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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Saturday, May 26th 2007, 3:35am

Cygni atrati (Trauerschwäne)

Cygni atrati

Schwarze Schwäne
singen leise, wie
in Reih und Glied
dort liegend
mir ein letztes Reiselied.
Die halben Hälse abgehackt,
so schnattern sie
das Binsenwahre noch im Takt.

Ob diese Lügen wahr
sind, frag’ ich nicht.
Es bleibt nur da,
was nicht zerbricht.

Blutig hingelegt ins Ried
des Sees sind sie so
sterbensschön.


RPK 260507
Sammelsurium: Werkesammlung


Chepre

Unregistered

2

Saturday, May 26th 2007, 3:04pm

hi

also ich finde, da hast du ein bisschen geschlampt an manchen Stellen ... muss ich mal so sagen und sag dir auch gleich, wo ;)

Quoted

singen leise, wie
in Reih und Glied

Warum der Absatz? Sieht eher aus wie ein Notbehelf, ich kann den Sinn nicht erkennen. (kleine Idee noch am Rande, vielleicht kannst du statt "Glied" "Ried" schreiben)

Quoted

dort liegend

Das find ich auch ein bisschen unglücklich. Klar, die Schwäne sterben, deswegen werden sie wohl kaum fröhlich im Wasser rumplantschen, aber liegen ... hmm, nein, ich denke, da kannst du eine bessere Wortwahl finden. Sowas wie "siechend" zB. "liegend" ist mir zu flach, möcht ich sagen, als hättest du mich als Leser direkt mit der Nase in den beginnenden Schwanenkadaver gestukt.

Quoted

Die halben Hälse abgehackt,
so schnattern sie
das Binsenwahre noch im Takt.

Eine der besten Stellen dieses Textes, das Binsenwahre gefällt mir am besten daran.

Quoted

Ob diese Lügen wahr
sind, frag’ ich nicht.

Dieser Absatz scheint mir wieder sinnvoll und durchdacht, deswegen solltest du meiner Meinung nach drauf achten, dass der, den ich weiter oben bemeckerte, das auch ist. ;)

Quoted

Es bleibt nur da,
was nicht zerbricht.

Hier gehts mir ähnlich wie mit der "liegend"-Stelle. Dass nur da bleibt, was nicht zerbricht, sollte soweit klar sein, denke ich ... Eine viel gekannte Wahrheit, die man wohl anders verpacken kann. Mein Vorschlag: "Es klirrt nur nicht, was nicht zerbricht." Hmm, schau's dir mal an.

Wenn du auf dein Reimschema pochen möchtest :), möchte ich sagen, dass ich denke, dass du das an den nötigen Stellen durchaus opfern kannst, ohne dass dein Gedicht dadurxch groß verliert. Erscheint mir nämlich durch die Reime nur relativ locker zusammen gehalten.

Quoted

Und blutig hingelegt ins Ried
des Sees sind sie so
sterbensschön.

"und" am Anfang würd ich streichen, wirkt ziemlich unglücklich. Dann wieder: "hingelegt" ...
Eben fällt mir was auf, nämlich dass das Ried, was ich dir für S1 Z3 vorschlug, hier unten auftaucht. Und dann mein Vorschlag: Vielleicht tauschst du es um. Dann wär es oben "Ried" (in Reih und Ried) und hier unten "Glied" mit einer kleinen Veränderung im Vers:

Und blutig hingelegt als Glied
des Sees sind sie so
sterbend schön
<-- das Wort würd ich vielleicht auch noch auseinander ziehen, "sterbenschön" rast mir so davon beim Lesen. ist aber vielleicht Geschmackssache

In Z2 dieser letzten Strophe will mir "so" einfach nicht zusagen. Irgendwie scheint mir das nach einem Vergleich zu schreien, irgendwas, was weniger schön ist, oder wenigstens eine Einbindung in eine weiter gefasste Umwelt der Schwäne. Ev kann man "so" streichen und dafür "seltsam" einsetzen.

An zwei Gedichte erinnert mich deines. Einmal an Odradeks "dunkler Atem" und zum zweiten an mein "Mein Okzident". ;) Scheint mir vom Inhalt wie eine Kombo aus diesen zweien.
Irgendjemand hat wohl dein Ich heftig angelogen, und in seiner tragisch angehauchten Abschiedsstimmung beginnt es das ganze auf das Motiv der sterbenden Schwäne zu übertragen, die gemeinerweise immer weiter lügen, und nicht mal zum Abschied aus der ohnehin herbstlich-neblig angehauchten Sphäre die Wahrheit singen. Vielleicht will das Ich diese auch gar nicht hören; das ist es, was ich denke.

Also dafür, dass die von dir verwendeten Motive ein ordentlich großes Potential haben, wie ich finde, hast du sie in meinen Augen "nicht gut genug" verarbeitet. Das kannst du wahrlich besser, dieser Text scheint mir eher schnell abgefertigt worden zu sein als ordentlich ausgearbeitet.

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

3

Tuesday, May 29th 2007, 2:11am

hi ?(

Quoted

also ich finde, da hast du ein bisschen geschlampt an manchen Stellen
8o

Quoted

... muss ich mal so sagen und sag dir auch gleich, wo ;)
:] gut.

Der Absatz, bzw der Umbruch vor Reih und Glied... ja nun - klar hast Du mich da an einer unsicheren Stelle erwischt. Die semantischen Einheiten "singen leise, wie" und "In Reih und Glied" isoliert stehen lassen, das war mein Gedanke. Schön sieht das aber wohl nicht aus.

Quoted

Quoted

dort liegend

Das find ich auch ein bisschen unglücklich.
"siechend" - als

Quoted

hättest du mich als Leser direkt mit der Nase in den beginnenden Schwanenkadaver gestukt.
8o never ever :D

Quoted

Die halben Hälse abgehackt,
so schnattern sie
das Binsenwahre noch im Takt.

Quoted

Eine der besten Stellen dieses Textes, das Binsenwahre gefällt mir am besten daran.
Mhh, ist auch die Schnittkante hier, im wahrsten Sinne und so.

Quoted

der, den ich weiter oben bemeckerte
Mecker nur, Du meckerst auf hohem Niveau. Meckerliese :P

Eine viel gekannte Wahrheit, die man wohl anders verpacken kann. Mein

Quoted

Quoted

Es bleibt nur da,
was nicht zerbricht.

Hier gehts mir ähnlich wie mit der "liegend"-Stelle. Dass nur da bleibt, was nicht zerbricht, sollte soweit klar sein, denke ich ...
Ja-ha... nur habe ich das als Stilmittel eingesetzt, Selbstverständlichkeit hervorheben. Deinen Vorschlag: "Es klirrt nur nicht, was nicht zerbricht." Find ich grausig, so schön klirren/zerbrechen aich ist (Scherben, immer wieder Scherben und Glas... 8o ). Diese Stelle ist als durchschnaufen, als innehaltendes Vor-Augen-Führen gedacht. "Denk dran, was weg ist,ist weg, mit dem, was noch da ist, mach weiter."

Quoted

Wenn du auf dein Reimschema pochen möchtest :)
*grins* nö. Lieber locker. Reine Kalngkomponeneten ohne spießigen Anspruch auf Schema.

Quoted

Und blutig hingelegt ins Ried
des Sees sind sie so
sterbensschön.

Quoted

"und" am Anfang würd ich streichen, wirkt ziemlich unglücklich.
Ja, Du, das "Und" hab es auch nicht am Anfang.Ich habe es aus rhythmischen Gründen eingefügt, weil mir der Übergang sonst so hart vorkam. Du meinst also streichen. Ich denke, da kannst Du mich überzeugen. Mein Gefühl hatte mit ja auch erst gesagt, kein "und". Es wäre eine Rückkehr zur ersten Fassung.

Quoted

Dann wieder: "hingelegt" ...
Eben fällt mir was auf, nämlich dass das Ried, was ich dir für S1 Z3 vorschlug, hier unten auftaucht.
Hatte mich schon gewundert ;)
Dein Umtausch-Vorschlag ist ein ziemlich großer Eingriff. Teih und Ried finde ich eher albern. Und "Glied des Sees" Huh? Wie meinen?
Der Schluss ist eine bewusste Pseudo-Naturbildbetrachtung. Und die soll es auch bleiben. Ich will das Bild freidlich und ruhig halten, ohne eine solche Aufmerksamkeit erregende Wertung wie "Glied des Sees".
Sterbensschön ist was anderes als sterbend schön. Auch das mag ich nicht ändern.

Zu Deinem Vorschlag "seltsam " satt "so". Das "So" hat für mich mehr Ausruf- un dBekräftigungscharakter als dass es auf eien Vergleich hinweisen würdenzu irgendwas, was weniger schön ist. "Seltsam" hehst nicht, weil es die überzeugte und dies ausrufende Haltung des LyrIch hin zu einer zweifelnden, unsicheren Haltung verkehren würde. Das kann ich nicht machen.

Quoted

An zwei Gedichte erinnert mich deines. Einmal an Odradeks "dunkler Atem" und zum zweiten an mein "Mein Okzident". ;) Scheint mir vom Inhalt wie eine Kombo aus diesen zweien.
Ui, so gesehen wäre das ein Kompliment, wenn man die beiden Texte kennt. Aber ich fürchte, Du hast das nicht qualitativ gemeint ;(

Quoted

Irgendjemand hat wohl dein Ich heftig angelogen,
mmmh die Lüge hattte ich nicht so zentral, bzw. nicht so wörtlich gemeint, wie Du sie verstehst.

Quoted

in seiner tragisch angehauchten Abschiedsstimmung
- Maria - das ist ein Text in der Kategorie Hoffnung. Du bist auf irgendeinem anderen Dampfer unterwegs gewesen, naja ich habe meine Vermutung, was Du da reingelesen hast. Aber es ist da so nicht reingeschrieben. Ohne meinen eigenen Text interpretieren zu wolen: Es geht hier um den Moment die Überwindung von Trauer, um einen lange ersehnten Abschluss.
Daher sind die Trauerschwäne so "sterbensschön" für das LyrIch, wo sie endlich tot sind, und das kopflose Nachgeschnatter es nicht merh wirklich erreicht.
Ich weiß nicht, wei ich unter diesen Voraussetzungen, dass Du die Textmotive zumindest der persönlichen Richtung nach anders bezogen hast, Deine Aussage noch so gilt:

Quoted

Also dafür, dass die von dir verwendeten Motive ein ordentlich großes Potential haben, wie ich finde, hast du sie in meinen Augen "nicht gut genug" verarbeitet.
Das stört mich schon sehr, sowas von Dir zu hören, weil Du weißt, dass ich gerade von Deiner Bildsprache besonders viel halte ?(

Quoted

scheint mir eher schnell abgefertigt worden zu sein als ordentlich ausgearbeitet.
:( Mhhh so schnell abgefertigt eigentlich nicht. Es ist zwar eher ein Text, der hauptsächlich "geflossen" ist und nicht so statisch konstruiert ist in langer Tüftelarbeit, aber dennoch - ein hingeschlurtes Dings ist es nach meinem Gefühl nicht gewesen.

Quoted

Das kannst du wahrlich besser
Woher willst Du denn das... - naja gut , Du kannst es wohl ziemlich gut beurteilen :D

Danke für Deine Kritik. Ich hatte, was die Interpretation angeht, die Vermutung, dass Du da Konkreteres drin gesehen hast, als ich hineingelegt hatte. So ließe auch die Umsetung Deiner detallierten Vorschäge teilweise arg von der Aussage und Intention abdriften.
Deine grundsätzliche Kritik an den bestimmten Stellen lässt mich dennoch aufhorchen. Ich weiß im Moment niocht so wirklich, was ich da machen kann. Das "Und" am Anfang von S3 kille ich nach Deinem Vorschlag wieder.

Danke -ähm- Dir,
?(
Sammelsurium: Werkesammlung


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