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farion

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Date of registration: Jul 12th 2006

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Occupation: Hausdrache

1

Wednesday, October 18th 2006, 9:33pm

schwarze dame



schwarze dame


vom schwarzen schweigen
in schach gehalten
zur eignen daseinslüge

täglich opferreigen
voll angstgestalten
endlos traumgefüge

***

schillernd trutzfiguren
aus schatten gewebt
gerufen zu parieren

in geträumten fluren
am spiel vorbei gelebt
sich selber zu verlieren

.
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

This post has been edited 1 times, last edit by "farion" (Oct 19th 2006, 10:27am)


cute_fighter

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2

Thursday, October 19th 2006, 1:25pm

hi farion.

Weißt du, was ich mich frage?
Wenn du dich bei meinem Gedicht verlierst, wie findest du denn beim Schreiben wieder in deine Welt zurück?

Ja, gut, ich liebe diese Metaphern, die sich über ein Schach-Brett ranken... eigentlich mag ich das Spiel gar nicht so sehr... eigentlich spiele ich so gut wie nie Schach... aber als Metapher ist es ein wahres Highlight. Aus dem Grund musste ich dein Gedicht einfach lesen. Ansich schon das Muster des Schach-Brettes könnte mich ewig faszinieren. So aber auch deine Zeilen. Ich lese sie und lese weiter und bin so gebannt, dass ich den Sinn gar nicht begreifen will. Das passiert mir nur sehr selten, wenn die Bilder und Gefühle einen so gefangen nehmen, dass der Inhalt, der Sinn ganz weit in den Hintergrund tritt. Zumindest für mich, als metapherliebender Mensch.

Das einzige, was ich noch inhaltlich weiß, waren die "daseinslügen" du ich noch sehr aussagekräftig fand, bevor ich endgültig in die tiefen dieser fremden Welt eintrat.
Deshalb musste ich es nun noch einmal lesen und feststellen, dass man es sehr wohl auf die Menschheit in diese Richtung interpretieren kann... Nur, heißt es nicht "Trotzfiguren"? Oder kenne ich da wieder meine eigene Sprache zu schlecht...

Jedenfalls ein fesselndes machtergreifendes Gedicht, das mich allein mit Bilder und Worten faszinieren konnte. Denn Sinn zu begreifen wagte ich erst beim zweiten lesen.

Quoted

Aus Schatten gewebt


solche Bilder liebe ich =)


cute

Chepre

Unregistered

3

Thursday, October 19th 2006, 6:32pm

Hallo, ihr. :)

Quoted

Ich lese sie und lese weiter und bin so gebannt, dass ich den Sinn gar nicht begreifen will.

Hmm, ja, das erlebt mein leider selten bei Gedichten. :) Das Gefühl ist schon toll, wenn man sich nur noch anlehnt nach dem Lesen, erstmal verdauen muss und einfach nur baff ist vor Staunen. :] Aber alles ändert sich irgendwann, sollte man meinen. ?( Naja. :)

In einem Punkt muss ich cute_fighter vollkommen zustimmen: Schachbretter in Gedichten sind etwas wahnsinnig interessantes, wenn sie gut benutzt sind. Nicht ganz leicht zu handhaben, finde ich. :)

So, jetzt mal zum eigentlichen Text.

Farion, das ist in meinen Augen das beste, was ich bis jetzt im Forum von dir gelesen habe. Es kommt nicht so blechern ?( daher wie manches andere, es ist leichtfüßiger und entschlüsselt sich leichter. :P

Mit dem schwarzen Schweigen komm ich aber nicht ganz klar. Verschweigt deine Lady in Black :) sich einfach selber was, was, würde sie diese Lüge von sich nehmen, ihren Tod bedeuten würde?

Finds ganz gut, wie du das aufgeteilt hast. Der erste Text hat ja nu noch nich so viel :rolleyes: mit dem Spiel Schach zu tun, der zweite schon eher.

Hmm, cute_fighter, Trutz ist etwas, was trutzt ?(, was man nicht leicht bezwingen kann, soweit ich weiß. Eine Trutzburg ist eine Burg, die wirklich fest gebaut ist und nicht zu erobern.

edit: Trutzen und trotzen ist haargenau das selbe. :] Wikipedia sagt dazu unter "Trutzburg" folgendes:

Quoted

Der Begriff Trutzburg oder auch Trotzburg stammt aus dem Mittelalter. Das Wort "Trutz" ist die mittelhochdeutsche Version des Wortes trotzen und beschreibt somit einen Akt der Gegenwehr.


Das Motiv der schillernden Trutzfiguren finde ich bemerkenswert. :) Das erinnert mich an die Pyramiden im alten Ägypten. Mit Kalkstein bedeckt müssen diese trutzigen Dinger :] ebenso schillernd und blendend gewesen sein wie die Figuren, die du hier auf die Zeilen stellst.

Warum sind die Viecher aus Schatten gewebt? ?( ?( Lol, da fiel der Groschen. Dein Werk, im wahrsten Sinne des Wortes. ;) Die Zeile dürfte eventuell deine liebste sein.
Sind die Figuren nicht zu greifen? Keine wirkliche Wahrheit?

Der Kontrast von schillernden Trutzfiguren und deren schattenhaftem Wesen ist mir im Moment etwas unangenehm. Aber interessant. Mal schauen. :P

Der Inhalt erscheint mir irgendwie ziemlich konfus, wenn er auch verständlich ist. ?( Da das nächste mal vielleicht drauf achten. ;)

Ein Hoch auf dein Reimschema. :)

Insgesamt nicht schlecht.

Gruß, Ratze

farion

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Location: Drachenhort

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4

Thursday, October 19th 2006, 7:56pm

Hallo ihr Beiden...

Quoted

Original von cute_fighter
Wenn du dich bei meinem Gedicht verlierst, wie findest du denn beim Schreiben wieder in deine Welt zurück?


Es sind nicht die Gedichte, die mich in eine anderen Welt bringen, ich schreibe sie aus einer anderen Welt heraus. ;)
Die Harte Realität reisst einen aber wieder ganz schnell ins Hier und Jetzt, leider. ;(

Quoted

Original von cute_fighter
Ich lese sie und lese weiter und bin so gebannt, dass ich den Sinn gar nicht begreifen will.


Der Sinn ist in der Überschrifft verschlüsselt... ;)

Quoted

Original von cute_fighter
Nur, heißt es nicht "Trotzfiguren"? Oder kenne ich da wieder meine eigene Sprache zu schlecht...


Das Wort Trutz habe ich mit Absicht dem Trotz vorgezogen.Vor allem weil ich als Burgennarr die werhafte Trutzburg aus dunklen Zeiten vor Augen habe. Letzteres klingt mir zusehr nacht trotzigem Kind. Es stimmt sicherlich das "Trutz" schon veraltet ist, aber ich darf mir das ja leisten, binn ich doch angeblich älter als das Univerum. ;)

Quoted

Original von Ratze-Katze
Mit dem schwarzen Schweigen komm ich aber nicht ganz klar.

Die Dame in Schwarz tritt in Dein Leben und blockiert all deine Züge ohne eine Erkärung für das Warum und Wieso abzugeben.


Quoted

Original von Ratze-Katze
Der erste Text hat ja nu noch nich so viel mit dem Spiel Schach zu tun, der zweite schon eher.


Liegt daran das ich den 2. Text vor dem Ersten geschrieben habe. ;)

Quoted

Original von Ratze-Katze
Warum sind die Viecher aus Schatten gewebt?

Eigentlich war ich nicht sonderlich darauf scharf, die gewebten Schatten hier in diesem Gedicht zu verwenden. Aber es hat hier einfach zu gut gepasst, als das ich es mir erlauben konnte, darauf zu verzichten.

Quoted

Original von Ratze-Katze
Der Kontrast von schillernden Trutzfiguren und deren schattenhaftem Wesen ist mir im Moment etwas unangenehm. Aber interessant. Mal schauen.


Betrachte deren Verbindung vereinfacht als eine Art Illusion....

Quoted

Original von Ratze-Katze
Ein Hoch auf dein Reimschema.


Um ehrlich zu sein, eine Notgeburt mit tugendvollem Ausgang. ;)

Ich danke euch für euer Lob, hätte nicht gedacht das dieses Stück so gut ankommt. Auch wenn ich die Intention ganz im Wortewirbel vergraben habe. ;)

Liebe Grüße
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

machtwort

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5

Thursday, October 19th 2006, 8:38pm

RE: schwarze dame

Hallo Farion,

Sehr schönes Gedicht als Zustandsbeschreibung
einer sehr hässlichen Krankheit.
Gelungen!

mitfühlend: machtwort

Lehrer Lämpel

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6

Thursday, October 19th 2006, 8:46pm

RE: schwarze dame

Der weiße König steht im Schach, kann nicht herrschen, nicht bestimmen, muß den Winkelzügen einer Dame folgen und ausweichen. Daß das Bauernopfer retten könnte, erweist sich als täuschender Traum. Türme und Pferde sind nur noch Schatten ihrer selbst, haben keinen, der ihnen was zu sagen hätte.Die leeren Reihen auf dem Brett sind wie leere Flure. Das Leben fand wo anders statt.
Mußtest du lyr. ich denn wieder eröffnen mit weiß, das weiße Unschuldslamm spielen und dich dann wundern, Widerstand zu erfahren.
Soweit Dein Gedicht auf der Bildebene. Aber: ist das nicht das Eigenartige beim Schachspiel, daß sich Bild- und Sachebene selten auseinander bröseln lassen. Seit dem Altertum ist das Spiel Spiegel des Lebens. Wir verhalten uns im Spiel nicht anders als im Leben. Wer im Leben über Leichen geht, der schlachtet im Spiel als erstes möglichst alle Bauern.
Dein Gedicht arbeit mit den Wünschen und vorwiegend Ängsten während des Spiels, die sofort als Verweis auf das Leben verstanden werden.
Ein falscher Zug und das Spiel ist aus. Wer ist noch auf dem Feld, der ihm helfen kann, sich der Dame in den Weg stellen kann?
Mit Deinem Gedicht machst Du zugleich deutlich, warum Schachspiele meist sehr lange lauern.
Freundliche Grüße L.L.
Ich will für die Utopie
den toten Baum verfeuern,
damit die Kälte nicht
das letzte Wort behält.


farion

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7

Friday, October 20th 2006, 10:25pm

RE: schwarze dame

Hallo Machtwort,

Danke fürs Lob und für die Anteilnahme!
Allerdings würde ich die Depression auch nicht als Krankheit bezeichnen wollen, da in meinen Augen nur zu einer Stigmatisierung führt. Ich sehe es ähnlich wie sie es im DLF-Beitrag erklärt hatten. ;)

Hallo Lehrer Lämpel

wie ich sehe hat die Schachmetapher mehr Wirkung, als von mir eigentlich geplant, gereicht dem Gedicht aber nicht zum Nachteil, schätze ich...
Anderseits hat eine Depression sehr viel mit Schach gemein, wenn ich es im Nachinein betrachte. Ein wichtiger Punkt ist die Tatsache das die Zeit einfach versiegt, wenn man sich weigert den nächsten Zug zu machen.

C.G. Jung hat die Depression als "schwarze Dame" bezeichnet, was mich veranlasst hat, es als Grundthema für dieses Gedicht zu verwenden. Allerdings glaube ich nicht, das er bei der Bezeichnung an ein Schachspiel gedacht hat. ;)
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

apple

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8

Monday, October 23rd 2006, 10:58pm

Hey farion,

ich glaube auch nicht, dass er dabei an Schach gedacht hat, finde Deinen Übertrag aber gelungen und gut umgesetzt.

Vielleicht würde ich das "erstickte Matt" noch im Zuge des Schattens noch einbringen (?), aber vielleicht ist das dann schon wieder zuviel des Guten und zuviel der Spielerei.

Mir g'fällt's

Liebe Grüße
Simone

farion

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9

Wednesday, October 25th 2006, 10:03pm

So, ich habe noch leichte Veränderungen am Text vorgenommen..

Hallo Apple,
Das mit dem Matt war mir auch zwischenzeitlich durch den Kopf gegangen.
Aber dann würde das Gedicht einen vollständig aussichtstlosen/rettungslosen Charakter bekommen. Das wollte ich unbedingt vermeiden auch wenn ich nicht sagen kann, mit welchem Grundrezept man eine solche Situation lösen kann.

Freut mich das es dir g'fällt. :]

Liebe Grüße
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

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10

Friday, November 17th 2006, 10:34pm

:P
So ohne mir das Gerede, sry, leutz von den anderen Durchzulesen, was ich allerdings überflogen hab muss ich sagen farion du wirst immer besser und da ich auch mal nach meinen Schützling gucken muss, nehm ich mir auch mal die Freiheit dein Gedicht zu bewerten.

Also was mir als erstes Auffällt:

Quoted

aus schatten gewebt


denk dir bitte dazu was anderes aus, es passt zwar in dein Gedicht, aber ud benutzt diesen Ausdruck einfach zu oft. Vielleicht magst du Spinnenweben oder das Wort weben gerne, weil man sich gerne in andere Welten schnurstracks verwebt aber nicht mehr herausfindet, aber ich weiß nicht, irgendwie zuviel. Das wär auch in dem Sinnde das Einzigste was ich zu bemängeln habe.:D

Allein der Titel gefällt mir gut, dann er passt sehr gut zu deinem Gedicht, allein das Schwarz drückt schon viel aus:

Quoted

SCHWARZE DAME


Schwarz ist für mich einsam und Tod, schwarz ist keine Farbe hat dazu auch keine Zugehörigkeit und steht allein da, man kann Schwarz auch nicht 100% mischen daher eine gute Wahl für dein Gedicht, denn es passt.


Quoted

vom schwarzen schweigen
in schach gehalten
zur eignen daseinslüge

täglich opferreigen
voll angstgestalten
endlos traumgefüge


Daseinslüge passt auch sehr gut in die heutige Welt, denn jeder ist Individuell denkt aber auch manchmal, dass er einfach nicht dazugehört oder sogar dass man sich selbst verleugnet und sich fragt wer ist man überhaupt?

Quoted

schillernd trutzfiguren
aus schatten gewebt
gerufen zu parieren

in geträumten fluren
am spiel vorbei gelebt
sich selber zu verlieren


Das ist allerdings ein wenig schade, weil ich das jetzt nicht auf das Leben selbst beziehen kann, sondern nur auf das Spiel. Vielleicht hätte da so der Kick gefehlt, dass man das auch supi aufs Leben beziehen kann.

Trotz allem mir gefällts und dass mit deinem Stil :P

Viele liebe Grüße und sei mal wieder lieb zu mir (nur weil ich in momentaner Rente bin, heißt das nicht, dass ich mir auch keine neuen Gedichte mehr von dir durchlesen kann und bewerten oder bin ich dir nicht mehr gut genug?)

Faithi
~Glaubenslicht~

farion

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11

Sunday, November 19th 2006, 10:42pm

Hallo Faithlight

Quoted

Original von Faithlight

Also was mir als erstes Auffällt:
aus schatten gewebt

denk dir bitte dazu was anderes aus, es passt zwar in dein Gedicht, aber ud benutzt diesen Ausdruck einfach zu oft. Vielleicht magst du Spinnenweben oder das Wort weben gerne, weil man sich gerne in andere Welten schnurstracks verwebt aber nicht mehr herausfindet, aber ich weiß nicht, irgendwie zuviel.


Niemals! Mag ich diese Metapher auch noch zu sehr quälen, hier und Jetzt ist sie genau richtig!
Wenn du es nicht magst, musst du mir schon ein gelungenen Gegenvorschlag machen. Irgendetwas, was ich ablehnen kann... ;)

Quoted

Original von Faithlight
Allein der Titel gefällt mir gut, dann er passt sehr gut zu deinem Gedicht, allein das Schwarz drückt schon viel aus:


Ist leider nicht auf meinem Mist gewachsen. Die Redewendung als solches stammt von Carl Gustaf Jung zum Thema Depression.

Quoted

Original von Faithlight

Daseinslüge passt auch sehr gut in die heutige Welt, denn jeder ist Individuell denkt aber auch manchmal, dass er einfach nicht dazugehört oder sogar dass man sich selbst verleugnet und sich fragt wer ist man überhaupt?


Du glaubst gar nicht wie oft ich mir diese Frage schon gestellt habe. :(

Quoted

Original von Faithlight
Das ist allerdings ein wenig schade, weil ich das jetzt nicht auf das Leben selbst beziehen kann, sondern nur auf das Spiel. Vielleicht hätte da so der Kick gefehlt, dass man das auch supi aufs Leben beziehen kann.


Das war aber doch genau meine Intention, es geht doch darum das man am Leben nicht mehr teilnimmt. Stattdessen meint mann sich eine Welt aus Spielregeln erschaffen zu müssen.

Quoted

Original von Faithlight
Trotz allem mir gefällts und dass mit deinem Stil :P


Danke, diesen neuen Stil habe ich Dir zu verdanken...und Ratze-Katze...und Cute Fighter. :]

Liebe Grüße
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

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