Zwei Texte, die den gleichen Gegenstand aus unterscheidlichen Perspektiven mit unterschiedlichen Mitteln darstellen ... und atmorsphärisch doch bestens zusammenpassen, bei aller Unterschiedlichkeit.
Das ist zuerst einmal verwunderlich - und erfreulich!
Zum Reim-Text:
Es gibt aber auch gar nix zu bemäkeln ...
Rhythmus/Metrik läuft bestens;
hübsches, äußerst effektvolles Enjambement Str2, Z1/2;
dass die schließenden Kommata der Relativsätze fehlen (1,3 // 3,1 // 3,3), hat entweder System oder ist schiere Flüchtigkeit (was letzteres ich hoffe...).
bleibt nur das ein oder andere zu fragen oder anzumerken:
in Str. 2 ist das "hetzten" [zuerst] ein bißchen irritierend im Präteritum ... wg. dem direkten Zeitenfolgen-Anschluss an "Maschinen
fegen"..., wirkt wie nur dem Reim geschuldet ... aber man kann's auch so lesen, dass es Sinn gibt [bei präsens. HETZEN liest man den Relativ-Anschluss eher auf den REST des Tages bezogen ... bei HETZTEN dann eben relativ bzg. auf den TAG ... wobei die SPÄTEN wieder besser zum Rest passen --- is' nicht ganz klar ...
Das ist aber Kaffeebohnenritzensägerei, zugegeben ...
Ähnlich wie bei meiner Überlegung zum "LEBEN" in Str. 3: Irgendwie ist man versucht, sich innerlich eine Gegenüberstellung vorzustellen: alle, die hier nachts noch leben --- und alle, die ... ja was denn? ... hier nachts nicht mehr leben? ... aber solch verquere Gedanken sollen das Funktionieren des Gedichts nicht trüben.
Schlusswendung in Str. 3 find' ich super!
Aber: Warum Silbenschlucken "fahrn" / "warn" ... ?
Zum "Literaturbahnhof":
Find' ich genauso gelungen ... genauso originell gedacht und gemacht.
Einzig und allein der
BrandName "Mont Blanc" am Ende stört mich immens .....
Product Placement??
Tät's nicht auch eine einfache Sachbezeichnung?
Demnächst werd' ich im Fft. Hbhf. mal Ausschau halten nach dem Schild "Literaturbahnhof" und was es damit auf sich hat ...
Gruß,
Odradek.
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