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Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

1

Tuesday, March 20th 2007, 7:56pm

inauditus

inauditus

Ein Blatt, von blauem Morgentau benetzt,
löst sich vom Stängel, taumelt frei
durch Windeseile und
trägt Tintenworte
in die Welt.

So ist es,
wenn die Seele
täglich Briefe schreibt,
auf denen die Adresse fehlt.
Wer wischt den Tau vom Blatt und liest?

RPK 200307
Sammelsurium: Werkesammlung


machtwort

Unregistered

2

Tuesday, March 20th 2007, 8:31pm

RE: inauditus

Hallo Roland!

Ich lasse im Taumel der Begeisterung die Finger
von der Interpretation, sowie Form, Metrik und allem blabla
und spreche Dir einfach ein Kompliment für eins Deiner
gelungensten Dinger aus:

Kompliment!

Jeder wertvolle Gedanke, der so unter die Räder kommt,
oder vor die (virtuellen) Hunde geht, findet hier
Erwähnung und Beachtung.

Quoted

So ist es,
wenn die Seele
täglich Briefe schreibt,
auf denen die Adresse fehlt.


........ganz GROSS!

Wäre es von mir, hieße es: „Was zum Teufel mach ich hier“

machtwort

farion

Professional

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Location: Drachenhort

Occupation: Hausdrache

3

Wednesday, March 21st 2007, 12:02pm

RE: inauditus

Hallo,

auch wenn ich ungern durch ausgetretene Pfade wandle, ich kann mich Machtwort nur anschließen. Seine Bemerkung bezüglich des Titels offenbarte mir denn doch einen Haken. Denn so distanziert kühl und abstrakt passt "inauditus" nicht so recht zu Text, finde ich. Machstworts spontaner "Was zum Teufel mach ich hier" ist, wenn auch nicht ganz punktgenau, immerhin doch anschmiegsamer.

Ich vermute inauditus bedeutete soviel wie: ohne Empfänger/Zuhörer/Leser?

Liebe Grüße
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

Odradek

Master

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Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

4

Wednesday, March 21st 2007, 1:20pm

RE: inauditus

Quoted

Original von machtwort........ganz GROSS!

Stefan spricht ein großes (Macht)Wort gelassen aus ...
und mir bleibt nur Farions Zustimmung dazu!

Der Fluss des Gedichtes funktioiert mE wunderbar, die Zeilenumbrüche, obwohl artifiziell anzusehen, überzeugen ungekünstelt und natürlich. Dass sich dann auch ein typographisch so schlüssiges und dekoratives Bild ergibt, ist eine kostenlose Zugabe --- "kostenlos" im besten poetoogischen Sinne des Wortes: Es muss nichts dafür geopfert werden!
Das ist rund!
Und die letzte Zeile ist dann einfach der Gipfel ...

:)

@ Farion betreffs Titel:
"distanziert" und "abstrakt" finde ich ihn nicht .... aber sehr wohl "kühl", jadoch --- und genau dieses Kühle scheint mit besser zu passen als - mit Verlaub ;) - MWs Ereiferung, die Du dagegenhältst.

Aber, AE:
Warum nicht schlicht deutsch "Ungehört"

... just thinking :rolleyes:

Gruß,
Odra.

[pers. PS: Ich bin immer noch nicht dran gewöhnt, dass Stengel mit ÄÄÄÄ geschrieben wird ...]
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

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5

Wednesday, March 21st 2007, 1:55pm

Oups

auditus sum!

Na geht doch :D

@ Schmachtwort: Danke für Deinen entgeisternd begeisterten Kommentar.

Quoted

Wäre es von mir, hieße es: „Was zum Teufel mach ich hier“
Isses aber nich :D

@ farion:

Quoted

distanziert kühl und abstrakt passt "inauditus" nicht so recht zu Text
Kann man so sehen.

Quoted

Ich vermute inauditus bedeutete soviel wie: ohne Empfänger/Zuhörer/Leser

Nicht ganz, den lateinischen Titel habe ich gegenüber dem deutschen "Ungehört" bevorzugt, weil er noch weitere Bedeutungsfacetten bietet. "inauditus" bedeutet ungehört, unerhört, unbekannt, noch nie dagewesen.

@ Odradek:

Quoted

Es muss nichts dafür geopfert werden!

Ja, ich sehe die ästhetische Form auch als Zugabe, nicht als Vorgabe. Die entstand mitten beim Schreiben, als sich auf natürliche Weise nach den ersten drei Versen eine Treppenform abzeichnete. Die umgekehrte Form der S2 war dann bereits Entschluss, denn sie sollte den Kreis schließen, wie es dann der letzte Vers auch mit dem inhaltlichen Aufgreifen des V1 tut. Ich hatte jedenfalls keinerlei Empfinden von Zwang beim Schreiben, die Form ist mit dem Text wie von selbst gewachsen. Ich musste also nicht groß puzzlen, um sie zu erreichen. Insofern überrascht mich Dein Eindruck von "Ungezwungenheit" nicht, denn es war tatsächlich auch ungezwungen.
Zum Titel habe ich schon aaO Stellung genommen.

StÄngel - ja, das ist gewöhnungsbedürftig, aber ich bin nicht derjenige, der solche Entscheidungen trifft. Es ist nun einmal so.

Danke für die Resonanz

AE
Sammelsurium: Werkesammlung


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