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und ich weiß nicht, ob du X-Faktor (oder Factor
) kennst. Auf jeden Fall, wenn man sich ungefähr zwölf Folgen davon mal angeschaut hat, kann man das Ende meist voraussehen. Einer ist tot, die Freundin/Schwester/Bekannte liegt im Bett und träumt von der toten Person, sieht sie, folgt ihr, findet etwas, die Person verschwindet, die Sache ist noch da, es war kein Traum. Oder sieht irgendeine Person vor sich, verliebt sich, ist wirklich wach und erfährt dann, dass diese Person schon tot ist. So in etwa ist das oft aufgebaut. Natürlich kommen kleine Änderungen vor, wie z.B. bei dir halt ein Geburtstagsgruß. Aber richtig überrascht hat mich das Ende nicht.Date of registration: Dec 1st 2003
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Quoted
Original von Sarisand
Mit einem Ruck fuhr Lisa aus dem Schlaf hoch. Sie lauschte in die Stille, und obwohl sie nicht hätte sagen können, was sie geweckt hatte, brach ihr plötzlich der Schweiß aus.
„Lisa?“
Die Stimme ließ sie herumfahren.
Im Dämmerlicht, das durch die halb heruntergelassenen Jalousien fiel, erkannte Lisa einen Mann in der Ecke des
Schlafzimmers. „Johannes!“, entfuhr es ihr. „Was machst du hier?“
Noch ehe sie ihre Frage beendet hatte, wurde ihr bewusst, dass etwas nicht stimmte. Johannes konnte nicht hier sein, er war tot! Tot, gestorben bei dem Autounfall vor zwei Wochen. Er war nicht hier, nicht wirklich! Vermutlich träumte sie noch und wieder einmal von Johannes, wie in jeder Nacht seit dem Unfall.
Hannes war auf einer Party gewesen, hatte getrunken und gegen Morgengrauen seinen Kumpel gebeten, ihn nach Hause zu fahren. Dabei war der Typ genauso zu gewesen wie er selbst! Sie hatten sich dennoch ins Auto gesetzt und die Halbschranken am Bahnübergang offensichtlich ignoriert.
Jetzt stand Johannes hier, im Zimmer, in seinem Simpson-Schlafanzug und sah sie mit großen Augen an. Er hatte sie oft nachts geweckt, wenn er nicht schlafen konnte, sei es, weil seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hatte oder weil die Welt ihm anderweitig auf den Kopf zu stürzen schien. Sie hatte ihn jedes Mal wieder aufbauen müssen, immer sie, besonders nachdem Mama und Papa ein one-way-ticket zu den Engeln gebucht hatten.
„Lisa, bist du wach?“ Kaum merklich nickte sie, gleichzeitig aber protestierte eine laute Stimme in ihrem Hirn, die meinte, sie müsse noch träumen. Ein verschmitztes Lächeln flog über das Gesicht des jungen Mannes. Lisa runzelte die Stirn. Kein Darf ich dich stören? oder Kann nicht schlafen!, was war das für ein komischer Traum! Was wollte Hannes? Ein mulmiges Gefühl pflanzte sich in ihrem Magen fest, doch sie wünschte sich trotzdem nicht aufzuwachen. Träume waren schließlich der einzige Ort, an dem sie mit Hannes zusammensein konnte, wie früher.
In der Ecke drehte sich Johannes unerwartet um, öffnete die Zimmertür und winkte ihr. „Na los, steh´ schon auf!“, sagte er mit drängender Stimme und verschwand in den Flur. Einen Moment lang zögerte Lisa, dann warf sie die Decke beiseite, schlüpfte in ihre kuschelig-pinken Hausschuhe und folgte ihm. Misstrauisch spähte sie durch die Tür auf den kleinen Flur der Drei-Zimmer-Wohnung, Niemand da. Lisa ging langsam ein paar Schritte vorwärts, dann steuerte sie auf die halboffene Wohnzimmertür zu.
Als sie den größtenteils Ikea-eingerichteten Raum betrat, sah sie Johannes vor dem großen Regal stehen, er wirkte ungeduldig. „Na endlich, du Schlafmütze!“, sagte er erleichtert uns wandte seine Aufmerksamkeit dem Regal zu. „Was ist denn?“, wagte Lisa endlich zu fragen, nervös, dieser Traum gefiel ihr irgendwie nicht. Johannes sah sie nicht an, sondern deutete mit der rechten Hand auf das Holzregal. „Ich hab`s diesmal richtig gut versteckt. Richtig gut, damit du`s nicht wieder mal zu früh findest!“, erklärte er und grinste. Verdammt, wie sie dieses Grinsen liebte! „Was versteckt?“, hackte Lisa nach, worauf Johannes` Grinsen nur noch breiter wurde. „Als ob ich dir das sage, schau doch selbst nach!“, sagte er und trat einen Schritt zur Seite, um ihr Platz zu machen. „Es liegt im Spielestapel, in Papas Schachspiel. Da du ja nie damit spielst, hielt ich es für bombensicher!“ Er trat einen weiteren schritt zurück und winkte sie geregt heran.
Immer noch nicht sicher, was sie von all dem halten sollte, kam Lisa näher und stand schließlich vor dem Regal. Johannes indes beobachtete die junge Frau gebannt und nickte zustimmend. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, mit etwas zittrigen Händen griff sie nach der Schachtel des Schachspiels und zog sie aus dem Stapel Gesellschaftsspiele hervor. Mit beiden Füßen wieder fest auf dem Boden nahm Lisa die graue Spielpackung in die linke Hand und hob mit der Rechten den Deckel ab.
Der Unterkiefer klappte ihr herunter, wie benommen ging sie zu einem der alten Korbsessel und sank darauf nieder. Ihr Blick indes haftete auf einem A4-großen Blatt, das zu oberst in der Packung lag. Ein farbenfrohes Aquarell zeigte Hannes und sie selbst zwischen Strandmuscheln, Handtüchern und Sandburgen an der Ostsee. Sie kannte das Motiv, ein anderer Strandgast hatte das Foto von ihnen geschossen, weil der Selbstauslöser von Hannes` Kamera schon seit Jahren nicht mehr funktionierte. Das war im Sommer vor vier Jahren gewesen.
Lisa hob den Kopf, „Hannes, warum...“, begann sie, verstummte jedoch, als sie bemerkte, dass sie allein im Zimmer war. Johannes war verschwunden. „Hannes?“ Keine Antwort. Wieder überkam Lisa dieses komische Gefühl. War das Ganze nur ein Traum gewesen oder Einbildung? Oder hatte Johannes` Geist sie heimgesucht? Was war hier nur los? Mit vielen ungelösten Fragen im Kopf wandte sie sich wieder dem Aquarell zu. Behutsam nahm sie es aus der Schachtel, betrachtete es von Nahem und drehte es schließlich instinktiv um.
Auf der Rückseite, quer über das Blatt, liefen drei Zeilen in krakeliger Handschrift.
Liebe Lisa,
alles Liebe und Gute
wünscht Dir dein Hannes!
Ein stummer Schluchzer schüttelte Lisa, hastig legte sie das Bild beiseite, damit ihre Tränen die Farben nicht auflösten. Das Gesicht in den Ärmeln ihres Nachthemdes verborgen sackte sie in sich zusammen. Bei all dem Stress von Trauerfeier, der Beerdigung ihres Bruders und zahllosen Behördenschreiben hatte sie ihren Geburtstag völlig vergessen.


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Quoted
Original von Wolke
@hohlZahn:
Vielen lieben Dank auch, genau das, was ich kritisiert habe, findest du toll und was ich gut finde, machst du kaputt. Du bist mir einer...
Und noch was zu den Informationen, auf die du angespielt hast:
Wenn du ein Buch liest, findest du lauter solche überflüssigen Informationen. Ich weiß nicht, ob der Autor das macht, um es in die Länge zu ziehen oder einfach, weil es ihm Spaß macht, aber solche Informationen, finde ich, sind zwar in gewisser Weise überflüssig, aber dennoch gehören sie dazu.
Ciao
Wolke




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