Thursday, May 24th 2012, 12:21am UTC+3
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kleiner_goethe
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... deine moderne Art finde ich hier eigendlich unpassend...nach dem 2 Mal als ich es gelesen habe, stellte ich mir aufeinmal diese Moleküle wie kleine Perlen da,,,und dan gefiel es mir. Deine Wortverflechtungen finde ich schön, die Bilder kannn ich mir gut vorstellen, und das geschmeidige "Streaming" also was du mir sagtest, hat super FUnktioniert
. Ja das hat was.... Joa, wobei es beim Schreiben dieses Gedichtes weniger Mozart als "Iron Maiden - These Colours don't run" auf Repeat war
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Original von kleiner_goethe
HMM hörst du in letzter Zeit viel Musik?
Mhh - ich mag meine Moleküle hier
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deine moderne Art finde ich hier eigendlich unpassend
- die bleiben. Na bitte
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...nach dem 2 Mal als ich es gelesen habe, stellte ich mir aufeinmal diese Moleküle wie kleine Perlen da,,,und dan gefiel es mir.
![:]](wcf/images/smilies/pleased.gif)
Streaming - zwar ein oller Anglizismus, aber das trifft es, nach jeder Strophe steht ein (echter oder gedachter) Doppelpunkt und führt eine Stufe weiter. So sollte das, jaaha.
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Deine Wortverflechtungen finde ich schön, die Bilder kannn ich mir gut vorstellen, und das geschmeidige "Streaming" hat super FUnktioniert. Ja das hat was....

Danke.
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Also aufjedem fall lesenswert!
Date of registration: Jun 8th 2006
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Location: aus einem unbekannten Land.... vor gar nicht allzu langer Zeit
Occupation: Azubi
meiner ist männlich. 
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Synchron bewegte Atemluft,
getränkt mit Wassermolekülen
und nass belegt mit Regenduft,
lässt leise singend Töne fühlen.
.
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Synchron bewegte Atemluft
Hier haben wir eigentlich etwas doppeltgemoppeltes.
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getränkt mit Wassermolekülen
und nass belegt mit Regenduft
Die Zeile gefällt mir sehr, sehr gut. Ein schönes Bild für eine pfeifende Lunge.
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lässt leise singend Töne fühlen.
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Verliebt weht sie in mein Gesicht,
spielt zärtlich mit der Wangenröte
und tänzelt dort wie Kerzenlicht
zu Klängen aus der Zauberflöte.
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Verliebt weht sie in mein Gesicht,
spielt zärtlich mit der Wangenröte
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und tänzelt dort wie Kerzenlicht
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zu Klängen aus der Zauberflöte.
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Sie ist der Mozart meiner Nacht,
wenn ich nur ihre Stimme höre,
wie windgeboren, warm und sacht.
Als wenn ich mich in ihr verlöre:
Die vierte Strophe knüpft an dieses Umhüllt sein an und mischt dem Eindruck eine klarere Erotik bei.
Quoted
Sie zieht mich stürmisch in den Bann,
ich wehr' mich längst nicht mehr, ich lege
mich in ihren Hauch und kann
so Wildtier sein im Hörgehege:
Quoted
Gefangener aus freien Stücken,
am Klang gefesselt, angebunden,
bin ich durchnässt vom Tropfenpflücken -
ich habe wohl mein Glück gefunden.
Impliziert in S4z4
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Gefangener aus freien Stücken,
,
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am Klang gefesselt, angebunden
-
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bin ich durchnässt vom Tropfenpflücken
.
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ich habe wohl mein Glück gefunden
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spielt zärtlich mit der Wangenröte
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Sie ist der Mozart meiner Nacht,
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wie windgeboren, warm und sacht
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Sie zieht mich stürmisch in den Bann,
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ich wehr' mich längst nicht mehr, ich lege
mich in ihren Hauch und kann
so Wildtier sein im Hörgehege:
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Gefangener aus freien Stücken,
am Klang gefesselt, angebunden,
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bin ich durchnässt vom Tropfenpflücken -
ich habe wohl mein Glück gefunden.
Ach, wat soll ick denn jetze mit sone anjestrengte Gesicht von Dia. It jeet doch ooch eenfach und ohne Jezeufze, een Jedicht zu vastehn.
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*anstreng*
Bleibt mir doch als erstes nur ein *seuftz*.
Spääät!
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Erst beim dritten Lesen hab ich mich an den Titel erinnert.
Ähm - nein. Bzw. auch, aber nicht eigentlich.
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es handelt sich um eine Liebeserklärung an den Regen
Siehe oben, nicht bloß stellenweise
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Du hast so wunderbare Bilder verwendet, in denen ich alle facetten des Regens sehe, aber nicht nur die, kann man deine Zeilen durchaus auch, stellenweise jedenfalls, auf eine Frau beziehen.
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Weiblicher Regen...meiner ist männlich.
![]()

Das freut mich. Ich verwende ja in Gefühlslyrik nicht gerne so überkandidelte kryptische oder gar hermetische Wortungetüme als Metaphern. Lieber male ich mit bekannten und verwandten Worten, die dann im Idealfall Bilder und Klänge ergeben, die dann doch so noch nicht zu sehen waren.
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Besonders bezaubernd finde ich den Abschluss in der letzten Strophe: das "Tropfenplücken" > herrlich!!! Es hat das Hörgehege nur knapp geschlagen, aber es hat. Auf jeden Fall könnte ich mich darin verlieren.
Das wundert mich. OK, wenn Du sagst, es hat bei Dir geholpert, dann kann ich schlecht sagen stimmt nicht. Aber bezüglich des "zu lang" kann ich das sehr wohl:
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Habe aber auch etwas auszusetzen. 4. Strophe, 2. Zeile: lieber Herr Roland, die scheint mir doch ein wenig zu lang, bezogen auf den Lesefluss und der gleichen. Es holpert.
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xXxXxXxX Sie zieht mich stürmisch in den Bann,
xXxXxXxXx ich wehr' mich längst nicht mehr, ich lege
_XxXxXxX mich in ihren Hauch und kann
xXxXxXxXx so Wildtier sein im Hörgehege:

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Aber ich freu mich auf den nächsten Schauer, mit deinen Zeilen im Gedächtnis.

Das ehrt mich, dass Du Dir für diesen Mehraufwand "meins" auserkoren hast.
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So ich denke es wird mal Zeit, dass ich ein wenig mehr Aufwand betreibe und da kommt mir ein solches Werk gerade recht.
Form: Klassisch. Du kennst mich noch nicht so, aber Du wirst merken, dass ich gerade und sogar ausschließlich nur bei solchen Gefühls-und-Klanggedichte diese "klassische" Form verwende. Und im Humorgedicht auch noch.
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Formal haben wir es mit klassischen Vierzeilern im vierhebigen Jambus zu tun. Kadenz wechselnd.
Ein Kreutzreim, der im übrigen hier und da wirklich wundervoll originell ist, rundet die solide Form ab.
Mmmh, das ist mir etwas wirr. Du stellst erst einen Kausalzusammenhang "Sprachorientiert-bilddicht-klassisch" auf, um ihm dann zu widersprechen, indem Du klassisch wiederum mit inhaltsbetonend / nicht inhaltsablenkend verbindest.
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Man darf hier schon einmal vermuten das wir es mit einem bilddichten, sprachorientierten Werk zu tun haben, da die Form betont klassisch gehalten wird, was oft die Funktion hat den Inhalt zu betonen, selbst aber nicht sonderlich abzulenken. Wir werden sehen ob dies hier sinnvoll gewählt wurde.
Gerne.
Quoted
Gehen wir zu Inhalt und Sprache über.
Schön gesehen. Der Titel ist bewusst vielschichtig und offen gewählt, er soll vorerst nur eine assoziative Stimmungslage säen. Ein späterer zweiter Blick auf ihn ist gewollt, das hat Rune ja treffend in der Schilderung ihrer Leseerfahrung beschrieben.
Quoted
Der Titel „ Regenlied“ verbunden mit der Kategorie Liebe deutet an das Wir es mit einem Naturliebesgedicht zu tun haben. Ob hier die Natur verherrlicht wird, oder ein Mensch durch die Naturmetapher bleibt erst einmal offen.
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1. Strophe:
Zitat:
Synchron bewegte Atemluft,
getränkt mit Wassermolekülen
und nass belegt mit Regenduft,
lässt leise singend Töne fühlen.
Mhh, hier noch nicht wirklich erkennbar, meine ich. Hättest Du diese Aussage auch getroffen, ohne die anderen Strophen gelesen zu haben? Ich denke nein.
Quoted
Die erste Strophe führt das vermeintliche und im Späteren bestätigte Ziel der Bewunderung ein.
Auch hierzu würde ich dieselbe Frage stellen. Noch geht es hier "offen" nur um die feuchte, regenduftende Atemluft, sagst Du ja auch selbst.
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Ein Lyrisches Ich tritt noch nicht auf, das Verb fühlen in der letzten Zeile aber deutet dieses dann doch an.
nein, das lyrische Du.
Quoted
Erst mal aber thematisiert die erste Strophe, das Atmen feuchter Luft, wodurch wir unser Lyrisches Ich wieder indirekt haben.
Quoted
Hier ergeben sich für mich ein paar Probleme:
Zitat:
Synchron bewegte Atemluft
Weil es hier um etwas geht, das "synchron zueinander" ist. Und - es schwingt.
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Mir ist nicht ganz klar warum es von solcher Wichtigkeit ist dieses Synchron hervorzuheben.
zu sich selbst, LyrDu, LyrIch. Damit hast Du auch Deine Antipoden.
Quoted
Synchron zu was? Zu den Lungenflügeln? Zum Wind?
Ja, das war mir beim Schreiben auch bewusst. Das "nass belegt" ist aber schon weniger eine Bekräftigung der Getränktheit, sondern beschreibt, wie der Duft ist. Ich denke, das Problem ist schlicht das "und", das ist nämlich nachträglich aus metrischen Gründen eingefügt. Fehlt es, wird klarer, dass sich das "nass belegt mit Regenduft" im weiteren Sinne auf die Atemluft aus V1 und im engeren Sinne zugleich auf deren bereits beschriebene Eigenschaft bezieht, nämlich dass die Wassermoleküle (die ja unsichtbar in warmer feuchter Luft sind) mit Duft belegt sind. Das "nass" ist nur ein Ausdruck des Grades. Es ist mehr als nur ein bisschen feuchter Duft, es ist satter, nasser Duft. Zudem gefiel mir der klangliche Effekt von Wasser/nass.
Quoted
Zitat:
getränkt mit Wassermolekülen
und nass belegt mit Regenduft
Hier haben wir eigentlich etwas doppeltgemoppeltes.
Einmal sachlich beschrieben, einmal romantisch verklärt.
Das hört sich gut an, aber da:
Quoted
Zitat:
lässt leise singend Töne fühlen.
Die Zeile gefällt mir sehr, sehr gut.
klappte mir dann die Kinnlade herunter. Das wollte ich nun echt nicht abbilden. Das Motiv ist viel weniger Konkret. Wenn ich jetzt sage, dass da am Anfang sogar "Abendluft" als viel weitere Metapher stand, dann wirst Du mein Entsetzen über die "pfeifende Lunge" vielleicht verstehen können
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Ein schönes Bild für eine pfeifende Lunge.

Quoted
Zitat:
Verliebt weht sie in mein Gesicht,
spielt zärtlich mit der Wangenröte
und tänzelt dort wie Kerzenlicht
zu Klängen aus der Zauberflöte.
Quoted
Die erste Zeile beschreibt die Wirkung der Luft in der Lunge
Wie kommst Du denn daaarauf? Ausgeatmet, extern ja. Aber nicht "Wirkung der Luft in der Lunge". Das steht da doch gar nicht drin in dem Vers, meine ich. Ich versteh', was Du meinst. Aber das ist kein Wikipedia-Artikel, das ist ein Gedicht. Die "Atemluft" ist hier doppelt besetzt, als die "Luft zum Atmen", die leben lässt, und als Atem, als (aus-)geatmete Luft. Hast Du noch nie Atem auf Deiner Haut gespürt? Doch. Und wenn Du so verrückt danach bist, das zu spüren, wie das arg emotionale LyrIch hier, dann ist es schnell auch gefühlsmäßig benötigt wie die Luft zum Atmen. Da hast Du die Metapher "Atemluft", so wie Du sie (zu) technisch-ausschließlich verstehst. Das ist hier also eine Diskussion enge Bildlogik kontra lyrische Doppeldeutigkeit.
Quoted
Das Problem ist, dass du die Luft als „ Atemluft“ eingegrenzt hast und diese nennt man nur so in ihrer Funktion als geatmete Luft.
Wie gesagt, das gab es ganz zu Anfang. Da stand "Abendluft", und die hatte mir aber zu wenig menschlichen Bezug und war mir als Metapher für das gespürte LyrDu zu weit ab vom Schuss. Ich war eigentlich äußerst glücklich, als ich dann auf die Atemluft gestoßen bin und hatte ein Heureka-Gefühl diesbezüglich.
Quoted
Du tätest also klüger daran einen allgemeineren Begriff wie etwa „ Luft“ an sich am Anfang zu etablieren, weil sonst das Bild nicht mehr vollständig korrekt ist
Quoted
Zitat:
Verliebt weht sie in mein Gesicht,
spielt zärtlich mit der Wangenröte
Ja, wobei sie die ganze Zeit halb personifiziert ist, aber als Spüren und Wahrnehmen, gefühlt (Regen, Nässe), gerochen (Duft), gehört (Stimme). Das alles ist nicht scharf getrennt, kein Konglomerat, sondern Empfindungsfacetten eines Ganzen.
Quoted
Hier wird die Luft nun zum ersten mal personifiziert. Das funktioniert gut und macht die Zeilen dynamischer und erotischer.
Ich finde doch. Flackern "eigentlich", ja, aber wenn Du Flackern verspielt wahrnimmst, dann ist es tänzeln. Ich mache keine Beschreibung physikalischer Eigenschaften, sondern Gefühlslyrik. Und wenn ein Flackern durch das verklärt-verträumte LyrIch als Tänzeln empfunden wird, dann tänzelt es und flackert nicht. Und die Luft, in dem Fall wieder mehr die Atemluft als die ausgeatmete Luft, die vom lyrDu das LyrIch erreicht, die spielt hier verrückt, sie scheint nicht mehr profan nach den physikalischen Gesetzen zu strömen und fertig, nein, sie spielt mit Wangenröte, sie führt einen kleinen Tanz auf, halbchaotisch tänzelnd, nicht richtungslos flackernd. Da kribbelt etwas und wird unerklärlich aktiv im Empfinden des LyrIch. Diese Luft lebt, ja personifiziert insofern.
Quoted
Zitat:
und tänzelt dort wie Kerzenlicht
Das ist wieder so eine Wendung die gut gemeint ist, durch ihre Unklarheit aber das Bild verwässert.
Es ist einfach so, dass Kerzenlicht nicht tänzelt.
Tja. Überraschung. Die Luft trägt auch den Klang der Stimme des LyrDu. Jetzt könntest Du wieder sagen Atem luft ist still, rauscht höchstens. Aber es ist eben eine Metapher mit engen und weiten Bedeutungskreisen. Hier gilt vom "Zugang" zu Stimmung eine Art Friss oder stirb: Dein Problem ist, dass Du den Traumcharakter der Wahrnehmungen nicht als solchen frei und weit aufnimmst, sondern bretthart Semantik, Logik und Standard-Begriffsbelegungen in Ansatz bringst. Träumerische und auch seltsam unwirkliche Erscheinungen fragen aber nicht nach "eigentlich müsste aber doch" und "normalerweise geht doch sowas nicht".
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Zitat:
zu Klängen aus der Zauberflöte.
Woher die Zauberflöte jetzt kommt ist mir unklar.
![:]](wcf/images/smilies/pleased.gif)
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Strophe 3.
Zitat:
Sie ist der Mozart meiner Nacht,
wenn ich nur ihre Stimme höre,
wie windgeboren, warm und sacht.
Als wenn ich mich in ihr verlöre:
Das ist die Stimme des LyrDu, weil auch die "Luft" das LyrDu ist..
Quoted
Das Zauberflötenbild wird nun weitergesponnen und auch etwas klarer.
Die Stimme der Luft, das ist klar der Wind und so liegt es nahe die Musik als Metapher für das Rauschen des Windes zu sehen.
Ja dem kann ich zustimmen. Deinen Folgeeindruck:
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Das ist im Prinzip dann auch schon die Aussage der 3 Strophe die weit aus weniger Dicht daherkommt als die Vorgänger.
...kann ich Dir vielleicht aus meiner Sicht ganz gut erklären. Der Eindruck eines gegenüber den vorigen Strophen "leichteren" Charakters liegt daran, dass zuvor bildreich Empfindungen beschrieben wurden, und nun das LyrIch selbst gewissermaßen in direkter Rede diese bewertet und äußert. Es ist eine Liebes"erklärung" des LyrIch im Sinne einer Erklärung, wie und wie sehr es liebt. Dieser niedliche Fratz von LyrIch ist nämlich von der Stimme (wie oben gesagt ein luftgetragenes Element hier) des LyrDu hin und weg und posaunt das grad mal in die Welt hinaus. Das Gedicht heißt nicht umsonst RegenLIED!
Quoted
Auffällig ist, das die Bildkette hier viel weniger Sprunghaft ist als zuvor, sondern reichlich linear und klar daher kommt.
Erfrischend, denn der Bildersturm der vorherigen Strophen begann doch langsam zu viel zu werden.

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Zitat:
Sie zieht mich stürmisch in den Bann,
ich wehr' mich längst nicht mehr, ich lege
mich in ihren Hauch und kann
so Wildtier sein im Hörgehege:
Ja.
Quoted
Die vierte Strophe knüpft an dieses Umhüllt sein an und mischt dem Eindruck eine klarere Erotik bei.
Wehrlos übermannt wie ein Tier in Gefangenschaft.
Quoted
Interessant ist die Dynamik die hier aufgebaut wird durch Adjektive wie stürmisch und dem Substantiv Wildtier, das eine Instinkthaftigkeit unterstellt.
Das hab ich gewusst, dass das kommt
Quoted
Etwas unklar ist mir allerdings der Widerspruch von stürmisch in der ersten Zeile und „Hauch“ in der Dritten.
Ein stürmischer Hauch will mir einfach semantisch gar nicht behagen, weil Hauch, klar etwas sanftes und gefühlvolles impliziert.
Es ist eben nicht pauschal heftig oder pauschal sanft, es ist beides, und gerade die Sanftheit des Hauches erobert das LyrIch "im Sturm". Außerdem findet dawzischen ein Bruch statt, nach dem eher bedrohlich anmutenden "stürmisch in den Bann-Ziehen" kommt die resignative Aufgabe, gegen diesen bannenden Sturm noch jedwede "Gegenwehr" zu leisten, und so akzeptiert, stellt sich auch Wohlfühlen und Anschmiegen ein. Etwas hin- und hergerissen von Wildheit und Zärtlichkeit, das Resultat steht dann im letzten Vers der Strophe...Das hatte ich von der Struktur des Gedichtes her schon oben erläutert, warum das so ist und nicht erneut in die Fühlensbeschreibung zurückgeht.
Quoted
Das Hörgehege gefällt mir auch nicht, weil es den Schwerpunkt einzig auf das Geräusch legt. Klar ist hier der Klang des Windes zentral, in Strophe 1 und 2 aber hatten wir die Dimension des Fühlens ebenso stark und dieser sollte hier auch wieder Rechnung getragen werden, oder man sollte zumindest nicht davon abgehalten werden sie mit ein zu beziehen.
Es ist umgekehrt. In S1V4 wird doch überdeutlich angerissen, wohin die Reise geht, und es wird immer stärker beTONT, wie zentral die Stimme, "Klang in feuchter Atemluft" im Blickpunkt steht. Der Regen ist ein ganz anderer Bedeutungsträger, er steht für den Prozess des Einflusses, erst unsichtbare Moleküle, dann nasser Duft, schließlich erntet das LyrIch ganze Tropfen, so viele, dass es durchnässt ist.
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Das Bild eines Menschen, der mit ausgebreiteten Armen im Regen steht und sich gänzlich vom Regen übermannen lässt, wird gestört, wenn man sich nur auf Geräusche bezieht, und das wäre eine unnötige Einengung.
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Zitat:
Gefangener aus freien Stücken,
am Klang gefesselt, angebunden,
bin ich durchnässt vom Tropfenpflücken -
ich habe wohl mein Glück gefunden.
Auf keinen Fall. Na klar "fasst sie zusammen", aber sie iszt nunmal das verdammte Finale, das Endbild. Suche mal in der klassischen Lyrik, da wirst Du das so gut wie immer so finden. Es ist sicher diskutabel, ob man das Gedicht rund machen muss oder sollte, oder es offen stehen lässt und der Phantasie des Lesers überlässt. Dashier ist aber wie ein Erzählgedicht angelegt, die letzten Strophen spricht das LyrIch über seine Geschichte und in der letzten Strohe zieht es daraus ein Fazit und seine Bewertung. Sicher ist das auch zusammenfassend und aufgreifend. Deine ganzen Implizierungsnachweise sind daher nicht nötig, weil mir voll bewusst. Deiner Behauptung:
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Die letzte Strophe erscheint mir daher auch einigermaßen unnötig.
...widerspreche ich dennoch vehement.
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Strophe Fünf ist, so gesehen, nicht notwendig und daher auch störend.
Jede Livereportage liefert am Schluss ein Resumé des Geschehenen. Und das LyrIch berichtet über sich. Ich meine, man kann die S5 nicht streichen, ohne dem Gedicht etwas wegzunehmen, Deine Argumente bezüglich "eigentlich schon gesagt" sind für mich nicht so offenkundig durchschlagend, zumindest was die letzten beiden Verse angeht. Für mich schließt erst diese Strophe den Kreis, und durchnässt / Tropfenpflücken ist eben NICHT bereits woanders enthalten, und auch nicht die Wertung im letzten Vers.
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Ein Ende sollte entweder offen oder abrundend sein. Hier wird aber nicht abgerundet, weil alles zuvor schon so rund war wie danach.
Das ist ein dickes Kompliment, danke.
Quoted
Es lässt sich sagen, dass dir hier ein sehr gefühlvolles, sprachlich ausgearbeitetes Werk gelungen ist, welches vor allem durch die Wahrhaftigkeit besticht die es ausstrahlt. Soll heißen, man glaubt dem lyrischen Ich seine aufrichtige Leidenschaft.
![:]](wcf/images/smilies/pleased.gif)
Eben, mir ist es in weiten Strecken einfach zu spitzfindig, zu standardisierte Begriffslogik zu grunde legend, wie Du an den Text rangehst. Deine Genauigkeit ist bestechend, das ist absolut bemerkenswert, und Dein Kommentar ist einer der qualitativ besten, die ich je gelesen habe. Mein Gegenargument ist, dass das ein Gedicht geschrieben zum darin Abtauchen ist, und nicht zum darauf Herumreiten, indem man es technokratisch seziert, anstatt ihm die Atemluft
Quoted
Einzig in semantischen Spitzfindigkeiten findet man hier ein paar Mängel,
und seine offenen, verklärt-weichen Konturen zu lassen. ![:]](wcf/images/smilies/pleased.gif)
*kringel* - Was soll ich darauf antworten? Typisch Ralph halt
Quoted
Einfach schön, wie der Hauch die Wange schmeichelt und im heiligen Empfangen errötet.
Oh, jetzt schwärme ich wieder, aber ich weiss nicht, wie ich diese Passage nur annährend mit gleichem Wortzauber beschreiben soll.
.Mmmh nee, so konkret hatte ich das nicht im Sinn, schon Deine zweite Auslegung.
Quoted
Zitat:
Sie ist der Mozart meiner Nacht,
Kleiner Transfer zur Kleinen Nachtmusik? Egal auch, Mozart ist die Personifikation musischer Klänge.
Da mag ich gerne auf oben verweisen, das ist schon zur Kritik Deines Vorgängers "besprochen".
Quoted
Zitat:
Sie zieht mich stürmisch in den Bann,
Stürmisch finde ich hier ein wenig zu forsch zum eben beschriebenen Windstreich und dem in folgenden Versen erwähnten "Hauch".
Hat diese "Himmelsmacht" einen Sturm vonnöten? Mitnichten! Wie das Weib regiert sie allein durch Anmut.
Das trifft des Pudels... Du weißt schon.
Quoted
Ja, was durch sie gebunden, ist gebunden und kann sich nicht erwehren.
Köstlich ist es in ihrem Bezirk des Klanges zu weilen
Pffff, muahahahaha
Quoted
ätherdurchwoget.

Verknechtet - mmh eher gezähmt, gefesselt durch Umgarnung (ach das gefällt mir - kann man das nicht in den Text einbauen?
Quoted
Zitat:
Gefangener aus freien Stücken,
am Klang gefesselt, angebunden,
Klingt echt gut, lässt aber irgendwie einen verknechteten Geist erahnen ... naja, ich würde es aber lassen.
).Ach ja, so verschieden sind die Eindrücke. Gelungener Ausklang contra schädlicher, überflüssiger Kropf.
Quoted
Zitat:
bin ich durchnässt vom Tropfenpflücken -
ich habe wohl mein Glück gefunden.
Durchnässt ... durchtränkt vom seligen Schauer ... ein gelungener Ausklang.

Lol - das ist Stoff für einen eigenen Diskussionsfaden - ich lass das mal so stehen
Quoted
Es gibt einige Gedichte auf GF, die meine bisherigen Vorstellungen von Lyrik wanken lassen und ich in einen "kognitiven Konflikt" gerade.
Lyrik meint nicht unbedingt altbackenen Wortschatz, auch nicht Formstrenge oder mythische Themenfelder, nein, Lyrik bedient sich oft uns allen vertrauten Wörtern, ändert aber den Blickwinkel, sodass durchaus auch alltagsverschlissene Wörter ganz neue Bedeutungsdimensionen erfahren können, was jetzt aber nicht heißen soll, dass Du oder irgendjemand in GF sich rege der Alltagssprache bedient.
Ich wollte lediglich damit sagen, und was mir zunehmend bewusst wird, dass oft die "Bauklötze" unseres Wortschatzes bei richtiger, sensibler Anwendung pompöse, nie geahnte Turmbauten erstehen lassen können, die weit in den Himmel des semantischen Reiches erwachsen können.

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Occupation: (Un-)Sinnspule
Quoted
Original von aNFANGENDe
getränkt mit Wassermolekülen
und nass belegt mit Regenduft
...
Ich denke, das Problem ist schlich das "und", das ist nämlich nachträglich aus metrischen Gründen eingefügt. ... Soll ich das "und" herausnehmen?

Quoted
... das ist kein Wikipedia- Artikel, das ist ein Gedicht.


), bringt sie doch sprachlich so Wertvolles, Neues, dass sie ESSENTIELL ist!