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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Wednesday, May 30th 2007, 10:16pm

Kaffee und Kippe

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Kaffee und Kippe
.
Lauwarmer Kaffee,
schwarz, ohne Zucker -
süß ist das Leben, wohin es sich streut,
wenn es regnet, dann bleibe ich trocken
in meinem Haus ohne Dach.

Die Glut der Zigarette,
King Size, ohne Filter,
erreicht meine Finger, ich spüre
Sie nicht mehr und starre einsam
aus meinem Haus ohne Fenster.


RPK 290507



.
Sammelsurium: Werkesammlung


Date of registration: May 15th 2007

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Location: Berlin

2

Saturday, June 2nd 2007, 12:45am

RE: Kaffee und Kippe

N'Abend,

du kennst meine Art ein wenig, ich teile manchmal lieber Gedanken mit, ohne explizit auf einzelne Verse einzugehen. Ich darf es auch hier so handhaben? Ich hoffe doch, und danach gerne auch noch expliziter, wenn nötig.

Dein erstes Bild erinnert mich an einen grauen Morgen im Frühling, es ist kalt, ob die Luft oder ich selber, ich weiß es nicht mehr. Aufwärmen ist nur möglich, in dem der Kaffee gerührt wird und gleichzeitig den nötigen Halt gibt um sich zu fragen, ob man das hier noch Leben nennen darf. Die Pfützen spiegeln mir spöttisch mein Bild wieder und versuchen zu überzeugen, dass sie noch kälter sein können. Trost gibt der Gedanke, dass es Regen nur geben kann, wenn das noch Leben ist.

Ich bin kein Raucher musst du wissen, aber ich kenne es mich zu verbrennen - an ihr. Und dann ist es einsam, und starren tut man, solange es keinen Spiegel gibt, dafür eignen sich die tragbaren Heimeligkeiten doch sehr gut, und verlieren kann man sie auch nicht. Ich mag sie - beide.

Ich mag dein Gedicht, es hat wenig Bilder, aber ausdrucksstark sind sie, und sie sprechen mich an, vllt. heute mehr als gestern, aber sprachlich sind sie schlicht und das passt. Denn schwarz zeichnet man nunmal nicht mit Schnörkeln, sonst würde es grau werden, und das würde hier nicht passen. Es ist kein totes Schwarz, sondern eines, welches ein wenig wärmt.

Habe ich Recht, wenn ich behaupte, dass das Enjambement in S2V3 die zentrale Stelle ist?

Es gefällt mir,
Flo

Date of registration: Dec 23rd 2006

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3

Saturday, June 2nd 2007, 5:57pm

RE: Kaffee und Kippe

Hi Flo,

Quoted

Dein erstes Bild erinnert mich an einen grauen Morgen im Frühling, es ist kalt, ob die Luft oder ich selber, ich weiß es nicht mehr.
Schön übertragen. Bei Kaffee ist "lau" bereits eine Stufe von Kälte, ja.

Quoted

Aufwärmen ist nur möglich, in dem der Kaffee gerührt wird
?( Das versteh ich nun nicht...

Quoted

und gleichzeitig den nötigen Halt gibt um sich zu fragen, ob man das hier noch Leben nennen darf.
Halt ist da wenig. Eher Trostlosigkeit.

Quoted

Die Pfützen spiegeln mir spöttisch mein Bild wieder und versuchen zu überzeugen, dass sie noch kälter sein können.
Das versteh' ich schon wieder nicht.
"süß ist das Leben, wohin es sich streut,
wenn es regnet,"
Sagt nur aus, dass sich das süße Leben in der Welt ausstreut und das LyrIch den Eindruck hat, es regnet an ihm vorbei, lässt es aus.

Quoted

Trost gibt der Gedanke, dass es Regen nur geben kann, wenn das noch Leben ist.
Das ist ein weiterführender Gedanke, der so nicht im Text enthalten ist. Aber man kann ihn durchaus mit ihm verbinden, ja.

Quoted

Ich bin kein Raucher musst du wissen, aber ich kenne es mich zu verbrennen - an ihr.
an Ihr, genau ;)

Quoted

Ich mag dein Gedicht, es hat wenig Bilder, aber ausdrucksstark sind sie, und sie sprechen mich an
Das stimmt, es hat wenige Bilder, ist nur ein Schlaglicht. Ich wollte eine trotzlos-resignative Stimmung zeichnen, und das kann man schlecht durch großes bildhaftes Ausmalen, im Gegenteil.

Quoted

Es ist kein totes Schwarz, sondern eines, welches ein wenig wärmt.
Mhh. Also Wärmendes findet sich hier nicht wirklich ?(.

Quoted

Habe ich Recht, wenn ich behaupte, dass das Enjambement in S2V3 die zentrale Stelle ist?
Ja. Sehr sogar.

Freut mich, dass es gefällt :],

Liebe Grüße
Roland
Sammelsurium: Werkesammlung


Date of registration: Jan 8th 2006

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4

Saturday, June 2nd 2007, 6:58pm

Premiere.^^
Glaub ich zumindest, das wird mein erstes Gedicht von der sein, dass ich bewerte. *gg*
Obwohl du mir mein Herzchen verweigert hast. +-
Dein Gedicht ist zwar sehr kurz, aber auch sehr aussagefähig und ich muss auch dau sagen, ich trinke keinen Kaffee und ich rauche auch nicht. :]
Ich finde, die Beschreibungen des Hauses, wie eine Beschreibung wie die Person momentan lebt, ohne Dach und ohne Fenster, man könnte fast meinen, dass die Person eine andere Person sucht um das Haus komplett zu bauen. Genauso wie der schwarze Kaffee lässt es sich auf ein nicht gerade erfülltes Leben deuten. Zum anderen sind Kaffee und Kippe ein Suchtmittel, wozu auch immer.... um ein schlechtes Leben zu führen. :P *sich mal Feinde schaff*
Ich finde dein Gedicht wirklich gut gelungen und kann mir auch gut die Bilder vorstellen, die du aufgebaut hast. Ein vor Einsamkeit schreiendes Gedicht.

Krieg ich jetzt mein Herzchen? *lach*

Wünsch dir noch einen schönen Abend

Faithlight
~Glaubenslicht~

Date of registration: May 15th 2007

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Location: Berlin

5

Saturday, June 2nd 2007, 7:26pm

RE: Kaffee und Kippe

N'Abend Roland,

mir scheint, dass du einige meiner Aussagen zu sehr auf deinen Text gemünzt hast, in dem Sinne, dass du nach dem Bild was ich skizzierte in deinen Textstellen gesucht hast. Nun, ich habe so ein wenig die Art Dinge weiterzuspinnen und mir neue Bilder zu suchen, die entstehen, wenn ich ein Gedicht lese. Von daher kannst du manche Bilder gar nicht in deinem Text finden. Trotz allem will ich auf deine teil-Ratlosigkeit noch mal genauer eingehen.

Quoted

?( Das versteh ich nun nicht...

Kennst du das nicht, dass man irgendwas machen muss, sei es nur den Kaffee zu rühren, einfach, damit man irgendwie minimale Bewegung hat, eine gleichmäßige, beruhigende Bewegung.

Quoted

Halt ist da wenig. Eher Trostlosigkeit.

Hier baut mein Gedanke sich wieder weiter, der Kaffeelöffel gibt Halt. Natürlich, ein trostloses Bild sich an dem wenigen Festzuklammern, aber gut tut es allemal.

Quoted

Das versteh' ich schon wieder nicht.
"süß ist das Leben, wohin es sich streut,
wenn es regnet,"
Sagt nur aus, dass sich das süße Leben in der Welt ausstreut und das LyrIch den Eindruck hat, es regnet an ihm vorbei, lässt es aus.

Viel anders war es von mir nicht gemeint, nur anders ausgedrückt. ;)

Quoted

Mhh. Also Wärmendes findet sich hier nicht wirklich ?(.

Ich finde es durchaus ein wenig wärmend, weil es, trotz dieser negativen Stimmung, sehr menschlich wirkt. Wieder nur ein weiterführender Gedanke: Wenn man alleine im Café sitzt und jemanden beobachtet, der alleine am Tisch sitzt und oben beschriebenes tätigt, also der Kaffeelöffel ihm den letzten Halt bietet, dann wärmt das in gewisser Weise schon, vor allem wenn der Mensch merkt, dass es hier wirklich zwei der Sorte gibt. Es könnte ein Lächeln entstehen.


Jetzt sollte es verständlicher sein, tut mir Leid für die kleine Verwirrung. ;)

Gruß,
Flo

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

6

Saturday, June 2nd 2007, 8:02pm

Hey Faith,

Quoted

Original von Faithlight
Premiere.^^
Glaub ich zumindest, das wird mein erstes Gedicht von der sein, dass ich bewerte. *gg*
Was echt? Noch nie vorher? Sowas. 8o

Quoted

Obwohl du mir mein Herzchen verweigert hast. +-
Nur, weil es nicht in meiner Macht steht :O

Quoted

Dein Gedicht ist zwar sehr kurz, aber auch sehr aussagefähig
Das sollten Gedichte sein: Bei relativer Kürze aussagereich. Ich mag gerne auch nur mal kurze Ausschnitte liefern und nicht immer komplette Abhandlungen. Oft ist weniger mehr, sonst (be)schreibt man die Stimmung tot.

Quoted

Ich finde, die Beschreibungen des Hauses, wie eine Beschreibung wie die Person momentan lebt, ohne Dach und ohne Fenster, man könnte fast meinen, dass die Person eine andere Person sucht um das Haus komplett zu bauen. Genauso wie der schwarze Kaffee lässt es sich auf ein nicht gerade erfülltes Leben deuten. Zum anderen sind Kaffee und Kippe ein Suchtmittel, wozu auch immer.... um ein schlechtes Leben zu führen. :P *sich mal Feinde schaff*
Neee, keine Feinde, im Gegenteil: das sind wirklich gute, treffende Gedanken.

Quoted

Ich finde dein Gedicht wirklich gut gelungen und kann mir auch gut die Bilder vorstellen, die du aufgebaut hast.
Danke, freut mich.

Quoted

Ein vor Einsamkeit schreiendes Gedicht.
Und das noch mehr, weil es mir sagt, dass der Text gefühlsmäßig "angekommen ist".

Quoted

Krieg ich jetzt mein Herzchen? *lach*
Von mir eins zugeworfen *whuah kitschige Vorstellung*, weil danke für Deinen Kommentar. Aber diese schwarzen Dingse - nö. :P :D

@ Flo,

mmh ja, hatte Dich schon insoweit verstanden und das ja auch so geschrieben, dass Du da Deine Lesergedanken auch UM den eigentlichen Text herum geschildert hast. Und da, wo ich Deinen Wegen nicht so zu folgen vermocht habe, hast Du ja nun noch einmal nachgelegt. Nun ist alles klar. Das sind eben schon Gedanken und Folgeassoziationen, die teils einzelne Stimmungsbilder herausgreifen und ganz neue Übertragungen aus ihnen machen. Ist auf jeden Fall aus Autor-Sicht wirklich spannend, was Du da schreibst. Im Kaffee rühren ist halt bei schwarzem Kaffee schon nicht mehr so nah am Text :D Da ist nicht viel mit Rühren. Der Zucker ist ja im Text eben auch woanders.
Und - wenn Kaffeelöffel Halt geben, naja, dann sollte das LyrIch vielleicht seine Trinkgewohnheiten ändern, oder noch skurriler: eben doch einen Löffel in den schwarzen Kaffee versenken.

Quoted

Ich finde es durchaus ein wenig wärmend, weil es, trotz dieser negativen Stimmung, sehr menschlich wirkt.
Das empfinde ich als Kompliment zum Text und freut mich.

Danke für Deine ergänzenden Ausführungen...

...und liebe Grüße an Euch beide
Roland
Sammelsurium: Werkesammlung


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Location: Berlin

7

Saturday, June 2nd 2007, 8:12pm

Hinzufügend noch die Anmerkung, ich rühre auch schwarzen Kaffee, weil es eine Gewohnheit ist, weil es beruhigt das Rühren. Sollte das lyr. Ich wirklich mal versuchen. ;)

Gruß,
Flo

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