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willow

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1

Thursday, February 15th 2007, 2:46am

Teilzeit

Habe mein Material gesichtet und mich schließlich entschieden diesen Text als erstes zu posten.



Teilzeit

Es klirrt, die Atemwolke schiebt
Das Karussell
Wir fragen nicht, wer öfter nimmt als gibt
Und kreisen schnell
In jeden Wunsch, der uns zur Mitte biegt.

Du sprichst, mein Zittern macht dich still
in Blicken stehn
„Fort meine Zeit!" dein Wispern echot schrill
Du darfst nicht gehn!
Was fehlt, nimm dir von mir soviel ich will.





willow

ein weiters findet sich hier:
Amsterdam
All it came down to was: die or adapt. I imagine my own vacant face, the disembodied voice coming from its mouth: These are terrible times. Maggots already writhe across the human sausage, the drool pouring from my lips dribbles over them, and still I can't tell if I'm cooking any of this correctly, because I'm crying too hard and I have never really cooked anything before.
Brett Easton Ellis, American Psycho

Alexa

Blickdicht(erin)

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2

Thursday, February 15th 2007, 1:41pm

RE: Teilzeit

Hi Willow

ich glaube wir kennen uns noch nicht- also erstmal ein Hallo von mir..

Teilzeit- ein teil der Zeit.
es klirrt und Atemwolke bringt dieses Bild der Kälte mit sich. Karussell assoziiere ich mit dem Leben, dass von uns selber ( atemwolke) angetrieben wird. ( übrigens ein schönes Bild - die Atemwolke die das Karussell schiebt)
wie das so ist- es wird mehr genommen als gegeben- auf Biegen und Brechen wollen wir unsere Träume erreichen.
Um auf die Liebe zu kommen ( steht ja in dieser Rubrik) könnte ich hier sowas wie eine -Vollkommenheit der Liebe erreichen wollen- lesen.

Jetzt kommt die zweite Strophe und ich muss sagen es wird schwer deine Intention zu erkennen.Ich suche hier nach Liebe - aber ich vermute bald, es geht nicht wirklich darum. Da bleibt irgendwie die Zeit stehen
Das Lyr. ich blickt zurück- in Blicken stehn-
Gehe ich jetzt davon aus, dass die Zeit spricht- komme ich ins schleudern; denn warum sollte sie sagen- fort meine Zeit.
Soll das eine Klage sein? Ist da der Tod im Spiel? Vielleicht die zerbrochene Liebe? Soll das Vergangenheit sein, an die das Lyr. ich gerade denkt? Will es im Grunde genommen gar nicht, dass diese vergangenen Bilder gehen? ( du darfst nicht gehen)
Die letzte Zeile haut mir dann noch den Nagel in das Brett vorm Kopf- ich kann hier nur vermuten dass es sich um die Vergangenheit handelt- womöglich gehts um eine verflossene Liebe/ Leben der das Lyr. ich hinterhertrauert. In der letzten Zeile lese ich dann, dass das Lyr. ich nur soviel Vergangenheit an sich ran lässt wie es will und kann.

Ich stell mal noch ne Vermutung an--- ich lieg weit draussen mit meiner Interpretation
warum musst du es mir auch sooo schwer machen- dabei mag ich diese Wortspielereien doch so.

Gruß
Bretterkopf Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

willow

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3

Friday, February 16th 2007, 12:41am

RE: Teilzeit

Quoted

Original von Alexa
Hi Willow

ich glaube wir kennen uns noch nicht- also erstmal ein Hallo von mir..



Hi Alexa! Bist der erste Mensch der sich an einem meiner Texte versucht, ich danke dir!

Quoted


Teilzeit- ein teil der Zeit.


Richtig, eine der gemeinten Bedeutungen.
Die anderen beiden sind: Zeit, zu teilen , und das teilen der Zeit miteinander.

Quoted


es klirrt und Atemwolke bringt dieses Bild der Kälte mit sich. Karussell assoziiere ich mit dem Leben, dass von uns selber ( atemwolke) angetrieben wird.


Das mit der Kälte ist richtig. Aber vielleicht sollte ich als erstes die Ausgangssituation aufzeigen: das Gedicht beschreibt das Beisammensein und den Dialog zweier Liebender. Hierbei steht die Atemwolke in der allumfassenden Kälte für die Wärme des Idylls, welches sich die Liebenden in einer lieblosen Welt erschaffen. Der Atem symbolisiert zugleich die Essenz der Lebendigkeit, wie sie nur durch die Liebe erlebt werden kann. Den ausgestossenen Atem assoziiere ich hier auch mit einer erotischen Komponente.

Das Karussell steht für das scheinbare Perpetuum Mobile der Glückseligkeit, das wieder und wieder dreht es sich ohne Anfang und Ende; jedoch nur so lange, wie es eben von der Kraft der Liebe(Atem) angetrieben wird. Mit dem stetigen Kreisen vebinde ich auch ein gewisses hypnotisches Element.

Quoted


wie das so ist- es wird mehr genommen als gegeben- auf Biegen und Brechen wollen wir unsere Träume erreichen.
Um auf die Liebe zu kommen ( steht ja in dieser Rubrik) könnte ich hier sowas wie eine -Vollkommenheit der Liebe erreichen wollen- lesen.


Da es anfangs schwer zu erkennen war, dass es sich tatsächlich um eine intakte Liebesbeziehung handelt, waren diese Zeilen leicht miszuverstehen.
Wir fragen nicht, wer öfter nimmt als gibt; das steht für die Aufopferung, für das (scheinbar,dazu später mehr) vollkommene Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse hinter jene des Partners, welches, da es auf Gegenseitigkeit beruht, in vollkommener Harmonie resultiert. Das Biegen zur Mitte steht, wie du richtig erkannt hast, für das immer weiter vorranschreitende Aufeinanderzubewegen, die Insassen des Karussells kommen sich im wie bei einer Pirouette im immer enger und schneller kreisenden Karrussell mit dem Ziel der vollkommenen Vereinigung im Mittelpunkt immer näher. Das Paradoxe dieses Bildes soll die Unfassbarkeit der Vollkommenheit beschreiben (im Mittelpunkt angelangt kann keine Rotation mehr entstehen), außerdem die Unerreichbarkeit dieses Ziels (hier zeigt das Gedicht zum ersten Mal seine "Schattenseite")

Quoted


Jetzt kommt die zweite Strophe und ich muss sagen es wird schwer deine Intention zu erkennen.Ich suche hier nach Liebe - aber ich vermute bald, es geht nicht wirklich darum. Da bleibt irgendwie die Zeit stehen
Das Lyr. ich blickt zurück- in Blicken stehn-
Gehe ich jetzt davon aus, dass die Zeit spricht- komme ich ins schleudern; denn warum sollte sie sagen- fort meine Zeit.
Soll das eine Klage sein? Ist da der Tod im Spiel? Vielleicht die zerbrochene Liebe? Soll das Vergangenheit sein, an die das Lyr. ich gerade denkt? Will es im Grunde genommen gar nicht, dass diese vergangenen Bilder gehen? ( du darfst nicht gehen)


Die 2te Strophbe stellt nichts anderes als einen kurzen Dialog dar. Durch das Sprechen, dieses Mittel der Kommunikation auf sehr viel oberflächlicherer Ebene, als sie die Liebenden zuvor erfahren haben, bricht den magischen Bann in gewisser Weise. Das Zittern: Die Kälte kehrt zurück. Das Stehen in Blicken: Das Karrussell ist zum abrupten Stillstand gelangt; die Blicke deuten die entstandene Distanz an.
Nun spricht (im Prinzip beliebigig, in meiner Vorstellung) Sie: "Fort meine Zeit!"
Sie muss gehen. Warum ist eigentlich unerheblich, zur Arbeit, zurück zu ihrer Familie, wie auch immer; das schrille Echo symboliesiert den Schmerz, welchen dies bem Partner auslöst, obwohl Sie versucht hat das unvermeidliche so leise und schonend wie möglich auszusprechen.
Du darfst nicht gehen! ; dieser Imperativ soll zum einen die unvergleichliche Notwendigeit, das Liebesbedürfnis zu stillen, zum Andern die egoistische Komponente der Liebe verdeutlichen.

Quoted


Die letzte Zeile haut mir dann noch den Nagel in das Brett vorm Kopf- ich kann hier nur vermuten dass es sich um die Vergangenheit handelt- womöglich gehts um eine verflossene Liebe/ Leben der das Lyr. ich hinterhertrauert. In der letzten Zeile lese ich dann, dass das Lyr. ich nur soviel Vergangenheit an sich ran lässt wie es will und kann.


Die letzte Zeile fasst im Prinzip die gesamte Thematik noch einmal zusammen.
Der Liebende bietet, ihr an, von seiner zeit zu nehmen, da ihre verflossen ist ; zum einen zeigt die Unmöglichkeit dieses Gedankens den hypnotischen Liebeswahn auf, zum anderen bietet er ihr damit ein wertvolles Opfer dar; einen Teil seiner Lebensspanne, welchen Sie der ihren direkt hinzufügen soll, um sie mit ihm zu verbringen.
Der letze Teil zeigt noch einmal die egoistische Motivation und zugleich die Illusion der niemals endenden Liebe auf, da er ihr nur ein gewisses, von ihm bestimmtes Maß anbietet.

Quoted


Ich stell mal noch ne Vermutung an--- ich lieg weit draussen mit meiner Interpretation

stimmt! :D Wobei, einige Motive hast du genauso gedeutet wie sie gemeint waren, und insgesamt ist wohl die Ausgangssituation nur schwer herauszudeuten, was jedoch Vorrausstzung ist um das Folgende nachzuvollziehen.

Quoted


warum musst du es mir auch sooo schwer machen- dabei mag ich diese Wortspielereien doch so.

Eben, ich doch auch! :)

danke dir,
willow

PS: Eines würd mich noch interessieren; gefällt dir das Gedicht eigentlich überhaupt?
All it came down to was: die or adapt. I imagine my own vacant face, the disembodied voice coming from its mouth: These are terrible times. Maggots already writhe across the human sausage, the drool pouring from my lips dribbles over them, and still I can't tell if I'm cooking any of this correctly, because I'm crying too hard and I have never really cooked anything before.
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Alexa

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4

Friday, February 16th 2007, 12:38pm

RE: Teilzeit

Hi Willow

Danke für deine ausführliche Rückmeldung.
Diesen Dialog habe ich gesucht- aber leider war das mit diesen beiden Aussagen schwer zu durchschauen.
Die erste wörtliche Rede hast du in Zeichen gesetzt- aber die zweite nicht. So war mir das schon irgendwie klar dass es sich um zwei verschiedene Parteien handelt.
Aber wie du es jetzt erklärst- ich muss sagen- da wäre ich so nicht hintergekommen. ?(

Quoted

die Blicke deuten die entstandene Distanz an
- da ist schon der erste Knackpunkt- ich hätte diese Stelle mit dem Blick, niemals mit Distanz verbunden. Blicke sind für mich etwas- das stehen bleibt-Augenblick ( nur ein flüchtiger Moment- an Vergangenes denken) Eigentlich mehr Nähe- als Ferne.
Der Gedanke dass sie in diesem Dialog spricht- fort meine Zeit- der kam mir auch- aber ich fand keinen Anschluss zum Gesamten.
Z.B. hier;

Quoted

Du sprichst, mein Zittern macht dich still;
hätte diese Zeile nach -ihrer- Aussage gestanden, wäre es schon offensichtlicher gewesen. Aber so kommt es bei mir an wie; du sprichst- ( irgendwas) ich zitter - und du bist still. Also dann frage ich mich warum sie dann doch noch spricht?
Verdrehte Gedankengänge??? Womöglich bin ich auf das Karussell gesprungen :D

Quoted

Der Liebende bietet, ihr an, von seiner zeit zu nehmen, da ihre verflossen ist

also das war eine hypnotische Aussage- wortwörtlich. :D Da sitz ich da und knobel dran rum wie blöd- und jetzt stellt sich raus- es war die Liebe die so verrückte Dinge sprechen lässt. NEIN!!! wieso hab ich das nicht geschnallt?? Ich suche im Ganzen- vergleiche oben mit unten- versuche zu verstehen warum da auf einmal Zeit genommen oder gegeben wird- aber das es darauf hinausläuft- da wäre ich nicht drauf gekommen-


Dein Beitrag gefällt mir, bis auf diese für mich undeutliche Stelle mit der wörtlichen Rede.Da hätte ich mir doch einen etwas offensichtlicheren Inhalt gewünscht- denn Gedankenspielraum hast du schon genug in der ersten Strophe gelassen.
Glaubst du im Ernst ich hätte mir die Mühe gemacht mich durch dein Karussell aus Liebe zu kämpfen- wenns mir nicht gefallen hätte?
Nur eins weiß ich in Zukunft- ich muss deine Texte etwas Querlesen und Denken- dann durchschaue ich auch den Inhalt. ;)

Gruß
Alexa
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Ich hier

winni

Querdichter

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5

Friday, February 16th 2007, 1:47pm

RE: Teilzeit

Hallo willow.

Ich habe es gelesen und es gefällt mir. Mein Urteil, meinem Empfinden nach außer der Form, perfekt.

Wobei ich meine, man sollte Zusammengehörendes auch zusammenbleiben lassen.

Etwas verwischend sind die Übergänge.

Willkommen willow,
winni

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6

Friday, February 16th 2007, 4:20pm

hallo willow,
deine Ausführungen zu dem Text habe ich (noch) nicht gelesen -
so kann ich ihn zunächst ganz für mich betrachten, und deutlicher vernehmen, welche Saiten er in mir anklingen lässt.

Deine Worte geben zum Einen eine Kulisse wieder,
die mich stark an Geräusche erinnern. Das Bild wird für mich ´hörbar´.
Das ist sehr lebendig und gefällt mir echt gut. Es klirrt, quietsch, schrillt,
echot... - und ich sehe mich auf einem Karusell sitzen, von üblicher Kirmes-Klimpermusik bedröhnt,
oder drehe ich mich grade um mich selbst, und lasse es zu, dass mich irgendetwas verbiegt (?)
Du skizzierst 'Eis´mit einem Klirren, mehr nicht, und es gelingt dir damit,
den Blick auf eine ganze Fläche zu lenken, die - je nach dem, wo der Leser sich hinstellen mag -
von aussen oder innen betrachtet werden kann. beeindruckend.

selbst die schlichtesten Reime, von denen ich mich sonst mit Grausen abwende, fügen sich hier ein, als wären sie kaum benutzt. Das mag wohl daran liegen, dass sie von skurrilen Vorstellungen getragen werden, die ich als sehr eingehend empfinde.


Quoted

Du darfst nicht gehn!


diese Zeile halte ich hier für undicht. Dein Werk spricht ja bereits von Trennung, Haltlosigkeit, Sehnsucht nach Nähe, sodass der (geneigte) Leser diese Aussage schon fast selbst in sich hören kann...

mehr gibts für mich nicht zu bekrittelt. Ich staune begeistert über diese Dichte und Darstellung

lG

Kali
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

willow

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7

Friday, February 16th 2007, 6:24pm

RE: Teilzeit

Quoted

Original von Alexa

Quoted

die Blicke deuten die entstandene Distanz an


- da ist schon der erste Knackpunkt- ich hätte diese Stelle mit dem Blick, niemals mit Distanz verbunden.


Habe das etwas verkehrt angedeutet; die Passage sollte an "jemanden im Regen stehen lassen" erinnern.

Quoted


...Aber so kommt es bei mir an wie; du sprichst- ( irgendwas) ich zitter - und du bist still. Also dann frage ich mich warum sie dann doch noch spricht?

Man braucht wohl tatsächlich etwas Glück, um bei einigen Sachen nicht auf den falschen Dampfer zu geraten...ist aber bei diesem Text auch extrem. Für mich ist das natürlich schwierig, das neutral nachzuvollziehen; ich bin eher ein Kurze-Gedichte-Schreiber, versuche aber dennoch, möglichst viel hineinzupacken. Als ich neulich nen älteren Text von mir las, der mir seit der Entstehung nicht mehr untergekommen war, hatte ich selber einige Schwierigkeiten durchzusteigen :D

Quoted

Original von winni
Wobei ich meine, man sollte Zusammengehörendes auch zusammenbleiben lassen.


Das mit der Zusammengehörigkeit sehe ich häufig auch so, aber hier passte es irgendwie finde ich, und ich wollte mal was in der Art probieren.

Quoted

Original von Kaleidoskop
diese Zeile halte ich hier für undicht. Dein Werk spricht ja bereits von Trennung, Haltlosigkeit, Sehnsucht nach Nähe, sodass der (geneigte) Leser diese Aussage schon fast selbst in sich hören kann...


Als ich mir auf deine Kritik hin die Zeile noch einmal angesehen habe, ist mir aufgefallen, dass sie tatsächlich durch ihren simplen Charakter aus dem Rahmen fällt. Es ist eine schlicht formulierte Aussage, von der Befehlsform abgesehn ohne metaphorischen Ansatz.
Und gerade deswegen gefällt sie mir irgendwie...sie ist überflüssig, da der implizierte Wunsch unerfüllbar ist. Dadurch verdeutlicht sie in meinen Augen den Rauschzustand, das irreale des Liebeswahns. Womöglich kommt dieses Motiv aber tatsächlich im Rest des Gedichts schon genug zum tragen, und dadurch wirkt es dann überspitzt...werde mir nochmal Gedanken dazu machen und evtl. eine Alternative suchen.


@Alle
Ich danke euch sehr für euer Lob!

gruß
willow
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Pseudonym

Lyrisches Licht

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8

Saturday, February 17th 2007, 9:10pm

RE: Teilzeit

So ich äh.. interpretier dann mal drauf los.

Teilzeit

Quoted

Es klirrt, die Atemwolke schiebt
Das Karussell


Eine Perspektive die Dinge anders zu sehen als es zu erwarten ist. Die Atemwolke wird zum Fixpunkt um die sich alles dreht. Als wenn man den Eindruck habe, nicht man selbst bewege sich sondern die Welt um einen herum. Was letztendlich auch nicht widerlegbar ist. Relative Positionen ändern ihre Position zueinander. Was jedoch, das ist, was beweg wird, lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. (Bewegt sich der Zug, oder die Landschaft?)
Dies deutet auf Bewusstseinveränderung hin/ Rauschzustand, ist aber kein Beweis dafür.

Quoted


Wir fragen nicht wer öfter nimmt als gibt
Und kreisen schnell
+

Ein Zustand der Hingabe ohne hinderliches Denken, welches vom Strom der Dinge und der unmittelbaren Kommunikation zwischen dem lyr ich u du entfernt. Wieder hinweis auf Rauschzustand aber kein Beweis durch das schnelle Kreisen. Auch Parallele zu Tanz, durch das Kreisen und die Hingabe/ Unmittelbarkeit der VErbindung/ Kommunikation.

Quoted

In jeden Wunsch, der uns zur Mitte biegt.


Die Mitte: Mehrdeutig. Mitte des Menschen: Sein Geschlechtsorgan. Die Mitte des Wirbels: Ruhe,Stille, Achse. Der Punkt an dem man ruht und nichts ist als man selbst, in diesem Fall, die Zweisamkeit der lyrischen Gegenüber. Es entsteht das Bild, durch das "kreisen schnell" der vorhergen Strophe, dass die beiden Gegenüber in einem Wirbel, der sich zur Mitte hin verengt zu jener Mitte gesogen werden.

Quoted


Du sprichst, mein Zittern macht dich still
in Blicken stehn

Schwer zu deuten für mich. Eventuell, bemerkt das lyr du, dass verbale Sprache überflüssig und unnötig geworden ist, das das lyr ich schon in einem weiteren Stadium der Sprache angekangt ist. Ja sogar schon körperlich antwortet auf Signale des lyr dus, die nichts mit Verbalität zu tun haben.

Quoted

„Fort meine Zeit!" dein Wispern echot schrill
Du darfst nicht gehn!

Das lyr ich, muss aus nicht ganz klaren Gründen gehen. Eventuell hat es keine Zeit mwehr nach eigener Aussage. Vielleicht waren die Eindrücke der beiden Gegenüber nicht symmetrisch. Das lyr ich ist sehr auf das lyr du fixiert. Es wurde gradezu zu seinem ganzen momentanen Inahlt siener Wahrnehmung. Das lyr du aber scheint aus vergleichbar trivialen Gründen wie "keine Zeit" gehen zu müssen. darafhin..

Quoted

Was fehlt nimm dir von mir soviel ich will.


.. nietet das lyr ich dem lyr du an, dass es sich von ihm nehmen kann was immer es bedarf. Eine völlige Selbstaufgabe und Hingabe. Eine absolute Öffnung, die zu eienr starken Verletzung bei Zurückweisung führen könnte (Worauf im gedicht jedoch kein anhaltspunkt gegeben wird).
Das Gedicht endet mit dieser aboluten Zentriertheit und Hingabe des lyr ichs an das lyr du, wodurch ein nicht zu verachtender Effekt entseht. Eine Leere in die der LEser fällt. Mir persönlich gefällt die afrechtgehaltene Spannung dieses Endes.

Zur Form will ich wenig sagen. Nur dass sie mir nicht im Wege steht sondern voll ihren Zweck erfüllt, denn ich von ihr Erwarte; mir nicht im Wege zu stehen / dem Inhalt den ich ja als Leser "konsumieren" will. Vieleicht unterstützt es sogar den Inhalt :) Dieses Urteil überlasse ich aber meinen Vorrednern und potentielen Nachrednern^^. MIr gefällt das Gedicht jedenfalls, da es viel Enthält auf vergleichsweise wengi Raum. Was sonst solte ein Gedicht ausmachen?

viele Grüße,
Tao.

willow

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9

Monday, February 19th 2007, 3:43pm

Hi Jules!
Einige interessante Entdeckungen machst du da. Da sieht man mal wieder was für eine Eigendynamik Texte entwickeln können; zB an die Parallele zum Tanz hatte ich beim schreiben absolut nicht gedacht, aber es passt wunderbar!
Ein Vorteil von verschachtelten, assoziativ gestrickten Texten: jedes Individuum liest etwas anderes heraus, und es gibt etliche schlüssige Variationen.
Wäre eigentlich ganz bequem zu behaupten, dass wäre natürlich alles Absicht...hüstel :D

gruß
willow
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