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sim

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1

Friday, February 2nd 2007, 3:27pm

Platsch

»Hey Alex, was machst du heute noch?« Thomas kommt von hinten, legt mir einen Arm fest um die Schulter.
Ich will mit den Schultern zucken, kann es aber nicht. »Ich weiß nicht«, antworte ich. »Erstmal Sozialkunde büffeln, dann ein bisschen chillen.«
Lena greift sich Thomas’ Arm und legt ihn um die eigene Schulter. Sie muss sich auf die Zehenspitzen stellen, um ihren Freund zu küssen. »Du wolltest mit mir ins Einkaufszentrum fahren.«
»Nee, kein Bock«, sagt Thomas und schaut zum Eingang, ob Florian endlich kommt. »Wo bleibt der Spacken nur?«
»Arschloch«, sagt Lena, bevor sie geht. Nach ein paar Metern schaut sie sich noch einmal um, dann verschwindet sie.
»Na endlich.«
Florian kommt. Wir schlendern los, die Hauptstraße entlang.
»Was machen wir heute Abend denn nun?«, fragt Thomas erneut. »Ihr seid richtig lahm geworden.«
»Ich muss lernen. Wir schreiben morgen ´ne Klausur.«
»Seht mal die Katze!« Florian nickt kurz in Richtung Bürgersteig. Ein paar Meter vor uns jagt eine Katze einem Saftkarton hinterher.
»Geil«, sagt Thomas lachend, »was für ein beklopptes Vieh.«
»Voll Palle«, sage ich und steige in das Lachen ein. Wir kommen der Katze näher, das Stück Tetrapak rutscht über den Fußweg.
»Lasst uns doch ´ne DVD sehen«, mault Thomas. »Ich bring auch Bier mit.«
»In China essen sie Hunde?«, fragt Florian und tritt das Stück Pappkarton im Vorbeigehen auf die Straße.
Ich stimme zu. »Aber erst um acht. Vorher muss ich lernen.« Ich sehe zu Thomas, will wissen, ob er mit der Planung einverstanden ist. Der sieht auf die Straße.
»Platsch«, sagt Florian.
»Geil«, sagt Thomas lachend, »was für ein beklopptes Vieh.«
»Krass«, sagt Florian, »läuft die doch diesem bescheuerten Karton hinterher.«
»Zum Glück muss ich den Saukram nicht von der Stoßstange kratzen«, sagt Thomas immer noch lachend und schüttelt den Kopf.
Sie drehen sich um, wir gehen weiter, die Show ist vorbei.
»In China essen sie Hunde ist okay«, sagt Thomas. »Den habe ich lange nicht gesehn.«
Texte einer multiplen Persönlichkeit

I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)

machtwort

Unregistered

2

Friday, February 2nd 2007, 5:11pm

RE: Platsch

Hallo Sim!

Dein Text ist eine Geschichte aus der Beliebigkeit und emotionalen
Verrohung der "Jugend" aus dem "Prekariat", wie sie jeden Tag passieren
kann. "Freunde", die sich Spacken & Arschloch nennen und doch nichts
Besseres finden, als die Zeit miteinander zu verbringen.
Gut beobachtet, ein kleiner Blick in die Tristesse moderner Jugendlichkeit.
Kein grosser Wurf, wie ich finde, aber allemal genug, um sich zu sagen:
Wie gut, daß ich da nicht drin stecke!

Liebe Grüße: machtwort

sim

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3

Friday, February 2nd 2007, 6:06pm

Hi Machtwort,

nein, ein großer Wurf ganz sicher nicht, für mich eher der Versuch, ob man mit Gleichgültigkeit Emotionen erzeugen kann.

Lieben Dank, sim
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jonny

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4

Friday, February 2nd 2007, 6:08pm

RE: Platsch

hi sim,

ich weiß nich so recht, was ich von deinem text halten soll.
zumal ich wahrscheinlich deine zielgruppe bin, aber du mich keineswegs angesprochen hast, damit.
die überschrift passt nicht wirklich zum text, jedenfalls sähe ich da keinen tieferen sinn und die sprache scheint mir von einem erwachsenen zu stammen, der versucht, den jugendlichen "slang"umzusetzen. eher erscheint mir das ganze als langweilige lesebuchkurzgeschichte, die so gut wie nichts interessantes in sich vereint. sorry sim, aber ich bin mir sicher, dass kannst du besser!

ich meine, die sprache bzw. der stil ist wirklich nichts besonderes, selbst wenn sie zu dieser gelangweilheit der jugend passen oder dieser appellieren soll...
diese rafinesse fehlt mir leider auch, denn mehr als ein "soso" kam mir nach dem lesen nicht in den sinn.

vielleicht solltest du das ganze besser ausschmücken und irgendeinen tieferen sinn hineinweben, da es mir so nur eine auflistung der geschehnisse, verbunden mit monologen zu sein scheint.

naja sim, du machst das,

gruß jonny

oder bin ich blind?

sim

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5

Friday, February 2nd 2007, 6:31pm

Hi Jonny,

nein ganz bestimmt bist du nicht blind, auch wenn ich überzeugt bin, der Text darf nicht länger sein.
Und nein, Zielgruppe bist du auch nicht, hätte ich versucht, wirklich jugendliche Sprache von heute zu imitieren, hätte ich ganz bestimmt nicht "geil" und "Spacken" verwendet, sondern mich vorher erkundigt.
Der Text entspringt einer Vorgabe. Ein Junge sollte auf dem Weg von der Schule nach Hause sehen, wie eine Katze überfahren wird. Über die Szene sollten Gefühle erzeugt werden. Dies war einer meiner Vorschläge dazu.
Es steckt also nicht mehr dahinter als ein Versuch, sich einer rührseligen Schilderung zu entziehen.
Die Verrohung, die Machtwort angesprochen hat, steht zwar im Text, aber ich halte sie keineswegs für ein auf Jugendliche begrenztes Phänomen.

Auch dir einen lieben Dank, sim
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hohlZahn

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6

Friday, February 2nd 2007, 6:58pm

ich musste spontan an einen satz aus einem grauenhaften roman, dessen titel mir gottseidank entfallen ist, von zoe jenny denken, in dem die dame einen türken sagen lies: "ey, geh mal weg. du versperrst krass das morgenlicht" :D

und auch dieser text zeigt, es reicht nicht ein paar vokabeln wie "chillen" oder "spacken" einzustreuseln, um einen jargon zu treffen. und wörter wie "büffeln" sind ganz schlimm, die wurden nämlich nie benutzt, vermutlich nichtmal von unseren eltern ;)

ein paar beispiele:
»Nee, kein Bock«, sagt Thomas und schaut zum Eingang, ob Florian endlich kommt. »Wo bleibt der Spacken nur?« --- hier das "nur" streichen!

»Was machen wir heute Abend denn nun?«, fragt Thomas erneut. »Ihr seid richtig lahm geworden.« ---- auch im ersten satz das "nun" streichen oder ggf. durch ein "jetzt" ersetzen, im zweiten satz das "geworden" streichen, das existiert in der sprechsprache kaum.

»Seht mal die Katze!« --- völlig unrealistisch. keiner sagt heute mehr "seht mal", es heißt "guck mal" oder "kuckma" oder "kumma da vorn!" in ultrarealistisch sähe dieser dialog übrigens vermutlich so aus:
"Ey kuckma da!"
"Was?"
"Na, ey, da, da die Katze, da" ;)

»Geil«, sagt Thomas lachend, »was für ein beklopptes Vieh.« --- "was ein beklopptes vieh!" ;)

usw.
habe jetzt leider keine zeit mehr, aber hoff eich konnte damit etwas weiterhelfen.

ansonsten finde ich die geschichte in ordnung, nicht herausragend, aber nett (im positiven sinne =) )

herzlichst
hZ
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

resumee

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7

Friday, February 2nd 2007, 7:51pm

Dialoge

Lieber sim,

von Dir habe ich schon einige gute Stücke gelesen. Deshalb enttäuschte mich dieser etwas.

Einfachste Dialoge, gehalten in der Art von Kinderbüchern für 8jährige, die Jugendsprache viel zu angeglichen, als dass sie glaubhaft wirkte, das Ende konnte man im Grunde recht früh voraussehen..und emotional betroffen war ich auch nicht.

Die Dialogarbeit fand ich aber vor allem schwach.

Ein guter Dialog sollte auf Beisätze à la "sagte...", "antwortete...", "lachte..." verzichten können, denn es sollte aus dem Dialog selbst hervorgehen, wer spricht. Wenn denn unverzichtbar ist, es dazu zu schreiben, löst man geschickt anders (Im ersten Abschnitt hast Du das einmalig gemacht).Das sind Anfängerfehler, die wirklich weit unter Deinem sonstigen Niveau liegen.

Einen schönen Abend!

resumee
Dies ist wohl der Fels, an dem die Besten scheitern, indem sie aufhören zu lieben, wenn sie beginnen zu erkennen.
Wohl jedem, der Erkenntnis errungen und Liebe bewahrt! (Dante)

sim

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8

Saturday, February 3rd 2007, 11:34am

Hallo hohlZahn,

danke für deine Mühe. Wenn es darum gehen würde, möglichst realistisch den Slang einer Generation zu sprechen, würde es mir sicherlich auch weiterhelfen.
Vokabeln aber deshalb zu streichen, weil sie dir nicht gefallen oder deiner Ansicht nach nicht benutzt werden, muss ich leider ablehnen. Wichtig ist ja nicht, ob irgendjemand oder auch die meisten, die du oder ich kennen, so reden, sondern die Funktion im Text.
Wenn ich deine Vorschläge in die Tat umsetzen würde, käme nichts weiter dabei raus als die idiotische, sich in jeder Generation wiederholende Litanei: "Die heutige Jugend" oder "Früher war alles besser". Wie grausam.
Es geht um Gleichgültigkeit und Beiläufigkeit, die ist generationen- und codeunabhängig. Entsprechend dürfen nicht nur, sondern müssen Ausdrücke unterschiedlicher Generationen vorhanden sein.
Überfahrene Katzen gehören doch nicht erst in dieser Generation zum alltäglichen Straßenbild, wie überfahrene Igel oder Kröten. Und selbst, wenn jemand Bekanntes ein Reh anfährt, fragen wir doch eher nach dem Sachschaden als nach dem Befinden des Rehs. Das möchte ich nicht einmal werten. Schließlich ist es überhaupt nicht sinnvoll, aus jeder Situation ein Drama zu machen.

Hallo resumee,

auch dir vielen Dank für deine Auseinandersetzung.
Die Enttäuschung sei dir unbenommen, trotzdem die Frage, ob die "Anfängerfehler" nicht beabsichtigt sein könnten?
Mit Regel wie

Quoted

Ein guter Dialog sollte auf Beisätze à la "sagte...", "antwortete...", "lachte..." verzichten können
konnte ich noch nie etwas anfangen. Sie zu beherzigen hätte für diesen Text bedeutet, die beabsichtigte Beiläufigkeit nicht zu erzielen.
Und mit dieser Beiläufigkeit gehen nicht nur die Jugendlichen des Textes mit dem Tod einer Katze um. Leben wird aus der Zuschauerperspektive betrachtet, sogar das eigene möglicherweise, "die Show ist vorbei".
Sorry, wenn ich so renitent widerspreche. Es ist ja auch durchaus so, dass ich auf meine Kappe nehme, wenn nicht ankommt, was ich will. Aber die Sprache ist hier durchaus absichtlich gewählt, ich weiß durchaus, dass ich in einem so kurzen Text alleine neun Mal das Wort "sagen" in unterschiedlichen Deklinationen habe.

Euch beiden einen lieben Gruß und noch einmal vielen Dank, sim
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hohlZahn

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9

Saturday, February 3rd 2007, 12:29pm

Quoted

Original von sim
Vokabeln aber deshalb zu streichen, weil sie dir nicht gefallen oder deiner Ansicht nach nicht benutzt werden, muss ich leider ablehnen. Wichtig ist ja nicht, ob irgendjemand oder auch die meisten, die du oder ich kennen, so reden, sondern die Funktion im Text.


es geht nicht darum ob sie mir gefallen.
es geht darum ob die figuren halbwegs authentisch wirken, und das wirken sie in der vorliegenden fassung nicht, gründe habe ich bereits vorher angegeben.

Quoted

Original von sim
Wenn ich deine Vorschläge in die Tat umsetzen würde, käme nichts weiter dabei raus als die idiotische, sich in jeder Generation wiederholende Litanei: "Die heutige Jugend" oder "Früher war alles besser". Wie grausam.


wie kommst du denn darauf??

Quoted

Original von sim
Es geht um Gleichgültigkeit und Beiläufigkeit, die ist generationen- und codeunabhängig. Entsprechend dürfen nicht nur, sondern müssen Ausdrücke unterschiedlicher Generationen vorhanden sein.


das ist aber in der vorliegenden variante dann nach hinten losgegangen. vielelicht solltest du dann überlegen, die sprache hemingwayesk aufs ganz wesentliche zu reduzieren, also komplett ohne signalwörter à la "chillen" oder "büffeln".
ich bleib dabei: so wie vorliegend liest sich der text als habe ihn ein 30jähriger sozialpädagoge geschrieben, der sich versucht bei "den jugendlichen" anzubiedern.
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

sim

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10

Sunday, February 4th 2007, 10:18pm

Hallo HohlZahn,

Quoted

es geht nicht darum ob sie mir gefallen.
es geht darum ob die figuren halbwegs authentisch wirken, und das wirken sie in der vorliegenden fassung nicht, gründe habe ich bereits vorher angegeben.

Quoted

und auch dieser text zeigt, es reicht nicht ein paar vokabeln wie "chillen" oder "spacken" einzustreuseln, um einen jargon zu treffen.
schon die gleichzeitige Verwendung zwei so unterschiedlich datierter Wörter wie "Spacken" und "chillen" müsste eigentlich klar machen, es geht hier nicht im "einen Jargon", der getroffen werden sollte.

Quoted

wörter wie "büffeln" sind ganz schlimm, die wurden nämlich nie benutzt, vermutlich nichtmal von unseren eltern
das ist nichts weiter, als eine subjektive Meinung. Da geht es nicht um Authenzität, sondern lediglich darum, dass du ein Wort schlimm findest. Wenn es tatsächlich so wäre, dass dieses Wort nie gesagt worden wäre, wäre es nicht entstanden. Außerdem wüsste doch keiner, was gemeint ist. Deine subjektive Aussage ist also durch nichts belegt.
Um nicht missverstanden zu werden, jede Aussage ist subjektiv, wir sind hier ja nicht in der Mathematik, auch schätze ich deine subjektive Meinung, aber bitte tu nicht so, als sei sie objektiv und als ginge es dir um die Authenzität. Authenzität zu beurteilen setzt erstmal die grundlegende Feststellung voraus, hier sollte überhaupt ein Slang getroffen werden. Das ist nicht der Fall.
Intressant ist, dass du gleichzeitig eine höhere Authenzität des Slang einklagst, mir aber vorwirfst, ich wollte mich anbiedern. Ist das nicht ein Widerspruch?

Quoted

wie kommst du denn darauf??

Quoted

»Seht mal die Katze!« --- völlig unrealistisch. keiner sagt heute mehr "seht mal", es heißt "guck mal" oder "kuckma" oder "kumma da vorn!" in ultrarealistisch sähe dieser dialog übrigens vermutlich so aus:
"Ey kuckma da!"
"Was?"
"Na, ey, da, da die Katze, da"
Das wäre einerseits anbiedern, andererseits die völlig haltlose Aussage, Jugendliche würden nur noch in restringierten Codes miteinander reden.
Okay, ich sehe, du hast den Vorschlag nicht ernst gemeint.

Quoted

also komplett ohne signalwörter à la "chillen" oder "büffeln".
Okay, das ist ein Hinweis, denn natürlich sollte der Text nicht nach einem Sozialpädagogen klingen. Schließlich hat er weder eine Moral, noch eine Lehre, die man in irgendeiner Weise daraus ziehen könnte. Er entrüstet sich noch nicht einmal.
Und wenn ich, was ab und zu vorkommt, für Jugendliche schreibe, kommen Signalwörter nicht vor, schon weil ich der Überzeugung bin, der Tod von Natürlichkeit und Authenzität ist der Versuch, wörtliche Rede natürlich zu schreiben.
Außerdem gibt es die Sprache der Jugend nicht. In der Hip Hop Szene werden andere Codes gesprochen als in der Metalszene und selbst in den unterschiedlichen Metalszenen gelten wieder andere Begriffe, die sich auch noch regional unterscheiden.
Mein Problem ist, dass ich weder chillen, noch Spacken oder büffeln als Signalwort sehe oder begreife.

Quoted

ich bleib dabei
Ich möchte ja auch gar nicht versuchen, dich vom Gegenteil zu überzeugen, sondern begründe nur, Überzeugungstäter zu sein.
Für dich ist es nicht authentisch, damit kann ich gut leben. Es ist auch nicht so, dass ich jede Kritik ablehne. Aber ich kann auch einen Text nicht ändern, wenn er für mich genau so stimmt, wie er da steht.

Lieben Gruß und vielen Dank noch mal,
sim
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hohlZahn

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11

Sunday, February 4th 2007, 11:16pm

mahlzeit =)

Quoted

Original von sim
schon die gleichzeitige Verwendung zwei so unterschiedlich datierter Wörter wie "Spacken" und "chillen" müsste eigentlich klar machen, es geht hier nicht im "einen Jargon", der getroffen werden sollte.


so unterschiedlich datiert sind die worte nicht. das wort "spacken" hab ich vor 10 jahren zum ersten mal gehört, "chillen" vor etwa 5 in dem zusammenhang in dem es heute benutzt wird. aber gut, wir müssen nicht herumklauben.
was "gesagt werden müsste" und "gesagt wird" sind aber immer 2 verschiedene paar schuhe, und zumindest mir macht der text das, was gesagt werden müsste, nicht klar.

Quoted

Original von sim

Quoted

wörter wie "büffeln" sind ganz schlimm, die wurden nämlich nie benutzt, vermutlich nichtmal von unseren eltern
das ist nichts weiter, als eine subjektive Meinung. Da geht es nicht um Authenzität, sondern lediglich darum, dass du ein Wort schlimm findest. Wenn es tatsächlich so wäre, dass dieses Wort nie gesagt worden wäre, wäre es nicht entstanden. Außerdem wüsste doch keiner, was gemeint ist. Deine subjektive Aussage ist also durch nichts belegt.
Um nicht missverstanden zu werden, jede Aussage ist subjektiv, wir sind hier ja nicht in der Mathematik, auch schätze ich deine subjektive Meinung, aber bitte tu nicht so, als sei sie objektiv und als ginge es dir um die Authenzität. Authenzität zu beurteilen setzt erstmal die grundlegende Feststellung voraus, hier sollte überhaupt ein Slang getroffen werden. Das ist nicht der Fall.


wegen subjektiv/objektiv müssen wir nicht diskutieren, natürlich postuliere ich keine objektive gegebenheit.
aber doch, es geht mir um authentizität. gerade wenn figuren ersichtlich als platzhalter für eine größere gruppe herhalten, müssen sie eine gewisse glaubwürdigkeit haben. ob diese über den slang, den sie sprechen (oder eben nicht sprechen) erreicht wird, über ihre weltanschauung oder was-auch-immer, steht auf einem anderen blatt, möglichkeiten gibt es da viele (mehrere m.e. sehr positive beispiele für solche gelungenen figuren findet man z.b. in "madame bovary" von flaubert).
das wort "büffeln" habe ich übrigens des öfteren in disneys "lustigen taschenbüchern" gelesen, aber nie jemanden sagen gehört.

Quoted

Original von sim
Intressant ist, dass du gleichzeitig eine höhere Authenzität des Slang einklagst, mir aber vorwirfst, ich wollte mich anbiedern. Ist das nicht ein Widerspruch?


nein, wieso denn? figuren authentisch sprechen zu lassen hat nichts mit anbiedern zu tun, sondern mit deren glaubwürdigkeit. da ist es egal, ob es sich um einen jugendlichen, einen hafenarbeiter, einen juristen, einen ehrwürdigen weisen oder alt68er handelt. im übrigen habe ich dir nciht vorgeworfen dich anbiedern zu wollen ;)

Quoted

Original von sim
Das wäre einerseits anbiedern, andererseits die völlig haltlose Aussage, Jugendliche würden nur noch in restringierten Codes miteinander reden.


nein, das wäre kein anbiedern, das wäre zum kotzen realistisch =) natürlich sprechen nicht alle so, aber der hang zur ellipsenbildung, satzbruchstücken etc. ist nicht nur unter jugendlichen verbreitet.

Quoted

Original von sim
natürlich sollte der Text nicht nach einem Sozialpädagogen klingen. Schließlich hat er weder eine Moral, noch eine Lehre, die man in irgendeiner Weise daraus ziehen könnte. Er entrüstet sich noch nicht einmal.
Und wenn ich, was ab und zu vorkommt, für Jugendliche schreibe, kommen Signalwörter nicht vor, schon weil ich der Überzeugung bin, der Tod von Natürlichkeit und Authenzität ist der Versuch, wörtliche Rede natürlich zu schreiben.


das ist eine ansichtssache, da muss jeder für sich entscheiden wie er herangeht. ich persönlich bevorzuge es, figuren auch in wörtlicher rede möglichst realitätsnah sprechen zu lassen. übrigens halte ich beides für in etwa gleich schwierig, also einesteils die figuren natürlich und frei von jargonbegriffen und idiosynkrasien, anderenteils glaubwürdig in ihrem jargon sprechen zu lassen.

Quoted

Original von sim
Außerdem gibt es die Sprache der Jugend nicht. In der Hip Hop Szene werden andere Codes gesprochen als in der Metalszene und selbst in den unterschiedlichen Metalszenen gelten wieder andere Begriffe, die sich auch noch regional unterscheiden.


wohl wahr. aber auch hier gibt es "überregionale" begriffe. "chillen" bedeutet für hiphopper in etwa dasselbe wie für metaller oder techoheads.

Quoted

Original von sim
Mein Problem ist, dass ich weder chillen, noch Spacken oder büffeln als Signalwort sehe oder begreife.


mit signalwort meine ich, dass es in etwa die herkunft, das soziokulturelle umfeld und u.u. das alter des sprechenden signalisiert ;) habe das falsche wort benutzt. da sist natürlich nicht auf die wortwahl beschränkt, sondern geht weiter zum satzbau u.ä.
eine figur, die du als weises orakel auftreten lässt, wirst du nicht leichtfertig "spacken" sagen lassen, einfach weil es mit der natürlichen sprechweise der person brechen & einen komischen / grotesken effekt haben würde.
im vorliegenden text ist die art zu sprechen einer der wichtigsten charakterisierungspunkte für die figuren, da ja ansonsten so gut wie nicht gehandelt wird und man auch ansonsten nur erfährt, dass es um schüler geht. informationen sind ansonsten rar - das ist m.e. ein pluspunkt. gerade deswegen aber müssen die dialoge "sitzen" und überzeugend sein.

Quoted

Original von sim
Ich möchte ja auch gar nicht versuchen, dich vom Gegenteil zu überzeugen, sondern begründe nur, Überzeugungstäter zu sein.
Für dich ist es nicht authentisch, damit kann ich gut leben. Es ist auch nicht so, dass ich jede Kritik ablehne. Aber ich kann auch einen Text nicht ändern, wenn er für mich genau so stimmt, wie er da steht.


selbst wenn für mich so wie er da steht nach "sozialpädagoge" klingt? ;)
nein, wenn du nichts ändern willst ist es deine sache.
ich denke trotzdem, das man das "problem" eleganter lösen könnte.

gruß
hZ
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sim

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12

Tuesday, February 6th 2007, 12:03am

Hey hohlZahn,

Quoted

selbst wenn für mich so wie er da steht nach "sozialpädagoge" klingt?
nein, wenn du nichts ändern willst ist es deine sache.
ich denke trotzdem, das man das "problem" eleganter lösen könnte.
Normalerweise wäre das für mich auch ein Grund zu ändern.
Ich hätte diesen Text gar nicht posten sollen, mache ich mit Schreibübungen sonst ja auch nicht.
Und da die Übungsvorgaben nun mal nicht aus diesem Forum stammen, sind sie halt auch hier keine Entschuldigung.
Es tut mir leid um die Mühe, die du dir gemacht hast.

"Spacken" habe ich schon in meiner Kindheit gehört, das ist ewig her. "Chillen" ist mir erst vor etwa fünf jahren zum ersten Mal begegnet. Ich habe es eher benutzt, weil ich es so treffend für "nichts tun" oder "sich berieseln lassen" finde.

Quoted

figuren authentisch sprechen zu lassen hat nichts mit anbiedern zu tun, sondern mit deren glaubwürdigkeit. da ist es egal, ob es sich um einen jugendlichen, einen hafenarbeiter, einen juristen, einen ehrwürdigen weisen oder alt68er handelt.
In diesem Falle sollten es ganz normale Gymnasiasten der elften Klasse sein. Keiner bestimmten Gruppe zugehörig. Und ohne Vorgabe wären sie sicher erwachsen gewesen. ;)

Quoted

übrigens halte ich beides für in etwa gleich schwierig, also einesteils die figuren natürlich und frei von jargonbegriffen und idiosynkrasien, anderenteils glaubwürdig in ihrem jargon sprechen zu lassen.
Es ist auch beides gleich schwierig. Ich bevorzuge die Variante der weniger natürlichen Ausdrucksweise vermutlich, weil ich vom Theater her komme. In vielen Fernsehserien kann man sehen, wie unnatürlich es klingt, wenn Sprache natürlich geschrieben wird. Aber das führt natürlich zu weit weg.

Quoted

im vorliegenden text ist die art zu sprechen einer der wichtigsten charakterisierungspunkte für die figuren
Okay, da treffen wir uns ja auch. Meine Intention war nur eine andere, weshalb ich, was danebengegangen sein mag, die Begriffe zeitlich eben gestreut habe, gerade um eine zu einheiltiche Charakterisierung auszuschließen.
Ich werde bis Ende Februar jetzt nicht da sein. Aber ich glaube, wir haben jetzt alles geklärt.

Lieben Gruß und vielen Dank, sim
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13

Tuesday, February 6th 2007, 1:01am

Ich muss fix 'n Lob loswerden. Wenn deine alte Altersangabe stimmt, dann hast du unsereins gut im Blick und Ohr gehabt. Jedenfalls Teile unserer Generation. Ich würde aber eher sagen, dass Schülerer niedrigerer Bildung so reden und die schreiben dann aber keine Klausuren...

Mir selbst gelingt es, wie ich finde, leider nicht so gut, die Sprache meiner Generation zu replizieren, da ich sie selbst nicht benutze. Daher fand ich es umso beeindruckender.
Alle wollen in den Himmel, alle wollen wie Könige agieren -
doch keiner will am Ende sterben und keiner will regieren.

Marot

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14

Tuesday, February 6th 2007, 3:09pm

Hi Sim
Ich muss zu Anfang ersteinmal loswerden, dass ich die Diskussion um die Slangworte für reichlich unsinnig halte.
Slang ist erstens nicht nur massiv zeitabhängig sondern auch ortsgebunden. Die einzelnen Worte wechseln sich fließend hab kommen dann mal wieder zurück und das an unterschiedlichen Orten auf unterschiedliche Weise.
Deshalb gibt es keine einheitliche Jugendsprache, auch wenn das manche Wörterbücher gerne hätten. Jugendsprache verändert sich so schnell wie die Jugend selbst, was nur logisch ist ;)
Daher kann es sehr wohl einen Ort geben, an dem genau so gesprochen wird wie Sim es zeigt. Seine Varaiante ist ein Modell, das keinen Anspruch auf exaktheit hat und daher auch völlig in Ordnung.

Zum Text:
Ich muss sagen, dass du bei mir gänzlich andere Reaktionen hervorrufst als beabsichtigt. Ich finde denn Text gut, aber nur bis kurz vor dem Ende, weil dieses wirkt bei mir überhaupt nicht.
Viel spannender fand ich das Verhältnis von Thomas zu seiner Freundin und zu seinen Freunden. Sie geht ihm offensichtlich auf den geist, wärend er dringlichst auf Kontakt mit den Kumpels Wert legt.
Das ist interessant und spannend, vorallem weil es so glaubwürdig wirkt.


Quoted

Arschloch«, sagt Lena, bevor sie geht. Nach ein paar Metern schaut sie sich noch einmal um, dann verschwindet sie.
»Na endlich.«
Florian kommt. Wir schlendern los, die Hauptstraße entlang.


Diese Stelle hier ist für mich Schlüsselszene und sehr gelungen. Man weiß nicht genau wer "Na endlich" ruft" und wen er damit meint.
Thomas auf seine Freundin bezogen oder auf seinen eintreffenden Kumpel?
Sehr gut

Dann kommt die Katze und man denkt sich. Jo ganz nett, vor allem weil hier sehr schön gezeigt wird das ein starker Wind weht, ohne das es geschrieben wird.
dann aber das Ende: Warum sind sie so gleichgültig?
Aus Thomas stoischer Reaktion gegenüber seiner Freundin lese ich keine Gleichgültigkeit sondern ehrr ohnmächtiges Unbehagen. Das er sich dann auch so freut das seine Leute kommen machen ihn auch nicht gerade unsensiebler.
Gefühlshaushalt ist also da, und ich glaube ehrlich, man muss schon ein ziemlich harter Klotz sein um nicht weigstens zu zucken wenn eine Katze überfahren wird.
Dafür sind wir die Typen zu normal, zu menschlich. Klar Jungs, die hart sein wollen, aber so hart? Zumidest ein verätersches Zucken in der Mimik hätte man erwartet. Vor allem bekommt man das Gefühl nicht los, dass der Autor etwas verschweigt. Es ist schon aufflig das der Erzähler überhaupt kein Kommentar abgib. Denkt er heimlich die Katze ist arm dran?
Diese Überlegungen machen die Stelle dann wieder spannend. Was ist gespielt an der Gleichgültigkeit der Jungen, was nicht. Dein Ziel wird für mich aber überhaupt nicht erfüllt, weil ich die Gleichgültikeit so nicht abkaufen kann.

Gruß marot
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Grey_Fox

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15

Tuesday, February 6th 2007, 11:57pm

Was mich irritiert: Der Wechsel in der Erzählperspektive am Anfang. Frage: Warum?
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