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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Wednesday, February 14th 2007, 5:17pm

Lebensliebe

Lebensliebe

Die Liebe, das Wesen aus Goldregenland,
ist brennender Giftblütenstrauch.
Sie bringt unsre Sinne um jeden Verstand
und duftend betört uns ihr Rauch.

Die Nähe, das Banner aus Teufelsgewand
ist heißer Brokat in der Luft,
sie wird erst gehisst, dann am Himmel verbrannt
und rauchend verzehrt uns ihr Duft.

Zusammen sind sie ein unendlicher Strand
und säumen ein träumendes Meer.
Sie sind uns das Glück und der Lebensuhr Sand
und machen das Leben uns schwer.


RPK 140207
Sammelsurium: Werkesammlung


resumee

Master

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Location: NRW

Occupation: Pädagogin

2

Wednesday, February 14th 2007, 5:37pm

Lieber aNFANGENDe,

ein Liebesgedicht, dessen Bilder zunächst diffus auf mich wirkten, auch bleiben die Bezüge beim ersten Lesen unklar, da Du das Personalpronomen "sie" in vielfacher Bedeutung verwendest.

Goldregenland - das Land, in dem Du von Gold (Reichtun/Glück) überschüttet wirst, so scheint es zunächst

Giftblütenstrauch- falsifiziert diesen Gedanken. Der Goldregen ist ein Strauch, der gifitige Wirkung haben kann. Zusammen mit dem Wort brennen verheißt dieses Bild nichts Gutes.

Das SIE in dieser Stropge bezieht sich wohl auf die Liebe.


In der 2ten Strophe bekommt die Nähe ihren Platz. Schwierigkeiten hatte ich hier mit dem SIE, weil ich es zunächst mit der Fahne assoziierte, da gehisst. Gemeint sein muss aber wohl die Nähe.

Die letzte Zeile eine Abwandlung der letzten Zeile der ersten Strophe ; auch wenn es geringfügige Unterschiede gibt, sind die beiden Liebe/Nähe doch Seelenverwandte.

In der dritten Strophe tauchen dann plötzlich Bilder auf, die für mich so gar nicht zu denen der ersten beiden Strophen passen mögen.

Das SIE konnte ich zunächst in gar keinen Bezug bringen, letztlich vermute ich, dass das SIE der dritten Strophe für die Liebe+ die Nähe steht.

So schien es fast, dass Liebe und Nähe trotzdem das Glück des Lebens seien, doch wieder falsch gedacht, am Ende machen sie denn doch das Leben schwer und mit dieser finalen Aussage relativieren sich die positiven Beschreibungen der dritten Strophe gleich wieder.

Lebensliebe - Die Liebe des Lebens, oder die Liebe zum Leben?

Interessantes Stück!

resumee
Dies ist wohl der Fels, an dem die Besten scheitern, indem sie aufhören zu lieben, wenn sie beginnen zu erkennen.
Wohl jedem, der Erkenntnis errungen und Liebe bewahrt! (Dante)

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3

Wednesday, February 14th 2007, 8:12pm

Hallo resumee,

wie angekündigt warte ich noch mir größeren Antworten. Die Bezüge sind so aufgebaut, dass sie sich auf das "Liebe wie Strauch" und das "Nähe wie Banner" als Gesamtbild beziehen, daher kann die Nähe in der Form des gleichgesetzten Banners auch gehisst werden.

S2 bezieht sich klar auf "Liebe und Nähe" als Paar, es heißt ja auch "Zusammen SIND sie" usw...
Soviel nur einstweilen, später mehr.

LG Roland
Sammelsurium: Werkesammlung


Alexa

Blickdicht(erin)

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4

Thursday, February 15th 2007, 1:38pm

RE: Lebensliebe

Hi A-E


hey, da bist du ja wieder! Das ist ein Anfangende Gedicht wie ich es mag. Sauber zu lesen ( der Daktylus passt gut zur Stimmung)- und das Beste- deine Bilder.

Du baust aus einem Goldregenstrauch ein ganzes Land, lässt dort Gold tropfen und das Gift darin verbrennen.

Man könnte meinen das läuft auf ein Resignationsgedicht hinaus- aber durch die Wärme, in den Zeilen, spüre ich die Liebe.
Du ziehst der Nähe ein Teufelsgewand an- lässt sie voller Glückseeligkeit am Himmel stehen um sie dann zu verbrennen- Hier wieder die selben Gedanken, wie schon in der ersten Strophe- aber durch die Worte- Duft und Verzehren wird die negative Stimmung wieder aufgehoben.
In der letzten Strophe werde ich in dieser warmen Liebe aufgefangen- unendlicher Strand- träumendes Meer- Glück-
In den beiden letzten Zeilen kann man wieder Resignation lesen wollen- aber die stellt sich bei mir auch bei den Gedanken an den Sand der durch die Lebensuhr läuft nicht ein. Vielmehr überkommt mich da ein Gefühl wie- ich liebe gerne auch wenns manchmal schwer ist.
Allerdings finde ich die letzte Zeile doch ziemlich schwach - aber wie ich ja weiß, bist du ein verdammter Dickschädel- also sieh selber zu was du damit machst oder auch nicht. :D

ich war gerne hier zu Besuch

Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Cora408

Intermediate

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5

Sunday, October 24th 2010, 11:49am

Lebensliebe- ein faszinierendes Thema

Hallo, aNFANGENDe!

Erstmal- danke für deinen Hinweis, wie man Werke von Forumsmitgliedern finden kann!
Und- gleich vorne weg: Dein Gedicht Lebensliebe gefällt mir sehr gut, spricht an, fesselt, finde ich.
Die Wortbilder berühren, setzen emotional etwas in Bewegung.
"Lebensliebe" an sich ist auch für mich ein Thema- habe mich also auch schon selbst damit auseinandergesetzt.
Deshalb meine Frage (völlig wertfrei, einfach nur neugierig): Das ist für dich persönlich deine Vorstellung von "Lebensliebe"?
Für mich selbst sind bei dem Thema "Lebensliebe" die Gefühle (und Emotionen; ds. beiden Begriffe verwende ich getrennt im Sinne von Creative Refocussing. D.h., kurz gesagt: Gefühle ist das, was tatsächlich jetzt ist, Emotionen kommen aus der Vergangenheit und Emotionen kommen zweitens im CR auch eher aus der Ego-Persönlichkeit denn aus dem wahren Selbst) auch brennend und stark, jedoch trotzdem mit starker Ruhe und Gewissheit unterlegt, weshalb das -unendlich lodernde (wenn man so will)- Himmelsfeuer zwar in seiner Intensität (in allen Richtungen) unendlich ist, jedoch nicht restlos verzehrend.
Auch das kenne ich, aber das ist für mich nicht "Lebensliebe"- sondern eher etwas, das sich letztendlich selbst verzehrt und etwas, nachdem nur noch Asche verblieben ist, das man -zufrieden/ gesättigt oder auch nicht- hinter sich lässt. Während "Lebensliebe" für mich etwas ist, das einen sein Leben lang begleitet.
Was meinst du dazu?
Nachdem mich dieses Thema persönlich sehr beschäftigt, würde ich es nur zu gerne diskutieren.

LieGrü,
Cora408
Wem`s konveniert ;), findet hier von mir:

Samhain, Halloween.... ("Komm, Moornacht...")
(Checkpot) - Was ist hier bitte mit experimenteller Lyrik gemeint?
Sein oder nicht sein



fang die eine momentigkeit
im copalen glas der zeit
wirf dich in die zelten der himmel, koste die wechsel des windes
liebe die welt ohne sinnen, wahr dir die augen eines kindes

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