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Date of registration: Dec 23rd 2006

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1

Friday, January 26th 2007, 4:57pm

Seid leise. Sie schläft.

Seid leise. Sie schläft.

Vergangen ist Vergangenheit
und Tod ist nicht mehr Tod,
wenn Licht tropft in die Dunkelheit
und färbt das Blut mir rot.

In zärtlicher Glückseligkeit,
die niemals mehr zerbricht,
erscheint vor mir in Ewigkeit
Dein schlafendes Gesicht.

Nacht für Nacht seh ich die Augen,
die Du längst geschlossen hast,
wie dort braune Sprenkel zaubern,
blau und funkelnd eingefasst.

Auf der Haut fühl ich das Streichen
Deiner samtweich blonden Strähnen,
die zum Abschied mich erreichen
und Dich letztmals bei mir wähnen.

Lauf nun in den letzten Hafen,
Glück kann nie für immer sein.
Geh. Du darfst nun ewig schlafen,
und Du wirst es nie allein.


RPK 260107
Sammelsurium: Werkesammlung


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2

Friday, January 26th 2007, 8:35pm

RE: Seid Leise. Sie schläft.

Tut mir Leid aNFANGENDe, aber dazu kann ich einfach keine konstruktive Kritik abgeben.

Ich kann nur sagen, dass mich dieses Gedicht sehr berührt. Es weckt einen längst vergessen geglaubten Kummer erneut und tröstet zugleich. ich kann dir nur danken für dieses Werk.

raba
Wir müssen nur wollen.

sim

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3

Saturday, January 27th 2007, 1:32am

Hi aNFANGENDe,

in der Tat ein schönes Gedicht, das ich mir gut als entsprechenden Text zu Musik von Lacrimosa oder Eisregen vorstellen kann.
Bei einem Satz hast du dich aber für mein Gefühl etwas verhauen.

Quoted

und färbt das Blut mir rot.
Es kann natürlich sein, das hier ein Bild dafür ist, dass auch Blaublüter im Tod nur noch rotes Blut haben, aber das würde irgendwie so gar nicht in die übrige Metaphorik passen.

Soll aber das Gedicht keinesfalls schmälern.

Lieben Gruß, sim
Texte einer multiplen Persönlichkeit

I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)

Swanheart

Trainee

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4

Sunday, January 28th 2007, 4:49pm

ich finde es einfach wunderschön!!!
es berührt die seele und das herz sehr tief..
@sim ich finde es passt schon sehr gut so wie es ist,
fügt sich einfach so ein, es passt zum ganzen wie es ist.

ich mag diese melancholische schattenpoesie sehr,

als liedtext würde ich es eher lacrimosa zuordnen...nur ein gedanke,
weil es dort besser aufgehoben wäre,


Lg
Swanheart

sim

Professional

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5

Sunday, January 28th 2007, 8:35pm

Swanheart, ich mag das Gedicht doch auch, nur wenn rotes Blut rot gefärbt wird, stutze ich halt. ;)

Lieben Gruß, sim
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6

Sunday, January 28th 2007, 9:38pm

Hallo sim,

Quoted

wenn rotes Blut rot gefärbt wird, stutze ich halt


Du musst es im Kontext lesen:

Quoted

wenn Licht tropft in die Dunkelheit
und färbt das Blut mir rot.


Blut ist in der Dunkelheit nicht rot. Erst das Licht lässt die Farbe erkennen, und natürlich ist das "Blut-rot-Färben" hier doppeldeutig verwendet. Das Licht als die Erinnerung läßt alles wieder hochkommen, das "Blut" steht für Liebe, und "rot" zeigt dessen Lebendigkeit, nachdem es vorher im Dunkeln "tot" war.

AE
Sammelsurium: Werkesammlung


Sarisand

Professional

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7

Sunday, January 28th 2007, 10:06pm

Hallo aNFANGENDe,
ein wunderbares Gedicht, es setzt tiefe Emotionen frei und lässt einen aber nicht verzweifelt zurück.
Ich kann mich Rabenballade nur anschließen!
Gruß Sarisand

Alexa

Blickdicht(erin)

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8

Monday, January 29th 2007, 7:49pm

RE: Seid Leise. Sie schläft.

Hallo A-E

wärst du jetzt ein "Anfänger, was das Dichten anbelangt" würde ich sagen gut gemacht. Aber da ich ja weiß dass du Ansprüche an dich und deine Werke stellst kann ich das nicht gänzlich ohne Kritik sagen. ;)
es liest sich sehr schön, geschmeidig wie die blonden Strähnen und auch metrisch hast du diese Strophe der gedachten Berührung (4 Str.) hervorgehoben, was mir auch gut gefällt. Überhaupt hast du hier mit der Form gespielt.
Dass du die vierte Strophe in diese weichen, weiblichen ReimEnden gesetzt hast, unterstelle ich dir jetzt mal als Absicht, denn es passt gut.
Inhaltlich ist hier keine Interpretation notwendig, denn es spricht für sich und ich glaube es würde den gefühlvollen Inhalt, den du hier gut übermittelst nur verletzen.

Was mir nicht so gut gefällt sind erstmal die drei letzten Zeilen der ersten Strophe- das hört sich ziemlich mühsam an da oben.
Genauer musst du mir auch noch die Sache mit dem Tod ist niemals Tod- erklären.Willst du damit ausdrücken das der Tod niemals tot ist`? Oder der Tod ist niemals der Tod. Das wäre mir doch unverständlich- denn der Tod ist der Tod!?? ?( aber mal sehen was du dazu sagst, denn womöglich habe ich gerade ein falsches Stück Zucker im Kaffee.
Wenn Licht tropft in die Dunkelheit
und färbt das Blut mir rot.

Du hast in einer anderen Kritik schon eine Erklärung darüber abgegeben- aber mir gefällts rein sprachlich nicht und es eröffnet sich mir nur schwer als das was du ausdrücken möchtest.
Dritte Strophe- wie dort braune Sprenkel zaubern-sollte da mal ein - die- stehen und du hättest zweimal in Folge dieses Wörtchen stehen gehabt? Also mir würde da jetzt tatsächlich ein -die- besser gefallen, obwohl es dann zweimal untereinander ständ, was aber beim lesen m. M. nach nicht auffällt und doch eher die Aussage treffen würde, oder?
Vierte Strophe das Wort -Streichen- ich habs mir ein paarmal durchgelesen und ich würde ein Streicheln bevorzugen. Es hört sich für mich einfach sanfter und liebevoller an als Streichen was mich an Küche streichen erinnert.Dann würde aber erreichen auch nicht mehr als sauberer Reim dastehen, also wäre eine Änderung zu überlegen.
Vierte Str. die erste Zeile - Lauf nun in den letzten Hafen - klar man versteht was du sagen möchtest, aber die Zeile liest sich fremd- wie, als ob sie nicht dahingehört.Das - Lauf macht sich noch gut mit dem Geh in dieser Str. aber in deinen letzten Hafen gefällt mir da inhaltlich nicht wirklich.
Sicher werden da wieder die Meinungen auseinandergehen, aber ich sage dir ja was mir hier auffällt und nicht gefällt.

O.K. genug kritisiert, mir gefällt dein Stück hier und ich habs gerne gelesen, weil es so voller Gefühl ist, welches du gut rüberbringst.
Vor allem die letzten beiden Zeilen sprechen mich hier total an.
Da ich ja weiß dass du auf jede meiner Kritiken eine "plausible" Erklärung parat hast, bin ich gespannt was du antwortest. :D
Ansonsten sag ich mal - lieber Roland- da hast du ein schönes Stück geschrieben;
[SIZE=7]( bis auf ein paar Kleinigkeiten)[/SIZE]


Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

resumee

Master

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Occupation: Pädagogin

9

Monday, January 29th 2007, 9:07pm

Ein schönes Stück, das ich wirklich gerne gelesen habe.

Quoted

Vergangen ist Vergangenheit
und Tod ist nicht mehr Tod,
wenn Licht tropft in die Dunkelheit
und färbt das Blut mir rot.


Alexa, ich glaube, das "Tod ist nicht mehr Tod" muss man im Zusammenhang mit den nächsten beiden Zeilen lesen. Du bist nicht mehr tot, wenn die Erinnerung(Licht) an Dich in mir so lebendig(rot) ist, so würde ich es wohl verstehen.

Recht geben würde ich Alexa wohl in der Kritik an

Quoted

Lauf nun in den letzten Hafen,


Wenn Du das Laufen isoliert nimmst, entspricht es nicht dem eigentlich geforderten in den Hafen einlaufen, also seine Heimat finden.
Es müsste also korrekt aus meiner Sicht heißen:

Lauf nun in den letzten Hafen ein,...

Gibt es einen Grund, dass Leise in der Überschrift groß geschrieben steht?

Trotzdem natürlich ein intensives und gelungenes Stück Lyrik, das mir sehr gefallen hat.

resumee
Dies ist wohl der Fels, an dem die Besten scheitern, indem sie aufhören zu lieben, wenn sie beginnen zu erkennen.
Wohl jedem, der Erkenntnis errungen und Liebe bewahrt! (Dante)

poe.try

Trainee

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10

Monday, January 29th 2007, 9:42pm

Ein sehr schönes Werk. Es berührt und greift ein. Es ist etwas ganz besonderes.

Danke!

Gruß
"Wenn du unbedingt sterben willst, denk an die, die sterben müssen"

Alexa

Blickdicht(erin)

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11

Tuesday, January 30th 2007, 1:38pm

RE: Seid leise. Sie schläft.

resumee;
Tod ist nicht mehr Tod.
da stand vorher Tod ist niemals Tod. A- E hat da schon gebastelt. ;)
Denn der Tod ist immer der Tod- auch im Kontext zu den zwei Zeilen darunter die ich natürlich mit einbezogen habe.
Mit der Änderung liest es sich schon verständlicher.

A-E wäre es nicht sinnvoller wenn du kurz kommentierst wo und was du geändert hast, damit deine Leser das auch nachvollziehen können ?(


Gruß
Alexa
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(Winston Churchill)

Ich hier

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12

Tuesday, January 30th 2007, 6:10pm

RE: Seid Leise. Sie schläft.

Hallo resume, hallo Alexa,

danke resume für den Hinweis auf den Titel, das war tatsächlich ungewollt, das L blieb nach dem Hinzufügen von "Seid" aus Versehen groß geschrieben stehen.

Das Problem mit dem Laufen/Einlaufen in den Hafen war mit von Angang an bewußt und ich habe es in Kauf genommen, weil ich das Bild unbedingt verwenden wollte und es nicht gleichwertig zu ersetzen ist.
Ich hatte überlegt, ob ich "Gehe" nehme, aber das wäre erstens zu unlebensschiffig und zweitens dann doppelt im vorletzten Vers.

Die ersten beiden Verse beziehen sich auf "sie", nicht auf das lyrische Ich. Mit den so real anmutenden, aufblitzenden Erinnerungen an sie (das tropfende Licht) lebt sie in Gedanken immer wieder auf und wird vom lyrischen Ich als so real empfunden, dass selbst Endgültigkeiten wie Vergangenheit und Tod in diesen Momenten wie aufgehoben scheinen.

Die Änderung von niemals zu nicht mehr habe ich vorgenommen, um klarer zu machen, dass diese Überwindung der absoluten Grenzen leider auf diese Momente beschränkt ist.

Alexa:

Quoted

Dritte Strophe- wie dort braune Sprenkel zaubern-sollte da mal ein - die- stehen

Nein. Das lyrische Ich beschreibt, wie "wirklich" es ihre Augen vor sich sieht, selbst nachdem sie diese schon "längst geschlossen hat". Er kann sie nicht vergessen und alles bleibt für ihn so nah und lebendig, als wäre es nicht vergangen. Diese Lebendigkeit wird beschrieben, indem er nicht nur die Augen als statisches Bild sieht, sondern in die Augen hinein, und er sieht in bewegten Bildern, "wie dort die Sprenkel funkeln".

Das "Streicheln" scheint besser zu passen, tut es aber nicht. Streicheln ist eine aktive, bewußte Handlung, Streichen ist unwillkürlich, geschieht nebenbei und unbewußt. In dieser Strophe fange ich also bereits an, die entgleitende, loslassende Bewegung anzudeuten, ein letztes mal noch eine Berührung, aber es ist schon entfernend und zum Abschied, während die Augen zuvor noch so klar und wirklich erschienen. Daher also nur ein kurzes Streichen über die Haut, aber kein Streicheln in absoluter Nähe. Gerade noch einmal kurz erreichen kann er sie, dass es zu einem Abschied reicht, mehr ist nicht mehr da.

In der letzten Strophe wird dann diese Bewegung abgeschlossen und er macht mit dem Verlust seinen Frieden, und lässt sie in den ihren gehen. Er fordert sie sogar regelrecht auf, nun wirklich zu gehen, weil er die irreale Nähe nicht mehr länger ertragen kann, auch wenn er sie auch dann nicht vergessen kann und ihr verspricht, dass er sie symbolisch nie verlassen wird.
Die Frage bleibt offen, ob Liebe je so groß sein kann, dass sie selbst den Schmerz des Verlustes besiegt. Lieben heißt loslassen können...?

AE
Sammelsurium: Werkesammlung


juuuli

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13

Tuesday, January 30th 2007, 6:20pm

Wow, ein total schönes Gedicht!!!!!

Wenn ich nicht wüsste, welches Gefühl du meinst, würde ich es trotzdem fühlen!!! Respekt!!!

Liebe Grüße, Juliane

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14

Tuesday, January 30th 2007, 7:33pm

Nochmal abseits der Worte zum Text selbst...

Euch allen,

raba, sim, Swanheart, sarisand, poe.try, juuuli, resumee und Alexa,
danke für die Kommentare, die mir insgesamt zeigen, dass die Stimmung des Gedichtes auf Euch regelrecht übergesprungen zu sein scheint.
Das ist gerade dann die allerschönste Bestätigung, wenn ein Text so wie dieser hier voll und ganz auf gefühlsmäßige Identifikation baut, und es tatsächlich so intensiv zu schaffen scheint, wie ihr hier berichtet.

Danke also für Eure leisen Antworten, in denen ihr so offen Eure Berührtheit mitgeteilt habt. ;(

Liebe Grüße

AE
Sammelsurium: Werkesammlung


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