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Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

1

Monday, June 25th 2007, 6:13pm

Niederschlag

Niederschlag

Der Regen fegt den alten Staub
zum Randstein, er verrinnt
als Sand im Untergrund.

Im asphaltenen Spiegel
eine ausgewachsene Gestalt,
ein ausgewaschenes Gesicht,
benetzt und gefangen
im prasselnden Nass.


RPK 250607
Sammelsurium: Werkesammlung


Wolke

Master

Date of registration: Mar 23rd 2006

Posts: 630 wcf.user.activityPoints: 3,740

Location: Am Ende des Regenbogens, in einer Schüssel voll Gold

2

Monday, June 25th 2007, 7:15pm

Hallo ae,

ich kann dazu nur naja schreiben...

Mir gefällt dein Gedicht zwar... Aber der erste Teil nicht. Wieso sollte Staub, nur weil er sich mit Wasser vermischt, zu Sand werden? Das ergibt keinen Sinn, oder? Eher sollte er verschwinden, sich langsam auflösen... Oder diese Version:

Der Regen fegt den alten Staub
zum Randstein, dort trifft er
[evtl. auf/auf den] Sand und sie verrinnen gemeinsam
im Untergrund.

Der zweite Teil gefällt mir viel, viel besser. Eine Person, sich selbst verlierend, findet sich auf dem, wunderbar ausgedrückten "asphaltenen Spiegel" wieder. Meiner Meinung nach hättest du darauf noch etwas eingehen können...

Also: Alles in allem ganz gut, doch. ;)

Ciao

Wolke
Nimm die Dinge und schmeiß sie an die Wand,
aus den Resten bauen wir ein Haus.

laughing_lupa

nicht einzig

Date of registration: Jun 18th 2007

Posts: 318 wcf.user.activityPoints: 1,895

Location: dazwischen

Occupation: fragmentarier

3

Monday, June 25th 2007, 11:27pm

kann man die sanduhr umdrehen?

möglicherweise, oh, nein, höchstwahrscheinlich hattest du etwas ganz anderes im kopf, als du das (übrigens sehr eindrücklich/-dringlich :]) geschrieben hast.

niederschlag hatte für mich sofort etwas von schicksalsschlag oder auch resignation, unter einer last zusammenbrechen, die man zu lang getragen hat

der regen/die tränen fegen den staub/die eindrücke und abgeladenen erlebnisse, die das gesicht schon (über)zeichneten in den rinnstein. und was bei dir sand ist, ist für mich eindeutig die zeit, die in einer sanduhr zerrinnt. sie kommt nicht wieder aus dem untergrund, ist nur noch zu erahnen, als ein erinnerungsfetzen oder ein schimmern in der tiefe :rolleyes: und doch steht man auch fest auf ihr...

der asphaltene spiegel beschwört nur noch mehr das bild einer am boden liegenden person in mir herauf. sie ist buchstäblich am boden, aber auch geerdet. das auswaschen hat etwas reinigendes und das verwaschene gesicht kommt mir so bekannt vor. man verlässt die klaren strukturen, wenn auch nicht unbedingt freiwillig.

Quoted

benetzt und gefangen


das spiel mit der zärtlichen und der raubenden bedeutung des benetzens gefällt mir, wobei letztere durch das gefangen hervorgehoben wird. wenn man im regen steht und schon nass ist bis auf die haut und noch tiefer, dann wird das gefühl irgendwann zum genuss und der wasserfilm reinigung von und schutz vor der welt :]

all in all: wie du eventuell mitbekommen hast ;) hat dein gedicht mich etwas über den tellerrand blinzeln lassen. :D

jetzt muss ich mich erst einmal wieder erholen :P

gruß, gruß!

laughing_lupa

(die sich das wasser aus dem fell schüttelt, weil...naja.. nasse wölfe... :rolleyes:)
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

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