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Odradek

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Date of registration: Mar 9th 2007

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Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

1

Wednesday, March 28th 2007, 4:43pm

Der dunkle Atem

DER DUNKLE ATEM



Schattenpantomime
stummer Falter:
Das Dunkle atmet dich
schwer
Die Uhr hinkt
und im Wasserglas an der Tischkante schwimmen
ausgerissne Fliegenflügel
Manchmal schmeckt die Luft nach Mandeln
und die Zeit riecht scharf nach Schorf
Der dunkle Atem
ätzt dir die Lider weg


der blick erstarrt auf schwärzlichen melismen zug um zug,
die durch die häuserspalten gellen als choralgesang der meute



-----------


Dunkler Atem
füllt die Alveolenhöhlen
und die Brust beschlägt,
schlägt


der puls gerinnt in tiefen melodien, wenn genug
der flügelschuppen wie ein rauch aufsteigen gestern, morgen, heute



-----------


Der dunkle Atem
legt sich grau als Mehltau
auf die Hände, deren Finger
in den Hals des Schwanes krallen
die Federn zerdrücken
das Fleisch durchbohren
damit er singt
... und er singt:
Tribut ... Tribulat
Tribulat Bonhomet

Asperges me!

Die Kathedralgesangbuchstunde
wandelt hinkend durch die Zeit
sich zu dem
dessen immer sie war
- feuchte Fäulnis -
zum Fakt,
den Pharao spricht
als Glyphen-Menetekel-Melodie
in schwärender Kanopenschwärze
Aspergillus me!

Der dunkle Atem stockt
er steckt im Hals
des schwarzgebratnen Schwans,
der singt:
Olim lacus colueram
modo niger et ustus fortiter

und steigt dann staubgrau auf
hoch über Land
hoch über alle Land
hoch überall


-----------


aus allen alveolen stieben seufzer gegen den,
der seine sieben Sinne mählich findet zwischen dorf und hadern



Dunkler Atem
füllt die Häuser, denen
Gellen aus dem Hals hängt
hinter Rauchglas


-----------


vor frost verspürn die falter atmend all ihr Untergehn
im kalkwerk, wenn der rauch des branntkalk noch rigolt durch alle Adern



"Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz":
Der dunkle Atem
ätzt dir die Lieder weg
.
.
.
Der dunkle Atem
kontaminiert euch
kontaminiert uns
alle



.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Chepre

Unregistered

2

Thursday, April 26th 2007, 10:38pm

guten Abend, Odradek :)

ohne große Worte ... ich fang jetzt einfach mal an :rolleyes: und versuch mich an diesem Riesenteil, wo irre viel an Gedanken drinsteckt. So viel :), dass ich sehr lang gebraucht hab, um ein einigermaßen zusammenhängendes Bild davon zu kriegen. Aber, du weißt es, es hat mich nicht mehr losgelassen. ;)

Deine mathematische Struktur lass ich außen vor :D, ich hoffe, du verzeihst! :P

Irgendwann hatte ich so große Töne gespuckt, dass ich wüsste, was "der dunkle Atem" nun wirklich ist. Nein, ich weiß es nach wie vor nicht :rolleyes: , aber das ist für eine Interpretation wohl auch nicht unbedingt notwendig.
Im Moment tendiere ich zu so etwas wie zerbröseltem Schorf oder so. :)

Nun muss ich schon einen Bogen schlagen zu was ganz anderm :), wenn ich auf was weiteres kommen will, was der Atem sein könnte ...
Du schriebst:

Quoted

Dunkler Atem
füllt die Alveolenhöhlen

und

Quoted

"Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz":


Letzteres ist aus folgendem "Text", dem "Pierrot Lunaire", aus dem französischen von einem gewissen Albert Giraud (von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte): http://www.gatsby.ucl.ac.uk/~qhuys/words…ot_lunaire.html
Das Zitat ist aus dem achten Gedicht.
Die Sache mit dem dunklen Atem, der die Lungenbläschen füllt, erinnert ja sehr ans Rauchen, und das wiederum scheint mir auf Gedicht Nur. 16 zu zeigen. Aber das eher entfernt.

Ansonsten kann man wohl sagen, dass das Hauptmotiv deines Textes auf diesen Gedichten fußt.

Dein Text ließ mich außerdem an das alte Ägypten denken, genauer an den Glauben vom Tod und das danach.
Es war, soweit ich weiß ?(, in etwa so, dass man zB einen toten Pharao zuerst einbalsamierte, dann ein Ritual durchführte, was ihn wieder "lebendig" machen sollte (ein Priester pustete ihm einen Odem in die Nase) und dann sollte er ewig bei seinen Göttern leben usw.

Jetzt könnte ja der Pharao selber der sein, der den dunklen Atem atmet. Der Ansatz ist mir im Moment am liebsten, weil ich von da meine Gedanken sehr gut weiterspinnen kann. Ich verknüpfe von hier aus einfach mal zu ein paar Motiven deines Textes und erkläre, was ich dann daraus lese. :)

Die schwarzen Falter und die Fliegen sehe ich dann einfach als Symbol für den Tod, weil Fliegen sich ja oft bei "Kadavern" tummeln usw. Außerdem passen die Falter gut zu Dunkelheit (was wieder auf Tod und Pyramidenkammern usw deuten kann :) ), weil Nachtfalter ja im Allgemeinen alles andere als bunt gefärbt sind.
Ich stelle mir das nun so vor, dass der Pharao sich kurz vor einer "Wiederauferstehung" befindet. Die Rückkehr der Mumie und so. ?( Wenn man sich jetzt in Gedanken mal in die Kammer begibt, wo der Sarkophag steht, dann ist diese Kammer nach meinen Gedanken "vollgestopft" mit schwarzen Faltern, die dort herumflattern, die sich über ewig lange Zeit bei der Mumie des Pharaos fortgepflanzt und dann da gesammelt haben
Hoffentlich verstehst du, was ich meine. ?(

Quoted

zum Fakt,
den Pharao spricht
als Glyphen-Menetekel-Melodie
in schwärender Kanopenschwärze

... waren deine Worte, und die scheinen mir zu meinem Ansatz zu passen. Glyphen für Hieroglyphen an den Wänden (die ja schon das ewige Leben des Pharaos beschreiben und so), Menetekel als Warnung vor einem Unheil, das kommen wird und das dein Text nicht verrät. Vielleicht verursacht Pharao dieses Unheil selbst, vielleicht fungiert seine Figur auch so ähnlich wie ein Prophet.
Das mit der Kanopenschwärze gefällt mir ganz gut. :) In Kanopengefäßen wurden ja, wenn die Leiche einbalsamiert wurde, die Organe der verstorbenen Person aufbewahrt, also Herz, Leber usw. Die Kanopengefäße wurden dann, glaube ich, mit in die Grabkammer gestellt. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass das Herz des Pharaos wieder anfängt zu schlagen, dass Leben in ihn zurückkehrt oder sich in ihm verwirklicht, dass er aufersteht.

Quoted

Manchmal schmeckt die Luft nach Mandeln
und die Zeit riecht scharf nach Schorf

Die Stelle gibt mir Rätsel auf. Ich kann mir nicht wirklich denken ?(, wofür die Mandeln stehen sollen. Aber sie lassen an Blausäure denken (-->"der dunkle Atem ätzt dir die Lider weg") und Blausäure kann natürlich tödlich sein, zB beim Einatmen. ;)
"Schorf" kann man vielleicht auf den ganzen Vorgang an sich beziehen: Das Auseinanderbrechen alter Verhältnisse, die Verwundung der heilen Welt usw. Lässt mich auch daran denken, dass vielleicht von einer Wunde, die bis zu diesem Zeitpunkt mühsam "geschlossen" gehalten wurde, der Schorf nun doch abbröselt, sich in "Raum und Zeit" verteilt und dass also niemand sicher ist vor dem Blut, was aus dieser Wunde strömen wird. Ist es das Blut des Pharaos? Ist die Wunde seine?

Ein weiteres zentrales Motiv deines Textes ist der Gesang.

Quoted

der blick erstarrt auf schwärzlichen melismen zug um zug,
die durch die häuserspalten gellen als choralgesang der meute

und

Quoted

den Pharao spricht
als Glyphen-Menetekel-Melodie

können Beispiele sein.

Und da komm ich gleich zu einer weiteren Figur deines Textes :), nämlich dem Schwan. Wo du den her hast :P, darüber hatten wir uns schon unterhalten (http://www.kunstverein-duesseldorf.com/c…d=530&Itemid=83), aber wie der einzuordnen ist, bin ich mir nicht sicher. Vielleicht als Symbol für Reinheit, für Unschuld? Ist Pharao der, der ihn tötet? Ich denke schon.
"Tribulat Bonhomet": Auf der Seite, wo der Link da hinlinkt ?(, heißt es

Quoted

unser berühmter Freund, der Doktor Tribulat Bonhomet,
, aber ich möchte das hier lieber zu übersetzen versuchen, was nicht leicht fällt. ?( "Tribulare" heißt "eindringen" oder "bedrängen", "Bonhomie" ist laut Fremdwörterbuch :D die "Biederkeit", dann müsste "tribulat Bonhomet" so etwas sein wie der biedere Mensch dringt ein. Was ich wieder nicht einordnen kann, wenn es überhaupt einigermaßen getroffen ist. ?(

Mal schauen, was der Schwan noch so singt.

Quoted

Asperges me!

... heißt "streue mich hin", was zu dem passt, was Wikipedia dazu sagt:

Quoted

Asperges me ist der Name eines gregorianischen Chorals, welcher vor der Liturgiereform des zweiten Vatikanischen Konzils zur Austeilung des Weihwassers gesungen wurde.

Da blickt der Chorleiter und Musikbegeisterte durch die Zeilen. ;)
Dieses Motiv ist freilich gelungen. Es passt sowohl zum dunklen Atem, der sich ausbreitet, es passt zum bröselnden Schorf, zum sterbenden Schwan, der in die Ewigkeit eingehen wird, sich also in gewisser Weise auch zerstreut ... und außerdem passt es noch zu folgender Stelle:

Quoted

der flügelschuppen wie ein rauch aufsteigen gestern, morgen, heute

Flügelschuppen müssten die der Falter und Fliegen sein, von denen dein Text außerdem spricht. Das scheint nun wirklich auszudrücken, dass sich dein Gedicht "am Rande der Zeit", mehr noch am Ende der Zeit als solchem bewegt. Pharao hat die Fliegen und Falter, umgebracht ?(, als wäre er in eine Tötungswut verfallen.

Aber es muss erst eine bestimmte Anzahl sterben, bevor der Gesang des Schwans Wirkung zeigt, bevor sich die "Melodie" überhaupt verwirklichen kann, bis die Apokalypse wirklich eintritt.

Quoted

der puls gerinnt in tiefen melodien, wenn genug
der flügelschuppen wie ein rauch aufsteigen gestern, morgen, heute

Zeitlosigkeit, wieder der Hinweis auf den Schorf, nach dem die Zeit schmeckt (der also auch für erstarrte Musik stehen kann ?( ), und eben die Bedingung "wenn genug" ... Wie viele? ?( Da steig ich nicht duch.

Quoted

- feuchte Fäulnis -

Quoted

Aspergillus me!

Das scheint auch zusammen zu gehören. "Aspergillus" ist ein Schimmelpikz ?(, und mir ist absolut nicht klar, was du mit dieser Zeile sagen willst. :D Schimmelsporen als weitere Form des Atems, des Nebels, Mehltaus usw?
Wer soll denn der Schimmelpilz sein? ?( Oder sollte das "Oh ich Schimmelpilz" heißen? :( Dann müsste Aspergillus nämlich im Akkusativ stehn, glaube ich. :D
Die "feuchte Fäulnis" wird vermutlich durch den Atem verursacht. Das merkt man ja zB, wenn man in eine aus beiden Händen geformte Höhlung atmet: Feuchte, warme Luft. Lässt mich wieder an die Kanopengefäße denken. ;)

Quoted

Olim lacus colueram
modo niger et ustus fortiter

Ein Stück aus der Carmina Burana. :) Das passt wieder sehr gut zu dir ;) und auch im Text selbst natürlich. Dazu zitiere ich noch ein paar Stellen ...

Quoted

choralgesang der meute

Quoted

schwärzlichen melismen zug um zug

Quoted

Die Kathedralgesangbuchstunde
(wobei ich dieses Wort einigermaßen strange finde ?(, es klingt komisch und will sich mir auch nicht wirklich erschließen --> vielleicht kannst du an dieser Stelle eine weniger komplizierte Alternative finden)

Warum der Schwan unbedingt gegrillt werden muss (ustus fortiter), ist mir schleierhaft. ?( Oder hat das damit zu tun, dass Mumien auch meist schwarz sind? Oder damit, dass langsam, aber sicher, die Welt in sich "verbrennt" ("once I lived in lakes" usw)?

Der tote Schwan, der im Nachhinein noch aufsteigt und über "alle Land" fliegt, ist wohl selbst eine Art Dämon. Wenn Pharao aufersteht, warum soll nicht auch das Schwänchen weiterleben? ?( Für eine Erklärung über das Tier wäre ich dir dankbar. :D

Quoted

aus allen alveolen stieben seufzer gegen den,
der seine sieben Sinne mählich findet zwischen dorf und hadern

Das verstehe ich auch nicht so. Hier kommt eine zweite Person ins Spiel, die ich nicht greifen kann ... Die Alveolen sind ja nach meiner Interpretation die des Pharaos; es würde umso besser passen, wenn die sieben Sinne auch noch seine wären ...

Das mit dem Dorf ist überhaupt so ne Sache. ?( Dieser kleine Teil menschlichen Lebens, den du damit beschreibst (oder mit den Häusern, die etwas später folgen) scheint wie ein Vertreter für die ganze "Menschheit" oder "Zivilisation" zu fungieren, und wenn Gesang/Atem/Gellen/Rauch schon dieses kleine Stück nahezu "druchtränken", dann ist klar, dass es kein Entrinnen geben wird vor dem, was kommt.

Quoted

vor frost verspürn die falter atmend all ihr Untergehn
im kalkwerk, wenn der rauch des branntkalk noch rigolt durch alle Adern

Ich hatte irgendwo weiter oben überlegt, ob die Welt in sich verbrennt. Das hier scheint mich zu bestätigen :), weil die Häuser abgebrannt sein sollten, wenn der Rauch des Branntkalk sich durch die Adern von Pharao (den setz ich hier einfach mal ein :] ) gräbt.
Siehe dazu (aus wikipedia):

Quoted

Branntkalk wird in der Bauindustrie als Beimischung zu Mörtel verwendet.


Nachträglich versinkt die Welt nun in Frost. Noch mehr Falter sterben, wieder wie ein Symbol für die zu Ende gehende Zeit. Das sieht aus wie Schöpfung rückwärts: "Es werde Licht" (also Wärme), und bei dir geht erst das Licht aus (-->Falter), dann wird es kalt. Das Ende allen Lebens.

Quoted

"Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz":
Der dunkle Atem
ätzt dir die Lieder weg

Mit Z3 und 4 von diesem Stück wiederholst du die letzten Zeilen der ersten Strophe, der Kreis schließt sich so langsam.

Quoted

Der dunkle Atem
kontaminiert euch
kontaminiert uns
alle


"kontaminiert" springt sehr raus, finde ich. Das klingt nicht richtig. Vielleicht findest du dafür noch was andres, sowas wie "durchtränkt" zB ...

Ansonsten ... Die gleiche Aussage, die sich vorher schon abzeichnete: Kein Entrinnen, der Atem in allen seinen Formen legt sich über alles und jeden, und jetzt kommt mir noch ein Gedanke: Die Welt wird am Atem ersticken.

Oha, ich bin tatsächlich am Ende. :D Nach zwei Stunden Gerangel mit deinen Zeilen, Vorarbeit nicht mitgerechnet.

Aber das war (oder ist) es wert und ich hoffe, dass ich wenigstens an manchen Stellen in der Lage war, deine Intention zu treffen.

Die Form lasse ich außer Acht. Für den Inhalt spreche ich dir große Anerkennung aus :P, auch wenn das ganze natürlich verdammt schwere Kost ist, an der ich sehr lange gekaut habe, bevor sich so langsam ein Bild in meinem Kopf abzuzeichnen begann.

Die Beschäftigung mit deinem Text macht Laune, und es ist seit langem die "beste" Apokalypsenschreibe, die ich gelesen habe. ;)

Voluminös wollte ich sowas nennen. :)

Dein Text ist wie ein Spinnennetz, in das man als Leser gerät. ?( Ein Motiv hängt am anderen, man wird hin- und hergestoßen, bleibt überall hängen ...

Kurz, ich bin beeindruckt. :D

Gruß;
Chepre

Odradek

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3

Friday, April 27th 2007, 1:27am

.

8o 8o 8o 8o 8o

Ganz kurz:
ICH bin beeindruckt, Maria ...

In einigen Punkten hast Du genau die Spur / das Ziel getroffen ... in einigen Punkten genauer, als sie mir jemals bewusst waren!!!

:rolleyes: . - . =) =) =)

Demnächst mehr ... versprochen!
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Odradek

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Location: reine Fiktion

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4

Monday, April 30th 2007, 5:23pm

So, jetzt endlich ein paar Antworten im Detail ...
Also eine erschöpfende, umfassende Gesamtinterpretation, was das Ganze denn nun will und bedeutet, kann ich gar nicht geben.
Wenn ich es könnte - wüsste ich noch nicht, ob ich es auch wollte ;) ... und wenn ich es könnte und wollte - bliebe fraglich, ob ich es sollte.
Aber einige Motive kann ich gerne weitergehend erläutern.

Vielleicht wird das etwas Etappenweises - mal sehen ...

Quoted

Original von Chepre
...versuch mich an diesem Riesenteil, wo irre viel an Gedanken drinsteckt.

Das ehrt Dich ;) . . . . und es ehrt mich =) - dass Du die Zeit, Geduld und Gedankenarbeit aufgewendet hast!
Ich hatte sehr befürchtet, dass das Gedicht NUR hermetisch ist und die Motive nur dem Schreiber etwas sagen ... :(

Quoted

Aber, du weißt es, es hat mich nicht mehr losgelassen. ;)

=)

Quoted

Deine mathematische Struktur lass ich außen vor ..

Die Mathematik ist kaum weiter beachtenswert und ergiebig --
aber die Symmetrie!
Die ist für Aufbau/Konstruktion wichtig - und mag so auch etwas Zentrales zur Deutung beitragen können:
Ist es ein Aufstieg - oder ein Abstieg - hin zur Mitte? :rolleyes:
Auf jeden Fall gibt es eine Mitte, einen Kern des Gedichtes, der nicht zufällig ist [... dazu vllt. später noch mehr].

Quoted

..was "der dunkle Atem" nun wirklich ist. Nein, ich weiß es nach wie vor nicht :rolleyes: , aber das ist für eine Interpretation wohl auch nicht unbedingt notwendig.
Im Moment tendiere ich zu so etwas wie zerbröseltem Schorf oder so.

Genau, für ein Verständnis des Gedichtes muss man nicht unbedingt wie eine "Vokabel" auflösen können ... hätte ich auch Probleme damit.
Deine Idee trifft's ganz gut ... auch wenn ich daneben noch ein anderes zentrales Bild dafür hatte.

Quoted

"Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz":
ist aus folgendem "Text", dem "Pierrot Lunaire", aus dem französischen von einem gewissen Albert Giraud

Ooooh .. Du hast den Pierrot Lunaire gefunden!! =) =)
Arnold Schönberg hat diese Gedichte zu einem irrwitzig packenden Liedzyklus vertont, der für mich am Anfang der Moderne steht - damit geht's ins 20. Jahrhundert hinein.
Ein Erlebnis dieser Lieder macht Gänsehaut ... aus verschiedenen Gründen.
Das gibt Anstoß und Rahmen für das Gedicht - als "Hauptmotiv" würde ich es nicht bezeichnen. Da sehe ich anderes ...

Quoted

Dein Text ließ mich außerdem an das alte Ägypten denken, genauer an den Glauben vom Tod und das danach ...

Ja, natürlich Ägypten als Motiv ... was Du an klugen Überlegungen dazu anstellst, passt haargenau!! Odem/Atem-Beziehung: wunderbar !
Einiges davon war bei mir eher nur unterschwellig-halbbewusst da (so ist das eben bei einer teilweise surrealistischen Arbeitsweise ... :D )

Deine Motivassoziationen passen stets -- aber ich würde den Pharao als "handelnde" Person nicht überbewerten - er ist auch nur ein (Sprach-Assoziations-)Motiv. [handelnd ist das allgemeine lyrische IchDu]

Quoted

Die schwarzen Falter und die Fliegen sehe ich als Symbol für den Tod

Passt genau - auch wenn kein 1:1-Symbolismus gemeint war
passt genauso gut wie:
"...weil Fliegen sich ja oft bei "Kadavern" tummeln usw. Außerdem passen die Falter gut zu Dunkelheit (was wieder auf Tod und Pyramidenkammern usw deuten kann :) ), weil Nachtfalter ja im Allgemeinen alles andere als bunt gefärbt sind."

Quoted

Wenn man sich jetzt in Gedanken mal in die Kammer begibt, wo der Sarkophag steht, dann ist diese Kammer nach meinen Gedanken "vollgestopft" mit schwarzen Faltern, die dort herumflattern, die sich über ewig lange Zeit bei der Mumie des Pharaos fortgepflanzt und dann da gesammelt haben
Hoffentlich verstehst du, was ich meine. ?(

Aber ja ... und diese Deine Bildvorstellung trifft's gar nicht schlecht ...

Quoted

Ich stelle mir das nun so vor, dass der Pharao sich kurz vor einer "Wiederauferstehung" befindet. Die Rückkehr der Mumie und so. ?(

Bestimmt nicht im Sinne des Movies! :D
Das passt nicht so ganz zu meinen Gedanken ... allerdings ... höchstens in einem speziellen Sinne könnte man konstruiren, dass Pharao "aktiv" wird:

Quoted

...als Warnung vor einem Unheil, das kommen wird und das dein Text nicht verrät. ... vielleicht fungiert seine Figur auch so ähnlich wie ein Prophet.

Das weist in die Richtung ...

Quoted

In Kanopengefäßen wurden ja, wenn die Leiche einbalsamiert wurde, die Organe der verstorbenen Person aufbewahrt, also Herz, Leber usw. Die Kanopengefäße wurden dann, glaube ich, mit in die Grabkammer gestellt.

Ja, ganz genau! :)
Warst Du als Ägypten-Interessierte einmal bei einer dieser Ägypten-Ausstellungen, die's (vor)letztes Jahr gab? Zum Grab von Tut-Ench-Amun?? War faszinierend!!! =)

Quoted

Vielleicht ein Hinweis darauf, dass das Herz des Pharaos wieder anfängt zu schlagen, dass Leben in ihn zurückkehrt oder sich in ihm verwirklicht, dass er aufersteht.

Wie gesagt, so eine zentrale Rolle spielt diese Figur nicht ...
generell:
Es dreht sich nicht um eine HANDLUNG, um eine Fantasy-Story oder dergleichen - sondern das Ägyptisch-Mythologische liefert eine Metaphernebene für etwas ganz JETZIGES, Menschlich-Existenzielles .

Quoted

Manchmal schmeckt die Luft nach Mandeln
und die Zeit riecht scharf nach Schorf

Die Stelle gibt mir Rätsel auf. Ich kann mir nicht wirklich denken ?(, wofür die Mandeln stehen sollen. Aber sie lassen an Blausäure denken (-->"der dunkle Atem ätzt dir die Lider weg") und Blausäure kann natürlich tödlich sein, zB beim Einatmen.

Na da hast Du doch was! Genau ...
Blausäure ist auch ätzend. -- Und das Attribut des literarischen Topos' "Mandeln" ist "bitter" [in den lateinisch/romanischen Sprachen kommen diese Worte auch vom selben Wortstamm, z.B. "amaro"]

Quoted

"Schorf" kann man vielleicht auf den ganzen Vorgang an sich beziehen: Das Auseinanderbrechen alter Verhältnisse, die Verwundung der heilen Welt usw. Lässt mich auch daran denken, dass vielleicht von einer Wunde, die bis zu diesem Zeitpunkt mühsam "geschlossen" gehalten wurde, der Schorf nun doch abbröselt, sich in "Raum und Zeit" verteilt und dass also niemand sicher ist vor dem Blut, was aus dieser Wunde strömen wird.

Das ist eine wunderbar tiefsinnige Ergründung dieses Bildes und seiner Verständnis-Möglichkeiten -- Vielen Dank! =)
... aber nu' lass mal die Figur des Pharaos endlich außen vor ... :D
(ich werd' ihn fortan einfach beiseite lassen, OK? ;))

Quoted

Ein weiteres zentrales Motiv deines Textes ist der Gesang.

=)

Quoted

Und da komm ich gleich zu einer weiteren Figur deines Textes :), nämlich dem Schwan. Wo du den her hast :P, darüber hatten wir uns schon unterhalten (http://www.kunstverein-duesseldorf.com/c…d=530&Itemid=83)

Dass Du den Zusammenhang so schnell und so gut herausgefunden hast, lässt mich ehrfurchtsvoll hoffen ... :]

Quoted

Vielleicht als Symbol für Reinheit, für Unschuld?

Hmm... tja... ja, das passt so schon ...

Quoted

"Tribulat Bonhomet": Auf der Seite, wo der Link da hinlinkt ?(, heißt es "unser berühmter Freund, der Doktor Tribulat Bonhomet", aber ich möchte das hier lieber zu übersetzen versuchen, was nicht leicht fällt. ?( "Tribulare" heißt "eindringen" oder "bedrängen", "Bonhomie" ist laut Fremdwörterbuch :D die "Biederkeit", dann müsste "tribulat Bonhomet" so etwas sein wie der biedere Mensch dringt ein. Was ich wieder nicht einordnen kann, wenn es überhaupt einigermaßen getroffen ist.

:D Treffer! Und das aus der Hüfte ...
Ich hab tatsächlich nur die Figur von Villiers de l’Isle-Adam gemeint - seinen Prota hat ja der getauft. Dass Du nun dieses Namendgebung sogar analysierts - vollkommen richtig und treffend!!! - kann schon auch dem Verstehen meines Gedichtes ein bißchen helfen - schließlcih schließe ich mich ja der Aussage/Haltung dieses Proto-Surrealisten an ...
[Zwischenbemerkung: Die Schwanentöter-Episode ist übrigens auch in der von mir als Spezialtip empfohlenen "Anthologie des Schwarzen Humors" von André Breton enthalten, auf die ich in dem Bücher-Gesprächs-Thread hingewiesen habe ...]

Quoted

Asperges me!
... heißt "streue mich hin" ...
Wikipedia : Asperges me ist der Name eines gregorianischen Chorals, welcher vor der Liturgiereform des zweiten Vatikanischen Konzils zur Austeilung des Weihwassers gesungen wurde. ...
Es passt sowohl zum dunklen Atem, der sich ausbreitet, es passt zum bröselnden Schorf, zum sterbenden Schwan, der in die Ewigkeit eingehen wird, sich also in gewisser Weise auch zerstreut

:) Sehr schön! ... und ein Element möchte ich hier noch unterstreichen, das vllt. zur weiteren Erhellung und Verstehen beitragen kann: WASSER!
NB: Das Asperges wird durchaus auch noch heute gesungen - zu besonderen Anlässen.
Es heißt wörtlich "besprenge mich" ... oder "versprenge mich" - ist also in erster Linie auf Wasser bezogen, weniger ein trockenes Verstreuen.

Quoted

... und außerdem passt es noch zu folgender Stelle:

Quoted

der flügelschuppen wie ein rauch aufsteigen gestern, morgen, heute

Flügelschuppen müssten die der Falter und Fliegen sein, von denen dein Text außerdem spricht. Das scheint nun wirklich auszudrücken, dass sich dein Gedicht "am Rande der Zeit", mehr noch am Ende der Zeit als solchem bewegt. [[... :D...]]
Aber es muss erst eine bestimmte Anzahl sterben, bevor der Gesang des Schwans Wirkung zeigt, bevor sich die "Melodie" überhaupt verwirklichen kann, bis die Apokalypse wirklich eintritt.

Quoted

der puls gerinnt in tiefen melodien, wenn genug
der flügelschuppen wie ein rauch aufsteigen gestern, morgen, heute

Zeitlosigkeit, wieder der Hinweis auf den Schorf, nach dem die Zeit schmeckt (der also auch für erstarrte Musik stehen kann ?( ), und eben die Bedingung "wenn genug" ... Wie viele? ?(

Die numerische Anzahl ist nicht wichtig. Es ist nur wichtig: wenn genug
Deine Gedanken hierzu sind sehr schlüssig - und tiefgehend.
Versuch mal, den puls-Zweizeiler zudem auch noch (ein Stück weit) auf den Schwnanentöter bezogen zu lesen ...

Quoted

feuchte Fäulnis -- / -- Aspergillus me!
Das scheint auch zusammen zu gehören. "Aspergillus" ist ein Schimmelpikz ?(, und mir ist absolut nicht klar, was du mit dieser Zeile sagen willst. :D Schimmelsporen als weitere Form des Atems, des Nebels, Mehltaus usw?

DAS IST ES.
DA sind wir in der Mitte angelangt ...
Querbezug: Das [alte] Gerät zur Weihwasserausteilung heißt Aspergill.
Aber das ZENTRALE Motiv ist tatsächlich der Aspergillus ... ob nun A. flavus oder (noch besser, hier [sprachlich] treffender:) A. niger.
Das hast Du auch einen Bezug zum Fluch des Pharao, zu den Alveolen, zum [dunkeln!] Atem, zu ... ... ...
Du findest bestimmt, was ich meine! :D

Quoted

Oder sollte das "Oh ich Schimmelpilz" heißen?

:D Neee, das nun doch nicht ... wobei ... eigentlich doch schon irgendwie ... in einer geissen Blickrichtung hat's was ... etwas sehr Philosophisches (aber nix sehr Tröstliches :()

-----------------------------------------------------

So, hier nun die EDIT-Ergänzung:

------------------------------------------------------


Quoted

Original von Chepre
Die "feuchte Fäulnis" wird vermutlich durch den Atem verursacht. ...

Hmmm... das ist nun für mich ein sehr interessanter Gedanke, Maria - denn den hatte ich nicht. Eine echte bereichernde Lesart - für mich in der Umkehrung von Ursache und Wirkung. ;)

Quoted

Olim lacus colueram
modo niger et ustus fortiter

Ein Stück aus der Carmina Burana. :) Das passt wieder sehr gut zu dir ;) und auch im Text selbst natürlich. Dazu zitiere ich noch ein paar Stellen ...
choralgesang der meute
schwärzlichen melismen zug um zug
Die Kathedralgesangbuchstunde

(wobei ich dieses Wort einigermaßen strange finde ?(, es klingt komisch und will sich mir auch nicht wirklich erschließen --> vielleicht kannst du an dieser Stelle eine weniger komplizierte Alternative finden)

Du hast in der Carmina burana den gegrillten, schwarzverbrannten Schwan gefunden, der [im Tode!] singt --- =)
und weitere Gesangs-Stellen dankenswerterweise zusammengestellt!
Das Kathedral-Dingens ist wohl wirklich unhandlich ... vllt denke ich da nochmal drüber.
Mitschwingen soll der Begriff "Gesangsstunde" ; das GESANGBUCH ist ganz privatim darin ... muss substanziell nicht vertieft werden.
Und in einer Kathedrale hat der Aspergillus-"Fluch des Pharao" auch schon grausame Wirksamkeit entfaltet ... das kann wohl z.Zt. nicht ergoogeln, das darf man mir glauben.

Quoted

Warum der Schwan unbedingt gegrillt werden muss (ustus fortiter), ist mir schleierhaft. ?( Oder hat das damit zu tun, dass Mumien auch meist schwarz sind? Oder damit, dass langsam, aber sicher, die Welt in sich "verbrennt" ("once I lived in lakes" usw)?

Warum, fragts Du? ... Nun, das ustus fortiter habe ich ja nicht geschrieben, nur zitiert ... aber die Zusammenhänge, die Du aufzeigst, sind serh logisch, zwingend, sinnvoll -- und irgendwie läuft's auf den letzten Punkt vllt. schon hinaus .. :rolleyes:

Quoted

Der tote Schwan, der im Nachhinein noch aufsteigt und über "alle Land" fliegt, ist wohl selbst eine Art Dämon. Wenn Pharao aufersteht, warum soll nicht auch das Schwänchen weiterleben? ?( Für eine Erklärung über das Tier wäre ich dir dankbar. :D

Nicht ZU konkret nach einem Dämonen Ausschau halten ... :D
Der Schwan ist einfach über den Dr. Bonhomet hereingekommen, der Schwäne erwürgt, um sie singen zu hören .. da liegt der verkohlte singende Schwan der Carmina doch quasi zwingend auf der Hand (und das ist DIE Comedy-Nummer in der Carmina!!! :D .... "schwarzer" Humor der kannibalisch-verbranntesten Art)

Quoted

aus allen alveolen stieben seufzer gegen den,
der seine sieben Sinne mählich findet zwischen dorf und hadern

Das verstehe ich auch nicht so. Hier kommt eine zweite Person ins Spiel, die ich nicht greifen kann ... Die Alveolen sind ja nach meiner Interpretation die des Pharaos; es würde umso besser passen, wenn die sieben Sinne auch noch seine wären ...

Du hast Dich schon sehr in den Pharao als Aktionsträger verbissen, was?! :D
Am weitesten käme man wahrscheinlich, wenn man von einem Lyrischen IchDu ausgeht.
Bedenke, anfangs hieß es doch:

Quoted

Das Dunkle atmet dich
schwer
...
Dunkler Atem
füllt die Alveolenhöhlen
und die Brust beschlägt,
schlägt

... muss aber nicht die alleinseligmachende Deutung sein.


Quoted

Das mit dem Dorf ist überhaupt so ne Sache. ?( Dieser kleine Teil menschlichen Lebens, den du damit beschreibst (oder mit den Häusern, die etwas später folgen) scheint wie ein Vertreter für die ganze "Menschheit" oder "Zivilisation" zu fungieren, und wenn Gesang/Atem/Gellen/Rauch schon dieses kleine Stück nahezu "druchtränken", dann ist klar, dass es kein Entrinnen geben wird vor dem, was kommt.

Das ist eine ganz, ganz tolle, ganz konzise und stichhaltige Interpretation, Maria!!! :]
DORF.. und HADERn sind eigentlich als privat-hermetische Elemente reingekommen (die hier nicht weiter erläutert werden müssen) -- welche Eifgendynamik Worte und Begriffe unter der Hand entwickeln zeigst Du mir hier sehr eindrücklich!
DANKE. =)

Quoted

vor frost verspürn die falter atmend all ihr Untergehn
im kalkwerk, wenn der rauch des branntkalk noch rigolt durch alle Adern

Ich hatte irgendwo weiter oben überlegt, ob die Welt in sich verbrennt. Das hier scheint mich zu bestätigen :), weil die Häuser abgebrannt sein sollten, wenn der Rauch des Branntkalk sich durch die Adern von Pharao (den setz ich hier einfach mal ein :] ) gräbt.

Das ergibt wieder ein rundes Bild bei Dir!!
Einen kleinen "hermetischen Schlenker" (den man vielleicht auflösen kann :rolleyes:) ergeben noch Frost - Kalkwerk - Untergehe[n].

Quoted

Branntkalk wird in der Bauindustrie als Beimischung zu Mörtel verwendet.

und vor allem: er ist ätzend und raucht!!!

Quoted

... Das sieht aus wie Schöpfung rückwärts: "Es werde Licht" (also Wärme), und bei dir geht erst das Licht aus (-->Falter), dann wird es kalt. Das Ende allen Lebens.

Ich glaube, für diese Sätze werde ich Dich ewig lieben müssen ...
Wenn Du wüßtest ...

Quoted

"Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz":
Der dunkle Atem
ätzt dir die Lieder weg

Mit Z3 und 4 von diesem Stück wiederholst du die letzten Zeilen der ersten Strophe, der Kreis schließt sich so langsam.

Ja, genau ... :) ... und das ist auch ein Teil der Symmetrie!

Quoted

Der dunkle Atem
kontaminiert euch
kontaminiert uns
alle

"kontaminiert" springt sehr raus, finde ich. Das klingt nicht richtig. Vielleicht findest du dafür noch was andres, sowas wie "durchtränkt" zB ...

Hmm, schlecht ist durchtränkt tatscähclich nicht.
Aber KONTAMINIEREN ist hier schon wichtig ... es bedeutet ein bißchen etwas anderes - und verweist mit seiner eigentlichen Herkunft (in welchen Sachbereich es verweist/gehört) auf einen wesentlichen Bedeutungshintergrund des Gedichtes.

Quoted

Ansonsten ... Die gleiche Aussage, die sich vorher schon abzeichnete: Kein Entrinnen, der Atem in allen seinen Formen legt sich über alles und jeden, und jetzt kommt mir noch ein Gedanke: Die Welt wird am Atem ersticken.

Ja ... sie wird am Dunklen Atem verenden.

Quoted

Aber das war (oder ist) es wert und ich hoffe, dass ich wenigstens an manchen Stellen in der Lage war, deine Intention zu treffen.

An vielen!!!
Und an einigen hast Du mir geholfen, meine Intention selbst besser fassen und bennnen zu können
... und an EINIGEN hast Du sogar Un-Intentionales aufgedeckt - das ich mit Staunen wahrnehme - was aber unbedingt zu einem Verständnis gehört/beitragen kann. =) =) =)

Vielen Dank für Deine Wertschätzung meiner "Apokalypse" ;) und Dein Ausloten ihrer Qualitäten.

Quoted

Dein Text ist wie ein Spinnennetz, in das man als Leser gerät. ?( Ein Motiv hängt am anderen, man wird hin- und hergestoßen, bleibt überall hängen ...

Dieses Dein Leseerlebnis ist ja frappierend ... gehört der Text doch in eine "Umgebung", die ich [vorläufig] mit "Gefangen im Gespinst der Wirklichkeit" überschreibe ... 8o

Kurz: Ich bin beeindruckt. Von Dir! :D

Gruß,
Odra.
.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Chepre

Unregistered

5

Sunday, May 6th 2007, 6:36pm

hallo, Frank

Ich will hier keinen weiteren Hochhauskommentar aus dem Boden ziehen ... Mit all seinen Querbezügen und mit allem, was wir uns gegenseitig an Gedanken dazu offen gelegt haben, dürfte es irgendwo den Rahmen der Begreifbarkeit sprengen. ;) Denke ich.

Kurz, du hast hier was echt tolles geschrieben, was ich sicher eine ganze ganze Weile nicht vergessen werde.

Der ganze Prozess des Verstehens deiner Motive und meiner Gedanken erscheint mir so, als hätten wir da gemeinsam eine Skulptur geformt. Jetzt ist sie fertig und weiter dran herum zu werkeln würde sie ihrer Mystik berauben.

Quoted

welche Eifgendynamik Worte und Begriffe unter der Hand entwickeln

Das trifft es doch. ;)

Dein Gedicht hat mir eine Welt für sich eröffnet. :)

mit abschließendem Gruß;
Chepre

edit: Bei "kontaminieren" muss ich an Krieg denken, ja. ;) Gasangriffe und so.

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6

Thursday, October 4th 2007, 4:52pm

Mein lieber Schwan/Herr Gesangsverein! Da hast du uns ja was Schönes (Dunkles) eingebrockt und aufgetischt, oh Odradek. Mir schwant auch schon Übles, sobald ich die Methaphern-Brocken in deinem faszinierend düsteren Gebräu betrachte.

Ins Auge sticht allem voran die enorm kraftvolle Metaphorik. Sie ist es, die mich anbindet und an den Text fesseln kann, auch wenn ich mich anfangs davor scheute, in dieses Wahnsinnsgebilde zu stürzen ! Noch bevor ich dieses zu ergründen versuchte, konnte ich bereits erahnen, wie detailliert und enorm bezeichnend deine Bildsprache hier ist. Ahnunslos bin ich mittlerweile zwar nicht mehr, jedoch ist mir bewusst, dass es mir wohl nicht gelingen wird, sämtliche Faxetten ;) dieses verdammt hermetischen Werkes zu erfassen. Womöglich liegt in ihm selbst für dich noch viel Unergründliches (?) - eine Vermutung, die meinen pers. Schreiberfahrungen und dem Bewusstsein entspringen, dass Sprachverdichtung, besonders wenn sie mit stark intuitiven Bildern verbunden ist, meisst auch einen unterbewussten Bereich des Autors berührt und wiedergibt.

Also, ich fang jetzt mal ganz oben und löffelchenweise mit dem Verkosten an:

Schattenpantomime - schon da komme ich heftig ins Schlucken, denn ich befürchte, dass meine Ausführungen allein für diesen Begriff ziemlich ins Detail gehen werden. Und wenn ich so weitermache wie ich anfange, muss ich mir für heute, morgen und übermorgen wohl frei nehmen ^ ^...

hier beginnt es bereits, zumindest sprachhistorisch, griechisch: pantomimos, "alles nachahmend" - dabei werden Handlungsweisen ohne gesprochenes Wort, allein durch Gebärden, Haltung und Mimik dargestellt. Auch das tragen von Masken (aha!) ist nicht selten. Doch du schreibst ja von Schattenpantomime, was mich wiederum an "Schwarzes Theater" denken lässt. (Wikepedia lässt grüssen:" Die technischen Voraussetzungen für Schwarzes Theater sind eine mit schwarzem Samt ausgeschlagene Bühne und ebenso vermummte Spieler. Dadurch, dass schwarz gekleidete Spieler vor schwarzem Hintergrund spielen, können sie unsichtbar bleiben".) ^ ^ OHA!

stumme Falter - die Stummheit der Pantomime verstärkst du noch einmal, und nennst deren Darsteller "Falter". Meine erste Assoziation waren lautlose Nachtschwärmer, flatterhafte, kurzlebige Wesen, doch sehe ich nun auch Gestalten mit gefalteten Händen, die sich ebenso gut als "Falter" bezeichnen liessen. Weiter spinnt sich in meinem Kopf ein Bild von "Hände in den Schoß legen" (viell. etwas weit und lang dieser Faden), von "unschuldig tun", und "Scheinheiligkeit".

Das Dunkle atmet dich - merkwürdig: meint der Text nun mich? Hmmm, wie muss es wohl sein, oder: wie muss ich beschaffen sein, damit etwas mich atmen könnte? wohl von bezeichnend geringer Dichte, gefügig vielleicht, oder gar passiv und willenlos? Atmet das Dunkle Helles ein? Verschluckt es das Licht, das, was zum Leben nötig ist, oder könnte das Licht auch für "Erkenntnis" stehen, für "Wahrheit"?

Die Uhr hinkt - ist mit der Uhr die Zeit gemeint, oder der Zeit- Geist (-->düstere Zeiten-Dunkler Atem)? Puh, ich beiss mir noch die Zähne stumpf! sie "hinkt" also...hier erkenne ich "Bewegungseinschränkung", weiter gedacht: Lähmung...also ´lahmt´ vielleicht etwas, bzw. kommt schwer von der Stelle...im übertragenen Sinne "tickt hier etwas/jemand nicht richtig"?

und im Wasserglas an der Tischkante schwimmen - schon wieder tauchen x Vorstellungsmöglichkeiten vor mir auf. "Wasser": Lebendiges, eigentlich Fliessendes, Existenzielles...doch das befindet sich in einem "Glas", in einem "Wasserglas" also. Ich sehe es vor mir, und es erinnert mich auch an Durst, daran, dass ein Glas irgendwann geleert ist, und an etwas Zerbrechliches. an der Tischkante befindet es sich - ein ziemlich riskanter Platz ist das: eine unbedachte Bewegung, und es würde kippen. War es "Leichtsinn", der es dort platziert hat, oder etwa "Blindheit"? schwimmen (im Wasserglas): wieder ein neues Bild für mich. Schwimmen wir selbst in diesem Wasserglas (den nächsten Vers aussenvor gelassen), ist es vielleicht sogar die Erde, die so nah an der Kante steht?

(schwimmende) ausgerissene Fliegenflügel - den Fliegen die Flügel auszureissen ist schonmal eine recht destruktive, ja brutale Handlung. Das Ergebnis (Zeugnis) dieser schwimmt (aufgrund seiner Leichtigkeit) aufder Wasseroberfläche. Wer tut denn sowas? Gibt es nicht z.B. nicht auch Menschen, denen man nachsagt, sie könnten "keiner Fliege etwas zuleide tun"? In diesem Fall/Bild anscheinend nicht...

Oh, wer weiss: vielleicht könnte das Wasserglas, in dem diese Zeugnisse der Gemeinheit schwimmen, auch dafür stehen, dass jemand diesen Trunk irgendwann zu schmecken bekommt, im Sinne von "die Suppe auslöffeln, die man sich selbst eingebrockt hat"...? ?( Würde sie bitter schmecken?

manchmal schmeckt die Luft nach Mandeln - das könnte bereits eine Andeutung, eine vage Ahnung (-->"manchmal") bedeuten - für den Geschmack der "bitteren Wahrheit"?

und die Zeit riecht scharf nach Schorf - brilliante Phonetik, übrigens! - da steigt selbst mir beim Lesen etwas Beissendes in die Nase. Den Schorf hat Chepre ja schon gut bedient - so würde ich ihn auch auffassen: im Grunde ist es das, womit sich die Natur behilft, um Verletzungen vor dem Eindringen von Keimen zu schützen, und den Heilungsprozess zu unterstützen.Hier könnte dieser Geruch ein Signal sein...

Der dunkle Atem ätzt dir die Lider weg - starkes Bild! - die Augen lassen sich nicht mehr schliessen, sobald ihnen die Lider fehlen, denke ich da, und auch an vor Entsezten aufgerissne Augen.

der blick erstarrt auf schwärzlichen melismen zug um zug - ist es der dunkle Atem, der diesen starren Blick auf schwärzliche Verzierungen verursacht, mit jedem Atem-Zug mehr(?)

die durch die häuserspalten gellen als choralgesang der meute - da komm ich nicht durch. Gellen nun die Melismen durch die Häuserspalten? Gibt der Chor der Meute die schwärzlichen Verziehrungen wieder? Verziehrungen sind doch eigentlich mehr Tand, Beiwerk, etwas ´Schmückendes´, als wahre Substanz....*ächz!* bedeutet diese Andeutung viell., dass hier jemand in der Allgemeinheit (choral) nur so tut, als wäre er/wären sie betroffen, oder in Trauer (Schwarz) über etwas? Zumindest würde das in meine bisherigen sich langsam verirrenden Gedankengänge passen.

Wenn ich von dieser Vorstellung ausgehe, wüsste ich auch mit der "Kathedralgesangsbuchstunde" mehr anzufangen. Sie würde zur Scheinheiligkeit passen, die hinkend durch die Zeit wandelt - sie kommt nicht mit, hinkt hinterher, und ver"wandelt" sich oder "traumwandelt"(?) in genau das, was sie immer schon war: feuchte Fäulnis. Also irgendwas scheint hier gewaltig (zum Himmel) zu stinken - da ist was ´faul´...könnte damit vielleicht auch gleichzeitig noch "Faulsein" , also "untätig", gemeint sein? Geht es weiterhin evtl. um Verantwortung übernehmen, also darum, zu handeln - oder hier: diese Verantwortung eben nicht übernommen zu haben?

Jetzt springe ich gedanklich ein wenig zu hinter Rauchglas - denn es kommt mir so vor, als würden sich diese finsteren, scheinheiligen Gestalten bedeckt halten (Sonnenbrille, Sichtschutz nach aussen). Schämen sie sich insgeheim, sind sie etwa gar ´feige´?

Mein lieber Schwan! - ach ja, den gibts ja auch noch




und Leda?, und Zeus, und die Verführung im Tarnanzug...Trauerschwäne sind schwarz, und lange Zeit wusste man nicht einmal, dass es diese gibt - das unschuldige Bild des weissen Schwanes musste dadurch ja auch einen grossen Teil seiner Mühstick einbüssen....

Hilfe, Odra, so langsam bleibt auch mir der Atem weg! Und dabei würde ich dich und dein Werk jetzt noch so gerne theatralisch mit dem Asperges besingen und beweihräuchern. Doch solange ich meine sieben Sinne noch beisammen habe, lasse ich jetzt mal den Pharao Pharao sein, und die göttliche Sonne über mir wieder scheinen.habe (und bin!) fertig.erschöpf(t)en(den) Gruss

Judtih
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

Odradek

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7

Saturday, October 27th 2007, 7:22pm

Liebste Leda ;) ,

was Du tust, ist ja soooo grausam 8o :

Du lieferst eine eingehende, tiefgehende, mitgehende, übergehende Analyse
mit Gespür und Herzblut-Beteiligung, wie sie sich jeder Zeilenschreiber nur wünschen könnte, und lässt an Deinen substanzreichen Assoziationen und Weiter-Denkungen teilhaben - - - minuziös Zeile für Zeile die gesamte erste Strophe entlang, dass dem Dichter das Herze im Leibe hüpft . . .
. . . und dann gehst Du wieder nach Hause in Dein Kämmerlein. ;(

Neinein, keine Angst - nicht ernst gemeint:
Zuerst einmal vielen Dank, Judith, dass Du es soweit überhaupt auf Dich genommen hast, Dich durch meinen dunklen Wust durchzubeißen.
Es bedeutet mit viel, dass neben Maria gerade Du es wagst, an diesem Knochen herumzunagen ...
... und vielleicht verstehe ich mit Eurer Hilfe doch irgendwann selber diesen Text. :rolleyes:

Deine Gedanken zu den einzelnen Zeilen sind mir wertvolle Auslotungen, ein Abstecken des gedanklichen Terrains, das ich (offensichtlich) beim Leser mit diesen Zeilen "beleuchten" kann (oder eher "bedunkeln"?)
Alles passt, was Du schreibst. =)
Allein bei den "Melismen" steht vielleicht die allzu starke Betonung des Aspektes "Verzierung" => Beiwerk einem "geradlinigen" Verständnis im Weg. Das "contra wahre Substanz" hilft da wohl nicht weiter ... im Sinne des Bezuges auf (Gregorianischen) Choral könnte man es hier auch einfach durch "Melodien" ersetzen. Es sind eben nur speziell gestaltete ...

Quoted

Gellen nun die Melismen durch die Häuserspalten? Gibt der Chor der Meute die schwärzlichen Verziehrungen wieder?

Ja, die Melismen gellen ... und ja: es ist die Meute, die da Choral singt.

Quoted

Womöglich liegt in ihm selbst für dich noch viel Unergründliches (?) - eine Vermutung, die meinen pers. Schreiberfahrungen und dem Bewusstsein entspringen, dass Sprachverdichtung, besonders wenn sie mit stark intuitiven Bildern verbunden ist, meisst auch einen unterbewussten Bereich des Autors berührt und wiedergibt.

Ja - ganz genau so empfinde ich es auch.

Hach, Judith ... der Text lechzt NATÜRLICH danach, von Deinen so kundigen Fingern bis ganz zum Ende hinunter abgetastet zu werden. :P
Aber ich will nicht unbescheiden sein!
Und unter keinen Umständen will ich der Grund für Urlaubstageopferungen sein. :D
Die brauchst Du ja zum Gedichteschreiben, damit (u.a.) ich wieder etwas zu lesen habe ...

Dein Leserinnen-Atem hat hier einiges zum Leben behaucht - - Danke. :)

Odra.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

basse

Unregistered

8

Saturday, October 27th 2007, 8:32pm

hallo odradek,

mit Absicht habe ich mal die Kommentare überflogen und versuche mir dennoch meinen eigene Interpretation aus dem ganzen zu machen, dazu habe ich mir halt ein paar Schlüsselwörter rausgesucht ...ich habe mir sowohl chepres ( werke von Pierrot Lunaire herausgesucht) habe mich aber auch von kaleidoskop und ihren theaterausführungen ein wenig leiten lassen, was mich dann irgendwie an einen david lynch film erinnert..ich habe mir gedacht ich betrachte das ganze mal von einer ganz anderen seite und mich gefragt, warum klingt es so medizinisch teilweise.

Schattenpantomime stummer Falter: wenn ich dem Gedichtband von Pierrot Lunaire folge so ist damit eher eine sich bildende Dunkelheit gemeint die langsam ihre Finger oder Flügel ausbreitet

in diesem Kontext könnte ich mir schon fast eine Vergiftung vorstellen, denn nichts anderes ist Mandelgeruch= Blausäure oder Cyankali...aber vllt ist dies auch metaphorisch gemeint und durch die vergiftung mit dunklem dem gegenteil zu licht...

Die Uhr hinkt
und im Wasserglas an der Tischkante schwimmen
ausgerissne Fliegenflügel

wenn eine uhr hinkt dann nur deswegen, weil die zeit oder das empfinden sich verändert hat, dies könnte durchaus auf eine vergiftung hinweisen und das Glas mit den Fliegenflügeln soll nunmehr als wissenschaftl. Bezugspunkt dienen..im wasserglas ausgerissene Fliegenflügel lassen auf eine manipulation von aussen stoßen

es atmet dich...nimmt dich also ein .. du wirst zum Dunkel und der Chorus dient wahrscheinlich als Verstärkung der ganzen Szenerie
vllt ist damit auch ein Kloster oder eine Kathedrale gemeint die zur damaligen zeit wenn zB Krieg war als Lazarett dienten...vllt kommen daher die Gerüche und auch die mystische Atmosphäre denn nichts anderes bezeichnet Aspergillus ein Pilz der auf feuchtem Grund wächst und dies ist gerade in klöstern gegeben

und Asperges me eine Weihe

ein wenig weiter könnten wir jetzt durchaus kommen..ich habe mich soeben von der eingangs von chepre besagten mathematischen struktur leiten lassen und du erwidertest es ist ein fallen und wieder aufstehen..ich habe mir dazu nur die schräggezeichneten Zeilen zu Rate gezogen und da sehe ich dann wirklich ein sich eindämmern, sprich die Lungenbläschen=Alveolen füllen sich mit einem Narkotikum oder gift

der blick erstarrt auf schwärzlichen melismen zug um zug,
dann wird der puls schwächer sprich[i] er gerinnt

[/i]und dann folgt eine art auferstehung?

hoch über Land
hoch über alle Land
hoch überall


aus allen alveolen stieben seufzer gegen den,
der seine sieben Sinne mählich findet zwischen dorf und hadern

seine sinne wiederfinden spricht für ein erwachen, Tast, Hör, Geruchsinn uswich muss schon sagen, da hat man allein bei der Entschlüsselung ganz schön zu knabbern und man weiß nicht mal ob man auf der richtigen spur ist..ggg :) für heute mach ich damit schluss

LG basti

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