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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Friday, March 2nd 2007, 12:34pm

Rhododendronblüten

Rhododendronblüten

Neben geschorenen Floren
von Rasen der Wut
duften Rhododendronblüten
am Rande des Parks.

Ihren vergifteten Pollen
mache ich zu Honig
und schmiere ihn
auf meine immergrüne Seele.

Bis die Zikaden
sie langsam aussaugen
duftet sie so
nach Rhododendronblüten
am Rande des Parks.

RPK 020307

[edit: nach Vorschlag Tao S3V2 geä. von "sie langsam zerfressen"]
Sammelsurium: Werkesammlung


Pseudonym

Lyrisches Licht

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Location: milchstraße

2

Friday, March 2nd 2007, 12:59pm

tach anfangende,

dein text hat finde ich starke stellen, allerdings habe ich auch dinge bemerkt die meiner meinung nach verbessert werden könnten.
Ich fang mal gleich mit der hoffentlich konstruktiven kritik an:

1. Wenn du alle worte klein schreibst versteht man zb das enjambement oder wie man das nennt besser: "von rasen der wut"

2. "am rande des parks" ist zb nur eine örtliche beschreibung ohne mehrdeutigkeit, also nicht besonders dich tim vergleich zu dem schon erwähnten "rasen der wut". Eigentlich schade vielleicht kannst du da noch was machen und anderen stellen wo es sich ähnlich verhält.

3. Wenn das lyr ich Pollen zu Honig machen kann muß es ja eine Biene sein. Es könnte allerdings auch seine Seele mit dem vergifteten Pollen bestäuben / pudern. ein paar worte die mir zu dieser zweiten strophe einfallen:
allergene Pollen / schmiere meiner nimmer satten seele ums maul (wenn es schon honig sein muß) / aus ihren vergifteten Pollen / schleudere ich honig / auf meine immergrüne seele / ( die immergrüne seele gefällt mir als sei sie herbstzeitlos)
kleines beispiel was realistischer wäre weil das lyr ich wohl keine biene ist:

ihren vergifteten nektar
schmiere ich auf meine
herbstzeitlose seele
mit pollenallergie.

(das ist nicht besonders durchdacht aber gibt vielleicht einen anstoß / wenn nicht auch nicht schlimm, es soll nur eine möglichkeit aufzeigen)

4. Zikaden saugen aus und zerfressen meines wissen nach weniger. Passt doch auch gut:

"Bis die Zikaden
sie langsam aussaugen"....

wenn du schon die interessante metapher der zikaden hereinbringst, warum nicht auch ihr penetrantes allgenewärtiges und unermüdliches zirpen. Sie sind so ungreifbar. man erträgt sie bis man sie killen will, dann verstummen sie kurz um darauf wieder einzusetzen: unermüdlich. hat noch viel potential

auch das gedicht /

aber es gefällt mir auch so schon gut.

viele Grüße,
tao

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

3

Friday, March 2nd 2007, 1:49pm

tach tao,

danke für Deine Textkritik,

Quoted

1. Wenn du alle worte klein schreibst versteht man zb das enjambement oder wie man das nennt besser: "von rasen der wut"

Ich meine, zum Verstehen oder Herauslesen dieses Doppelbildes ist eine Kleinschreibung zumindest nicht zwingend erforderlich. Aber Bedenkenswert ist der Vorschlag allemal.

Quoted

2. "am rande des parks" ist zb nur eine örtliche beschreibung ohne mehrdeutigkeit
´
Naaa, nicht ganz. Das soll gerade so sein, in der ersten Verwendung ist es tatsächlich ein bildlicher Ort, aber eben in der zweiten Verwendung, obwohl eine wörtliche Wiederholung, eben plötztlich nicht mehr, sondern Metapher. Diese Übertragung in das lyr.Ich war so beabsichtigt.

Quoted

3. Wenn das lyr ich Pollen zu Honig machen kann muß es ja eine Biene sein.

Nach eng gesehenen Bildlogikanforderungen ja. Aber zu Deinem Vorschlag: "Allergene" ersetzt nicht " vergiftete", denn der Pollen von Thododendren ist tatsächlich giftig! DAs ist rausgekommen, als sich Leute nach dem Genuss von Alpenrosenhonig (Bergazalee, auch ein Heidekrautgewächs) ein wenig vergiftet haben... :D

Lol, Du schreibst ja meinen halben Text neu! Naja ich denk mal drübe nach, aber ich möchte das Bild gerne etwas knapper halten als Deine längere Ausgestaltung, die ist mir zu abschweifend. Dennoch klasse, Deine so konkrete Textarbeit.

Quoted

die immergrüne seele gefällt mir als sei sie herbstzeitlos

Naja, der Rhododendron ist eine immergrüne Pflanze, und hier vollzieht sich eine Parallelisierung und schließlich Verschmelzung mit dem lyrIch statt.

kleines beispiel was realistischer wäre weil das lyr ich wohl keine biene ist:

Quoted

4. Zikaden saugen aus und zerfressen meines wissen nach weniger. Passt doch auch gut:

"Bis die Zikaden
sie langsam aussaugen"....

Klar, sie saugen, das ist wirklich kaum haltbar mit Zerfressen. Schade, denn ich hätte gerne klanglich zerfressen/Zikaden gehabt, aber an diesem Vorschlag komme ich wirklich nicht vorbei und werde ihn übernehmen. Danke!

Zu deinen Vorschlägen zu den Zikaden gilt dasselbe wie oben: ICh möchte den Text stilistisch bewußt prägnant ohne umfassende Ausarbeitung von Nebensschauplätzen halten. Was da vor sich geht, ist eine Darstellung eines zentrales Lebensgefühls anhand der Übertragung des Rhododendron-im-Park-Bildes auf das lyrIch. Nur diesen einen Strang möchte ich knackig und ohne Umschweife durchziehen. Die Bildintensität gibt auch ohne Beschreibungen und Ausgestalltungen genug Tiefe für gedankliche Ausschmückungen und Assoziationen beim Leser. Ich meine, hier ist weniger mehr.

Danke für die gute Kommentierung

AE
Sammelsurium: Werkesammlung


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