Noch ne Frage, aber klar doch!
Robespierre steht tatsächlich im Kontrast zu der Mythologie.
Heros, der leicht morbide Held meines Textes, lebt in dieser Situation in einer Parallelwelt. Daher erzählt das Gedicht von dem, was IN ihm passiert (am Leitfaden der Bilder aus der Mythologie entlang), und dem was ÄUSSERLICH auf der Bühne passiert. "Robbespierre" ist nur eine Rolle, die er spielt. Diese Figur fungiert in dem Gedicht als Kontrastmittel eines ungewolltenen gewaltsamen Todes zu einem Freitod mit dem Motiv der Erlösung. Die wahren Absichten Heros' bleiben hinter der Kulisse des profanen weltlich Hinzurichtenden dem Pulikum zunächst verborgen:
Er spielt heut den Helden, doch unter Zypressen,
denn gehen wird er heut zu Gott.
In der Rolle, also als "Robespierre" fleht Heros aus Sicht des Publikums um Gnade, ihn
nicht zu töten, als Heros spricht er jedoch in Wirklichkeit von der Gnade, aus dem Leben scheiden zu dürfen. Dies offenbart er erst unmittelbar, bevor das Beil fällt: "Doch Robespierre bin heute bin ich!". Diese Requisite freilich, dafür hat er gesorgt, ist heute scharf. So wird sein letzter großer Auftritt noch einmal ein Paukenschlag, denn er hatte als Bühnenheld gelebt und will auch als Bühnenheld sterben:
Wie hat er sich solcherart Ende so gerne
und täglich auf’s Neue ersehnt!
AE