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Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

1

Thursday, March 8th 2007, 4:35pm

der Wind, er holt die Träume heim

Der Wind, er holt die Träume heim
und streift vom Dach die Nacht.
Vom Licht geflutet bricht der Deich
der Dunkelheit, der Tag erwacht.

Die Sonnenwinde tanzen Stufen
hinunter an das Meer.
Wo Wellenlippen, in den Buchten,
den Sand umspülen – spurenleer.

Der Wind, er holt die Bilder heim
aus Winkeln meines Traums
und weht sie, wie ein Scherenschnitt,
entlang des Küstensaums.

Ich wende mein Gesicht nach innen
und laufe ihnen hinterher
bis sich das Licht in Brandung krümmt
in Nacht zerfällt es - schattenleer.

Ich zieh die Schultern um mein Herz,
geh heimwärts durch die Winde
doch weiß, wenn ich die Augen schließ,
wo ich die Träume finde.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

resumee

Master

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2

Friday, March 9th 2007, 6:23pm

Liebe Alexa,

wunderschön, Dein Gedicht, das ich jetzt schon mehrfach gelesen habe, etwas dazu schreiben wollte, aber eigentlich gar nicht wusste, was,

außer

das die Bilder brillant sind, sehr einfach und doch so eindrucksvoll.

Der Deich der Dunkelheit...er verstellt die Sicht auf den Tag, bildet die Dunkelheit.

und weht sie, wie ein Scherenschnitt,

da sehe ich die Konturen der Traumfiguren förmlich am Küstensaum auftauchen, schemenhaft.

entlang des Küstensaums, das ist die einzige Stelle, an der ich nicht sicher bin, dass das grammatikalisch stimmt. Entlang wessen? Wirklich? Oder entlang wem oder was?

Ich wende mein Gesicht nach innen, suche in mir selbst, das ist wieder große Klasse.

Und das ist meine absolute Lieblingsstelle:

Ich zieh die Schultern um mein Herz

was für ein geborgenes Bild!

Ich bin schlicht begeistert.

resumee
Dies ist wohl der Fels, an dem die Besten scheitern, indem sie aufhören zu lieben, wenn sie beginnen zu erkennen.
Wohl jedem, der Erkenntnis errungen und Liebe bewahrt! (Dante)

Raina J.

Intermediate

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3

Friday, March 9th 2007, 7:34pm

Liebe Alexa,

ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen, Dein Gedicht ist traumhaft schön!

Eine einzige Stelle würde ich ein klein wenig ändern:

Du schreibst in S4:

Quoted

Ich wende mein Gesicht nach innen
und laufe ihnen hinterher
bis sich das Licht in Brandung krümmt
in Nacht zerfällt - schattenleer."


Ich würde vor den Bindestich als Pausenzeichen noch ein "es" einfügen,

in Nacht zerfällt es, - schattenleer.

dann würde es sich vielleicht etwas flüssiger lesen, aber das ist sicher Ansichtssache.

Liebe Grüße und sehr gern gelesen
Raina
Das Leben ist schön!

farion

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4

Friday, March 9th 2007, 9:04pm

RE: der Wind, er holt die Träume heim

Hallo Alexa,

ein faszinierendes Gedicht.
Allerdings störe ich mich an einer Zeile.

Quoted

Die Sonnenwinde tanzen Stufen

Der Sonnenwind den ich kenne, ist ein gefährlicher Teilchenstrom, welcher glücklicherweise nicht die Erdoberfläche erreicht. Ich weis, nicht jeder hat dies im Hinterkopf, aber bei mir erzeugt es unpassende Irritationen.

Spontan überlegt, fände ich "Sommerwinde" passender. :]

Liebe Grüße
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

Raina J.

Intermediate

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5

Friday, March 9th 2007, 11:49pm

RE: der Wind, er holt die Träume heim

Hallo Farion,

auf diese Assoziation in diesem Zusammenhang wäre ich jetzt nicht gekommen..., ich hatte eher an die Kombination Sonnenlicht, verspielt wie der Wind, Lichtreflexe und Wellen usw. gedacht, deshalb finde ich hier Sonnenwinde sehr gut passend, eben als Zusammenspiel zwischen Sonnenlicht und Wind, wenn es auch wissenschaftlich wohl was anderes ist. Ich denke, in einem Gedicht kann die Wissenschaft auch mal außen vor bleiben....

LG
Raina
Das Leben ist schön!

resumee

Master

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6

Saturday, March 10th 2007, 11:56am

Vielleicht bin ich ja ungebildet, aber mir haben die Sonnenwinde ebenfalls gut gefallen, weil ich das gleiche assoziiere wie Raina. Ich denke, wenige Menschen haben ein solches Fachwissen, Deiner Interpretation, farion, zu folgen.

Den Text musste ich gleich heute Morgen wieder lesen. Immer noch toll. :]

Schönes WE!
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Ralph

Intermediate

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7

Saturday, March 10th 2007, 6:22pm

RE: der Wind, er holt die Träume heim

Hallo Alexa,

... anmutvoll, leichtbeschwingt, bilderreich, wortverspielt und einfach KLASSE !

Ich ziehe abertausend bunte Federhüte,
Ralph

ruelfig

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8

Saturday, March 10th 2007, 8:26pm

Hallo Alexa,
ich schließe mich allen Vorredner- und innen an.
Plädiere wie Raina J für en "es".
Bezaubert,
R
Gegenismen

Lehrer Lämpel

Professional

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9

Saturday, March 10th 2007, 8:45pm

Hallo Alexa,
was Dein Thema und die von Dir gewählten Sprachbilder betrifft, kann ich mich meinen Vorrednerinnen und Vorredndern nur anschließen. Ich finde auch Deinen Umgang mit Reimen und dem Zeilenumbruch gelungen. Es entsteht dadurch eteas leicht Fließendes, eher Plätschendes. Da ist nichts Beunruhigendes, Aufwühlendes. Eine einzige Korrektur schlage ich vor in S.1 Z.2. Ich würde so umstellen:' und streift vom Dach die Nacht.' Dann passt der Reim auch besser. Auch für mich ist das zwischen den Schultern geborgene Herz am eindrücklöichsten. Sehr schön ist für mich aber auch die zweite Hälfte der letzten Strophe. Wie schön ist es zu wissen, wo wir unsere Träume finden, dann sind noch nicht alle zerronnen, verweht.
Vielen Danbk für Dein Gedicht und liebe Grüße L.L.
Ich will für die Utopie
den toten Baum verfeuern,
damit die Kälte nicht
das letzte Wort behält.


farion

Professional

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10

Saturday, March 10th 2007, 11:26pm

Quoted

Original von resumee
Vielleicht bin ich ja ungebildet...


Resumee, ich hoffe das war jetzt nur ein Witz. ;)

Quoted

Original von resumee
Ich denke, wenige Menschen haben ein solches Fachwissen, Deiner Interpretation, farion, zu folgen.


Ja, manchmal ist Unwissenheit ein echter Segen! :rolleyes:
Meine "Interpretation" ist ja vom mir auch zu Wortwörtlich genommen.
Es wird ja aus dem Kontext des Gedichtes klar, das Alexa hier
nicht den physikalischen Begriff meint. Insofern ist meine Kritik vielleicht etwas zu erbsenzählerisch. ;)

Liebe Grüße
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

Ralph

Intermediate

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11

Sunday, March 11th 2007, 3:57am

RE: der Wind, er holt die Träume heim

Seid gegrüßt, Freunde der Lyrik,

lasst fahren dahin all den Zweifel an solch unzweifelbarer Lyrk, vollmundig, ehrerbietungswürdig, huldigend, dem schaffenden Geist, dem dies entspross.


Nochmals zieh' ich -auch zu nächtlicher Stund'-
abertausend bunte Federhüte,

Ralphonsius Silentius
der Stille im Erdenthal,
in tiefem Respekt,
aber was gilt die schlichte Meinung eines Erdenbürgers?

Alexa

Blickdicht(erin)

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12

Tuesday, March 13th 2007, 12:33pm

RE: der Wind, er holt die Träume heim

Entschuldigt bitte, dass ich euch nicht schon früher Rückmeldung gab. Aber manchmal scheinen dem tag ein paar Stunden zu fehlen :(

Resumee;
vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich dachte nicht, dass die Bilder so gut ankommen-
entlang des Küstensaums- ich war mir da auch erst etwas unsicher, aber ich glaube doch ich kann das so schreiben. Ich werde aber noch mal nachfragen ob es wirklich so stehen bleiben kann.
Es freut mich riesig dass du sogar beim zweiten mal lesen den Text noch schön findest. Ich dachte ernsthaft daran das Gedichte schreiben an den Nagel zu hängen weil mir das >Bilder übermitteln> nie so wirklich gelang. ?(
Deshalb freue ich mich jetzt natürlich besonders dass es gefällt.

Raina;
Jetzt weiß ich auch dass es dich hier im GF noch mal gibt- ;)
Ich habe die Stelle mit dem- es- übernommen. Danke dafür. Ich habe diesen Text wirklich ohne Rücksicht auf Silbenanzahl geschrieben. Als ich das später bemerkte, wusste ich nicht was ich noch wo zwischen packen könnte ohne den Inhalt zu sehr zu verändern.
Danke für deine Antwort und es freut mich dass es auch dir gefällt.

Farion;

Das Sonnenwinde ein gefährlicher Teilchenstrom sind- wusste ich nicht. Ich habe dieses Wort genau so angewandt wie raina und resumee es verstanden haben.
Sommerwinde gefällt mir jetzt nicht wirklich, sonst hätte ich es geändert. Aber es ist so nichtssagend, irgendwie.
Schade, dass meine Sonnenwinde dir ein anderes Bild vermitteln als beabsichtigt.
Aber Erbsenzählen ist das von dir nicht. Ich freue mich wenn mir gesagt wird wie meine Texte ankommen. Hätte ich diese Sonnenwinde als das verstanden was sie ja dann eigentlich sind- hätte ich sicher dieses Wort auch nicht in diesem Zusammenhang benutzt. Also danke für die Info und das Lob.

Ralph;
Man bin ich froh dass ich dir ein wenig Meerfeeling rüberbringen konnte und du mal unter deinen Büchern hervorgekrochen kommst.
Danke- Danke ich freue mich riesig über dein Lob.
Setz den Federhut wieder auf und hol die Götter von ihrem Thron. ;)

Lehrer Lämpel;

Schön, dass ich auch für dich den Träumen einen Raum geben konnte- das macht mich fast ein wenig stolz.
Die Änderung werde ich übernehmen und danke dir für den Vorschlag und das Lob.

Rolf;

Ich freue mich dass ich auch deine Sinne mal treffen konnte :D und danke für die Antwort.

Liebe Grüße
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

sanscryt

einfach nur franz

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13

Tuesday, July 1st 2008, 12:17pm

Hi Alexa,

nach dem nun schon alles gesagt wurde, was sohl gesagt werden konnte / musste, einfach in Kürze:

ein großartiger Text der in seinem Gefühl das er vermittelt wunderschön mundet.
Eindeutiger Favorit:

Die Sonnenwinde tanzen Stufen
hinunter an das Meer.


:]

Lieben Gruß, Timo

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Alexa

Blickdicht(erin)

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14

Tuesday, July 1st 2008, 11:01pm

Hallo sanscryt

- wie viel Staub musstest du wegwischen, bevor man es lesen konnte :) Danke dass du es nochmal ans Licht geholt hast. Dieses Gedicht bedeutet mir sehr viel.


danke

L.G.
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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