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Uve Eichler

Intermediate

Date of registration: Oct 20th 2003

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Location: Ich komme aus der Zukunft

Occupation: u.A. Versicherungskaufmann

1

Thursday, November 20th 2003, 10:12am

Freiheit

Freiheit

Der Tropenvogel, der dort sitzt,
in seinem Käfighaus,
ist sicherlich ein kluges Tier,
andauernd will er raus.
Um seine Flügel zu bewegen,
die ihm das Fliegen schenken,
doch schließt man ihn ganz einfach weg,
das gibt ihm doch zu Denken.
Bis dann der Tag der Rettung naht,
das Türchen, es steht auf,
verpufft ist all sein Seelengram,
jetzt steigt er hoch hinauf.
Will fliegen, immer weiter fort,
sieht schon den Horizont,
besinnt sich kurz des Pflegehorts,
wo er schon lange wohnt.
Beschließt für sich, so ganz spontan,
die Richtung schnell zu wechseln.
Die Herberge, sie steht noch auf,
das Mahl ist schon gerichtet,
beeilt sich, und kommt wie der Wind,
von oben angeschossen,
erreicht den Napf rechtzeitig noch,
das Tor, es wird geschlossen.

;) Uve
Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin nur zurechtfinden.

Danse_Macabre

Professional

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Occupation: Agent Provocateure

2

Thursday, November 20th 2003, 4:04pm

Quoted

Danse_Macabre
Die spärlich dazwischen gestreuten Reime stören, da ein
kompetenter Leser ein geschlossenes, harmonisches Reimschema
erwartet. Hier dagegen muß man ableiten, daß Du wenig Ahnung
von Reimen besitzt und sie wahllos einstreuselst, anstatt Dir über die
richtige Ausarbeitung des Schemas Gedanken zu machen. Damit wird
die mögliche Wirkung der Reime ruiniert.
Wenn Du der Form und Lesbarkeit weiterhin etwas gutes tun
möchtest, solltest Du neben einem festen Reimschema auch Deine
Zeilenlängen gleichmäßiger gestalten und ein festes Silbenschema
verwenden.


Dazu wieder eine Portion Kitsch und eine altbekannte Pointe.

Fazit:
Wo war der Unterschied zum "Liebe oder so ähnlich"?
Ich kann keinen feststellen.
-Danse_Lean_Mean_Killingmachine_Macabre-

"With terrorism you do not have the luxury of sometimes waiting to figure out if the guy is truly a terrorist!"
- amerikanische Staatsanwalt Eric M. Straus

Pseudonym

Lyrisches Licht

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3

Thursday, November 20th 2003, 5:06pm

Hmm, sehr interessante Geschichte. Wie romantisch wäre es einfach auszusteigen und sich ein Blockhaus am Yukon zu bauen..... Aber kaum jemand macht es wirklich. Romantik ist das eine, Wirklichkeit oft etwas Anderes. Heute kann man aber "zum Glück" Instant- Abenteuer buchen. Für 19€ mit German Wings, und von der Couch auf in den Regenwald.... Mit Fremdenführer und Visacard versteht sich....Oh verfluchte Sicherheit. Doppelte Böden und Reißeinen überall. Künstlich schafft man keine Erfahrung von Hunger, Armut, Abenteuer..... Es ist alles bunte Verpackung, Einweg, Dosenpfand- Verbraucherland. Der Vogel hätte den Käfig zerstören müssen.... Lieber fliegend sterben als auf der Stange leben ;)
Glory to the brave.

Danse_Macabre

Professional

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4

Thursday, November 20th 2003, 6:50pm

Auch keine sonderlich neuen Ansichten, Tao. :)
Im Grunde sind wir auch längst über den Zustand der Kritik an unserer Konsum- und Sicherheitsgesellschaft hinaus - und haben sie in allen Punkten akzeptiert. Aussteiger sind aus der Mode gekommen und überlassen das Feld mittlerweile ihrem Gegenteil:

Stilisten, die gegebene Möglichkeiten vollkommen ausschöpfen und sich bewußt schulterzuckend dem Rausch hingeben und bis zum Maximum auskosten - was bleibt uns schließlich anderes übrig? Die Aussteigermentalität ist in ihrer moralischen Verlogenheit längst durchschaut (wieviele sind denn schließlich wirklich geflogen?) und nun bricht die Ära der Realisten an.
Die Gesellschaft ist nunmal so, wie sie ist, keiner kann sie mehr ändern, da der Durschnitt in all seiner Angst gelähmt sich nicht mehr bewegen wird. Es bleibt nur noch seine Spitze, die Erhebung durch Stil, Form und Fähigkeit über die Mittelmassen. Denn die andere Richtung, raus, an den Rand, aus der Sicherheit hinaus, ist längst ergraute, gescheiterte Theorie.

Das Rennen der Superstars, der Mangel an neuen echten Stars, die Marketinglawine und die politische Lähmung sind symptomatisch, es wiederholen sich die goldenen-Jahre-Erscheinungen der Weimarer Republik: der Sinn ging verloren.


Aber wir vergessen die Aussteiger.
Es gibt sie doch und in Mengen, die bisher utopisch erschienen.
Bloß ihre Herkunft ist immernoch nicht geklärt.

Als die Globalisierungsgegner unter Führung von ATTAC zu hunderttausend beinahe Genua überrannten, sah niemand sie kommen. Als 180.000 ein paar Jahre später ein Zeltlager in Südfrankreich aufschlugen, konnte sie immer noch keiner erklären. Und auch heute noch haben die Mitte und die Marketingeliten keinen Kontakt zur Basis der Globalisierungsgegner...
-Danse_Lean_Mean_Killingmachine_Macabre-

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- amerikanische Staatsanwalt Eric M. Straus

Amanita

Master

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5

Saturday, November 22nd 2003, 7:16pm

Hi, Uve :)
bist du noch da, nachdem dein kleines Gedicht so mit Ansprüchen überhäuft wurde, dass es fast zusammenbrach?
Mach dir nichts draus, das haben wir hier alle schon erlebt. ;)

Ich will noch mal vorne anfangen: Du erzählst eine kleine Geschichte von einem bunten Vogel. Das ist an sich schon nicht schlecht, denn Leser/Hörer lieben Geschichten. Man sieht auch gleich ein Bild vor sich, steigt mit dem Vogel in die Luft. Das Erlebnis ist sinnlich erfahrbar bis zum Zuschlagen der Käfigtür und dem Kloß im Hals beim Anblick des gefüllten Napfes. Die "Moral" muss nicht ausgesprochen werden, sie wird sofort klar. Eine runde Sache.
Wenn sich Zeile 18 und 20 noch reimen würden, hättest du auch ein durchgängiges Reimschema. Was den Sprachrhythmus (Metrik) betrifft, kann ich auch kaum Fehler finden. Vielleicht würde das Gedicht optisch noch gewinnen, wenn du es in mehrere Strophen aufteilen würdest.

Zum Inhalt: Man muss durchaus nicht in jedem Gedicht neue sozialkritische Thesen entwickeln, um zu unterhalten. Kommt auch immer auf die Zielgruppe an. Also: Flieg noch mal los, wenn der Käfig grad offen steht! :)

@danse
Immerhin haben Uve und Tao dich zu einem durchaus lesenswerten Kommentar inspiriert. :)
Sehe ich da einen Widerspruch? "Aussteiger sind aus der Mode gekommen und überlassen das Feld ihrem Gegenteil.
Aber es gibt sie noch, in unvorstellbaren Mengen."
Etwas, das es in großen Mengen gibt, ist doch eigentlich nicht aus der Mode? Nein, kein wirklicher Widerspruch, danse widerspricht sich selbst nämlich nie. Also nehm ichs mal so hin und würde mich einfach freuen, wenn du mir über ATTAC demnächst mal mehr erzählen würdest, vielleicht im Gartencafé? Es interessiert mich nämlich, schon als eine gewisse "Sonnenfackel" es vor einiger Zeit erwähnte.

Viele Grüße
Amanita

Uve Eichler

Intermediate

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6

Saturday, November 22nd 2003, 7:41pm

Hi Amanita,

momentan bin ich etwas eingespannt.
Deine Gedanken gefallen mir. Beim nächsten Text werde ich mir mehr Mühe geben.

Danke, für die Anregungen.

;) Uve
Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin nur zurechtfinden.

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