Hallo Roland,
Diesen Text wollte ich schon kommentieren, seit ich den Titel gelesen habe.
Also, denn man tau!
Bittermandelduft
Es ist irgendein Tag im April,
kein besonderer, keiner mehr
dieser überlangen,
die vierteljährig täglich
den Staub zusammen kehrten
und ihn mit Freude banden.
Bittermandeln sind doch giftig, in kleinen Mengen nur zum Backen gut, oder? Dazu noch das Bittere allein. Das Leben duftet bitter?
Irgendein Tag im April, das hört sich leicht gleichgültig an. Dem lyr. Ich ist die Zeit egal.
Den April verbinde ich immer mit Wankelmut, nicht nur wegen dem Wetter. Diese Assoziation hilft mir hier nicht wirklich weiter, leider.
Die blaue Blume blüht nicht mehr
durch Fenster aus Milchglas.
Luftdicht eingeschlossen atme ich
Bittermandelduft aus welken Blüten.
Die blaue Blume, ist Frost gemeint? Und durch Milchglasscheiben kann man weder nach außen noch nach innen sehen. Resignation des lyr. Ichs. Es ist eingeschlossen.
Heimlich, nur wenn sie’s nicht sieht,
da geh ich vor die Tür und hauche Tau
in kalte Morgenluft. Vielleicht wird er
ein Tropfen Licht, irgendwann.
Doch ein Stückchen Hoffnung, ein wenig Rebellensein hat es sich bewahrt. Bleibt mir die Frage, wer "sie" ist. Aber das spielt hier vielleicht nicht so die Hauptrolle.
Schöner Text, er malt Bilder aus Frost in die Luft und gibt doch nicht auf. Der Sommer kommt, ganz bestimmt und irgendwann wird alles wieder gut.
raba