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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Monday, May 21st 2007, 1:40pm

Stille Post

Stille Post

Ich werfe meine Flaschenpost
so weit ich kann
gegen den Strom.

Mir ist, als sei
sein Wasser wärmer gewesen,
als er noch andersherum floss.

Der Inhalt meiner stummen Briefe
ist dagegen immer gleich:
dicht verschlossen.


RPK 210507
Sammelsurium: Werkesammlung


Lymielle

Moderator

Date of registration: Jan 31st 2007

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2

Monday, May 21st 2007, 4:00pm

Hallo aNFANGENDe,

Quoted

Ich werfe meine Flaschenpost
so weit ich kann
gegen den Strom.

Das lyrDu bringt seine Meinung in die Menge, egal was alle anderen sagen. Es steht zu seiner Überzeugung.

Quoted

Mir ist, als sei
sein Wasser wärmer gewesen,
als er noch andersherum floss.

Alles war einmal anders, jeder ging seinen Weg und einigen begleiteten die Meinungen und Ansichten des lyrDu. Jetzt schwimmen alle mit dem Trend, gehen in der Masse der Allgemeinheit unter und das lyrDu sticht immer noch als Individuum heraus.

Quoted

Der Inhalt meiner stummen Briefe
ist dagegen immer gleich:
dicht verschlossen.

Das lyrDu fühlt sich vielleicht unverstanden, einsam. Doch es hält nicht ab, weiter dem eignen Weg zu folgen. Es möchte der Masse etwas mitteilen, aber wird weder verstanden, noch gehört. Verzweifelt wird gegen jenen Strom angekämpft...

Was mir persönlich noch dazu einfällt, dass die Meinung des lyrDu eventuell weitergegeben wird, falsch, verfälscht, in anderer Form. Alles ist dagegen und scvhwimmt mit der Anpassung...

~*~

Mir gefällt dein Gedicht. Schön kurz, aber doch sehr ausdrucksstark.
Allerdings finde ich den Titel etwas verwirrend, anfangs zumindest. Da du mit der Flaschenpost beginnst. Trotzdem passt die Überschrift zu dem Inhalt deines Gedichts.
Schöne Arbeit.

Liebe Grüße,
Lymielle
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Rune

Professional

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Location: aus einem unbekannten Land.... vor gar nicht allzu langer Zeit

Occupation: Azubi

3

Tuesday, May 22nd 2007, 2:59pm

Hey AE.

Ich sehe etwas völlig anderes in deinem Gedicht. Ich sehe darin eine wichtige Nachricht des lyrIch an das lyrDu. Ich sehe einen Streit, oder etwas ähnliches, was die beiden nicht miteinander sprechen lässt und ich sehe die Flaschenpost als eine Botschaft, die noch gedacht oder gechrieben wird und die vielleicht noch etwas retten könnte, aber auf jeden Fall dazu da ist, dem anderen das wichtigste noch einmal zu sagen. Allerdings bleibt diese Nachricht verschlossen, dass heißt, sie wird nur gedacht und niemand wird sie je lesen. Oder sie wird geschrieben und trotzdem nie gelesen.

Auf jeden Fall sehe ich mich darin. Ich bin ein solcher Briefeschreiber, der wichtige Botschaften schreibt und nie zu lesen gibt. Im Moment finde ich mich eindeutig darin wieder.

Mit einer Träne im Auge...

Rune
"Wie verächtlich gehen die Herrscher über Worte hinweg, die den Krieg verdammen, wie gelangweilt die Intellektuellen, weil diese Worte weder originell noch neu sind. Aber sie werden gelten, solange wir Kriege führen.
[...] Keine Zwerge auf den Schulter von Riesen werden wir sein, sondern ein Volk von Riesen, die einander viel zu schnell über den Kopf wachsen- aber wenn es drauf ankommt, schlagen wir einander den Schädel ein wie in den dunklen Zeitaltern."

Frank Schätzing >Tod und Teufel<

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4

Wednesday, May 23rd 2007, 2:22pm

Hallo Lymielle, hallo Rune,

zwei ganz unterschiedliche Assotiationen habt ihr in Euren Antworten beschrieben. Ganz wundern tut es mich nicht, der Text hat eine offene und eine verschlossene Ebene. Die offene ermöglicht selbst eine Lesart wie die von Lymielle, die die Richtung auch trifft, die ich da an Intention reingesteckt habe, nur mit Ausnahme der Interpretation von S2, die etwas abdriftet und ein "Mit-dem-Trend-Schwimmen" erkennen will, das sich aus dem Text nicht schlüssig herleiten lässt. Wenn, dann eher das Gegenteil. Aber ansonsten ist man dann schon überrascht und liest seinen eigenen Text ganz neu.

Bei dieser Ausnahme ist es also "so völlig anders" gar nicht, was Lymielle darin sieht. Dennoch ist Rune näher dran an der wenig erbauenden Situation, an der auf den Kopf gestellten Welt, in der sich die Fließrichtung des tragenden Stroms ändert und alles zurücktreiben läßt, was er vormals gerne als Verbündeter ("als er noch wärmer war") mitgetragen hat. Es wäre noch so viel zu sagen, aber es kommt nicht mehr an. Gesagt wird es dennoch, weil gefühlt; sorgsam verkapselt in Flaschen, dass wenigstens kein Wasser die stille Post zerstört, auch wenn sie wieder und wieser ungeöffnet zurückkommt.

Quoted

Mit einer Träne im Auge...
Ach neee - naja, hast ja noch ein zweites trockenes... ;)

Liebe Grüße
AE
Sammelsurium: Werkesammlung


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