Kommt Gleichnis von Vergleich - der hinkt doch meistens!
Alarmiert? (2)
Den Baum, schon alt und dick,
zerzaust ein heisser Wind,
zwar Pocken bringt er nicht,
die Blüten stehen dicht,
er pfiff sie an – sie blick-
ten dürstend, wie ein Kind,
hinaus ins weite Land.
Den Baum holt Feuerbrand.
Ne Mauer aber stand
daneben, unverbrannt.
Aus Bäumen, die verflucht,
Quillt Exodus und Frust
und leiser Seelchen Flucht
und Larven, die verrusst.
Den Baum der Bauer hat
zersägt, sich kringelt Blatt
um Blatt, die Blüte ist matt.
Bakterien fressen sich satt.
Der Wind, er dreht und wendet,
die Mauer, die hat Platz.
Sie ist’s, die nicht verendet
und hütet neuen Schatz;
die Lärvchen, Seelchen, Würmchen,
schützt die Mauer mehr,
zwar hat sie keine Türmchen,
für’n Specht ein übler Kehr.
Und meine üble Plage
die Wissenstheorie,
die hülf aus jeder Lage,
ist anzuwenden nie.
(Aufgabe war, ein Gleichnis zu erfinden - ist es mir gelungen?)
hera dam©
Meine Privat-Lektüre (Juli 2010):
Arthur Honegger "Die Fertigmacher"
Robert Gernhardt "Was das Gedicht alles kann: Alles"
"Komische Geschichten" versch. AutorInnen, Aufbau Verlag
Urs-P. Twellmann "Arbeiten mit Holz"
Elytis "Orientierungen", p. 122:
"Deute, strebe, begreife:
Auch von hinten besehen
Bin ich der gleiche"