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Date of registration: May 14th 2007

Posts: 3 wcf.user.activityPoints: 20

Location: Baden-Württemberg

Occupation: Schülerin

1

Tuesday, May 15th 2007, 2:53pm

Was kann ich tun?

Hallo Ihr,
zunächst möchte ich mich mal Vorstellen, hab mich gestern hier Registriert. Ich freue mich schon sehr aufs Schreiben und vielleicht findet man ja auch Leute welche die gleiche Einstellung haben wie man selbst. Ich bin gespannt.

Nun habe ich schon gleich mal eine erste Sorge auf dem Herzen.

Ein sehr guter Freund von mir, der eigentlich wie ich nicht getauft ist hat vor einem Jahr "den Weg zu Gott" gefunden. Damals hat ihn seine Freundin verlassen, er verlor den Führerschein hatte edliche Schulden etc. Dann ging er an diesem Weihnachtsabend in die Kirche und seit dem ist er dort jeden Sonntag.

Nun mein Problem liegt darin dass er immer meint, sobald er mit einem Problem konfrontiert wird, muss er beten... Nicht das ich das jetzt schlimm finde, aber er kapselt sich eben immer mehr vom eigentlichen Leben ab, und löst sich von Freunden und Familie..
Ich habe Angst das er den GLAUBEN >an sich selbst< verliert.

Könnt ihr mir vielelicht sagen wie ich ihm helfen oder was ich ihm raten soll??
Es liegt an einem Selbst, wie die Zukunft aussieht.
Nicht an "Gott".

Toby

Sage

Date of registration: Oct 2nd 2003

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2

Tuesday, May 15th 2007, 4:37pm

Es ist schwierig, auf einen Einzelfall sozusagen "per Ferndiagnose" Rat zu geben, insbesondere dann, wenn man kein Psychologe o.ä. ist; als gute Freundin hast du aber die Chance, ihn aufzuheitern und ihm Kraft zu geben, wenn er das in dieser Lebenslage braucht; vielleicht hilft ihm aber auch ein Gespräch mit einem Theologen oder Psychologen, je nachdem. In jedem Fall, denke ich, hilft es ihm, wenn er eine Menge guter Freunde um sich hat (wie du es ja offensichtlich bist), die ihm zeigen, dass er nicht allein ist und dass er nicht alles alleine bewältigen muss. Wie gesagt, übers Internet pauschale Ratschläge zu erteilen, insbesondere wenn man die betreffende Person nicht kennt, ist problematisch und deshalb versuche ich es auch gar nicht erst.

All the best. NTSR
"Ach, aber mit Versen ist so wenig getan, wenn man sie früh schreibt. Man sollte warten damit und Sinn und Süßigkeit sammeln ein ganzes Leben lang und ein langes womöglich, und dann, ganz zum Schluß, vielleicht könnte man dann zehn Zeilen schreiben, die gut sind. Denn Verse sind nicht, wie die Leute meinen, Gefühle (die hat man früh genug), - es sind Erfahrungen."
(Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge)

Date of registration: May 14th 2007

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Location: Baden-Württemberg

Occupation: Schülerin

3

Tuesday, May 15th 2007, 5:37pm

Naja es ist nur Schwer da ich auch nur Web Cam Kontakt und übers telefon zurzeit Kontakt zu ihm habe, da ich vorrübergehend am Bodensee bin und er in berlin sitzt...

Aber trozdem Danke für deine Antwort...
Liebe grüße
Es liegt an einem Selbst, wie die Zukunft aussieht.
Nicht an "Gott".

Puck

Professional

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4

Thursday, May 17th 2007, 7:04pm

das mit dem glauben is immer schwer zu beurteilen, wenn man die betroffene person nicht kennt. So kann man halt nur eher allgemein was zu dem Thema sagen.

Wenn er seinen Glauben so gefunden hat als es ihm schlecht ging, und es ihm damit nur besser geht, finde ich ist das doch was gutes.

Allerdings kenn ich das mit dem "ach ich bet einfach mal und dann wird Gott meine Probleme schon lösen" auch.
Ich hab eine sehr gute Freundin die echt total religiös ist, ich hingegen bin es eigentlich überhaupt nicht. Am Anfang hat ich echt Probleme damit wenns immer hies "gott sagt dies" "gott sagt das" "gott wird dir helfen", doch inzwischen komm ich damit gut klar. Weil ich denke wenn sie wen hat an den sie sich wenden kann und der ihr dann vlt hilft ihre Probleme zu lösen ist das ja echt ok. Manche Menschen brauchen halt einfach wen auf den sie vertrauen können.
Sowas muss man einfach akzeptieren ..sie zum Beispiel akzeptiert das ich nicht gläubig bin und ab und an meine bösen Witze über die Kirche reis und ich akzeptier das sie ein Papstfoto in der Brieftasche hat. :D

weiß jetzt nicht ob dir das weiterhilft aber ich dachte da meine situation vlt ähnlich ist tut sie das ja vielleicht

wünsch dir noch einen schönen tag
lg
Puck

jonny

Professional

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5

Saturday, May 19th 2007, 4:09pm

hey normal (ich lass das ab zum anfang doch erstmal weg ;))

also um dein problem noch mal auf den punkt bringen zu wollen: du hast angst das dein freund den glauben an sich selber verliert, weil er mehr glauben in gott steckt und dabei wohlmöglich vergessen wird, an sich selber zu denken/glauben. richtig?

aber bleibt mir die frage: was der glaube an sich selber ist?
an sich selber zu glauben und mut zu fassen, wenn man richtig down ist und überhäuft von problemen und dem damit verbundenen streß? oder der glaube an sich selbst, mit dem man sich selber über alles und jeden stellt? ich denke du sprichst das erstere an und ich kann da nur sagen, dass dein freund das in gewissem sinne schon tut, unbewusst natürlich.

denn, in dem er sich in problemsituationen an gott wendet, redet er ja schon mit sich selbst. wir wissen alle und brauchen uns hier nichts vorzumachen, man kann solange das angesprochene etwas gott nennen, es wird doch keine person sein.

tut dein freund es nun, hätte ich noch eine frage: geht es deinem freund dadurch besser?
falls das der fall ist, sollten ihn die freunde, von denen er sich allmälich abzu"kapseln" scheint, wieder zurück auf den boden der tatsachen holen, denn durch dieses beten zu gott, scheint er die probleme verdrängen zu können. er lässt den innerlichen balast einfach beim beten ab und fühlt sich im nachhinein erleichtert. für ihn ist das eine leichte sache, aber sowas kann natürlich banale folgen haben. übertreibt es dein freund und wiegt sich an gottes seite zu sehr in sicherheit, dann werden die probleme immer größer und die mauer, vor der er sich befindet, immer höher, sodass irgendwann ein punkt erreicht sein wird, an dem er nicht mehr über diese zu klettern vermag.

also rate ich dir, solltest du ihn darauf ansprechen. es wird sicherlich per internet nicht das selbe sein, wie ein privates 4-augen gespräch, aber auch blanke worte in einem chatfenster haben eine aussage.
und ist es ja auch sicherlich nicht so, dass du die einzige person bist, die ihm helfen kann. deine befürchtungen solltest du intern an alle "betroffenen" weitergeben und ihm dann gemeinsam die hand reichen.

ich bin mir sicher, dass das der schlüssel sein wird.

gruß und viel erfolg,

jonny

Date of registration: May 14th 2007

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Location: Baden-Württemberg

Occupation: Schülerin

6

Tuesday, May 22nd 2007, 1:49pm

Nun, meine Befürchtung ist halt, dass er zu sehr auf dieses "beten" vertraut. Ich war früher auch gläubig bis ich in die Therapie kam. Es hilft einfach nich das beten. Klar, ich aktzeptiere andere Gläubige, weil es jedem die seine Entscheidung ist ob man Glaubt oder nicht.
Nur meiner Meinung nach, ist es nur eine Art Stüzue die Menschen durchs leben tragen soll, weil sie es vielleicht allein nicht schaffen würden. oder warum sonst betet man zu jemand "höher stehendem" statt selbst etwas zu tun??
Ich finde es nicht schlimm wenn jemand den Glauben zu Gott hat, nur ist es halt in seinem Falle übertriben finde ich. Da er in letzter Zeit eben sehr viele Schicksalsschläge erlebt hatte, sein bester Freund ist ertrunken, siene Oma gestorben etc.

Und mit dem Glauben an sich selbst meine ich den Mut, dinge selbst in die Hand zu nehmen, den Mut zu sich selbst zu sagen dass das leben weiter geht, weiter gehen muss.
Es muss.
Er sagt ihm Hilft das beten, er hat auch schon eine Ganze Hompage darüber geschrieben. Aber trozdem ist er manchmal sehr traurig...
Und da er zurzeit am anderen Ende von Deutschland ist kann ich nichts tun, und Freunde hat er nicht sehr viele, seine Beste Freundin dort oben hat ihm ja erst zu diesem "weg" geraten...

Naja jedenfalls vielen Dank für eure beiträge, vorallem dir Jonny.
Hat dich bestimmt sehr viel Zeit und Mühe gekostet.
Vielen Dank
Es liegt an einem Selbst, wie die Zukunft aussieht.
Nicht an "Gott".

laughing_lupa

nicht einzig

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Location: dazwischen

Occupation: fragmentarier

7

Friday, June 29th 2007, 5:53pm

für mich hat glauben vor allem etwas mit dem glauben an den "göttlichen funken" in sich selbst zu tun. so abgedroschen das auch klingt, man wird sich wohl auch irgendwann etwas dabei gedacht haben...
betet man nur in problemsituationen wird man vor aqleem sich selbst nicht gerecht. dankbarkeit ist nicht nur gegenüber einem gott angebracht, der mal so eben aus der patsche hilft, glauben kann ermutigung zum selber ahndeln sein...

vielleicht später mehr...

gruß, gruß!

la.lu.
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

Waldameise

Intermediate

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8

Monday, August 20th 2007, 2:41pm

RE: Was kann ich tun?

Hallo,
Schwachsinn. Ja. Und zwar voll.
Man verliert sich nicht, wenn man betet. Wenn es ihm Kraft gibt, dann lass ihn nur machen. Ich bin auch nicht die Frau, die Sonntags in die Kirche geht, aber ein Zwiegespräch mit Gott ist allemal drin. Nicht in Form von beten, sondern in Form von "wirklich reden". Spinoza meinte Mal, dass das,w as in der Bibel steht und die Kirche übermittelt, so ne Art Gehirnwäsche ist und man muss sich Mal anschauen, wer und wie die Bibel zustandekam (wörtlich geschrieben). Nun, er meinte, jeder soll seine Art finden, mit Gott zu reden. Das finde ich ganz großartig. Also, wenn er beten will, dann lass ihn beten. Ich denke, das sollte Dir und anderen nicht peinlich sein. Man gewinnt sich selbst, denn beten ist eine Meditation. Das ist, so denke ich, sicher auch nur eine Phase. Die geht vorbei. Hast Du Sorgen, weil das uncool ist?
Verzeih meine Frage, aber die stellt sich mir automatisch.
al waldameise (ohne Bibel in der Hand)

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