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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Monday, July 16th 2007, 1:11pm

Albtraum

Albtraum

Finger wandern über Finger,
Hand in Hand geschmiegt.
Ich liege mit Dir Arm in Arm,
und Lippen streifen Lippen.

Ich träume diesen alten Traum
noch heute Bild für Bild.
Tag für Tag bist Du mir ferner
und so nah wie eh und je.


RPK 110707
Sammelsurium: Werkesammlung


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2

Tuesday, July 17th 2007, 10:01am

Hallo aNFANGENDe, :)

Dir ist hier in wenigen Zeilen gelungen, wiederzugeben, was man einen
wahrhaftigen Alptraum nennen könnte.

Ein zerfressendes Erlebnis/Gefühl, gießt sich tausendfach in Traumbilder
oder in die Realität?

Man schreckt hoch, der Puls rauscht in den Ohren und der
kalte Schweiß läuft vom Hals in Richtung Brustbein.
Es kommt die Todesangst hinzu, die man meint zu empfinden,
wenn das Herz sehr schnell schlägt. Mit trockener Kehle und
zittrigen Gliedern, schlurft man ins Bad...,
um nur ein weiteres Mal resigniert festzustellen, nur
geträumt zu haben oder eben nicht ?

Möglicherweise handelt es sich hier um die Feststellung,
verlassen zu sein oder die zweisame Einsamkeit?

Vielleicht handelt es aber auch von einem Zustand, um eine vergangene (glücklichere) Zeit zu trauern; genau kann ich's leider nicht beschreiben.


Liebe Grüße
Katerchen


.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Ciproflox

Professional

Date of registration: Jun 6th 2007

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3

Tuesday, July 17th 2007, 2:24pm

RE: Albtraum

Hi

Ich will nur mal kurz auf diese Wiederholungen eingehen, die sich ja eigentlich konsequent durch das Gedicht ziehen. Stellt sich die Frage, wie es im letzten Vers zu verstehen ist oder wo da die Parallelität besteht:

Tag für Tag bist Du mir ferner
und so nah wie eh und je

Rein wortmäßig gibt es direkt keinen Anhaltspunkt, wohl steckts hier im "eh" und "je". Gerade da ist dir was Schönes gelungen, nämlich die Räumlichkeit mit der Zeit in Verbindung zu bringen, und das doppelt!

Tag für Tag - eh und je
ferner - nah

Nicht ganz wortgemäß nach Celan "In der Ferne sind wir uns am nächsten" wird das hier schön veranschaulicht, einerseits die Trennung zwischen Traum und Realität, andrerseits die innere Verbundenheit.

Ehrlich gesagt, abgesehen von den Schlussversen fand ich das Gedicht nicht überragend, auch wenns mir gefallen hat! Sei dahingestellt ob ich vielleicht einiges übersehen habe.

Freundliche Grüße,

Cipro
Überblick

Zitat von »King Lear«

Aus nichts kann nichts entstehen: sprich noch einmal

Date of registration: Dec 23rd 2006

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4

Friday, July 20th 2007, 9:50pm

Hallo Katerchen,

Quoted

Dir ist hier in wenigen Zeilen gelungen, wiederzugeben, was man einen
wahrhaftigen Alptraum nennen könnte.
:( Danke. Ja, die wirklichen kommen ganz ohne Monster aus.

Quoted

Ein zerfressendes Erlebnis/Gefühl, gießt sich tausendfach in Traumbilder
oder in die Realität?
Oder es geht ineinader über, macht es durch die Wiederkehr im Traum real.

Quoted

Möglicherweise handelt es sich hier um die Feststellung,
verlassen zu sein oder die zweisame Einsamkeit?

Vielleicht handelt es aber auch von einem Zustand, um eine vergangene (glücklichere) Zeit zu trauern; genau kann ich's leider nicht beschreiben.
Deine Assoziationen schließen sich gegenseitig nicht aus, es kann durchaus all dies darin zusammen darin liegen.

Danke für Deine Interpretaion :)
________________________________________________

Hallo Cipro,

Quoted

Ich will nur mal kurz auf diese Wiederholungen eingehen, die sich ja eigentlich konsequent durch das Gedicht ziehen.
Ja, das ist der formelle Ausdruck der nicht loslassenden Wiederkehr.

Quoted

Stellt sich die Frage, wie es im letzten Vers zu verstehen ist oder wo da die Parallelität besteht:

Quoted

wohl steckts hier im "eh" und "je".
Ja, darin stekrt es. Es ist zwar keine wortgleiches Paar wie in anderen Versen, aber es ist funktional eine entsprechende Wendung wie etwa "Tag für Tag"

Quoted

Gerade da ist dir was Schönes gelungen, nämlich die Räumlichkeit mit der Zeit in Verbindung zu bringen, und das doppelt!
=) Danke, ja, Ferne ist mehrdimensional an Ort und Zeit festzumachen.

Quoted

einerseits die Trennung zwischen Traum und Realität, andrerseits die innere Verbundenheit.
Schone Feststellung, die passt gut zu meiner Intention.

Quoted

Ehrlich gesagt, abgesehen von den Schlussversen fand ich das Gedicht nicht überragend, auch wenns mir gefallen hat
Naja, einen Anspruch auf Überragendes hatte ich mir so einem kurzen Gedicht und dieser inhaltstragenden Formidee auch nicht aufgestellt, ich wollte einmal mehr eine Möglichkeit umsetzen, die die Lyrik für das Zusammenspiel von Form und Inhalt bietet. Und den Albtraum eben, wie Katerchen schon sagte, einmal in seiner realen Grausamkeit darstellen, wie sie ohne Grusel und Monster eigentlich umso gruseliger und moströser ist.

Danke und liebe Grüße
AE
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