Der Morgen danach
Der Morgen danach
Lange Nacht und wenig Schlaf,
Augen Klein, Haut noch schlaff.
Fünf Uhr Dreißig, Wecker summt,
bin noch müde, Schädel brummt.
Latsch in´s Bad zum „Schnellentgiften“,
Katzenwäsche, Augen liften.
Stoppelbart, vom alten Mann,
glotzt mich aus dem Spiegel an.
Erste Kippe sechs Uhr zwanzig,
zweiter Kaffee schmeckt noch ranzig.
Flaschen, Gläser stehn verstreut,
gestern Abend nichts bereut.
Radiomusik, Katzenjammer,
in mein Kopf ein Stahlwerkshammer.
Bin am Ende aber froh,
kurzer Weg bis auf das Klo.
Und beim Duschen auch gleich nutzen,
kräftig meine Zähne putzen.
Spür so langsam werd ich munter,
fühl mich fit, oh welch ein Wunder.
Werd mir nun nen Tee aufgießen,
um in Ruhe zu geniesen.
Kurz nach sieben, bin soweit,
für die Arbeit wird es Zeit.
„Fröhlich“ ich zum Auto geh,
Schwarzwaldwinter, sehr viel Schnee.
Viele Meter Schneebahn schieben,
„wär ich nur im Bett geblieben“.
Schloss enteisen, Scheiben kratzen,
langsam meine Nerven platzen.
Tack, tack, tack der Motor tackert,
wie er jammert, sich abrackert.
Musik lauschen und Heizung an,
hör ich grad den Radiomann.
„…sieben Uhr Dreißig liebe Leut,
heut ist Sonntag, wies mich freut.“
r.g.belle