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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Sunday, July 8th 2007, 3:44pm

Morbides Lied

Morbides Lied

Keine Angst, ich springe nicht,
ist nur ein Test der Höhe.
Ob man sich nur die Beine bricht,
wenn man von hier aus flöge?

Keine Angst, ich hänge nicht,
ist nur ein Seil, das taumelt.
Wie lange sieht man noch das Licht,
wenn man dort oben baumelt?

Keine Angst, ich schneide nicht,
mag nur den Glanz der Klinge.
Würd’ das wohl helfen, wenn sie sticht,
und es vorüberginge?

Keine Angst, ich schieße nicht,
massiere nur den Rachen.
Was stünd’ im Polizeibericht,
würd’ man das wirklich machen?

Keine Angst, ich schlafe nicht,
sind nur ein paar Tabletten.
Ist das denn deren wahre Pflicht,
vom Elend zu erretten?

Keine Angst, ich sterbe nicht,
sind alles nur Gedanken.
Ich schreibe bloß ein Hassgedicht
auf lebensmüdes Wanken.


RPK 080707
Sammelsurium: Werkesammlung


Jack

Trainee

Date of registration: Jun 16th 2007

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2

Monday, July 9th 2007, 5:51pm

Nur kurz, weil ich mal wieder keine Zeit habe:
die letzten beiden Zeilen wollen mir nicht so recht gefallen, vielleicht liegt das daran, dass sie ein bißchen so klingen als würdest Du die Menschen verurteilen, die suizidale Gedanken haben.

Kirmet

Trainee

Date of registration: Apr 20th 2007

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3

Monday, July 9th 2007, 6:46pm

RE: Morbides Lied

Mir gefällt es. =)

Gruß Kirmet

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

4

Monday, July 9th 2007, 6:58pm

Hallo Jack,

Quoted

als würdest Du die Menschen verurteilen, die suizidale Gedanken haben
Es spricht doch das lyrIch über dessen eigenes Wanken. Den Finger hat es auf es selbst gerichtet.

Hallo Kirmet,

Deine Minikommentare sind in der Form nicht sehr *räusper* ergiebig. Warum begründest Du solche Stellungnahmen nicht? Man kann auch sagen, WODURCH der jeweilige Text gefällt und dem Autor damit genauso wertvolle Hinweise geben wie mit Verbesserungsvorschlägen, wenn ein Text nicht so gut gefällt.

Liebe Grüße
AE
Sammelsurium: Werkesammlung


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5

Friday, August 31st 2007, 7:53pm

Suicidale Gedanken

Lieber AE,

ich finde alle Strophen bemerkenswert. Lediglich die letzte paßt mir persönlich nicht zum restlichen Text. Mit all diesen Freitodarten hatte ich früher reichlich zu tun. Es gibt viele - und auch akzeptable Gründe, warum Menschen dies tun. Du hat sicher bemerkt, daß ich nicht von Selbstmördern oder Suicidanten pp. gesprochen habe. Für mich ist der Freitod eine jeweilige Entscheidung der oder des Betroffenen. Man kann viel darüber diskutieren und ich werde morgen dazu auch ein Thema einstellen, daß mit an grenzender Wahrscheinlichkeit auch kontrovers kommentiert werden wird. Zu Recht, wie ich meine

mit fG

Ritschie

mellifica

Unregistered

6

Friday, August 31st 2007, 10:09pm

hallo lieber AE,

schon mit der vielfachwiederholung der ersten zeile unterstreichst du eigentlich den Sinn des ganzen Gedichtes..eine kleine Geschichte: ich kenne einen Film genannt "Ghost Dog" ist echt ein kleines geniales Werk Kino mit super hintergrundmusik usw. Ich habe mich wenn ich diesen Film sah immer wieder gefragt, wie er dog, muss schon komisch gewesen sein das alte japan. die jap. krieger sollen angeblich in zen meditationen, weiss aber nicht ob es stimmt, sich den tod vorgestellt haben um sich selber die angst vor dem tod zu nehmen und somit im kampfe frei von gedanken zu sein:

diesen grundgedanken sehe ich ansatzweise auch in deinem werk, mit dem unterschied aber, dass du dies zu einem Ldu sagst, um dieses "keine angst" zu beruhigen..

die letzte strophe finde ich genial, keine angst ich sterbe nicht sind alles nur gedanken, und hey ;) schliesslich zaehlt am ende so oder so nur immer die tat..so ist es mit allen dingen, die tat ist entscheidend..schon immer gewesen und seit jahrtausenden durch alle bevoelkerungsschichten und religionen..ok zu dem werk zurueck, dem nach finde ich das thema von dir eigentlich sehr gut herausgearbeitet..

die metrik muss ueberarbeitet werden, da ich schon in den ersten zwei strophen unterschiedliche silbenzahlen in den zeilen herauslas. somit liest sich das gedicht nicht mehr fluessig genug. ich habe das werk sehr gerne gelesen und ich denke ein inhalt der einem schon nachdenklich stimmen kann. ausser dem samurai natuerlich :)

LG melli

Date of registration: Dec 23rd 2006

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7

Sunday, September 2nd 2007, 8:23pm

Hallo RvL, hallo mellifica,

ach, diesen Text hatte ich schon halb verdrängt :D
Er gibt keine Wertung ab, sondern ist eher skurril gemeint (siehe Kategorie).
Als Basis einer ernsthaften Diskussion taugt er daher nicht.
Das lyrIch ist eine Rolle, eine Figur, die (siehe Titel) zu morbiden Gedanken neigt, diese aber in ein bitter-selbstbelächelndes Licht stellt.
Selbstbewusstsein sozusagen, ohne klare Das-ist-so-zu-sehen-Wertung, ohne moralisch erhobene Zeigefinger.
Es überspitzt Todernstes ins Satirische, und was wirklich ernsthaft diskutabel und provokant ist, wäre der Aspekt, ob denn das so überspitzt-lächerlich dargestellt werden darf,
oder ist das so etwas, über das man nicht lachen sollte, ein Tabubruch, unangemessen oder geschmacklos?

Solche Gedanken waren eigentlicher Beweggrund für diesen Text, aber keine Schwarzweißaussage mit moralistischem Touch (siehe Richards Selbst"mord"diskussionsfaden)...

Liebe Grüße
AE
Sammelsurium: Werkesammlung


mellifica

Unregistered

8

Sunday, September 2nd 2007, 11:32pm

hallo anfangende,

Quoted

Das lyrIch ist eine Rolle, eine Figur, die (siehe Titel) zu morbiden Gedanken neigt, diese aber in ein ein bitter-selbstbelächelndes Licht stellt.
Selbstbewusstsein sozusagen, ohne klare Das-ist-so-zu-sehen-Wertung, ohne moralisch erhobene Zeigefinger.
Es überspitzt Toderstes ins Satirische, und was wirklich ernsthaft diskutabel und provokant ist, wäre der Aspekt, ob denn das so überspitzt-lächerlich dargestellt werden darf,
oder ist das so etwas, über das man nicht lachen sollte, ein Tabubruch, unangemessen oder geschmacklos?
nein ueberhaupt nicht, es sollte sogar ins laecheliche gezogen werden bis hin zum satirischen, dies nennt sich verdeckte aufklaerung=polemischer stil, also ich fande es sehr gut


Quoted

Solche Gedanken waren eigentlicher Beweggrund für diesen Text, aber keine Schwarzweißaussage mit moralistischem Touch (siehe Richards Selbst"mord"diskussionsfaden)...
leider habe ich zu diesem faden keinen zugriff...deswegen kann ich darueber nicht urteilen 8) remember blind

dir liebe gruesse ae melli

autumncat

Professional

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9

Monday, September 3rd 2007, 12:13am

Lieber Roland,


jetzt bin ich sprachlos :| aber im positiven Sinne.
Darauf muss man erst einmal kommen.
Das Spiel mit den Möglichkeiten, das Austarieren der eigenen Grenzen hast du exzellent hinbekommen.
Skurill, natürlich, aber auch suspekt - weiß mans, wie es gemeint ist?
Das LI spielt ein bisschen, aber jedem Spiel wohnt ein gewisser Ernst inne.
Im Verfall begriffen kann auch das Leben des LI sein.

So nun lasse ich noch ein Lob hier und verabschiede mich für heute.
Lieben Gruß,
ac
Verzeichnis der Katzenspuren

Es gibt nicht viel, das ich bereue; das aber ungemein.

lila

Unregistered

10

Tuesday, September 4th 2007, 12:27am

hallo ae!
ich fand den text ziemlich gut muss ich sagen weil ich die gespräche der freitod -ersehner untereinander recht gut kenne und die genau in so einem stil laufen... sehr selbstironisch denn im grunde wissen sie dass es bescheuert ist was sie tun. aber es ändert sich dadurch nur wenig in ihrem leben... soviel dazu.
den bruch am ende finde ich gut weil er nocheinmal den letzten mit vollem überziehen auf die selbstironie stößt...
lila

laughing_lupa

nicht einzig

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11

Tuesday, December 18th 2007, 8:27pm

roland! 8o

warum ist mir dieses tolle dingsi noch nicht aufgefallen?

wie immer sind deine verse sauber geschmiedet und inhaltlich, naja, was soll ich sagen, das trifft genau meinen humor und des öfteren meine stimmung.

schön ist auf jeden fall die pointe:

Quoted


Keine Angst, ich sterbe nicht,
sind alles nur Gedanken.
Ich schreibe bloß ein Hassgedicht
auf lebensmüdes Wanken.


man weiß nicht, ob man das wörtlich nehmen kann, schließlich ist der rest des gedichtes in einem ähnlichen ton gehalten. das macht die sache umso interessanter und, nun ja, kitzliger?

ich muss gestehen:

ich will das vertonen!!!
das muss ich ausprobieren. darf ich? darf ich? darf ich?

:thumbup: einfach nur genial!

gruß, gruß!

es verneigt sich: lupa
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

This post has been edited 1 times, last edit by "laughing_lupa" (Dec 18th 2007, 8:39pm)


Piratenbraut

Intermediate

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Location: Vom mittelpunkt der erde, durch das sieb´te tor ...

12

Tuesday, December 25th 2007, 1:30pm

hey ae,
tja, das ist denke mein erster kommentar zu deinen gedichten - und da hab ich mir doch gleich mal was ordentliches rausgesucht, wie ich meine.....
erstmal prinzipiell: :thumbsup:

mir gefällt dir nun schon oft erwähnte ironische form, wahrscheinlich auch selbstironische form des gedichtes, auch die unterschiedlichen strophen, die in sich ja eine aufzählung verschiedener todesarten sind, langweilen gottseidank nicht durch einen übermäßigen gleichen aufbau, man hat auch beim lesen nicht das gefühl von, ja ich habs verstanden, reicht auch mal wieder, sondern jedenfalls ich denke mir, ja, gib mir nocheine..... ^^

der immerwieder "gleiche" strophenanfang sind ein zwar zu erwartendes, aber wirkungsvolles stilmittel. auch die formulierung, "keine angst, [...]" spricht mich besonders an. wen meint das? das lyi selbst oder die menge unten auf der straße, wenn das lyi oben an der kante steht....? beides reizvoll. auch der sinn der folgenden zeilen gefällt mir sehr, das es garnicht ernst Meinen, nur mal ausprobieren Wollen, wie es sich anfühlt. wie ist es, mit einer scharfen, kalten klinge über warme haut zu gleiten, auf der sich wahrscheinlich sofort eine gänsehaut bildet? bringt das erlösung? man hört so viel davon, aber letztendlich will man es doch selbst wissen....

noch ein großes grinsendes plus (oh gott mein ausdruck ist mal wieder überwältigend :rolleyes: ) von mir für die formulierung mit dem Massieren des rachens. genial.... :D dort merkt selbst der letzte, schlauchstehende depp, so wie ich manchmal, dass das hier ironie ist, nicht dass ichs vorher nicht gewusst hätte ... *räusper* ähm ja, weiter im text.....

und natürlich folgt hier wie immer auch noch ein minus, aber es ist klein und hat eine weihnachtsmütze auf: mir wirkt der reim von taumeln auf baumeln etwas zu sehr der ironie sorge getragen,dass baumeln im sinne eines erhängten beinhalten, das taumeln davor, dann eher statt eines passenderen reimes eingesetzt. aber hey, was solls, einen reineren reim gibts wahrscheinlich auf dieser erde nicht.....

sollte ich in ferner zukunft mal einen perlentaucher entwerfen, dann wirst du dies sicher darin finden.

mit lieben weihnachtsgrüßen,

die braut :D
Ich bin ein Mensch der Worte
Gleich Rosenblüten zart
Gefallen meine Worte
Der eitlen Frauen Art
Kein Tor bleibt mir verschlossen
ich kann zum Herzen sehen
Ich bin ein Mensch der Worte
Ein Poet

demon17

Professional

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13

Sunday, December 30th 2007, 5:39pm

Das Gedicht wirkt wie diese lakonisch-komischen Lieder aus den 20er Jahren. Von Meckie Messer bis die Männer sind alle Verbrecher. Ist wirklich ein schönes Stück. Ich würde es gern mal im Kabaret gesungen hören. Tut gut das Thema mal von der humorvollen Seite zu betrachten.

Liebe Grüße

demon17

Eizbär

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14

Wednesday, May 27th 2009, 10:19pm

hey,
zwei Dinge vorweg:
zum einen mag ich das Gedicht, lustig geschrieben, aber auch irgendwie für diejenigen, die selbst Gedanken daran ver(sch)wendet haben eine nette reflexion.
zum anderen möchte ich ausdrücklich sagen, dass meiner Meinung nach jeder ein Gedicht selbst interpretieren sollte, auch wenn der Dichte evtl was ganz anderes gemeint hat. Weil ich einfach der Meinung bin, dass Gedichte nicht nur die Gedanken des Dichters zum ausdruck bringen sollen, sondern auch die des Lesers.
aber genug der ernsten Worte.
Ich würde mich gerne der Diskussion zur letzten Strophe anschließen, falls diese noch für neues offen ist =)
also:
es mag sein, dass es daher kommt, dass ich selbst solch eine Phase durchgemacht habe, aber ich sah in der letzten Strophe soetwas wie eine selbstkritik.
Das lyrIch denkt die ganze Zeit über alle Arten des Selbstmordes, oder Freitots (je nachdem ob erlösend oder nicht, aber ich möchte hier nicht ausschweifend auf dieses Thema eingehen) nach,
sagt sich aber selbst, dass er es hasst darüber nachzudenken.
Wie gesagt, ich habe dies deshalb so interpretiert, weil es mal mein Gedankengang war.
Ewige Gedanken daran, dann dass ich denjenigen, denen ich davon erzählt habe natürlich gesagt habe, dass ich es nicht in betracht ziehe unddie Schlussfolgerung darauf war, dass ich nicht darüber nachdenken möchte,
weil es genau dieses Nachdenken darüber ist, was mich fertig gemacht hat.
Ich hoffe ich wurde hier nicht zu ernst, weil es ja an sich doch ein recht humoristisches Gedicht ist.
oh. und verzeiht mir diese verspätete Antwort auf das Gedicht, aber ich bin eben noch nicht lange dabei =)

Sonja

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15

Wednesday, May 27th 2009, 10:32pm

Hey AE,

ich finde dein Gedicht ist wirklich spitzenmäßig geworden!

Diese "Vielfallt der Suizidarten" die du da reingebracht hast, diese Art wie du es ausgedrückt hast, ohne es bei seinem wahren Namen zu nennen. SIcher hast du im letzten Satz jeden einzelnen, der dieses Gedicht nicht verstanden hat, den entscheidenden Stoß gegeben , aber ich gehe mal davon aus, dass jeder hier weis, was du damit sagen willst.

Zum Schluss will ich dir nur noch sagen, dass ich doch stark hoffe, dass du solche Gedanken nicht hattest, oder sie wenigstens ablegen konntest.
Ganz liebe Grüße,
Sonja. :)

Schreiben bedeutet für mich fühlen, und verstehn.

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