Ach ja, die guten alten Kleinode... Was habe ich dazu schon Debatten geführt.
Womit ich hier eher ein Problem habe, sind die Zeilensprünge - Haiku verführen dazu, sich einfach einen Satz zu nehmen, und diesen nach dem 5-7-5-Muster zu zerstückeln.
Haiku sind aber, wie man so schön sagt, Topic-Comment-Konstruktionen, d.h. in diesem Fall, die erste Zeile schafft ein Bild, das alleine bestehen kann, und das in den darauf folgenden Zeilen mit der subjektiven (in unserem Vokabular impressionistischen) Wahrnehmung des Dichters kommentiert wird.
Was das zweite Werk angeht, so ist dies wohl von den dreien am weitesten vom "Geist des Haiku" entfernt, alleine schon, weil Sommer und Winter gleichzeitig benutzt werden. Es ist zwar durchaus gerne gesehen, das Bild, das in der ersten Zeile geschaffen wird, zu brechen, aber Spiele mit Gegensatzpaaren nicht. Der Moment als solcher muss bestehen. Witzigerweise entspricht es allerdings fast wortwörtlich einem Text aus meinen Lehrmaterialien für klassisches Chinesisch...
Viele Grüße,
kurushio