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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Friday, May 11th 2007, 10:43am

Himmel und Erde

Himmel und Erde

Ich würde Dir aus weichem Wasser
gern ein Bett aus Wolken bauen,
die nie regnen, nur bedecken
was die Welt von Dir entblößt.

So könntest Du im Himmel wohnen
dessen Richtung endlos ist
und Dich im Südwind treiben lassen,
der den Horizont vergisst.

Du stießest nie an Weltengrenzen,
bliebst in Freiheit, unbedrängt;
ich könnte Dir im Traum begegnen,
wenn Du oben an mich denkst.


Doch harte Erde ist das Schicksal,
das mich Nacht für Nacht empfängt;
Mein Schrei, das Brüllen schwarzer Bilder,
reißt mich ständig aus dem Schlaf.

Geraubt ist alle sanfte Süße,
bitter aus dem Mund gespült.
Aus Höllenkissen streuen Daunen,
die an mir wie Glas zerschellen.

Ich stoße stets an Weltengrenzen,
bleib’ gefangen, abgedrängt,
ich werd’ Dir niemals mehr begegnen,
selbst wenn Gott die Erde lenkt.


RPK 110507
Sammelsurium: Werkesammlung


Inspira

Unregistered

2

Friday, May 11th 2007, 11:20am

RE: Himmel und Erde

Hallo AE,

das berührt und stimmt traurig. Ich finde Du hast den Kontrast sehr gut gefunden, ohne Schnörkel und findest Dich in der Realität wieder, die aus dem Wunschbild, was nur kurz tröstlich ist, fällt - mit und ohne Reim, hier wolkig, frei und sanft - dort hart, bitter, einsam.

In Strophe 4: Zeile 2 "die mich Nacht mich Nacht empfängt" würde ich das zweite mich in ein um tauschen.

Melancholische Grüße von Inspira

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3

Friday, May 11th 2007, 11:27am

Hallo Inspira,

flotte Antwort, der war noch nicht mal ganz getrocknet, da hast Du schon kommentiert. :]
Die angesprochene Zeile ist natürlich einfach nur ein Schreibfehler, das zweite "mich" gibt ja gar keinen Sinn und sollte "für" heißen. Dieses "für" ziehe ich Deinem Vorschlag "um" auch vor. Tag für Tag / Nacht für Nacht ist nicht so gestelzt wie Tag um Tag / Nacht um Nacht.

Quoted

Kontrast
Ja, das ist das Leitbild hier. Aber

Quoted

findest Dich in der Realität wieder, die aus dem Wunschbild, was nur kurz tröstlich ist, fällt
ist nicht ganz passend, denn S1-3 haben ein lyrDu, S4-6 ein lyrIch im Fokus.

Danke und liebe Grüße

Roland
Sammelsurium: Werkesammlung


autumncat

Professional

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4

Friday, May 11th 2007, 1:02pm

Hi ae,

eigentlich wollte ich dir als erste schreiben, hatte auch schon mein LOB fertig,
da machte mein PC *klick* und weg war alles.
Zum Glück nur eine vorübergehende Bockigkeit desselben :D

Ich hatte nämlich auch das doppelte "mich" endeckt und wollte dir ein "für" schenken ;)

So also Lob schon erwähnt, was sonst noch?
Ja, ein traurig-melancholischer Inhalt, zum Weinen eigentlich :(
Schöne, dem Text angemessene und passende Metaphern.

Sehr sehr gern gelesen.

Lieben Gruß
ac
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Es gibt nicht viel, das ich bereue; das aber ungemein.

Lymielle

Moderator

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5

Friday, May 11th 2007, 5:39pm

Hallo aNFANGENDe,

Du fängst mit wunderschönen Metaphern an, beiden ich den Mund vor Staunen nicht mehr zu bekommen habe. Ich dachte - wundervoll!
Doch dann stößt man beim Lesen auf die harte Realität. Sie trifft einen wie ein Schlag. Doch trotz des traurigen Inhaltes musste ich bei der letzten Zeile lächeln. Mir gefällt die Aussage, die Wortwahl - einfach schön!

Was mich beim Lesen allerdings wirklich störte, war die Tatsache dass sich deine Zeilen manchmal Reimen, und manchmal nicht. Es verwirrt. Nach den Reimen habe ich immer nach den folgenden Stimmigkeiten gesucht, doch da war nirgends ein Reim, ich habe keinen entdeckt. Da war auch keiner zu entdecken, weil es keinen gibt.
Soetwas lenkt mich immer wieder vom lesen ab, weil ich nach formellen Fehlern suche, wenn vorher eine gewisse Regelmäßgkeit oder bestimmte Reime die Verse zierten.

Liebe Grüße,
itzi
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

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6

Friday, May 11th 2007, 6:35pm

Bin noch zu müde zum konzentrierten Beantworten, einstweilen stelle ich aber als kleines Experiment einmal die "Kehrversion" ein und bin gespannt auf Reaktionen, was die (Aus-)Wirkung angeht...


Erde und Himmel

Harte Erde ist das Schicksal,
das mich Nacht für Nacht empfängt;
Mein Schrei, das Brüllen schwarzer Bilder,
reißt mich ständig aus dem Schlaf.

Geraubt ist alle sanfte Süße,
bitter aus dem Mund gespült.
Aus Höllenkissen streuen Daunen,
die an mir wie Glas zerschellen.

Ich stoße stets an Weltengrenzen,
bleib’ gefangen, abgedrängt;
ich werd’ Dir niemals mehr begegnen,
selbst wenn Gott die Erde lenkt.


Doch Dir will ich aus weichem Wasser
gern ein Bett aus Wolken bauen,
die nie regnen, nur bedecken
was die Welt von Dir entblößt.

So könntest Du im Himmel wohnen
dessen Richtung endlos ist
und Dich im Südwind treiben lassen,
der den Horizont vergisst.

Du stießest nie an Weltengrenzen,
bliebst in Freiheit, unbedrängt;
ich könnte Dir im Traum begegnen,
wenn Du oben an mich denkst.
Sammelsurium: Werkesammlung


Lymielle

Moderator

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7

Friday, May 11th 2007, 6:39pm

Hallo aNFANGENDe,

die Aussage der Kehrwendung ist das Gegenteil der vorherigen Version.
Mir gefällt beides, obwohl mir die Zusammensetzung der ursprünglichen Form mehr zusagt.

Meine Kritik zu den Reimen und vorallem dne nichtvorhandenen Reimen bleibt weiterhin bestehen. Stört mich in dieser Version aber irgendwie weniger als in der ersten.

Liebe Grüße,
itzi
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

autumncat

Professional

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8

Friday, May 11th 2007, 7:59pm

Interessantes Experiment - auch das gefällt.
Mich stören die Reime, die nicht da sind, nicht ;)

Gruß!
ac
Verzeichnis der Katzenspuren

Es gibt nicht viel, das ich bereue; das aber ungemein.

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9

Friday, May 18th 2007, 11:21am

@Katzi

Quoted

eigentlich wollte ich dir als erste schreiben, hatte auch schon mein LOB fertig,
da machte mein PC *klick* und weg war alles.
Whoa, wie gemein. 8o

Quoted

Zum Glück nur eine vorübergehende Bockigkeit desselben
Na siehste, die sind nur manchmal launisch, die Dinger.
Danke für Deine Stellungnahme zum Gedicht :] .

@ Lymielle:
Fehlende Reime, mmh. Eigentlich ist der Text reimlos. Es gibt 2 Stellen, die sich dennoch reimen: angedrängt / Erde lenkt (unrein) und ist / vergisst. Das ist nun eigentlich zu vernachlässigen. Die Strophen 3 und 6 sind parallel gebaut, also eigentlich auch keine "Reime".
Wenn, dann darf man hier also nicht nach fehlendenReimen fragen, sondern müsste die Forderung aufstellen, es sei eine Frage eines Entweder-Oder. Ich sehe aber keinen Grund, warum nicht auch einmal "ist" auf "vergisst" treffen soll, in so einem langen Text. Wer sagt denn, dass Reime oder Ähnlichklänge vollkommen vermieden werden müssen, wenn es kein echtes Reimgedicht ist, und nicht auch einmal erwas einfach mit übereinstimmenden Endsilben auftauchen kann, ohne dass man im gesamten sonstigen Text gleich Reime fordert.

Daher kann ich das Gefühl, dass Du dann nach Reimen gesucht hast, nicht so ganz nachvollziehen. Kann es daran liegen, dass der Text metrisch geschrieben ist und man da allzu leicht auch gleich Reime "mitverlangt"? Ich meine, es kann sehr wohl ein einheitliches Versmaß auch ohne Reime existieren.

Quoted

Was mich beim Lesen allerdings wirklich störte, war die Tatsache dass sich deine Zeilen manchmal Reimen, und manchmal nicht. Es verwirrt.
Wie gesagt, das manchmal ist sehr sehr manchmal. Von den 2-3 Dingern ausgehend, die ja nicht einmal am Anfang vorkommen, plötzlich überall nach Reimen zu suchen, verstehe ich nicht so ganz.
Die Empfindung von ac dazu ist ja anscheinend auch anders gewesen:

Quoted

Mich stören die Reime, die nicht da sind, nicht


Nun ja. Das Kehrexperiment habe ich einmal gepostet, um bei dieser Art von Kontrast einmal zu zeigen, wie ein an sich völlig gleicher Text auf den Kopf gestellt von einem düsteren Gebilde zu einem Hoffnungstext werden kann, alleine durch Änderung von Standpunkt, Richtung und Fazit. Er bleibt aber besser so herum, wie er ist... ;)

Liebe Grüße
AE
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MissRose

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10

Monday, July 2nd 2007, 11:20pm

Kehrversion oder Orginal???

Ich finde beide Versionen echt interessant und auch sehr schön, aber die erste berührt mich einfach mehr. Ich weiß zwar nicht genau warum, aber die Kehrversion finde ich irgendwie so "hart" geschrieben.
Aber schön, dass du dir auch Gedanken über ein Kehrversin gemacht hast.

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11

Tuesday, July 3rd 2007, 10:45am

RE: Kehrversion oder Orginal???

Hallo MissRose,

Quoted

die erste berührt mich einfach mehr.
Danke für Deinen Leseeindruck. :)
I

Quoted

ch weiß zwar nicht genau warum, aber die Kehrversion finde ich irgendwie so "hart" geschrieben.
?( Es ist doch genau derselbe Text, nur umgedreht. Anders geschrieben kann er also nicht sein. ;)

Quoted

Aber schön, dass du dir auch Gedanken über ein Kehrversin gemacht hast.
dito

Liebe Grüße
AE
Sammelsurium: Werkesammlung


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