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Odradek

Master

Date of registration: Mar 9th 2007

Posts: 727 wcf.user.activityPoints: 4,605

Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

1

Tuesday, May 1st 2007, 7:53pm

Verrenkungen

.


Verrenkungen



Heute will ich einmal ein Gedicht versuchen.
Ach, so schwierig kann das doch nicht sein.
Man nehme Reim und Metrum (nein, da hilft kein Fluchen),
ganz genauso wie beim Backen eines Kuchen:
Ei und Mehl und jetzt ... fällt mir der Reim nicht ein.


Erstens brauche ich ein kluges, tiefes Thema,
etwas mit Gedanken, Herz und Sinn.
Zudem benötigen die Reime auch ein Schema.
Schließlich mach ich mir's im Sessel dann bequema
solchermaßen krieg ich es bestimmt gut ... geregelt.


Pointen sind die Würze eines solchen Textes:
Jeder lacht doch gerne, wenn er liest!
Doch hier in meinen Zeilen lauert was Verhextes.
Welche Pointe kommt als drittes, viertes, fünftes ... ?
Pointenblüten blühen nur, wenn jemand sie düngt.


Irgendwie will es bei mir nicht so recht klappen ...
Was will ich denn mit dem Gedicht bezwecken?
Die Reime sind nur ... ääh: "Attrappen" würde passen.
Meinen dichterisch so knappen Kassen fehlen
Wort-Beträge an allen Ecken und Enden.


Heute will ich einmal ein Gedicht versuchen ...
Mir fällt ums Verrecken nichts mehr ein.
Oh dieses Dichten macht mich geistig zum Eunuchen!
Ach, ich werd's wohl unter "Hirn verrenkt" verbuchen
– und lass es künftig tunlichst bleiben!

.

.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Kirmet

Trainee

Date of registration: Apr 20th 2007

Posts: 43 wcf.user.activityPoints: 280

2

Tuesday, May 1st 2007, 8:38pm

Re: Verrenkungen

Hallo Odradek,

wie war, wie war. Trotz allem ein schönes Stück.

Gruß Kirmet

Lymielle

Moderator

Date of registration: Jan 31st 2007

Posts: 1,494 wcf.user.activityPoints: 8,225

3

Thursday, May 3rd 2007, 2:37pm

Hallo Odradek,

gefällt mir unheimlich gut - zum schmunzeln schön!
Danke für die Zeilen!

Quoted

und lass es künftig tunlichst bleiben!

Bitte nicht, sonst hab ich nichts mehr zum grinsen in meinem Leben!^^

Liebe Grüße,
itzi
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

4

Thursday, May 3rd 2007, 3:26pm

RE: Verrenkungen

Hallo Frank,

na da hat doch einer bewusst tiefgestapelt und einen Text über verkorkstes Schreiben absichtlich verkorkst. Du gibst uns Rätsel auf, welche richtige Variante dahintersteckt, die "Lösung" also, die der tumbe Schreiber, obwohl naheliegend, nicht gefunden hat. Ich versuche mal, "ihm" zu helfen und die Formulierungen zu ergänzen...

Quoted

Original von Odradek - mit "Lösung" von AE
. Lösungen in fetter Schrift


Verrenkungen



Heute will ich einmal ein Gedicht versuchen.
Ach, so schwierig kann das doch nicht sein.
Man nehme Reim und Metrum (nein, da hilft kein Fluchen),
ganz genauso wie beim Backen eines Kuchen: ->gnihihihi: Kuchens :P
Ei und Mehl und jetzt ... fällt mir der Reim nicht ein.

-> weiß nicht, ob hier was fehlt, aber eine Idee habe ich trotzdem: und jetzt... alles in den Ofen rein :D ;( Ne, nicht wirklich :P


Erstens brauche ich ein kluges, tiefes Thema,
etwas mit Gedanken, Herz und Sinn.
Zudem benötigen die Reime auch ein Schema. (benötigen fällt aber metrisch runter, Frank ;) )
Schließlich mach ich mir's im Sessel dann bequema – pff sehr schöna Reim :D
solchermaßen krieg ich es bestimmt gut ... geregelt. -> hin.


Pointen sind die Würze eines solchen Textes:
Jeder lacht doch gerne, wenn er liest!
Doch hier in meinen Zeilen lauert was Verhextes.
Welche Pointe kommt als drittes, viertes, fünftes ... ? -> sechstes
Pointenblüten blühen nur, wenn jemand sie düngt. -> wenn man sie gießt.

Irgendwie will es bei mir nicht so recht klappen ...
Was will ich denn mit dem Gedicht bezwecken?
Die Reime sind nur ... ääh: "Attrappen" würde passen.
Meinen dichterisch so knappen Kassen fehlen
Wort-Beträge an allen Ecken und Enden.

So, hier in dieser Strophe ist es nun arg verrenkt: Die Reimwörter tummeln sich im Binnenvers statt am Versende, sogar doppelt, Attrappen/knappen passen/Kassen, Enden und Ecken sind vertauscht, da V1 auf bezwecken endet. Das "e" von Wortbeiträge schreit nach einer Elision


Heute will ich einmal ein Gedicht versuchen ...
Mir fällt ums Verrecken nichts mehr ein.
Oh dieses Dichten macht mich geistig zum Eunuchen!
Ach, ich werd's wohl unter "Hirn verrenkt" verbuchen
– und lass es künftig tunlichst bleiben! -> sein!

.

.


Soo, lieber Frank, Dein unbedarfter lyrIch-Schreiberling hat seine Lösung hoffentlich halbwegs so bekommen, wie Du es Dir gedacht hattest.
An die ganz verrenkte Strophe 4 muss er halt nochmal ran.

Es war mit dennoch eine Freud' zu lesen,
ist es auch verrenkt und ungelenk,
und wäre doch so leicht für ihn - äähm - zu machen,
wenn ich im Kopf es mir - überleg.

:D Nette Idee, Frank,

Liebe Grüße
Roland
Sammelsurium: Werkesammlung


Date of registration: Jan 8th 2006

Posts: 589 wcf.user.activityPoints: 3,185

Location: Faithland- Niedersachsen

5

Thursday, May 3rd 2007, 9:14pm

Ich muss ehrlich sagen Odra, dass ich sowas ähnliches auch in der letzten Zeit von NTSR gelesen hab, aber da gings nicht direkt ums Reimen und ich tu mal was hier für meine über 400 Beiträge. :]

Momentan liebe ich echt dieses :]-Smily... nun gut von dem Gelaber, ich komm mal nun ums verrenken nicht rum, dein Gedichtchen hier zu bewerten. Aber ehrlich gesagt steig ich mit deinen Farben nicht so ganz durch, ist aber auch nicht wild.

Also im Großen hat mir der Anfang ohne Ende schon die größte Arbeit abgenommen, da ich dir ja die eine PN geschickt habe, die nicht angekommen ist wegen deiner Überfüllung, weil mir da auch einiges aufgefallen ist, so wie dir bei meinen. :P

S1:
Ich finde es echt lustig, dass du es als Backrezept gemacht hast^^, und die eine Zutat fehlt um den Kuchen zu vervollständigen, denn ohne ihn gibts ja kein Kuchen, und wenn es das Backpulver ist, wo der Kuchen nicht aufgeht. :)

S2:
8o
Yeah, jetzt ist mir ein Licht aufgegangen y)
*lach* Was die Farben bedeuten sollen. Nein wie geil XD
Oder, ne haut nicht bei allen Sachen hin ;(
Sonst hät ich gedacht grün= richtig rot=falsch
Denn dieses geregelt finde ich, hast du so eingesetzt, dass es nicht in dein Gedicht reinpasst, so wie dir die fehlende Zutat fehlt.

S3:
Man ich brauch immer so ewig lange bei GF, weil ich immernoch 1000 Sachen nebenbei machen muss...
Naja, was heißt muss..also weiter :]
Hier komm ich wieder nicht mit den beiden restlichen Zeilen klar, da mich die Farben doch sehr verwirren, dass kommt davon, wenn man zuviel Kunst im Kopf hat, die Farben lenken ab und ich kann mir in dieser Zeile auch keienn gescheiten Reim machen. ?( Im wahrsten Sinne des Wortes.

S4:
In dieser Strophe passen zumindest die beiden roten Wörter als Reim zueinander :]...ich hänge immernoch...

S5
hier würde ich es auch schöner finden, wenn am ende das: SEIN steht, es klingt einfach schöner als Abschluß.
Andererseits ist das bleiben wieder rot ?( und du hast damit wieder irgendwas bezweckt ?(

Naja, das war zumindest mein Comment für heute :]

Faithy
~Glaubenslicht~

Odradek

Master

Date of registration: Mar 9th 2007

Posts: 727 wcf.user.activityPoints: 4,605

Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

6

Monday, May 7th 2007, 5:24pm

Hey vielen Dank Euch, meinen hiesigen Lesern :)


Rollen wir die Sache mal antwortmäßig von hinten her auf.
Also Faithy:

Quoted

Original von Faithlight
Ich finde es echt lustig, dass du es als Backrezept gemacht hast^^, und die eine Zutat fehlt um den Kuchen zu vervollständigen...

Mindestens die eine ... ;)

Quoted

Yeah, jetzt ist mir ein Licht aufgegangen y)
*lach* Was die Farben bedeuten sollen. Nein wie geil XD

Klasse! Schön!! =)

Quoted

Oder, ne haut nicht bei allen Sachen hin ;(

Halt ... 8o ... doch

Quoted

Sonst hät ich gedacht grün= richtig rot=falsch
Denn dieses geregelt finde ich, hast du so eingesetzt, dass es nicht in dein Gedicht reinpasst, so wie dir die fehlende Zutat fehlt.

Ja, das mit dem gereglet hast Du ganz genau getroffen ... das mit dem Grün/Rot war nicht so gemeint ...

Quoted

Hier komm ich wieder nicht mit den beiden restlichen Zeilen klar, da mich die Farben doch sehr verwirren, dass kommt davon, wenn man zuviel Kunst im Kopf hat, die Farben lenken ab und ich kann mir in dieser Zeile auch keienn gescheiten Reim machen.

Das sollte sie ja nun um Himmels willen gerade nicht: verwirren.
Da ging meine Überlegung als Schuss wohl nach hinten los ... :(

Du hattest doch schon anfangs gesagt:

Quoted

Aber ehrlich gesagt steig ich mit deinen Farben nicht so ganz durch, ist aber auch nicht wild.

Genau .. is' nich so wild.

DIESE FARBEN - - - sollten eigentlich nur so etwas wie "Sollbruchstellen" im Gedicht anzeigen.
Ja, genau: wo so etwas wie eine Zuatat fehlt - oder falsch eingeflickt wurde: falscher Reim, falscher Rhythmus ...
und die Stellen sollten damit klar deutlich sein - und so offenkundig, dass man die "korrekte" Lösung - eben das Einrenken dieser Verrenkungen - selbst im Lesen vollziehen kann.

Quoted

Str. 5: hier würde ich es auch schöner finden, wenn am ende das: SEIN steht

JAAAAAA! Genau das meinte ich! =)
Da hast Du's ja mitvollzogen und [für den armen verrenkten Schreiberling] korrigiert!
Deshalb ist diese Stelle farblich markiert. Damit man aufpassen kann: Hoppla, das könnte anders wohl besser sein ... und die Lösung springt dich direkt an ("SEIN").

ROLAND, Danke, Du hast ja dann alle orthopädischen Einrenkungen vorgenommen!
Du wirst zum modZärtlichen LyrikOrthopäden ernannt! :D
Sehr schön erläutert und aufgelöst - ganz genau in meinem Sinne! :]

Das System ist so: Die erste Strophe gibt das korrekte Reim und Rhythmusschema vor.
Die Strophen werden von der ersten bis zur vierten dann immer "verrenkter", folgen einer Steigerungslinie ... hatte sogar die Igee für eine zusätzliche [fünfte] Str., die dann überhaupt nicht mehr reimt und das Metrum gänzlich auflöst ... aber dann gäbe es ja keinen Vergleichsbezug mehr - und der Witz wäre weg.
Auch die vertrackste 4. Str. hast Du hübsch abgeklopft, Roland!

Quoted

ganz genauso wie beim Backen eines Kuchen: ->gnihihihi: Kuchens :P

Pscht, AE, nicht verraten ... da hast Du doch die einizige echte sprachliche Mutwilligkeit aufgestöbert .. aber keinem verraten, gell?!
Naja, in dem System der steigernden Fehlerhaftigkeit hat dann eben diese Zeile auch ihr Plätzchen. ;)


@ Itzi:

Quoted

und lass es künftig tunlichst bleiben!
Bitte nicht, sonst hab ich nichts mehr zum grinsen in meinem Leben!^^

Und das könnte ich wirklich nicht verantworten, Itzi! :D


@ Kermit:

Quoted

wie war, wie war. Trotz allem ein schönes Stück.

Wie war wer? :rolleyes: Wie war was? 8o Trotz wessen ... ?(


Ey, nochmal Danke für den Spaß, den Ihr damit hattet! ;)

Odra.


PS: Wär's ohne die Farben besser? Genauso deutlich? Oder deutlicher??
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Lymielle

Moderator

Date of registration: Jan 31st 2007

Posts: 1,494 wcf.user.activityPoints: 8,225

7

Monday, May 7th 2007, 5:30pm

Hallo Odradek,

ich habe dein Spiel auch durchschaut:

Mir ist es bei dem düngt -> gießen aufgefallen

und ich finde es einfach super!

Nachdem ich es kapiert hatte, machte der Titel auch Sinn!^^


Liebe Grüße,
itzi
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

laughing_lupa

nicht einzig

Date of registration: Jun 18th 2007

Posts: 318 wcf.user.activityPoints: 1,895

Location: dazwischen

Occupation: fragmentarier

8

Wednesday, June 20th 2007, 11:39am

tränentrockner...

wenn du meine tränen trocknen wolltest, so ist dir das ums verrecken nicht gelungen ;(

doch wenn es dich beruhigt: meine augen heulen freudennass vergnügt den mond an :D

hier ist schon so viel gesprochen
eine ewig lange litanei
meine aufmerksamkeit ist ungestört
kann nichts dafür, ich drehe brei

backe selbst nun einen kuchen
mache safran auch hinein
nach diesem musst du nicht lang schauen
ich setz ihn bei humor, satire, rätselhaftes rein

:P

gruß, gruß!

laughing_lupa

ps: das ding schimpft sich "wahlkampf"
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

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