Wednesday, May 23rd 2012, 4:11pm UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

1

Wednesday, February 28th 2007, 1:10pm

Opal

Opal

Ich lösche das Licht,
damit ich Dich sehen kann -
so wie das Schwarz von den Farben träumt.

Die im Zimmer surrende Mücke
soll mich ruhig stechen -
so wie ich blutleer von Röte träume.

Wäre ich Maler,
würde ich Dir ein Blau schenken,
so wie das Meer vom Himmel träumt.

Hätte ich keine Hoffnung,
wäre dann das Grün
nicht längst vergilbt?

Damit ich nicht erblinde,
gehe ich auf die Suche
nach dem Lichtschalter.
An, aus, an, aus, jeden Tag,
morgen
abend
wieder
lösche ich das Licht
und sehe Dich
schillern wie einen
amorphen Opal.


RPK 280207
Sammelsurium: Werkesammlung

This post has been edited 1 times, last edit by "aNFANGENDe" (Dec 27th 2007, 10:19pm)


machtwort

Unregistered

2

Wednesday, February 28th 2007, 2:41pm

RE: Opal

Hallo Roland!

Ein wundervoller Text über die (wohl vergebliche)
Hoffnung ist Dir da gelungen, mit ansprechenden Bildern.

Quoted

so wie das Schwarz von den Farben träumt.


Das schmeisst die Denkturbinen an und gefällt mir mit
Abstand am besten...

Es wirkt auf mich, mehr kann ich fast nicht dazu schreiben,
außer zum Schluss:

Quoted

und sehe Dich
schillern, wie ein
amorpher Opal.


Da müsste es heissen: einen Opal, es sei denn, du wärest der Opal,
der sie schimmern sieht und ich glaube, das wolltest Du nicht sagen, oder?
Der Opal, der die Farben, die Dein Gedicht durchziehen alle vereint ist
ein sehr stimmiger Abschluss, doch warum muss er unbedingt "amorph"
sein, das Wort lässt einem ein bischen die Schnauze einfrieren...

Danke für das Lesevergnügen: machtwort

Date of registration: Feb 7th 2006

Posts: 722 wcf.user.activityPoints: 4,130

Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

3

Wednesday, February 28th 2007, 6:49pm

hallo Anfangende,
was ich hier in den ersten Versen sehe, ist ein ständiger Seitenwechsel,
ein Taumeln zwischen Hell und Dunkel/Nähe-Sehnsucht/Hoffnung und Suche...
und ich sehe dennoch eine Spur,
der ich folgen kann, darin. Vielleicht ist es ja der Wunsch, mich
von dem, was mir sehr nahe ist, von Zeit zu Zeit zu lösen,
um es in einem ´anderen Licht´, oder aus einer anderen Perspektive betrachten,
und wieder neu darauf zugehen zu können (?).
"damit ich nicht erblinde" - damit ich nicht ´blind´für das bin,
was es zu schätzen (Opal) gilt...

Für mich ein optimistisches, sehr gelungenes Werk,
das sich erst mit dem letzten (Schlüssel-)Wort rundet.
Runder jedoch, und prägnanter fände auch ich,
wenn du auf das ´amorph´ verzichten würdest.
Ein Opal birgt doch bereits x schillernde Möglichkeiten der Assoziationen -
warum diese also nicht offenlassen?

meint+grüsst

Kali
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

hohlZahn

Professional

Date of registration: Dec 1st 2003

Posts: 449 wcf.user.activityPoints: 2,405

Location: Düsseldorf

Occupation: Arsch vom Dienst / Achterbahnpilot

4

Wednesday, February 28th 2007, 7:05pm

RE: Opal

tag y)

(vorab: habe die vorherigen kommentare nicht gelesen)

Quoted

Original von aNFANGENDe
Opal

Ich lösche das Licht
damit ich Dich sehen kann
so wie das Schwarz von den Farben träumt.


gefällt! sehr einfach gehalten aber mit nicht zu unterschätzender wirkung.

Quoted

Original von aNFANGENDe
Die im Zimmer surrende Mücke
soll mich ruhig stechen
so wie ich blutleer von Röte träume.


"von röte" würde ich durch "vom rot" ersetzen. das bringt die farbe besser auf den punkt. zwar steckt schon etwas vom mückenstich in der "röte", aber dennoch klingt "vom rot" besser, zumal du auch im übrigen text beim farbeigennamen bleibst.

Quoted

Original von aNFANGENDe
Wäre ich Maler
würde ich Dir ein Blau machen
so wie das Meer vom Himmel träumt.


das ist mir viel zu kitschig. meer und blau sind so ziemlichd as erste was man mit "blau" assoziiert, das ist nicht halb so originell wie das "rot". zwar ist auch das "rot" angesichts des "blutleer" kein riesenwurf, aber mit dem "mückenstich" und v.a. der schwärze des zimmers ergibt das ein stimmiges gesamtbild. das wird durch den himmelmeer-kitsch für mich zerstört.

Quoted

Original von aNFANGENDe
Hätte ich keine Hoffnung,
wäre dann das Grün
nicht längst vergilbt?


dass "grün die hoffnung" ist, ist genauso abgegriffen wie das "blau" von meer & himmel. diese strophe finde ich am schwächsten. das schöne eingangsbild des zimmers die mücke usw. ist komplett weg - schade drum.

Quoted

Original von aNFANGENDe
Damit ich nicht erblinde
gehe ich auf die Suche
nach dem Lichtschalter.
An, aus, an, aus, jeden Tag,
Morgen
Abend
wieder
lösche ich das Licht
und sehe Dich
schillern, wie einen
amorphen Opal.


die vorherige form wird aufgelöst, das bild der ersten strophe wird wieder aufgegriffen. "Damit ich nicht erblinde / gehe ich auf die Suche / nach dem Lichtschalter." gefällt mir sehr gut, ein schönes bild. problematisch finde ich die letzten 2 verse. "du schillerst wie ein opal / smaragd / diamant" usw., da sist im grunde genommen beliebig ersetzbar. das liegt auch an der kompositiond es gedichtes: ein opal vereint meiner wissens das farbspektrum grau, braun, rot und gelb in den verschiedensten abstufungen - im gedicht ist aber die rede von schwarz, rot, blau und grün. dadurch werden die farbeigenschaften des edelsteins nicht deutlich genug und er wird auswechselbar. ginge es dir um farben allgemein wäre m.e. auch schwarz, weiß, rot, blau und gelb statt grün sinnvoller, denn rot, blau und gelb sind die komplementärfarben und schwarz und weiß die typischsten aller gegensätze.

also, ich weiß nicht. aus dem gedicht kann man was machen, das bestätigen die ersten beiden strophen und tendnziell auch die letzte. aber in der vorliegenden version überzeugt es mich nicht.

grüße
hZ


RPK 280207[/quote]
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

wcf.user.socialbookmarks.titel