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farion

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1

Monday, February 19th 2007, 6:51pm

silberschwinge


SILBERSCHWINGE


Bricht dir auch der Wille
an Klippen voller Scherben
dann sing durch taube Stille

Aus deinem Abgrund findet
sicher seinen Weg
dein Lied das uns verbindet

Mit deinem Ruf entfalten
sich meine Schwingen sanft
die dich umarmend halten

Ich schenke dir vom Mut
verwandle deine Tränen
zu meinem eignen Blut

So nehme ich die Schwere
und trage von der Last
als ob es meine wäre







[gewidmet]
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

Ahsil

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2

Tuesday, February 20th 2007, 5:41am

Lieber Farion,
dieses Stück verkörpert das, was ich lieber unter Satire lesen würde. Vor zwei Jahrhunderten nannte man es Erlebnislyrik. Ich nehme die Widmung als gegeben und denke, dass man den Text auch ohne Kenntnis des weitläufigen Sachverhaltes kritisieren können muss.
Schon der Titel verspricht einen „Bravo“ - Stil, der seines Gleichen sucht. Die fett gedruckten Lettern versprühen ein Unwohlsein, welches nur durch einen größeren Schrifttyp zu verschlimmern wäre. Glück auf. Edel soll es wohl klingen und erhaben.
Die fünf Strophen, so will ich sie nennen, die sich darauf anschließen, schmeißen mit poetischen Bildern um sich, als wüchsen sie an Bäumen. „bricht“ – „Scherben“; „taube“ – „Stille“; „dein Lied“; „deinem Ruf … Schwingen“; „verwandle … Tränen … eigen Blut“; „Schwere … Last … meine wäre“. Man mag es nach meiner Aufzählung vielleicht nicht nachvollziehen können, aber sieht man es im Kontext, sollte es stimmig sein.
Formal weißt dieser Text keine Raffinessen auf. Einfach „reim-dich-oder-ich-prügel-dich-tot“ Reime zu nehmen, macht noch keine Poesie. Vielleicht wäre eine Verbindung zwischen den jeweiligen „Strophen“ besser. Also bei S2 und S3 könnte das klappen. Bei S4 und S5 auch. S1 steht da etwas allein. Grammatisch, sollte man es überhaupt noch so nenne, stößt mir S2 auf. Gut, du setzt keine Interpunktion, das habe ich verstanden (warum auch immer, da es deinem Text nicht wirklich einen Bonus gibt), aber warum deswegen gleich das Subjekt im Hauptsatz (Vers eins und zwei) weglassen und einen Relativsatz anhängen? Das dient eindeutig der Form- und Reimerhaltung, und kann von mir nicht gut geheißen werden.
In Strophe drei wird das „Lied“ zum „Ruf“. Würde sich der Autor bitte entscheiden? Oder woher soll der „Ruf“ sonst kommen?
Strophe vier wartet dann mit einem Geschenk „vom Mut“ auf, wessen „Mut“? Das wird hier nicht klar. Genauso fährst du in Strophe fünf fort, indem du den „Mut“ zur „Last“ umdichtest und das Gleiche wiederholst.
Um es zusammenzufassen: enttäuschend. Nun kann man daherkommen und sagen, dass ich ja die Widmung nicht kenne, und dass es dennoch ganz lieb gemeint ist, aber das interessiert für ein allein stehendes Werk nicht.

Liebe Grüße
Bob
-

"meum auditorium",
in deinem Geist kein Geiste lebt!
Mir serviles Publikum,
dem Klotho keinen Faden webt!
(aus dem Refrain der Trilogie "Götterwahrnehmung - eine Zeichnung")

-

hohlZahn

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3

Tuesday, February 20th 2007, 1:37pm

als "bravo"-tauglich würde ich das gedicht nicht unbedingt einstufen, und der begriff "erlebnislyrik" ist hier auch nicht angebracht (die tatsache, dass eine unmittelbare empfindung ausgedrückt werden soll, stellt es nicht automatisch in die nachfolge des sturm&drang). und auch eine kritik an minder originellen reimen würd eich nicht gelten lassen, denn dass reime originell sein sollen oder müssen ist nicht zwingend notwendig - im gegenteil, je althergebrachter oder bekannter ein reimwort, desto "leiser" bringt es den text zum klingen, und das ist im vorliegenden falle durchaus angebracht.
stimme allerdings zu, dass weitestenteils die originalität fehlt, die tränen, das blut usw. -- die aufzählung vom vorposter halt.
die tatsache, dass die strophenform sich an der terzine anlehnt, nicht aber das reimschema verhindert allerdings, dass der text flüssig zu lesen ist, und die dreizeiler wirken etwas abgehackt. man könnte überlegen auf den reim komplett zu verzichten, oder eben das reimschema der terzine anzuwenden, also aba bcb cdc ded usw. - aber das ist ermessenssache.
die ersten beiden strophen finde ich motivisch noch recht gelungen. zwar wird auch hier kein originalitätsvogel abgeschossen, aber das gelieferte bild ist nett. die zweite strophe ist allerdings syntaktisch zu verschwurbelt. wobei ich den relativsatz gerade gut finde, denn "das uns verbindende lied" als alternative kommt viel zu klotzig daher (btw: relativsätze haben kunstvoll eingesetzt spätestens bei rolf dieter brinkmann ihre gesamte poetizität entfaltet).
die übrigen strophen kommen mir allerdings zu kitschig daher, die schwingen, die tränen, die schwere usw., das hat man schon zu oft gelesen und es ist motivisch zu eingeschränkt und banal.
an dem text müsste auf jedenf all noch einiges gearbeitet werden.

herzlichst
hZ
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

Ahsil

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4

Tuesday, February 20th 2007, 2:22pm

Hallo hohlZahn,

was spricht gegen Bravo? Was spricht gegen Erlebnislyrik? Beides hat in meinen Augen bei diesem Text seine Berechtigung. Liest man diverse Texte aus diversen Zeitschriften, kommt der obige Text dem doch recht nahe. Gründe zähltest du in deinem Beitrag selbst auf. Erlebnislyrik spiegelt für mich auch unüberarbeitetes Textwerk wieder. Einfach die gemachten Erlebnisse aufs Papier gebracht. Das ist aus meinem Mund in diesem Fall kein Lob und durchaus auch gerechtfertigt, auch hier nanntest du Gründe. Nur weil der Text nicht vor zweihundert Jahren entstand, kann er dennoch so eingeordnet werden.
Ich habe nichts gegen „altbackene“ Reime, wo gibt es noch wirklich neue Reime. Aber ich mag es nicht, wenn zu einem Wort wie „Wille“ die erste Reimidee „Stille“, die bei mir auch als erstes kommt, verwendet wird. Bei „Mut“ und „Blut“ verhält es sich gleich. So entsteht bei mir das Bild, als wolle sich der Autor nicht wirklich viel Zeit für sein Stück nehmen. Ich denke eine gute Mischung machte den Text besser, also altbacken und originell.
Natürlich könnte man hier auch ganz auf die Reime verzichten, da gebe ich dir Recht.
Ich spreche mich im Übrigen nicht gegen Relativsätze aus, sondern gegen die Umstellung, wie sie hier stattgefunden hat. Es ist ein hingebastelter Satz, der einzig, in meinen Augen zumindest, dazu dient, das Metrum und den Reim zu retten. Relativsätze können ohne Frage künstlerisch eingesetzt werden, ich wäre ein Narr, behauptete ich etwas anderes.
Aber ich bin erfreut, dass wir uns im Grundtenor treffen können.

Liebe Grüße
Bob
-

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farion

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5

Thursday, February 22nd 2007, 2:11pm

Hallo Bob,

Quoted

dieses Stück verkörpert das, was ich lieber unter Satire lesen würde. Vor zwei Jahrhunderten nannte man es Erlebnislyrik.

Sieh an, die Erlebnislyrik von damals wird zur Satire von heute. So ändern sich die Dinge... :D

Quoted

Die fett gedruckten Lettern versprühen ein Unwohlsein, welches nur durch einen größeren Schrifttyp zu verschlimmern wäre.

Das ist so eine CI Sache... Die Überschrift ist bei allen meiner Gedicht bold, du bist der Erste der sich daran stößt.

Quoted

Formal weißt dieser Text keine Raffinessen auf.

Das stimmt... war aber auch nicht mein Ziel.

Quoted

Vielleicht wäre eine Verbindung zwischen den jeweiligen „Strophen“ besser.

Konstruktive Vorschläge?

Quoted

Gut, du setzt keine Interpunktion, das habe ich verstanden (warum auch immer, da es deinem Text nicht wirklich einen Bonus gibt)

Wieder CI. Ich verzichte normalerweise auf Interpunktion in Gedichten. Für mich lediglich eine visuelle Vorliebe.
Anderseits,hier in diesem Gedicht Interpunktion einzubringen bringt auch nicht mehr Punkte.

Quoted

Das dient eindeutig der Form- und Reimerhaltung, und kann von mir nicht gut geheißen werden.

Konstruktive Vorschläge?

Quoted

In Strophe drei wird das „Lied“ zum „Ruf“. Würde sich der Autor bitte entscheiden?

Wo ist das Problem? Noch nie gehört das man mit Liedern jemand rufen Kann? Ist der Gedanke jetzt so exotisch?

Quoted

Strophe vier wartet dann mit einem Geschenk „vom Mut“ auf, wessen „Mut“? Das wird hier nicht klar. Genauso fährst du in Strophe fünf fort, indem du den „Mut“ zur „Last“ umdichtest und das Gleiche wiederholst.

Du bist der Erste, der kritisiert, dem Inhalt nicht folgen zu können. Insofern sei mir die Frage erlaubt, ob du es überhaupt willst.

Quoted

Nun kann man daherkommen und sagen, dass ich ja die Widmung nicht kenne, und dass es dennoch ganz lieb gemeint ist, aber das interessiert für ein allein stehendes Werk nicht.

Jaja, für einen wahren Kritiker ist es egal, mit welchem Ziel etwas geschrieben wurde. Was zählt sind die eigenen Erwartungen. :rolleyes:

Ich hätte auch ganz opportun hier einen Text originellster formaler Art erstellen können. Nur, wenn ich jemanden ein Gedicht widme, der für solche Spielereien wenig übrig hat, hätte ich damit leider nichts gekonnt. Bedenke, es gib immer noch genug Menschen, die Erlebnislyrik bevorzugen. Auch wenn Dieses nicht zu den Ausgefeiltesten gehört...




Hallo hohlZahn,

Quoted

die tatsache, dass die strophenform sich an der terzine anlehnt, nicht aber das reimschema verhindert allerdings, dass der text flüssig zu lesen ist, und die dreizeiler wirken etwas abgehackt.

Das sich meine Texte nicht flüssig lesen lassen ist ein allgemeines Problem fürchte ich, naja mann muss sich ja noch steigern können. :rolleyes:

Quoted

man könnte überlegen auf den reim komplett zu verzichten, oder eben das reimschema der terzine anzuwenden, also aba bcb cdc ded usw. - aber das ist Ermessenssache.

Ein Dilemma das ich nicht lösen konnte. Einerseits gab mir die Anfangsidee den Reim schon vor, anderseits fühlte ich mich Inhaltlich zu sehr gebunden als das ich jetzt eine perfekte Terzine machen konnte. Eine Änderung des Reimschemas innerhalb des Gedichtes kam für mich auch nicht in frage.

Quoted

die übrigen Strophen kommen mir allerdings zu kitschig daher, die schwingen, die tränen, die schwere usw.

Mag sein. Ich erlaube mir hier einfach zu meinem Kitsch zu stehen. y)

Quoted

an dem text müsste auf jeden Fall noch einiges gearbeitet werden.

Naja, an diesen nicht mehr, am nächsten bestimmt. ;)

Liebe Grüße
Farion

PS.: Was ist ein „Bravo“ - Stil? Nur ein anderes Wort für Elebnislyrik?
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

Ahsil

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6

Thursday, February 22nd 2007, 4:07pm

Guten Tag Farion,

ich lese deine Antwort zweigeteilt. Einmal spüre ich eine gewisse Antipathie, welche sich aus ewiger Rechtfertigung ergibt. Und zum anderen Unbedarftheit, die sich darin widerspiegelt, dass du gern „konstruktive“ Vorschläge haben möchtest, wie ich dein Gedicht „verbessern“ könnte. Als Autor solltest du aber, so meine Meinung, wesentlich besser über deinen Text bescheid wissen, als ich. Soll ich dir deinen Text etwa neu schreiben? Die Aufgabe eines Kritikers liegt darin, Schwachstellen eines Textes aufzuzeigen und konstruktiv zu begründen. Damit ist die Kritik dann auch, wie man so schön sagt, konstruktiv. Aufgabe ist es nicht, den Text umzudichten. Das solltest du besser können. Deswegen der Begriff „Unbedarftheit“.
Ich sehe die Erlebnislyrik nicht als Satire von heute. Aber, und das ist dann meine Meinung als Kritiker, ich mag diese Art Texte nicht besonders. Aber auch dort gibt es immer Ausnahmen. Nichts ist ausnahmslos unbefriedigend.
Des Weiteren eine Frage: Was heißt „CI Sache“? Vielleicht „Corporate Identity“? Aber das erklärte gar nichts. Die Abkürzung ist aber dieselbe. Nun ja, spinnen wir das mal weiter. Dann bist du deine eigene Firma und siehst dich nicht genau als eigenständigen Menschen: Sehr geehrter Vorstand des Farion! Etc…
Nun ja, ich fasse noch mal kurz deinen Kommentar zusammen: Dein Ziel, auch wenn das nicht so klar durchzulesen ist, war es, ein sehr mäßiges Gedicht zu schreiben, um dem Adressanten zu gefallen. Dabei verzichtest du auf formale Raffinessen. Da ich deine Worte für bare Münze nehme, sollte ich mich wohl demnächst auf die Suche nach einem „Text originellster formaler Art“ von dir machen.

Mit freundlichen Grüßen,

Bob Olmers

PS: Der „Bravo“-Stil sollte die Trivialität deines Textes wiedergeben.
-

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-

machtwort

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7

Thursday, February 22nd 2007, 5:04pm

Hallo zusammen!

Vorweg, ich finde dass dieses Gedicht zuerst einmal eines ist:
Eine durchaus gefühlvolle Liebeserklärung!
Man mag geteilter Ansicht sein, was die technische Ausführung
angeht und auch die Abgeschmacktheit der Bilder ist ein Vorwurf
den man sicher erheben könnte, aber wenn man die "Liebeslyrik"
die es sonst hier zu lesen gibt als Maßstab nimmt, ist dieses sicher
schon weit vorne anzusiedeln.
Ich nehme Worte ähnlich wie Musik wahr - unmittelbar - über Klang, Melodie
und Wortwahl und frage mich, ob es hier nötig war derart ablehnend
zu kommentieren.
Natürlich ist es immer möglich, daß die hier eingestellten Gedichte
tiefe Empfindungen vor anderen ausbreiten, die damit nix anfangen können,
damit muss man als Autor rechnen.
Das hast Du (Ahsil) sicher auch schon gemerkt bei Deinen Gedichten,
die sich trotz der zugegebenermaßen technisch sehr soliden und von
Belesenheit geprägten Gestaltung am Ende doch nur mit Scheisse beschäftigen.
Natürlich muss ein Gedicht für sich selbst stehen können, wie ein Song auch.
Da gibt es die Jazzpolizei, die mir als Musiker auf die Finger schielt und sagt:
„Was spielt der sich denn billiges zusammen“ und da gibt es Musikhörer denen
die Emotion wichtig ist, denen geht perfektes Timing und klasse Fingersatz
am Arsch vorbei und denen reichen auch drei Akkorde und ein billiger 4/4.
Ich sehe es aus der vorwiegend emotionalen Ecke und kann im Falle von
Farions Gedicht sagen, daß es ein schöner Text ist, nicht nur für die Adressatin,
sondern auch für nicht ganz penible Kritiker, die schon mal verliebt waren
(sicher gibt es da auch Ausnahmen).
Sorry noch einmal Ahsil, Du wunderst Dich, welche Ablehnung Dir für
Dein anales Heidenröslein entgegenschlägt und ich kann es Dir sagen.
Hier kritisierst Du ein sehr gefühlvolles Gedicht mit rein Formaler Herangehensweise
und wirst ihm damit nicht ganz gerecht, und auf Deine Skatologie-Gedichte melden
sich Leute, die emotional kritisieren, die Handwerklichen Feinheiten und Bezüge zu
grossen Dichtern außer Acht lassen und damit Deinen Werken auch nicht ganz
gerecht werden.
So sehe ich das und hoffe, ich bin damit nicht off-topic und hoffe ausserdem,
Du betrachtest es nicht als Affront gegen Dich, denn so war es nicht gemeint!

Liebe Grüße: machtwort

Ahsil

Professional

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8

Thursday, February 22nd 2007, 6:33pm

Hi,

keine Panik, ich stimme dir in deiner Argumentation durchaus zu. Einem Text gerecht zu sein, ist eine schwere Sache. Aber, und diese Diskussion wurde schon oft geführt, ich sehe nun mal auch die formalen Aspekte als Unterstreichung des Ganzen. Ein Text, bei dem ich die Augen rollen muss, weil es für mich hinten und vorn nicht passt, kann eben seine Wirkung bei mir nicht entfachen. Es braucht beides. Und bevor ich mich an eine inhaltliche „Wirkungsfindung“ mache, schaue ich mir eben erst den formalen Teil an, kann der überzeugen, bin ich gern bereit mich auf den Rest auch mehr einzulassen.
Bei obigem Text hat der Ersteindruck eben schon alles verdorben, was meine Abneigung begründet. Ein Ersteindruck kann natürlich trügen, aber er ist nun mal ausschlaggebend. Der Text konnte mein Interesse nicht wecken, was zum Beispiel bei apples Gedicht, was ich gestern zu deuten versuchte, anders war. Dennoch handelte es sich bei benanntem Gedicht nicht unbedingt um eine Glanzleistung, aber das Interesse war eben da. Ist alles subjektiv :).
Und was meine Texte hier angeht, kann ich nur sagen, dass das doch etwas komplizierter ist, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Obigen Text und meine „Fäkallyrik“ sollte man wohl nicht in einen Topf werfen :D. Ich strebe ganz andere Ziele an, als es Farion hier tut. Und nur so am Rande, ich schreibe ja nur in der ersten Sinnesebene über Scheiße :D, viele andere Autoren tun es überhaupt…

Liebe Grüße
-

"meum auditorium",
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hohlZahn

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Occupation: Arsch vom Dienst / Achterbahnpilot

9

Friday, February 23rd 2007, 12:46am

Quoted

Original von farion
Ich hätte auch ganz opportun hier einen Text originellster formaler Art erstellen können. Nur, wenn ich jemanden ein Gedicht widme, der für solche Spielereien wenig übrig hat, hätte ich damit leider nichts gekonnt. Bedenke, es gib immer noch genug Menschen, die Erlebnislyrik bevorzugen. Auch wenn Dieses nicht zu den Ausgefeiltesten gehört...


hier beißt sich doch die katze in den schwanz. du wiegelst kritik ab, indem du sagst, das gedicht sei jemandem gewidmet, der für "solche spielereien" (dazu gleich mehr) nicht viel übrig habe.. belässt es aber nicht dabei, das gedicht der gewidmeten person zu zeigen, sondern machst es einer allgemeinheit öffentlich, die weder die gewidmete person noch die hintergründe kennt (und davon abgesehen zählen die für mich als leser auch gar nix - es sei denn die widmung beinhaltet einen intertextuellen verweis).

was ich ganz persönlich schade finde, ist -- literarische unbedarftheit des adressaten hin oder her -- ein bewusst mittelmäßiges gedicht mit den altbekannten, abgegrasten wortfeldern abzufassen. das gedicht, durch die widmung also für jemand besonderen gedacht, kommt selbst gewöhnlich und platt daher. das ist wie wenn ich jemandem zu geburtstag irgendwas typisches, unbrauchbares schenke und sage "immerhin, der gedanke zählt". nee, no go. aber gut, das ist meine persönliche meinung die dich nicht weiter zu interessieren braucht y)

was mich aber doch noch interessiert -- was ist denn opportun daran, einen text in einer halbwegs originellen form abzufassen?( das hat doch nix mit einstellung, sondern mit können zu tun. du brauchst ja auch nicht ein feuerwerk unverbrauchter metaphern abzufackeln oder irgendwelche klotzigen superneologismen zu entwerfen -- auch mit einer einfachen, klaren sprache kann man, wenn man sie richtig verwendet, sehr schöne texte fabrizieren. aber was ich meine: die form MUSS nunmal stimmen, sonst ist der text schlecht oder mittelmäßig. man kann dann natürlich noch über geschmacksfragen diskutieren (wie in diesem falle über bestimmte reimworte), aber das führt in der regel eh zu nix.
wenn du von vorneherein keine mühe in formvollendung, wie auch immer die aussehen mag, investieren möchtest, dann solltest du das gedicht wirklich nur dem unbedarften adressaten zugänglich machen.

Quoted

Original von farion
Mag sein. Ich erlaube mir hier einfach zu meinem Kitsch zu stehen. y)


das ist nicht dein kitsch, das ist der kitsch aller, der kitsch der allgemeinheit. privater kitsch könnte u.u. noch interessant sein.

herzlichst
hZ
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

Inspira

Unregistered

10

Sunday, February 25th 2007, 1:37pm

RE: silberschwinge

Lieber Farion,

vollkommen ungeachtet meiner Vorredner (wobei ich mich am ehesten machtwort anschließe), möchte auch ich mich zu Deinen Zeilen äußern. Als Frau, die sich von diesem Gedicht sicher anders berührt fühlt, als ein Mann, finde ich es zunächst einmal sehr romantisch. Der Text zeigt, das der Rezitator sich seinem Gegenüber öffnet, nach Hoffnung sucht und selbige verspricht.
Diese Botschaft ist Dir gut gelungen und die Bilder die Du hier wählst gefallen mir, passen in meine eigene Innenwelt.

Nicht mehr, nicht weniger. Ich habe es gerne gelesen und konnte mich selbst mit verträumtem Blick wiederfinden.

Sonntägliche Grüße, Inspira :)

Sarisand

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11

Monday, April 30th 2007, 11:03pm

Meine Meinung...

Quoted

Original von Inspira

vollkommen ungeachtet meiner Vorredner (wobei ich mich am ehesten machtwort anschließe), möchte auch ich mich zu Deinen Zeilen äußern. Als Frau, die sich von diesem Gedicht sicher anders berührt fühlt, als ein Mann, finde ich es zunächst einmal sehr romantisch. Der Text zeigt, das der Rezitator sich seinem Gegenüber öffnet, nach Hoffnung sucht und selbige verspricht.
Diese Botschaft ist Dir gut gelungen und die Bilder die Du hier wählst gefallen mir, passen in meine eigene Innenwelt.

Nicht mehr, nicht weniger. Ich habe es gerne gelesen und konnte mich selbst mit verträumtem Blick wiederfinden.


Ich kann mich dir nur anschließen Inspira! Ich finde das Gedicht auch gelungen, einfach vielleicht, aber wirkungsvoll! Nicht jedes Gedicht muss ein technisches Meisterwerk sein, manchmal ist es eben genauso wichtig, oder auch wichtiger, den Leser emotional anzusprechen.

Mich hat dieses Gedicht offenbar ähnlich angesprochen wie dich!

Deshalb:

@farion
Schön, hat mir gefallen! Vielleicht muss man sich gerade in die Situation des lyrischen ichs hineinversetzen können, oder in einer gleichen sein, um den Zugang zu dem Text zu bekommen!

LG
Sarisand

farion

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12

Wednesday, May 2nd 2007, 2:11pm

RE: Meine Meinung...

Hallo Inspira, Hallo Sarisand


Quoted

Original von Sarisand
...manchmal ist es eben genauso wichtig, oder auch wichtiger, den Leser emotional anzusprechen.


Genau das war mein Hauptziel, dem ich anderes untergeordnet habe.
Freut mich, dem nahe gekommen zu sein. ;)

Danke für eure Meinungen
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

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