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demon17

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Occupation: Traumtänzer und Tastentipper

1

Sunday, November 26th 2006, 10:04am

Tod und Tränen

Einsam steht er in der Gasse,
dicht beim Tor zur Unterwelt.
In der Hand hat er Erlasse,
wer nun zu den Toten zählt.


Lange Listen voller Namen
derer, die im Sterben liegen.
Jammervolle Abschiedsdramen,
weil sie doch das Leben lieben.

Langsam schreitet er zur Tat.
Leise klingen seine Schritte
in der Nacht, die sein Legat,
setzt er sorgsam seine Schnitte.


Tiefe Wunden bluten lange.
Todesschreie trägt der Wind.
Fast hört er nicht mehr am Klange,
ob es Greis ist oder Kind.


Einsam sitzt ein schwarzer Engel,
der vom Glauben abgeschweift
Hört von Ferne das Gedengel,
als der Tod die Sense schleift.


Rote Tränen rinnen langsam
auf den Weg zur Ewigkeit.
Jede Träne ist wie Balsam
für des Engels Seelenleid.

Langsam nähert sich der Schnitter,
müde ist der Sensemann
und der Engel schaut so bitter:
„Nun Herr Tod bin ich wohl dran?“


Sanft streicht Meisters Hand die Tränen
von den Wangen, die so bleich.
„Wohl gefällt es mir Dein Sehnen
nach dem dunklen Schattenreich.

Darum lass ich Dir das Leben,
weine bis an's End' der Zeit.
Geb Dir meinen Todessegen,
auf dem Weg zur Ewigkeit!“

Jeli17

Trainee

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Occupation: Schülerin

2

Tuesday, November 28th 2006, 5:27pm

RE: Tod und Tränen

Hab mir grade dein Gedicht durchgelesen. Wow. Ich bin echt mal begeistert! Wirklich gelungen!
Ich kann für meinen Teil sagen, dass ich mich irgendwie in das Gedicht hinein versetzen kann. Ich kann dir nicht mal sagen, was mir am besten gefällt. Es ist einfach rundum schön. Ich finds wirklich schön!
You poor sweet innocent thing
Dry your eyes and testify
And oh, you love to hate me, don't you honey?
I'm your sacrifice

Rune

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Location: aus einem unbekannten Land.... vor gar nicht allzu langer Zeit

Occupation: Azubi

3

Wednesday, November 29th 2006, 10:58am

Ich gebe zu, ich hab es schon zweimal gelesen, aber nun muss ich acuh was sagen.
Im Begrüßungsfaden hab ich noch nichts gesagt, daher willkommen. Aber ich habe von deiner Vorliebe für, wie sagt man, "schwarze" Gedichte gelesen. Nun, ich möchte behaupten, dass kommt in diesem Gedicht nicht wirklich durch. Über den Tod und verlorene Engel schrieben schon viele. Aber ich muss sagen, dass du deine "Geschichte" wirklich wunderschön verpackt hast. Gerade weil sie eigentlich nicht neu ist, mag sie abgedroschen sein, aber dein Gedicht ist das ganz und gar nicht. Vom Titel lässt sich icht wirklich auf den Inhalt schließen, dadurch nimmst du nichts vorweg, läufst aber Gefahr, dass mancheiner es nicht ließt, weil doch grade der Titel doch schon etwas abgedroschen ist. Man erwartet es Gedicht über einen Verlusst, der ausgiebig beweint wird, oder so und das mag mancheiner nicht mehr lesen.

Noch ein paar kleine Anmerkungen:
- in der Nacht , die sein Legat
- der vom Glauben abgeschweift .
- Hört von Ferne das Gedrängel ,
als der Tod die Sense schleift.
- "Nun , Herr Tod , bin ich wohl dran?"
- "Wohl gefällt es mir , Dein Sehnen
nach dem dunklen Schattenreich. "

Soviel zu der Rechtschreibung und Zeichensetzung, dass meiste sind wohl nur Flüchtigkeitsfehler, kommt vor. Ich denke fast, du hast Gedrengel mit Absicht geschieben, wegen Engel, ist aber leider falsch. Ich weiß nicht, darf man für ein Gedicht Rechtschreibfehler in Kauf nehmen?? Oder provozieren?? Keine Ahnung.

Dann noch eine Sache: "Fast hörte er nicht mehr am Klange" ist irgendwie zu lang. Ich hab es leider als etwas störend empfunden, was sehr Schade ist. *beschämt* hab aber auch keinen besseren Vorschlag... Man kann es auch so lassen, aber es ruckelt ein klein wenig...

Ich hab es gern gelesen, was angenehm überrascht, worauf der Titel nicht schließen ließ und werd es wohl noch ein paar mal lesen.

Rune
"Wie verächtlich gehen die Herrscher über Worte hinweg, die den Krieg verdammen, wie gelangweilt die Intellektuellen, weil diese Worte weder originell noch neu sind. Aber sie werden gelten, solange wir Kriege führen.
[...] Keine Zwerge auf den Schulter von Riesen werden wir sein, sondern ein Volk von Riesen, die einander viel zu schnell über den Kopf wachsen- aber wenn es drauf ankommt, schlagen wir einander den Schädel ein wie in den dunklen Zeitaltern."

Frank Schätzing >Tod und Teufel<

Puck

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4

Friday, December 1st 2006, 9:57am

RE: Tod und Tränen

Gefällt mir inhalts und aufbaumäßig echt total gut und die gliederung fand ich auch sehr schön

nun mal ne kleine frage...was ist ein legat?

Quoted

Einsam sitzt ein schwarzer Engel,
der vom Glauben abgeschweift
Hört von Ferne das Gedengel
als der Tod die Sense schleift.



das wort gedengel finde ich passt hier überhaupt nicht wirkt dort einfach als ob du krampfhaft versucht hast was zusammenzureimen

finde auch das treffen von engel und tod am ende sehr schön wobei der engel durch seine frage menschlicher wirkt als vorher

PeachesInTheOcean

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5

Friday, December 1st 2006, 2:38pm

RE: Tod und Tränen

Hallo demon17 :)

Metrum:

Einsam steht er in der Gasse, XxXxXxXx
dicht beim Tor zur Unterwelt. XxXxXxX
In der Hand hat er Erlasse, XxXxXxXx
wer nun zu den Toten zählt. XxXxXxX


Lange Listen voller Namen XxXxXxXx
derer, die im Sterben liegen. XxXxXxXx
Jammervolle Abschiedsdramen, XxXxXxXx
weil sie doch das Leben lieben. XxXxXxXx


Langsam schreitet er zur Tat. XxXxXxX
Leise klingen seine Schritte XxXxXxXx
in der Nacht die sein Legat. XxXxXxX
Sorgsam setzt er seine Schnitte. XxXxXxXx


Tiefe Wunden bluten lange. XxXxXxXx
Todesschreie trägt der Wind. XxXxXxX
Fast hört er nicht mehr am Klange, XxXxXxXx
ob es Greis ist oder Kind. XxXxXxX


Einsam sitzt ein schwarzer Engel, XxXxXxXx
der vom Glauben abgeschweift XxXxXxX
Hört von Ferne das Gedengel XxXxXxXx
als der Tod die Sense schleift. XxXxXxX


Rote Tränen rinnen langsam XxXxXxXx
auf den Weg zur Ewigkeit. XxXxXxX
Jede Träne ist wie Balsam XxXxXxXx
für des Engels Seelenleid. XxXxXxX


Langsam nähert sich der Schnitter, XxXxXxXx
müde ist der Sensemann XxXxXxX
und der Engel schaut so bitter: XxXxXxXx
„Nun Herr Tod bin ich wohl dran?“ XxXxXxX


Sanft streicht Meisters Hand die Tränen XxXxXxXx
von den Wangen, die so bleich. XxXxXxX
„Wohl gefällt es mir Dein Sehnen XxXxXxXx
nach dem dunklen Schattenreich. XxXxXxX


Darum lass ich Dir das Leben, XxXxXxXx
weine bis an's End' der Zeit. XxXxXxX
Geb Dir meinen Todessegen, XxXxXxXx
auf dem Weg zur Ewigkeit!“ XxXxXxX

Sauberer 4 hebiger Trochäus, klingt sehr schön. In den letzten 6 Strophen hast Du sogar den strengen Wechseln von weiblicher und männlicher Kadenz eingehalten.

Reime:
Strophe 1: "zählt" - "Welt" : das ist leider ein unsauberer Reim.
Strophe 2: "liegen" - "lieben" : auch unsauber
Strophe 6 : "langsam" - "Balsam" : reimt sich doch gar nicht ?(

Quoted

in der Nacht die sein Legat.

Den Satz versteh ich nicht?! Ist der überhaupt vollständig?

(@Puck: Legat ist übrigens ein Gesandter)

Quoted

der vom Glauben abgeschweift

Naja, zum Metrum und Reim etwas "hingebogen", aber das fällt hier nicht so sehr negativ ins Gewicht. Und ein Komma muss meines Erachtens noch an das Ende des Verses.

Quoted

Hört von Ferne das Gedengel

Hier auch ein Komma.

Quoted

von den Wangen, die so bleich.

Hier fehtl wieder die Form von "sein".

Quoted

weine bis an's End' der Zeit.

Hier würde ich statt des Oznktes ein Komma setzen..oder ein Ausrufezeichen. Und "End'" ist wohl auch etwas zum Metrum hingebogen.

Das Wort "Gedengel" kannte ich vorher auch nicht. Habe aber nachgesehen und ich finde von der Bedeutung passt es hier auf jeden Fall.

Ich dachte zuerst dein Gedicht wäre zu lang, aber es wirkt fast wie Prosa und liest sich auch so leicht. Also inhatlich recht gut verständlich. Nur mit der 6. Stroph hab ich etwas Probleme. Wieso weint der Engel, wenn er eh schon vom Glauben abgekommen ist? Oder weint er gerade deswegen? Aber ist dann nicht doch ein wenig Hoffnung vorhanden? Sonst würde er doch in den ZUstand der Gleichgültigkeit übergehen. Oder beweint er dei "Abschiedsdramen" der ganzen anderen? Die ihn aber eigentlich erfüllen, weil er auf die dunkle Seite abgekommen ist? Oder ist es eher eine Art Akt der Befreiung? Weinen als Ventil der Trauer?

Mfg

Spiele kein Lied, das du selbst nicht hören kannst.

demon17

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6

Monday, December 4th 2006, 12:13am

@jeli17,

dank Dir für die lieben Worte. Du zählst zumeiner Zielgruppe. Ich habe immer noch eine Gruppe junger Dichterinnen im Hinterkopf, für die ich schreibe, obwohl es diese Gruppe gar nicht mehr gibt. Einige hatten ungefähr Dein Alter.

Hallo Rune,

ja es stimmt, ich schreibe nicht mehr aus Trauer, Schmerz oder anderen finsteren Gründen, sondern inzwischen mit dem Kopf und nicht mehr mit dem (schwarzen) Herzen. Das merkt man und so erzähle ich manchmal kleine Geschichten um mich über die Zeit fehlender Inspiration zu retten.

Vielen Dank für die Interpunktion, ich übernehme sie gerne soweit ich sie für notwendig halte, die markierten Anführungszeichen werden im nächsten Vers geschlossen. was das gedengel angeht. Dengeln ist ein alter landwirtschaftlicher Fachbegriff für das schärfen der Sense. Man fährt mit einem Wetzstahl abwechselnd über beide Seiten der langen Klinge. Es git einen recht eigentümlichen, in dem Zusammenhang, unheimlichen Klang.

@Puck,

ein Legat ist ursprünglich ein römischer Bote, im Laufe der Zeit wurde im deutschen die Konnotation Erbe, Vermächtnis geläufig. Ist aber etwas altertümlich. Was Gedengel heißt habe ich ja bereits erklärt.

@PeachesInTheOcean,

bis später ich bin jetzt müde.

demon17

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Occupation: Traumtänzer und Tastentipper

7

Tuesday, December 5th 2006, 12:12am

RE: Tod und Tränen

Quoted

Original von PeachesInTheOcean
Hallo demon17 :)

Metrum:

Einsam steht er in der Gasse, XxXxXxXx
dicht beim Tor zur Unterwelt. XxXxXxX
In der Hand hat er Erlasse, XxXxXxXx
wer nun zu den Toten zählt. XxXxXxX


Lange Listen voller Namen XxXxXxXx
derer, die im Sterben liegen. XxXxXxXx
Jammervolle Abschiedsdramen, XxXxXxXx
weil sie doch das Leben lieben. XxXxXxXx


Langsam schreitet er zur Tat. XxXxXxX
Leise klingen seine Schritte XxXxXxXx
in der Nacht die sein Legat. XxXxXxX
Sorgsam setzt er seine Schnitte. XxXxXxXx


Tiefe Wunden bluten lange. XxXxXxXx
Todesschreie trägt der Wind. XxXxXxX
Fast hört er nicht mehr am Klange, XxXxXxXx
ob es Greis ist oder Kind. XxXxXxX


Einsam sitzt ein schwarzer Engel, XxXxXxXx
der vom Glauben abgeschweift XxXxXxX
Hört von Ferne das Gedengel XxXxXxXx
als der Tod die Sense schleift. XxXxXxX


Rote Tränen rinnen langsam XxXxXxXx
auf den Weg zur Ewigkeit. XxXxXxX
Jede Träne ist wie Balsam XxXxXxXx
für des Engels Seelenleid. XxXxXxX


Langsam nähert sich der Schnitter, XxXxXxXx
müde ist der Sensemann XxXxXxX
und der Engel schaut so bitter: XxXxXxXx
„Nun Herr Tod bin ich wohl dran?“ XxXxXxX


Sanft streicht Meisters Hand die Tränen XxXxXxXx
von den Wangen, die so bleich. XxXxXxX
„Wohl gefällt es mir Dein Sehnen XxXxXxXx
nach dem dunklen Schattenreich. XxXxXxX


Darum lass ich Dir das Leben, XxXxXxXx
weine bis an's End' der Zeit. XxXxXxX
Geb Dir meinen Todessegen, XxXxXxXx
auf dem Weg zur Ewigkeit!“ XxXxXxX

Sauberer 4 hebiger Trochäus, klingt sehr schön. In den letzten 6 Strophen hast Du sogar den strengen Wechseln von weiblicher und männlicher Kadenz eingehalten.

Reime:
Strophe 1: "zählt" - "Welt" : das ist leider ein unsauberer Reim.
Strophe 2: "liegen" - "lieben" : auch unsauber
Strophe 6 : "langsam" - "Balsam" : reimt sich doch gar nicht ?(


Zu 1: ...und wie komm ich nun von zählt zu Zelt?
Zu 6 ich versteh nicht was an langsam und Balsam sich nicht reimt.
Im übrigen ist ein Gedicht immer ein Kompromiss zwischen Form und Inhalt.

Quoted

Quoted

in der Nacht die sein Legat.

Den Satz versteh ich nicht?! Ist der überhaupt vollständig?

Leise klingen seine Schritte
in der Nacht, die sein Legat.

Legat wird hier im Sinne von Vermächtnis, Erbe verwandt. Diese Konnotation dürfte in den letzten 50 Jahren etwas in Vergessenheit geraten sein, gehört aber immer noch zum erweiterten Wortschatz der deutschen Sprache. Die Konnotation Bote, Gesandter, ist hingegen die Übertragung der lateinischen Bedeutung ins deutsche.

Quoted

(@Puck: Legat ist übrigens ein Gesandter)

Quoted

der vom Glauben abgeschweift

Naja, zum Metrum und Reim etwas "hingebogen", aber das fällt hier nicht so sehr negativ ins Gewicht. Und ein Komma muss meines Erachtens noch an das Ende des Verses.

Quoted

Hört von Ferne das Gedengel

Hier auch ein Komma.

Quoted

von den Wangen, die so bleich.

Quoted

Hier fehtl wieder die Form von "sein".
Dichterische Freiheit!

Quoted

weine bis an's End' der Zeit.

Quoted

Hier würde ich statt des Oznktes ein Komma setzen..oder ein Ausrufezeichen. Und "End'" ist wohl auch etwas zum Metrum hingebogen.
Der Tod spricht natürlich eine altertümliches, stark akzentuiertes Deutsch. Insofern ist mir das Versmaß da ganz recht.

Quoted

Das Wort "Gedengel" kannte ich vorher auch nicht. Habe aber nachgesehen und ich finde von der Bedeutung passt es hier auf jeden Fall.

Ich dachte zuerst dein Gedicht wäre zu lang, aber es wirkt fast wie Prosa und liest sich auch so leicht. Also inhatlich recht gut verständlich. Nur mit der 6. Stroph hab ich etwas Probleme. Wieso weint der Engel, wenn er eh schon vom Glauben abgekommen ist? Oder weint er gerade deswegen? Aber ist dann nicht doch ein wenig Hoffnung vorhanden? Sonst würde er doch in den ZUstand der Gleichgültigkeit übergehen. Oder beweint er dei "Abschiedsdramen" der ganzen anderen? Die ihn aber eigentlich erfüllen, weil er auf die dunkle Seite abgekommen ist? Oder ist es eher eine Art Akt der Befreiung? Weinen als Ventil der Trauer?

Mfg


Die Metapher der roten Täne, steht für selbstverletzendes Verhalten. Die wichtigste SVV-Selbshilfeseite im Internet heißt meines Wissens so. Die Metapher ist eigentlich schon abgedroschen, andererseits versteht sie immer noch nicht jeder. Der kleine Engel empfindet ein befreiendes Gefühl, wenn er/sie sich oberflächliche Schnitte zufügt. Weinen steht insofern für bluten.

Auf das freiwillige Opfer der Lebenskraft und die ruhige Erwartung des nahenden Todes beruht dann auch dessen Symphatie. Ein Hauch von Seelenverwandschaft zwischen dem Tod und dem der ihn sucht.

Ich schau noch mal nach den Kommas,

vielen Dank für Deine qualifizierte Kritik.

lg

demon17

PeachesInTheOcean

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8

Tuesday, December 5th 2006, 3:22pm

Hallo demon17 :)

zählt - Zelt geht auch nicht :rolleyes: Zumindest hört es kein sauberer Reim, soweit ich das beurteilen kann. Welt - Zelt würde allerdings gehen.

lansgam - Balsam reimt sich nicht (zumindest soweit ich das einschätzen kann!), weil der letzte betonte Vokal jeweils das erste "a" ist und nach dem sind die Konsonanten nicht gleich. Außerdem hört man das auch am Klang ?(

Sicher kommt es bei einem Gedicht nicht "nur" auf dir Form an. Ich denke sogar, dass der Inhalt um einiges wichtiger ist..aber dennoch spielt auch die formale Gestaltung eine wichtige Rolle. Die Kunst ist es ebend, beides zu verbinden ;)

Quoted

in der Nacht die sein Legat.

Ich versteh den Satz vom Satzbau nicht. Die Wortbedeutung von Legat war gar nicht gemeint.

Jaja, dichterische Freiheit, wirkt dennoch etwas hingebogen :P Wobei es bei dem fehlenden "sein" noch geht...

Quoted

Der Tod spricht natürlich eine altertümliches, stark akzentuiertes Deutsch. Insofern ist mir das Versmaß da ganz recht.

Najaaa :rolleyes:

Na ok, dann kannte ich diese Metapher nicht ;)

Mfg

Spiele kein Lied, das du selbst nicht hören kannst.

demon17

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9

Tuesday, December 5th 2006, 6:16pm

hallo peaches in the ocean,

also ich befinde mich mit dem Hinbiegen ja in bester Gesellschaft und lang-sam und Bal-sam, da reimt sich die letzte Silbe definitiv. Mach Dir nichtsa draus, das Du die Metapher nicht kanntest, so etwas ist dann schon ziemlich szenegebunden bzw. typisch.

Liebe Grüße

demon17

Chaoskind

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10

Wednesday, December 6th 2006, 6:21pm

Also mir gefällts. Und bevor ich hier versuche was sinnvolles zu schreiben:
Tolles Gedicht! Mir gefällts wirklich sehr!

Lesefluss ist flüssig udn der Inhalt ist schön beschrieben.

LG
Chaoskind
"Der Engel trägt Flügel,
damit er den Menschen,
wie mit einem Regenschirm,
nicht vor Regen,
sondern vor dem Schmerz bewahren kann und er zeigt auf,
das man vom Regen nass wird und mit Schmerz nicht leben kann."

PeachesInTheOcean

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11

Wednesday, December 6th 2006, 7:32pm

Hallo

Quoted

Original von demon17
also ich befinde mich mit dem Hinbiegen ja in bester Gesellschaft und lang-sam und Bal-sam, da reimt sich die letzte Silbe definitiv. Mach Dir nichtsa draus, das Du die Metapher nicht kanntest, so etwas ist dann schon ziemlich szenegebunden bzw. typisch.

Es geht nicht darum, dass der Reim jetzt unbedingt angepasst werden muss, indem er den Inhalt oder andere Apsekte des Gedichts misshandelt, sondern ebend nur, um mit ihnen zu korrespondieren. Versteh mich da bitte nicht falsch...
Nur wenn Reime verwendet werden, finde ich zumindest, sollte man auch einheitlich vorgehen (mit Ausnahme es erfüllt einen bestimmten Zweck), sonst wirkt es einfach mal unbeabsichtig und dem zu Folge nicht wirklich gut ausgearbeitet.
Dass Balsam-langsam kein Reim ist, habe ich doch shcon erklärt ?( Es muss ab demletzten betonten Vokal gleich klingen. Und bei Balsam und langsam ist das jeweils die erste Silbe. Es sei denn ich irre jetzt total :rolleyes:

Mfg

Spiele kein Lied, das du selbst nicht hören kannst.

Lehrer Lämpel

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12

Wednesday, December 6th 2006, 7:32pm

RE: Tod und Tränen

Hallo,

der Anfang Deines Gedichtes erinnert mich etwas an Theodor Storm und Dein Engel erinnert an Ahasver, der dazu verflucht ist, nicht sterben zu können. Dazwischen entfaltest Du einen wahrhaft makaberen Totentanz, der immer wieder an "Der Tod und das Mädchen" erinnert. Mit den blutigen Tränen verbinde ich einerseits boderline-Störungen, andererseits Vergewaltigung, wobei das erste oft die Folge des zweiten ist. Oft ist die Wendung zu hören oder zu lesen, zu Leben verurteilt zu sein und die fast Anklage: warum hat mich keiner gefragt, ob ich leben will. - Satre schaute gerade zur Tür herein.
Der Engel ist vom Glauben abgeschweift; er hat ihn nie verleugnet, hat nur mal - um mitreden zu können- an der Nacht, an dem Todverfallenen genascht. Seine Tränen sind für mich Tränen des Mitleids. Ob sein Mitleid so weit geht, daß auch er rote Tränen weint, vermag ich nicht zu entscheiden.
Ich bin mir sicher: es kommt die Zeit, in der der Tod sich unsterblich in das Mädchen verliebt und der Tanz nicht mehr tödlich endet.
Freundliche Grüße L.L.
Ich will für die Utopie
den toten Baum verfeuern,
damit die Kälte nicht
das letzte Wort behält.


demon17

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13

Monday, December 11th 2006, 3:23pm

@Chaoskind,

danke Dir. Unreflektierte Zustimmung kann sehr wohltuend sein. ;)


@PeachesintheOcean,

das mit dem Vokal ist mir neu. Mir reicht die letzte Silbe.

@Lehrer Lämpel,

das geht runter wie Ambrosia. Ich fühle mich auch nicht fehrlinterpretiert, da ich sowohl klassische Autoren lese als auch oft mit der Poesie kleiner, gefallener Engel konfrontiert werde und mich auf sie einlasse. Die Tränen allerdings sind das Blut des Leides und des Selbstmitleides kleiner Engel in einer kalten, grauen Welt, die sie das düstere schwarz-rote Ambiente der Unterwelt aufsuchen läßt. Die Finsternis ist wie ein schützender Mantel vor dem grellen Tageslicht, der erloschenen Herzen frieden schenkt. Borderline ist wieder so ein sachlich, kalter Fachbegriff. Doch ich denke auch, das diese Neigung durch eine liebevolle Beziehung gelindert werden kann. Nur in einem irrst Du, der Tod wird niemals lieben wie es Menschen tun.

Wer ist Ashasver?

Liebe Grüsse

demon17

PeachesInTheOcean

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14

Monday, December 11th 2006, 6:16pm

Quoted

Original von demon17@PeachesintheOcean,

das mit dem Vokal ist mir neu. Mir reicht die letzte Silbe.

Es geht doch nicht darum, was Dir reicht, sondern dass es kein Reim ist. Das klingt doch auch gar nicht gleich?! Naja... :rolleyes:

Mfg

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demon17

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15

Monday, December 11th 2006, 9:26pm

Lies mal Heine und andere Dichter aus dieser Zeit, dann wirst Du Dich wundern. Da reimt sich auch lieben auf beugen. ;)

PeachesInTheOcean

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16

Tuesday, December 12th 2006, 9:33pm

Dass sie es schreiben, heißt aber noch nicht, dass es sich reimt :rolleyes: Ich halt eh nicht viel von der "Allmächtigkeit" von solchen bekannten Autoren :P

Mfg

Spiele kein Lied, das du selbst nicht hören kannst.

demon17

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17

Wednesday, December 13th 2006, 9:08pm

Heine war nie allmächtig, er ist sogar verboten worden. Aber Du hast schon recht, kein Respekt vor großen Namen. Nur man muß bei all diesen Regeln bedenken, das jede Restriktion die Möglichkeit einschränkt Inhalte zu transportieren, deshalb lege ich die Regeln auch nicht gar so streng aus.

lg

demon17

windowpaine

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18

Wednesday, December 13th 2006, 10:16pm

Tolles Gedicht, es hat mich auch positiv überrascht, dass du so ein typisches "dunkles" Thema so ansprechend schön eingepackt hast - nicht eintönig und altbekannt sondern lesenswert bis zum letzen Vers!!

Im Übrigen kann man Borderline nicht als Folge von Vergewaltigung bezeichnen, das fand ich doch, obwohl wir hier ein gedichteforum sind, ein wenig zu plump! Vielleicht sollte man sagen: Viele Vergewaltigte entwickeln früher oder später eine Borderlinepersönlichkeit.

Soviel dazu ;)

liebe grüße: windowpaine
schau mich an

abgelöst


i like walking in the rain so no one knows i´m crying

demon17

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19

Thursday, December 14th 2006, 8:37pm

Irgendetwas ist anders hier, aber ich mag es. Mit Borderline hast Du natürlich recht. Vielen Dank für deine Anerkennung windowpaine.

Liebe Grüsse

Demon17

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20

Sunday, December 17th 2006, 12:11pm

hi demon!
ersteinmal finde ich, hast du ein wunderschönes gedicht geschrieben. ich finde auch das thema sehr schön.mach weiter so!
hättest du etwas dagegen, wenn ich das gedicht meiner klasse vorstelle? evt. würden wir es mit unserer musiklehrerin auch (wahrscheinlich in verkürzter form) vertonen.

gruß rabenballade

PS: hoffe, bald mehr von dir zu lesen. :)
Wir müssen nur wollen.

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