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Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

Posts: 1,534 wcf.user.activityPoints: 8,395

Location: von draußen vom Walde...

1

Thursday, May 31st 2007, 12:41pm

Augenblickzauber

Ich wünsch’ mir, ich könnte den Zauber begreifen,
die Zeichen in Silben verstehen.
Und das was ich fühle mit Worten erreichen,
Monets blaue Teiche begehen.

Ich wünsch’ mir, ich könnt' es dir einmal beschreiben,
wie Hörner im Nebel verhallen.
Wie Sehnsüchte, die sich an Sandkörnern reiben,
als Mondstaub auf Meerwasser fallen.

Ich wünsch’, meine Worte, sie wären die Schwingen
der Möwe, die Winde berührt.
So würde mir doch noch der Zauber gelingen,
wenn du meinen Flügelschlag spürst.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

2

Thursday, May 31st 2007, 1:17pm

Quoted

Ich wünsch’ mir, ich könnte den Zauber begreifen, xXxxXxxXxxXx
die Zeichen in Silben verstehen. xXxxXxxXx
Und das was ich fühle mit Worten erreichen, xXxxXxxXxxXx
Monets blaue Teiche begehen. xXxxXxxXx

Ich wünsch’ mir, ich könnt' es dir einmal beschreiben, xXxxXxxXxxXx
wie Hörner im Nebel verhallen. xXxxXxxXx
Wie Sehnsüchte, die sich an Sandkörnern reiben, xXxxXxxXxxXx
als Mondstaub auf Meerwasser fallen. xXxxXxxXx

Ich wünsch’, meine Worte sie wären die Schwingen xXxxXxxXxxXx
der Möwe, die Winde berührt. xXxxXxxX
So würde mir doch noch der Zauber gelingen, xXxxXxxXxxXx
wenn du meinen Flügelschlag spürst. xXxxXxxX

Mhhh Alexa,

das ist ein Kunstwerk von klingenden aufgetakteten Daktylen, 4/3/4/3. Die unreinen Reime in S2 und S3 stören mich nicht. Das eine oder andere Füllwortgeschiebe war wohl nötig, besonders fällt S3V1 "meine Worte (Komma) sie" auf, das ist nicht so prickelnd.

Aber die Gesamtheit, dieser träumerische Ton - das ist einfach schön.

Inhaltlich... In S1 irritiert mich der Schwenk von Zeichen, Worten, Silben zu dem Gemälde, bzw. dem sinnbildlichen Eintauchen in dieses.
Bildsprachlich etwas heterogen.
S2 (die "Meerstrophe") ist da konsequenter. "Wie Sehnsüchte, die sich an Sandkörnern reiben." mag ich besonders. Einfaches, eingängiges Bild, und auch für meinen Geschmack nicht zu kitschig.
S3 scheint die Verbindung zu sein. Und auch die geht so richtig schön rein, Alexa. Bei mir ist Dir der Zauber gelungen. Ich maaaag solche Gedichte eben. Andere mögen sie als zu einfach oder zu seicht empfinden, für mich ist das schöne Traum- und Gefühlslyrik.

Liebe Grüße
Roland
Sammelsurium: Werkesammlung


ruelfig

Master

Date of registration: Nov 6th 2006

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Location: Von

Occupation: Ökologische Ausgleichsfläche

3

Thursday, May 31st 2007, 1:46pm

RE: Augenblickzauber

Hallo Alexa,
wunderschön gelungenes Festhalten des Augenblicks in Wortbildern.
Traumhaft aus dem Alltag gerissen,
Rolf
Gegenismen

Ralph

Intermediate

Date of registration: Jan 2nd 2007

Posts: 128 wcf.user.activityPoints: 820

Location: Mosbach (BaWü)

4

Thursday, May 31st 2007, 2:59pm

RE: Augenblickzauber

Hallo Alexa,

inmitten meiner etwas trockenen Prüfungsvorbereitung tönt Dein Gedicht wie ein Ruf aus fernen Landen mir ins lausche Ohr, grazil in höfischer Gangart und"leichtfüßig wie der Iris Sprung über den brausenden Strom (Schiller)".
Ein köstlich' Ding, ein Kleinod ist Dir meisterlich gelungen.
Dein Gedicht klingt nicht, es liebschallt.

Während ich mühselig aus dem versiegenden Brunnen meiner Jugendjahre schöpfe und auch der Morgentau beseelter Dichterkunst nicht auf mich herab kommen mag (sammle lediglich das Manna vergangener Tag, das zu verderben droht), lässt Du -wie einst Poseidon bei den Athenern- eine Quelle ersprudeln.

Streut Rosen, Ihr, der Musen liebstes Kindes!


Sicherlich ermangelt es mir auch hier an literaturwissenschaftlichem Geist, doch will ich nicht wieder käuen die sehr fundierten und auch von einer Leidenschaft genährten Anmerkungen von aNFANGENDe.
Nein, ich indes möchte nur wie ein Kind genießen, gleichfalls Monets blaue Teiche begehen, Dein Silberhorn im Nebelhain erlauschen, mit dem Mondstaub Kreise auf weitem Ozean ziehn und den sanften Flügelschlag niederschwebender Worte vernehmen ... und mich dann -SCHOCK, SCHWERE NOT- unters Joch der Prüfungen wieder zu zwängen.
Gottlob durfte ich von dieser obliegenden Aufgabe wie Sisyphos für eine kurze Weil auf meinem Felsblock ruhen und deinen Klängen lauschen.

Viele Grüße vom wieder zur Besinnung kommenden ;-)
Ralph

Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

Posts: 1,534 wcf.user.activityPoints: 8,395

Location: von draußen vom Walde...

5

Friday, June 1st 2007, 11:49am

RE: Augenblickzauber

Hallo Ihr

A-E

du hast genau die Punkte angesprochen die mich auch stören. Aber Monets Teiche habens mir angetan- also kann ich die nicht aufs Trockne legen.
Die zeichen- Silben- Worte- in der ersten Strophe sind verwirrend- ja. Im Nachhinein sehe ich das auch. Die Füllwörter sind echt gehäuft- aber ich hab dem Herrn Daktylus alle Ehre machen wollen. :(
Ich werd mal sehen ob ich Lust u. zeit habe da nochmal dran zu gehen.
Ursprünglich waren Teile daraus als Villanelle gedacht- aber ich bin, bedingt durch die vielen, gleichen Reime die man dafür benötigt, total in die Kitschrichtung verfallen und da hilflos drin versackt.( merkt man das noch? :D) Also ich hab das ganze Ding verworfen und das hier draus gemacht.
Alle Villanellenfans mögen mir verzeihen.( Odra; ich hab’s versemmelt ;()
Trotzdem freue ich mich dass ich dir Roland diese verträumte Atmosphäre vermitteln konnte.
Danke für dein Lob das mich einen kleinen Moment zu einem „Glühwürmchen“ der etwas größeren Art werden lässt.....aber Schatten werfe ich leider immer noch nicht...( würde außerdem nur meine Wärmequelle beschatten.....und ich müsste elendig erfrieren ;))

Rolf;

danke für deine Antwort und das Lob....ich freu mich doch immer wenn ich dich ein wenig aus dem Trott des Alttags holen kann. =)


Ralph;

man Ralph- das haut mich um. Dein Kommentar überragt mein bescheidenes Stück hier ja um Längen. Du hast eine super schöne Art dich mitzuteilen
Die Blumen werde ich trocknen und mich immer daran erinnern, dass deine griechische Götterwelt mich zu diesen Träumereien inspiriert.
Ich freue mich, dass du ein Stück mit mir durch die Welt der noch kleinen Worte gegangen bist.


Danke an euch alle

Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

machtwort

Unregistered

6

Friday, June 1st 2007, 2:48pm

RE: Augenblickzauber

Hallo Alexa!

All die Sachen, die da, wahrscheinlich nur der Vollständigkeit halber
an Deinem Gedicht kritisiert wurden, können dem Teil nach meinem
Empfinden nichts anhaben, da es schön klingt und wohlige Schauer
erzeugt.
Die Füllwörter finde ich überhaupt nicht erwähnenswert, sie mögen
zwar dem Daktylus zu Hilfe gekommen sein, aber wenn man es laut
liest, zwickt und zwackt es an keiner Stelle und nirgendwo muss der
Leser mit gutem Willen dem Klang auf die Beine helfen.
Monets blaue Teiche müssen bleiben, denn die Vorstellung ist
traumhaft und regt die wenig kunstbeflissenen an, sie sich mal bei
google, oder noch besser im Museum anzuschauen.
Kurz ich finde Dein Gedicht sehr schön, die Aussage genauso und
sollte jemand sich daran stören, daß es sich nah am Kitsch bewegt,
würde ich sagen: arschlecken....
Deine Zeilen haben kribbelnd meinen Parasymphaticus geweckt,
danke dafür: machtwort

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

7

Monday, June 4th 2007, 11:39am

RE: Augenblickzauber

Hallo Stefan

Quoted

sollte jemand sich daran stören, daß es sich nah am Kitsch bewegt,
würde ich sagen: arschlecken....

Ja- werde ich machen.. :D
das verhält sich so ähnlich wie mit dem Satz- ich liebe dich- der ist doch sowas von ausgelulert und trotzdem noch schön für den der ihn hört. ;)

schön, dass ich deinen Parasymphaticus wecken durfte..
und danke für das Lob, das mich, von dir ausgesprochen immer besonders stolz macht. :]

Liebe Grüße
Alexa
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Bamado

Trainee

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8

Monday, June 4th 2007, 11:29pm

RE: Augenblickzauber

Hallo Alexa,

ich wünsch mir ich könnte öfter das was ich fühle mit Worten erreichen -
manchmal sind sie einfach klar und deutlich und fallen aufs Blatt.
So kommt es mir vor bei deinem Gedicht.
Es hat mich verzaubert zu lesen und er ist da der Zauber des Augenblicks....

Liebe Grüße
Bamado
Verweile Augenblick, du bist so schön

Alexa

Blickdicht(erin)

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9

Wednesday, June 6th 2007, 11:30am

RE: Augenblickzauber

Liebe Bamado

ich bin echt froh dass ich hier auch mal von einem weiblichen User Rückmeldung bekomme. Ich dachte schon, es gäbe hier nur " zauberhafte" Männer.. :D

Quoted

ich wünsch mir ich könnte öfter das was ich fühle mit Worten erreichen -
manchmal sind sie einfach klar und deutlich und fallen aufs Blatt.


Ja, genau das.
manchmal reichen die Worte einfach nicht aus um zu beschreiben was man fühlt.

Danke für deine Antwort, über die ich mich sehr gefreut habe.

Liebe Grüße
Alexa
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Odradek

Master

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Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

10

Wednesday, June 6th 2007, 2:12pm

RE: Augenblickzauber

Quoted

Original von Alexa
Odra; ich hab’s versemmelt ;()

Ui - was ein Aufschluchzen! 8o
Schade, Alexa, ich hab mich schon so auf eine Villanelle von Dir gefreut ... aber ich bin mir sicher, dass irgendwann eine von Dir kommen wird! :] *zuversichtverbreit*

Zu dem Wechsel der Sinnbilder in Str. 1:
Ich finde, dieses frei Schweifende über den Bildbezügen, das nicht streng in einem Rahmen bleibt, passt gerade so gut zu dem zauberisch-träumerischen Ton und Ansatz des Gedichtes.
Gerade das Ringen um das "Greifen-Können", das da ja thematisiert wird, drückt sich da so passend aus!! =)


Ich bleibe nur an zwei Stellen sprach-logisch ein kleines bißchen hängen:
Das ist in Str. 1 das "begehen".
Dass Du über Monets Teiche wandeln möchtest, Alexa, finde ich ein zauberhaftes, im wahrsten Sinne des Wortes "malerisches" Bild ;).
Aber "begehen" ... hmmm ... :rolleyes: ... ob das das richtige Wort ist?
Eigentlich gibt's das doch nur in Amtsdeutsch ... der frisch gestrichene Steg ist morgen wieder begehbar - oder in der Baubegehung mit einem Architekten. Begeht man Wege??
Ich denke nein ...
Darüber wandeln wäre wohl das Richtige ...

Und in Str. 3 kämpfe ich ein bißchen mit der inneren Logik, die zu den letzten beiden Zeilen hinführt:
So würde mir doch noch der Zauber gelingen,
wenn du meinen Flügelschlag spürst.

OK, das "So" krieg ich noch auf den Bogen: Wenn meine Worte die Möwenschwingen wären, dann würde mir der Zauber gelingen.
Aber wie soll diese logische Verknüpfung mit "wenn" sein?
Das funktioniert - wenn man es ganz genau nimmt - in der zeitlichen Abfolge nicht.
Ist das temporal oder koniditional gedacht?
(Ich glaube fast, das ist "daktytional" gedacht ;))
Ein Vorschlag: Man kommt aus der Bredouille, wenn man den Satz ganz anders auffasst - nämlich konsekutiv; dann hat er zwar eine andere Bedeutug - aber es funktioniert mE:
So würde mir doch noch der Zauber gelingen,
dass du meinen Flügelschlag spürst.


Nur mal so zum Probieren ...


Gruß,
Odra.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Alexa

Blickdicht(erin)

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11

Friday, June 8th 2007, 1:55pm

RE: Augenblickzauber

Hi Odra

Das –begehen- ja da gebe ich dir vollkommen recht - mir war es ehrlich gesagt auch zu – hart- zu unromantisch. Wandeln war auch meine erste Wahl- aber ich fand leider keinen Reim darauf. :(

Quoted

So würde mir doch noch der Zauber gelingen,
wenn du meinen Flügelschlag spürst.

Nun ja- wir haben verhandelt und ich denke, ich kann's so stehen lassen.
( Für Leser die es interessiert....etwas ;) abgeänderter Konjunktiv II)

Die letzte Zeile als Konsekutivsatz wäre ein Möglichkeit und ich finde es eigentlich auch recht interessant, aber dann fehlt m.E. irgendwie der Bezug zu den beiden ersten Strophen, weil inhaltlich dann ja die Schwingen im Mittelpunkt stehen.
Die letzte Strophe hat dann zudem so etwas eigenständiges – bedingt durch – die Folge ist, dass du meine Worte( Flügelschlag) spürst
M.M. nach hätte ich dann diese Schwingen schon im oberen Teil andeuten müssen.

Dank dir Odra für deine konstruktive Kritik und meine Villanelle .. ?(..kommt.....irgendwann....mal... :D

Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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