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Odradek

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Date of registration: Mar 9th 2007

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Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

1

Saturday, March 24th 2007, 2:59pm

Im Caféhaus

.

Herr Ober, ich möcht' einen Großen Schwarzen
- doch groß und schwarz muss, bittschön, er schon sein,
sonst hilft er nämlich nicht einmal zum Schein
als Schutz vor Schicksals nasbewarzten Parzen.

Zur Mehlspeis fehlt mir heute die Geduld,
und zur Lektüre fühl' ich nicht die Muße
(... dort jene prächtig prallgefüllte Bluse
erweckt mir schamlos ein Gefühl der Schuld).

Der Tod ist süß und schmeckt nach Marzipan
und Mandelmohn: Hier kann man ihn (verg)essen.
Dass alles nur Melange ist, spürst du jäh.

Der Zahn der Zeit bleibt ein plombierter Wahn:
Die Welt wird in Verlängerten gemessen.
OBER! – Das Leben ist ein TRAUM? A Schmäh!


.
.
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.

Teil 1 einer "Wiener Sonett-Tetralogie" - Spiegel meiner Österreich- und noch mehr meiner Wien-Begeisterung

Teil 2 siehe hier: Am Würstelstand


-----------------------------------------------------------
Anm. für Puck:
Ganz nach hinten bis ins ferne Klagen-
Furt hat mich mein Weg noch nicht getragen.

.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

tintenklecks

Unregistered

2

Wednesday, May 2nd 2007, 4:26pm

Tagchen Odra,

nun ist es Zeit, mein Versprechen einzulösen. Ich habe mir mal ein älteres Gedicht rausgepickt, das bis dato unkommentiert blieb. Warum, weiß ich nicht, mir gefällt es ausgesprochen gut und verdient eine nähere Beschäftigung.

Zunächst zu den formalen Aspekten:

Weitestgehend besteht dein Sonett aus 5-hebigen Jamben, wobei m.E. in Strophe 1, Zeile 3 („einmal“ wird doch auf der vorderen Silbe betont?) und in S4, Z3 („Ober“, Trochäus) Brüche im Metrum vorliegen. Männliche und weibliche Kadenzen wechseln einander regelmäßig ab und sind in S1 und S2 entgegengesetzt.

Mit der Form abba-cddc-efg-efg hast du ein Reimschema gewählt, das mir persönlich besser gefällt, als beispielsweise die abba-abba-Variante, weil es so abwechslungsreicher daherkommt. Positiv stechen die Reimpaare „Schwarzen/ Parzen“, „Marzipan/Wahn“ und „jäh/Schmäh“ heraus, das gefällt mir, wogegen sich „Muße“ und “Bluse“ nur bedingt reimen; ziemlich unsauber, mein Herr! ;) Die restlichen Reime sind eher schlichter Natur, was meinem Gefallen aber keinen Abbruch tut.

Herr Ober, ich möcht' einen Großen Schwarzen
- doch groß und schwarz muss, bittschön, er schon sein,
sonst hilft er nämlich nicht einmal zum Schein
als Schutz vor Schicksals nasbewarzten Parzen.


Bereits in Zeile 1 findet sich der Leser in einem Wiener Caféhaus wieder, was schon durch die Bezeichnung „Ober“ herausgestellt wird, denn diese Anrede ist in diesen Kaffeehäusern typisch und auf die wird von den Angestellten, soweit ich weiß, auch heute noch sehr viel Wert gelegt. Drum spreche man den Ober dort auch nie mit Kellner an, das könnte einem verübelt werden. Das lyrI gibt also seine Bestellung, einen großen Schwarzen, auf, was einem doppelten Espresso gleichkommt. Die metrumbedingte Elision in Z1 stört nicht weiter, sondern ist recht passend, weil es sich um direkte Rede handelt, bei der umgangssprachlich so manche Laute verschluckt werden. Überhaupt ist mir der Sprachstil dieses Herren sehr sympathisch, er hat so seine Eigenart, die bis zuletzt durchgehalten ist. Das gefällt mir.

In den letzten beiden Versen wird sozusagen der Grund für die Kaffeebestellung – oder, etwas weiter gefasst, für den Caféaufenthalt an sich - benannt. Motiv scheint die Flucht vor dem Schicksal zu sein, der Herr will diesem entkommen, flüchtet in dieses Haus und bestellt, um dort so lange wie möglich zu verweilen, gleich einen großen Schwarzen. Unter Parzen versteht man in der römischen Mythologie, so habe ich es ergoogelt, die drei Schicksalsgöttinnen, wobei eine von ihnen den Schicksalsfaden der Menschen spinnt, die zweite diesen Faden auftrennt und Nummer 3 ihn endgültig abschneidet. Diese Damen werden durch das Adjektiv „nasbewarzten“ gleich näher bestimmt und abgewertet. Ich deute diese Verbindung der Begriffe so, dass dem lyrI bei dem Gedanken, der Nase nach seinem Schicksal zu folgen, nicht wohl zumute ist. Das vorbestimmte Schicksal eines Menschen mutet ihm wie eine Art hässliche Krankheit an (Warze), mit der jeder Lebende infiziert ist. Eine Art Geschwulst oder Schicksalsknoten, von dem sich dieser Herr bedroht fühlt.

Ja, so in ihre inhaltlichen Bestandteile aufgedröselt, muss ich sagen, dass diese erste Strophe wirklich klasse ist. Hut ab.

Zur Mehlspeis fehlt mir heute die Geduld,
und zur Lektüre fühl' ich nicht die Muße
(... dort jene prächtig prallgefüllte Bluse
erweckt mir schamlos ein Gefühl der Schuld).


Auch die Mehlspeisen sind für Wiener Kaffeehäuser berühmt, doch steht dem Herren heute nicht der Sinn danach und auch nicht nach Lektüre. Stattdessen bewundert er weibliche Rundungen - typisch Mann, aber warum nicht :D . Diese Strophe finde ich schwächer als die erste. In Z1 stört mich an dieser Stelle die Elision (oder entspricht das dem dortigen Akzent?) und auch Vers 3 finde ich vom Klang her weniger schön, weil die beiden aufeinanderfolgenden Adjektive mit dem gleichen Plosivlaut beginnen.

Widerspricht sich die letzte Zeile nicht irgendwie? Wie kann denn schamlos ein Gefühl der Schuld erweckt werden? Schamhaft würde ich nachvollziehen können oder auch einen schamlosen Blick, der Schuld erzeugt; aber so bleibt mir dieser Vers unverständlich. Oder spielt dieses Schamlose auf das Rotwerden des Herren an, das sich nun für die Öffentlichkeit sichtbar, schamlos, im Angesicht des Herren widerspiegelt?

Der Tod ist süß und schmeckt nach Marzipan
und Mandelmohn: Hier kann man ihn (verg)essen.
Dass alles nur Melange ist, spürst du jäh.


In diesem Terzett ist vom Tod die Rede. Das ist also das oben angesprochene Schicksal, vor dem sich dieser Mann tatsächlich fürchtet und dem er durch den Aufenthalt im Café zu entfliehen versucht. Er möchte den Tod, so steht es ja in Z2, „(verg)essen“, diese jedem Menschen blühende Schicksalsbedrohung (ver-)tilgen ;) . Der Mohn passt mir wunderbar ins Bild, könnte er symbolisch ja für den ewigen Schlaf (Schlafmohn) oder Opium (Schmerzmittel) stehen, i.d.S. dass der Tod die Schmerzen des Lebens beendet, weshalb er, abgesehen vom Marzipan, ebenso als „süß“ bezeichnet werden kann.

Die Melange (ein Verlängerter mit Milch) ist wohl doppeldeutig gemeint; sie ist einerseits Genussmittel, eine Wiener Kaffeespezialität, die aus Kaffee, Milch, aufgeschäumter Milch und Kakao besteht, meint jedenfalls Wiki, andererseits symbolisiert dieser Begriff hier wohl auch das Leben an sich. Ein verlängerter Genuss, der seiner Art nach aber doch vergänglich ist - wie süßer Milchschaum, der sich irgendwann auflöst.

Der Zahn der Zeit bleibt ein plombierter Wahn:
Die Welt wird in Verlängerten gemessen.
OBER! – Das Leben ist ein TRAUM? A Schmäh!


Diese Strophe zieht eine Art Bilanz, definiert sozusagen, was das Leben ist: ein kariöser Zahn, der mit der Zeit ausfällt. Von Beginn an ist der Mensch mit dem Schicksal, irgendwann das Zeitliche zu segnen, infiziert, gebrandmarkt, beschädigt, so dass dieses „plombiert“ wie die Faust auf’s Auge passt.

Auch Zeile 2 ist beachtlich, fügt sie sich doch wieder sehr schön zum doppeldeutigen Gesamtbild. Und beim letzten Vers kann man sich eines Grinsens kaum erwehren; das finde ich hinreißend.

Ein feine Arbeit, Odra.

Grüße, tintenklecks

P.S.
Welche Bedeutung haben die komischen Pünktchen ober- und unterhalb des Sonetts?

Odradek

Master

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3

Wednesday, May 2nd 2007, 6:57pm

Quoted

Original von tintenklecks
nun ist es Zeit, mein Versprechen einzulösen.

Freut mich, freut mich! :)

Quoted

Ich habe mir mal ein älteres Gedicht rausgepickt, das bis dato unkommentiert blieb ...

Du machst mir damit nochmal eine Freude - denn das Gedicht liegt mir besonders am Herzen (doppelt: als Wien-Gedicht und als Sonett). =)


Zum Formalen:

Quoted

„einmal“ wird doch auf der vorderen Silbe betont?

Wenn Du es als isoliertes Wort betrachtes, schon.
Aber in Redewendungen wie "Er hat noch nicht einmal herübergeschaut ..." dann NICHT.
Da erhält nämlich eben das NICHT die Akzentuierung - und man liest folglich [in einem Zweier-Metrum] "noch nicht einmal".
Würde man hier wieder das ein- betonen, würde das die Aussage verändern: nicht einmal, sondern zwei- oder dreimal ...

Quoted

„Ober“: Trochäus .. Brüche im Metrum ...

Ja, da hast Du vollkommen recht.
Das ist hier Absicht -- denn die ganze letzte Zeile soll man sich sozusagen geplärrt vorstellen.
Damit kriegt dieses doppelt betonte O-BER!! einen Drive in die Zeile hinein (vllt. etwa ähnlich wie das wernerisch verkalauerte "saubär!").

Quoted

Positiv stechen die Reimpaare „Schwarzen/ Parzen“, „Marzipan/Wahn“ und „jäh/Schmäh“ heraus

=)

Quoted

wogegen sich „Muße“ und “Bluse“ nur bedingt reimen; ziemlich unsauber, mein Herr! ;)

Mich als unsauber zu bezeichnen .. den Schuh zieh ich mir generell gern an ... :D
Aber, meine Dame --- warum um alles in der Welt soll denn Muße / Bluse ein unsauberer Reim sein???? 8o
?(
edit: Ach so - Du meinst wohl wegen stimmhaft vs. stimmlos?
Das seh' ich als Südwestdeutscher nich' so eng ... :D

Quoted

Drum spreche man den Ober dort auch nie mit Kellner an, das könnte einem verübelt werden.

Wichtige volkskundliche Lektion! :D
Und um Himmelswillen niemals "Bedienung!" rufen ...

Quoted

..ist mir der Sprachstil dieses Herren sehr sympathisch, er hat so seine Eigenart, die bis zuletzt durchgehalten ist. Das gefällt mir.

Das macht auch Dich sehr sympathisch! ;)

Quoted

Diese Damen [Parzen] werden durch das Adjektiv „nasbewarzten“ gleich näher bestimmt ...

Gedankenreiche Deutung dazu, Klecksi! :)
Dass darin ein [intertextuelles] Zitat versteckt ist, ist nicht weiter wichtig ... und wohl nur dem auffällig, der seinen Wilhelm Busch querbeet auswendig kennt.
Dazu vllt. ein [ganz zufälliger] Link [URL=http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,102136,00.html]DW zu Busch[/URL] ... [s. im Text 6. Absatz; leider werden da keine Zeilenumbrüche angegeben] - leider ohne das dazugehörige Bild. Das konnte ich im Netz nicht finden ... :(.
Wer's zur Verfügung hat, mag es im "Tobias Knopp" nachschlagen ...

Quoted

Stattdessen bewundert er weibliche Rundungen

Ja, zu was das Caféhaus nicht verführt ... :D

Quoted

In Z1 stört mich an dieser Stelle die Elision (oder entspricht das dem dortigen Akzent?)

"Das einzige, was uns kulturell wirklich von Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache" - lautet ein kluger Spruch (ich glaube, der geht sogar auf Karl Kraus zurück).
Die Mehlspeis ist nicht Dialekt - sondern eine waschechte österreichische Vokabel. Das hat mit dem Wortteil "Speise" zuerst einmal nichts zu tun ... "die Mehlspeise" gibt es NICHT!!
Im Deutschen müsste man das mit Kuchen oder Gebäck übersetzen ... aber eben nur sehr unzulänglich (was jeder bestätigen kann, der schonmal a Mehlspeis gegessen hat :P).

Quoted

Vers 3 finde ich vom Klang her weniger schön, weil die beiden aufeinanderfolgenden Adjektive mit dem gleichen Plosivlaut beginnen.

Nun, ich nenn's Stabreim und hab's mir eigentlich gezielt gesucht ...
außerdem: inhaltlich musst Du doch zugeben -- muss diese Bluse doch prächtig und prall sein, nich'?! ;)

Quoted

Widerspricht sich die letzte Zeile nicht irgendwie?

Ja, da lauert so etwas wie ein sprachliches Paradox ... :P
Das sich aber auflösen lässt:
Es ist ja geradezu schamlos, wie einen da das Schuldgefühl überfällt, das man doch eigentlich gar nicht haben müsste ...

Quoted

Der Mohn passt mir wunderbar ins Bild, könnte er symbolisch ja für den ewigen Schlaf (Schlafmohn) oder Opium (Schmerzmittel) stehen, i.d.S. dass der Tod die Schmerzen des Lebens beendet, weshalb er, abgesehen vom Marzipan, ebenso als „süß“ bezeichnet werden kann.

Ganz genau. Wunderbar! :)

Quoted

Die Melange (ein Verlängerter mit Milch) ist wohl doppeldeutig gemeint

Ja, richtig.
Alerdings nicht so sehr im Sinne (des später kommenden) "Verlängerten" - sondern in dem auch für Nicht-Wiener übertragenen Sinne von "Melange" - als etwas Vermischtem, Zusammengerührten, "Unreinen".

Quoted

Diese Strophe zieht eine Art Bilanz, definiert sozusagen, was das Leben ist: ein kariöser Zahn, der mit der Zeit ausfällt.

..sozusagen ein "HohlZahn" ... :D ... *hihgihi*

Quoted

Von Beginn an ist der Mensch mit dem Schicksal, irgendwann das Zeitliche zu segnen, infiziert, gebrandmarkt, beschädigt, so dass dieses „plombiert“ wie die Faust auf’s Auge passt.

Ja, und das Kariöse wird auch noch Befördert durch den Konsum des o.g. Süßen (Marzipan etc.) ... also je mehr man sein Leben versüßen will, desto löchriger wird's nachher! ;)

In der letzten Zeile kann man nochmal so was "Intertextuelles" finden:
ein bekanntes Drama des Wiener Autors Franz Grillparzer [sic!] heißt "Der Traum, ein Leben".

Quoted

Und beim letzten Vers kann man sich eines Grinsens kaum erwehren; das finde ich hinreißend.

Wenn ich diesen Deinen Kommentar lese, kann ich mich eines Grinsens kaum erwehren -- und finde es hinreißend! :D

Quoted

P.S.
Welche Bedeutung haben die komischen Pünktchen ober- und unterhalb des Sonetts?

Ääähm ... das war ja eines meiner ersten eingestellten Gedichte - da wusste ich das mit dem Einfärben noch nicht.
Ich wollte einfach nur Leerzeilen haben, um den Text ein bißchen weiter reinzurücken ...


Danke, Tintenklecks!
Das war nicht gekleckert!! :)

PS.:
Nun, da das so schön erledigt ist, kann ich ja demnächst den nächsten Teil meiner Wiener Sonett-Tetralogie einstellen. ;)
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

tintenklecks

Unregistered

4

Wednesday, May 2nd 2007, 7:32pm

Die Sache mit der Betonungsverschiebung von "einmal" im Kontext ist mir neu. So habe auch ich wieder was gelernt. Fein.

Dass der Trochäus in der letzten Zeile beabsichtigt war, habe ich mir fast gedacht, aber geht das mit der Form des Sonetts noch konform? ;)

edit:

"Aber nicht nur die Reimanordnung wird variiert, neben dem klassischen fünfhebigen Jambus, oder Alexandriners, finden sich zunehmend auch andere Versmaße, seien es vierfüßige Jamben und Trochäen, seien es Anapest und Daktylus, Beinahe jedes Versmaß ist, wenn auch von manchem orthodoxen Sonettisten unwillig beäugt, inzwischen möglich. Als unschick gilt es allerdings das Selbstgewählte Versmaß zu brechen. Das „Ebenmaß“ der Sonettzeile gilt noch immer als heilig." [Quelle: http://www.sonett-archiv.com/index2.html] Nun gut.

Quoted

"die Mehlspeise" gibt es NICHT!!


Doch, die gibt es wohl, vielleicht nicht gerade im Caféhaus, aber im Bertelsmann, S. 640 :D .

Dass Zitate im Sonett versteckt waren, ist mir, ehrlich gesagt, entgangen *zugeb.

Den Stabreim habe ich nicht als solchen eingeordnet, sondern als Zufallsprodukt, weil es der einzige seiner Art in diesem Gedicht ist. Auf mich wirkt das daher eher störend, nicht unbedingt als trefflich eingesetztes Stilmittel. Geschmackssache.

Nun, da du dich mit der Formatierung auskennst, kick doch die irritierenden Pünktchen.

Grüße, tintenklecks

Odradek

Master

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Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

5

Friday, May 4th 2007, 3:55am

Hi Klecksi,
es freut mich, dass Du die verdienstvolle Sonett-Seite von ZaunköniG verlinkt hast! Dort ist wirklich solide Fleißarbeit zu finden und gesammeltes Wissen zum Sonett - wohl eine der zwei wichtigsten Seiten zum Sonett im Netz!

>>[Zwischenbemerkung:
Allerdings ist der werte Zaunkönig eher recht traditionalistisch eingestellt. Ich bin zwar kein Fan der Experimente des hochgelobten F. J. Czernin - aber dessen Sonette passen in gar kein Schema; der große Expressionist Paul Zech hat in den Sonetten öfters das Metrum gewechselt (und der war ein wahrlich literarhistorischer Hecht!) ... und was in der modernen angloamerikanischen Literatur in der Sparte abgeht, sprengt eh jeden Rahmen!]<<


Quoted

Original von tintenklecks
Dass der Trochäus in der letzten Zeile beabsichtigt war, habe ich mir fast gedacht, aber geht das mit der Form des Sonetts noch konform? ;)

Nun ... mag's eben ein nicht-konformistisches Sonett sein. ;)
[Wobei in meinem Lesen dieser Überlagerung von Wortakzent und Metrumsakzent der Metrumsakzent der stärkere ist .. so empfinde ich das; d.h. dass das Metrum unbedingt erhalten bleibt - und eben der Wortakzent drunter zu leiden hat - also ICH brech' das Metrum nicht beim Vorlesen :P ... wie oben erläutert: Ich will gerne OBER [[zugegeben regelwidrig]] mit zwei Akzenten empfinden lassen!]

Quoted

"die Mehlspeise" ... Doch, die gibt es wohl, vielleicht nicht gerade im Caféhaus, aber im Bertelsmann, S. 640 :D .

Hmm, dort wo sie Mehlspei-se ausgesprochen werden würde, gibt es sie nicht im natürlichen Vorkommen. Was natürlich schade ist ... :rolleyes:
Das österr. Wörterbuch kennt Mehlspeis.

Quoted

Der Stabreim : Auf mich wirkt das daher eher störend, nicht unbedingt als trefflich eingesetztes Stilmittel. Geschmackssache.

Nun ja, dass eine "prächtig prallgefüllte Bluse" eher Männer ansprechen mag, mag durchaus eine Sache des biologischen Schlüsselreizes sein ... :D
Scherz beiseite: Es ist der doppelte Blählaut P (dem dann noch das schwächere B hinterherklingt), der die Bluse doppelt bläht ... und das ist doch auch in der Sache des Bildes begründet (sofern es keine Caféhaus-Amazone ist :P) ... dieses doppelt Geblähte war mir irgendwie zwingend. Nachvollziehbar? ;)

Quoted

Nun, da du dich mit der Formatierung auskennst, kick doch die irritierenden Pünktchen.

Done.

Nochmals Danke, Kleckschen! =)
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Cora408

Intermediate

Date of registration: May 29th 2007

Posts: 85 wcf.user.activityPoints: 480

Location: Aus der Steiermark "zuagroaste" Wahlwienerin

Occupation: Kindergarten- und Familienpädagogin, Angestellte i.e.Imkereibetrieb

6

Wednesday, May 30th 2007, 2:09pm

Hallo, Odradek!

Na, das ist eine Seite, auf der ich mich als langjährige Wahlwienerin wieder so richtig heimisch und wohl fühle!!
Na, eh kloa, is "Mehlspeis" richtig...
Ein Wilhelm Busch-Fan... herrrrlich! Als Kind konnte ich ihn in und auswendig. Wird vermutlich Zeit, dass ich wieder mal reinschau.
Was den Ober anlangt: Man kann sogar das "Herr" (Ober) weglassen, aber bitte nicht den "Ober". Oder man ist mit der "Bedienung" schon mehr auf "Du-und-Du", dann könnte ein dementsprechendes "Hr.Franz" oder "Hr.Fritz" auch genehmen.
Aber mit der Melange sin ma doch net so ganz eingeweiht, oder? Vor allem net in Verbindung mit dem Tod, mhh...?

Zusammengefasst: Es liest sich wie alles von Dir wieder eindeutig "locker-flockig", und nicht *feixfeix* übers ganze Gesicht, sondern natürrrrlich *deixdeix*!!

Wann bist Du denn mal in Wien?
Lust auf einem Besuch im Hawelka oder so?

LieGrü,
Cora (das Girl aus Favoriten)
Wem`s konveniert ;), findet hier von mir:

Samhain, Halloween.... ("Komm, Moornacht...")
(Checkpot) - Was ist hier bitte mit experimenteller Lyrik gemeint?
Sein oder nicht sein



fang die eine momentigkeit
im copalen glas der zeit
wirf dich in die zelten der himmel, koste die wechsel des windes
liebe die welt ohne sinnen, wahr dir die augen eines kindes

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