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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Sunday, January 28th 2007, 6:16am

Grenzlinien

Grenzlinien

Selig elegisch verstummt der ins Tränenreich gellende Schrei.
Ist auch das Weinen besiegt, so ist längst nicht das Leiden vorbei.
In eine Decke vermummt steigt nur eisige Wärme ins Herz,
die es beständig bekriegt mit dem ewig erinnerten Schmerz.

Fern schwinden Hoffnung und Glück, wenn der Tag wie die Nacht dich bedrückt.
Morgens noch blickst Du zurück auf die Qual, die dich abends entrückt.
Wenn Dir das Trauma erscheint und dich Angst vor dem Atmen befällt,
wird selbst ein Freund dir zum Feind wie ein Angriff aus anderer Welt.


RPK 280107
Sammelsurium: Werkesammlung


jonny

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Location: Ratingen

2

Sunday, January 28th 2007, 3:48pm

RE: Grenzlinien

hi AE.

mal ein gedicht, wie ich es vorher noch nicht von dir gelesen habe. das wäre nicht auf den inhalt bezogen, sondern viel mehr auf die form.
die zeilen sind sehr langatmig. beim lesen kommt man raus, liest, liest zwei mal und am ende weiß man immer noch nicht, was worum es dir wirklich geht.
aber nein, das ich es nicht verstehe, ist keine kritik, sondern finde ich das positiv und habe somit auch den positiven aspekt dieses langatmigen schreibens angesprochen. ich persönlich finde es immer gut, wenn einem der kern nicht gleich ins gesicht springt... auch wenn das die kommentarsquote etwas zu senken scheint..

nun gut. ich will mich nicht ran machen, deine intention zu deuten, denn damit lasse ich dich, wenn auch nicht frohen herzens, alleine.
beim lesen fällt mir noch auf, das man im nichts anfängt, die einzelnen zeilen zu lesen und zum schluss dann doch noch halt findet, was wahrscheinlich auch der effekt des oder der reime ist.

naja, wie auch immer

schönes ding. nicht so "normal"

gruß jonny

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3

Sunday, January 28th 2007, 4:29pm

Hallo jonny,

die Versmetrik ist an ein Distichon angelehnt.
XxxXxxX|xxXxxXxxX
Obwohl die Verse als inhaltliche Einheiten über 16 Silben laufen, kann man den Text aber auch "aufgespalten" schreiben, da sämtliche Verse vor der Zäsur mit eigenen Reimen versehen sind:

Quoted

Grenzlinien

Selig elegisch verstummt
der ins Tränenreich gellende Schrei.
Ist auch das Weinen besiegt,
so ist längst nicht das Leiden vorbei.
In eine Decke vermummt
steigt nur eisige Wärme ins Herz,
die es beständig bekriegt
mit dem ewig erinnerten Schmerz.

Fern schwinden Hoffnung und Glück,
wenn der Tag wie die Nacht dich bedrückt.
Morgens noch blickst Du zurück
auf die Qual, die dich abends entrückt.
Wenn Dir das Trauma erscheint
und dich Angst vor dem Atmen befällt,
wird selbst ein Freund dir zum Feind
wie ein Angriff aus anderer Welt.


RPK 280107


Die ersten Silben sind stellenweise nur schwache Nebenbetonungen, können aber auch leicht schwächer betont gelesen werden:
x'xxXxxX wird selbst ein Freund Dir zum Feind

Danke für Deinen Kommentar, obwohl keine Scheu vor inhaltlichen Aussagen angebracht ist. Es wird hier ein literarisches "Du" gesehen, und auch sonst ist kein autobiographisher Hintergrund Ausgangspunkt des Schreibens gewesen, sondern Recherche und Hineinversetzen in die Symptomatik.

AE
Sammelsurium: Werkesammlung


jonny

Professional

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4

Sunday, January 28th 2007, 5:17pm

na dann bleibt mir nur der "aha" -effekt übrig...

da muss ich sagen, kenne ich mich zu wenig aus, um auf sowas achten zu können, aber danke das du es erläutert hast.

;)

jonny

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