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Date of registration: Dec 16th 2006

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Occupation: Schwarzbuntes verstreuen

1

Tuesday, April 10th 2007, 4:09am

seitenweise

seitenweise

buchspuren am strand
fangfragen nicht
nach gedankenbildern
oder warum
sollten sie
ihre zahllosen seiten
aus purer neugier
mit wellenschaum schmücken
dabei wird nur
fremdsein verloren
Wir müssen nur wollen.

Pseudonym

Lyrisches Licht

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2

Tuesday, April 10th 2007, 11:17am

Hallo Rabenballade

ich versuche mal eine Interpretation inklusive Kritik.

zunächst mal fällt auf wenn man dein GEdicht liesst, dass du insofern solide "arbeit" geleistet hast, dass du die Wortfelder 2er metaphorischer Ebenen durchgängig und ohne ausschweifungen verbindest. In diesem Fall Mee, Strand & Buch, Schrift.

Quoted

seitenweise


Quoted

buchspuren am strand
fangfragen nicht
nach gedankenbildern


buchspuren muss man sich vor dem geistigen Auge leider selbst konstruieren, da es sie weder als Wort noch als Gegenstand gibt so viel ich weiß dadurch entsteht unklarheit in diesem Bild: ich lasse es mir offen. Die folgende Zeilen Nr.2 und 3 gefällt mir, da sie sich nahtlos einfügen, eine klarere Aussage triffen über die man dennoch nachdenken kann, da die Aussage nich tklar auf der Hand liegt.
Hier wird der Schluss nahegelegt interpretiere ich mal frei, MEnschen wollten immer mit zu zwanghafter Absicht Wirkungen durch ihr Handeln zB Schreiben bewirken (fangfragen nach Gedankenbildern) sehr schön gelöst. Wie eine schöne Muschel die am Strand liegt finde ich.

Quoted

oder warum
sollten sie
ihre zahllosen seiten
aus purer neugier
mit wellenschaum schmücken


leider bezieht sich die rhetorische Frage: "warum sollen sie" auf die mir unklaren "Buchspuren" daher kann ich nichts all zu klares damit anfangen. Dennoch: es geht eben um Bücher und dem was sie hinterlassen, jetzt hakt die Logik aus: ich kann keine Erklärung finden warum die Bücher jetzt aus purer NEugier sich mit Wellenschaum schmücken sollten. Genau ist ja die Frage des Dichters/ der Dichterin. Dadurch wird ein verwirrender Effekt erzielt. Du stellst eine absurde rhetorische Frage, normalerweise sind rhetorische Fragen ja leicht beantwortbar^^. Dann folgt aber eine nich tminder verwirrende Folgerung auf die für mich als Leser nicht beantwortbare Frage:


Quoted

dabei wird nur
fremdsein verloren


dies legt nahe, dass fremdsein erwünscht ist, da es nicht verloren gehen soll. Es befürwortet also die VErwirklichung des Individuums in seiner ganzen andersartigkeit im vergleich zu einem anderen Individuum seiner Art. Weiter nehme ich an, dass der Grund hierfür darin liegt, dass man nur durch das fremdsein anderer Menschen seine eigenes "Fremdsein" gespiegelt bekommt und sich dadurch selbst kennen lernen kann. Was viel aufregender und spannender ist als wenn man mit lauter über einen kamm geschorenen 0815 Harvard Studenten beim Kaffe Klatsch über das Wetter small talkt und sein Handeln sowie ausgesagte Inhalte an genormten übergeordneten Systemen orientiert.


Fazit: Ein Gedicht in dem der Individualität gehuldigt wird oder so ähnlich :)
Und persönlich gefällt mir die Wirkung die dein Schluss erzielt sowie die Unauflösbarkeit gewisser Bilderund Fragen im Gedicht ohne es völlig unkenntlich zu machen.

Grüße,
Tao.

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3

Tuesday, April 10th 2007, 5:59pm

Hallo Tao,

Danke für Antwort und Interpretation und so. =)

Die Interpretation schrammt ein wenig an meiner vorbei, aber macht fast nichts. Das Fazit trifft es dann wieder genauer, aus welchem Grund auch immer. ?(

raba
Wir müssen nur wollen.

PeachesInTheOcean

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4

Tuesday, April 10th 2007, 7:16pm

Hallo Rabenballade,
ein interessantes Werk hast du da.
Ich lese daraus eine Kritik an einer bestimmten Art von Texten, die immer wieder auftaucht, ordinär und langweilig ist.
Der Strand steht für die „echte“ Lyrik. Das Kennzeichen dieser Werke, ihre Spuren, ist eben ihre Echtheit, d.h. sie bestehen bedingungslos und müssen für ihr Verständnis nicht bestimmte Handlungen betätigen wie, Fangfragen zu stellen oder sich mit gewissen Scheinmitteln zu brüsten(Wellenschaum), um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sie sind einfach in ihrem Sein so vielseitig (zahllose Seiten), dass sie jeden individuellen Leser ansprechen können (das mit dem Fremdsein hat Tao ja schon schön erklärt) und das nicht willkürlich (pure Neugier).

LG

Spiele kein Lied, das du selbst nicht hören kannst.

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5

Thursday, April 12th 2007, 5:14pm

Hallo Peaches,
interessante Interpretation. :)
Daran hatte ich eigentlich überhaupt nicht gedacht, aber ich finde es immer wieder spannend, wie verschieden Gedichte interpretiert werden können.
Danke fürs Lesen und (anders)verstehen.

raba
Wir müssen nur wollen.

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