Hi Kali - hier ein Gedicht von Dir in der Kategorie "Erotik" ... das lass ich mir doch nicht entgehen!
Ich hab's jetzt so oft gelesen, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich anfangen soll ... wo denn der Beginn für mich war.

Fang ich einfach von hinten her an - von meinem Gesamteindruck und "weiterführenden Überlegungen".
Mir ist nämlich mit etwas Weile klar geworden, dass mir hier in diesem Gedicht etwas besonders gefällt ... und erst mit der Feststellung
dessen hab ich bemerkt, dass offensichtlich viele Texte zum Bereich Liebe / Erotik daran kranken: An einem unausgewogenen Partnerschaftsverhältnis.
Das muss nun kein Manko sein für einen Gedichttext - da sei immer der einseitige Blick erlaubt; oft lebt so ein Text ja von dem assymetrischen Spannungsverhältnis, das ein LyrIch zu dem Gegenüber aufbaut und sprachlich ausdrückt.
Aber es ist schon bezeichnend, wie selten da ausbalancierte Verhältnisse mit einem Blick von beiden teilnehmenden Seiten thematisiert werden ...
Dein Gedicht zeigt einmal, dass es mehr gibt als erotische Befindlichkeitstexte, die den anderen begehren/vermissen/lieben/beschwören/vernaschen/projizieren/hasslieben ...
whatever.
Dein Ich äußert sich ... und Dein Du äußert sich ebenso, auf offensichtlich gleicher Ebene, ohne dass das Gedicht irgendein "Gefälle" transportieren würde (einer sei der Führer ...) - also "auf Augehöhe"!
Die Tauchende fragt
"spürst du ...?" - der Tastende murmelt eine Antwort und taucht ... und die Tauchende spricht abschließend vom Eins-Sein. Und in allen Äußerungen spielt ein "Wir" eine auffällige Rolle. Und "uns"/"unser" ...
Das einzige Mal, dass von "dein" und "mein" die Rede ist (Z.

, dreht es sich um den Austausch der Träume ... die (so nehmen wir an) wieder zu einem "wir" zerfließen .... (auch wenn der Zielpunkt "
mein Traum" ist, so steht doch der Austausch, der Besuch des anderen, das Hinübergehen im Vordergrund).
Der Duft von Algen liegt über diesem Meer des Träumens (dieses [Ein]Tauchen ins Meer ist auch mir im Dichten ein liebes und wertes Bild für Schlaf und Traum!

).
Ich kann Cipros Einschätzung nicht teilen:
Original von Ciproflox
Lediglich die sich vertiefende Mitternacht greift die Meerthematik auf.
Das geht doch vom Titel, der "Tauchenden", über die "Algen", das "schwimmen", das "tauchen" bis hin zum darauf rückbezüglichen "Atemzug" der letzten Zeile - - ganz konsequent und schlüssig!
Im Gegenteil: Für mich ist ausgerechnet die sich vertiefende "Mitternacht" das schwächste Bild in dieser starken Metaphern-Umgebung.
Da bleibt mir - ehrlich gesagt - nicht mehr übrig als das Zeitsignal, Kali.
Überseh ich da was?

Diese Z. 3 gibt mir am wenigsten Spezielles ...
Schön - wie oben ausgeführt -, dass dann in Z. 6 bis 8 das LyrDu auch [gleichberechtigt!] zu Wort und Aktion kommt!
Und Dein Schlussbild ist natürlich ein gar wunderbares, Kali:
Sowohl von der Vorstellung als auch in der sprachlichen Gestalt
(entfernt erinnert mich diese "Synchronisierung" des Seins in einem Atemzug -
- an die
Simultan-Setzung des Seins in Inspiras "Zugriff um Mitternacht"

)
Danke, dass wir hier mit in Deinen Traum tauchen durften (ein bißchen

).
Original von machtwort
Du schaffst einen Ton ... zart und unverschämterweise doch gänzlich unkitschig.
Wie machst Du das bloß?
Da wird man ganz wuschig von!
Wer könnte das treffender ausdrücken als unser wortmächtiges Machtwort!