegen Pappbecher auf dem Rasen



der Vergleich von ausgeschlagenen Zähnen mit Pappbechern stellt eine Methaper dar, die ich mit der Vorstellung, dass etwas ´keinen Biss hat´ verbinde. da dringt nichts sonderlich tief ins Fleisch, kein Zugriff auf das, was lebenserhaltend ist (Nahrung, auch im übertragenen Sinne). liegende Pappbecher: dadurch, dass sie ´liegen´, kann ich mir vorstellen, dass sie nichts in sich halten können - ich stelle mir vor, dass das, was sie beinhalteten irgendwann im Rasenboden versickert ist. Und mit dem Wort ´Rasen´ steigt bereits wieder (nicht nur!) eine neue Assoziation in mir auf: Gras wächst darüber - vielleicht könnte das dafür stehen, dass die Zeit sich auf etwas gelegt hat, das einmal im Fluss war. Auch frage ich mich noch, warum hier ´Papp´-Becher liegen, und keine Kunststoff-Becher, die lange Zeit benötigen, um zu verrotten. Pappe ist dagegen ein Material von kurzem Bestand, also kaum geeignet, um damit etwas zu schaffen, das lange erhalten bleibt - etwas ´Flüchtiges´ . Es könnte also ebenso gut auch für Unbeständigkeit stehen.

Zerfetzte Lampions schneiden
Wachsfigurengesichter


Auch hier geht es um Materialbeschaffenheit. Will ich in dem Bild bleiben, mit dem ich mich oben beschäftigt habe, könnte ich es hier fortsetzen: die Lampions wären dann Köpfe, zahnlose Köpfe ohne jeglichen Biss, Hohlköpfe, die noch dazu aus Papier sind. Um z.B. eine brennende Kerze (zündende Idee/Gedanken...) zu tragen, wären sie denkbar ungeeignet - der Wind pfeift durch sie hindurch, und die Flamme würde schnell erloschen sein - sie sind ja ´zerfetzt´. Sind es ´zerfetzte Gesichter´? Diese ´schneiden´. Grimassen? Fratzen? Ich sehe verzerrte Gesichter, und denke auch an verzerrte Wahrheiten, an Verlogenes. Und was darf ich mir unter einem ´zerfetzten Wachsfigurengesicht´ vorstellen? Das originalgetreue Abbild einer tatsächlich existierenden Person etwa? Oder ein Gesicht, das leer und leblos ist, ohne jegliche Regung, und kalt - würden seine Züge dahinschmelzen, sobald es einer Wärmequelle oder dem Sonnenlicht ausgesetzt wäre? Es würde ´aus der Fassung geraten´, oder, um das Ganze weiterzuspinnen: der Kopf/der Mensch würde sein Gesicht verlieren - die künstliche Fassade wäre zerstört. Wer weiss: vielleicht reisst ja der Wind (eine natürliche Erscheinung, die kaum steuerbar ist) diesen Figuren irgendwann die Maske vom Gesicht, sobald er stark genug weht?

verstehst du mich, Perry? In diesem Vers liegen Möglichkeiten für den Leser verborgen, die darauf warten, ergründet zu werden. Sie sind es auch, die mich als Leser anziehen, mir Appetit machen und Lesegenuss erzeugen können. Lägen die Aussagen bereits auf dem ´Präsentier-Teller´, und ich bräuchte sie nur zu konsumieren, ohne mich irgendwie gedanklich bewegen zu müssen, wäre ich schnell satt und gelangweilt. Dafür ist m.A.n. die dritte Strophe ein gutes Beispiel. Kurz nachdem ich sie gelesen habe, hatte ich bereits die Worte fast schon vergessen. Da bleibt nichts hängen - ich bräuchte nichtmal Zähne, um es aufzunehmen ;) . Doch ich wünsche mir Texte, in denen sich etwas regt, Texte mit Biss, weil ich keine Wachsfigur bin, der man das Blatt, auf dem das Gedicht geschrieben steht ebenso gut nur aufs Gesicht legen zu braucht. Vielleicht würde die Druckerschwärze auf dem Wachs kleben bleiben - mehr aber auch nicht. Wär doch schade um die Worte, meinst du nicht?

Und jetzt?

Freue ich mich, wenigstens durch deine erste Strophe gut bedient worden zu sein mit feinen Köstlichkeiten.

liebe Grüsse

von mir.
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

Perry

Lyrisches Licht

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8

Friday, September 21st 2007, 10:52am

Hallo Kaleidoskop,
freut mich, dass du aus der ersten Strophe soviel für dich herauslesen konntest. Da ich meine Gedichte aber auch zum "schnellen Genuss" sprich Vortragen vor Publikum schreibe, muss die Realebene auch deutliche Anknüpfpunkte für die Gesamtaussage enthalten, sonst hat der Zuhörer kaum eine Chance den Text nach einmaligem Hören zu verstehen.
Für mich ist deshalb eine verständliche Aussage genauso wichtig wie interpretatorischer Freiraum. Im Glücksfall gelingt eine Kombination von Beidem, hier ist es mir anscheinend nur teilweise gelungen.
Danke für deine ausführliche Kommentierung und LG
Perry

Marot

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9

Friday, September 21st 2007, 11:28am

ich habe leide rnicht die zeit naeher auf dieses interessante Gedicht einzugehen weil ich keine 90 Rupie blechen will, aber ein Wort zur auffaelligen mtaphe rder einegshclagenen zaehne: ich verbinde hiermit vorallem zerstoerung, und gerade dehalb gefaellt mir die metapher sher gut. Sofort ist kalr es muss sich um einen sturm oder ahenliches gehandelt haben alleine weil papbaecher wie zahne "ausgeschlagen wurden. Eine Modelmetapher wie sie im Buche steht. das Ausgangsbild wird verformt und zielgerichtet in das Zielbild umgewandelt wobei alles leicht verstaenlich bleibt und auch noch inovativ schoen

gruss jens
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Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Perry

Lyrisches Licht

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10

Sunday, September 23rd 2007, 11:40am

Hallo Jens,
ja das Schicksal schlägt uns manchmal ein paar Zähne aus und wir müssen versuchen trotzdem weiter zu leben.
Danke fürs Reinschauen und LG
Perry

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