Interessant, Mo- genau das, was dich ärgert und was du herausgelesen hast, war mein Anliegen.
Ich spiele mit wertfreien, spontanen Assoziationen aus dem Unterbewusstsein und vermische sie mit realen Erlebnissen. Es sind im wesentlichen Eingebungen nach kurzem Schlaf- noch im Halbschlaf. Ich versuche mich zur Zeit an surrealistischen Arbeitstechniken (lach nicht!), die Zugänge zum Unterbewusstsein freilegen und unbekannte Bilder heraufbeschwören können. Ein Anliegen der Surrealisten war es, den Traum, das Irrationale, Fantastische, Absurde, Visionäre usw. gleichrangig, auf eine Stufe mit der (rationalen) Welt, zu stellen. Alles ist Teil einer Realität, die man nie vollkommen erfassen kann, nichts ist weniger wichtig. Das Rationale und das Irrationale sind für den Menschen gleichbedeutende Realitäten.
Ich sag dir mal einiges zur Entstehung.
Die Themen Liebe, Humor, Sex spielen hier zusammen. Assoziationen von meiner Baumstudie (in der ich tags zuvor plötzlich eine Figur gesehen habe) einem surrealistischen Kabinettsbesuch im Centre Georges Pompidou in Paris, mit absurd- komischen Plastiken (unter anderem einer Penisschaukel) spielen hier ebenfalls mit hinein, genauso wie eine tagsüber geführte Diskussion zum Thema Humor.
Es ist interessant, zu beobachten, welche Assoziationsketten durch eine solche Zusammenstellung/ Einflüsse zutage treten und wie plötzlich nicht zusammen gehörende, unvereinbare Versatzstücke auf ein Thema hin ausgerichtet werden können. (natürlich nicht immer schlüssig nachvollziehbar, da sehr privat- und für mich schwer für andere nachvollziehbar zu halten)
Surrealistische Werke bergen (noch viel stärker als traditionelle werke anderer Stile) NICHT eine EINZIG mögliche Interpretation, da sie vielschichtig angelegt sind, da sich vieles gleichzeitig abspielt und überlagert und da sich ihre Wirkungen erst beim Leser entfalten, mitunter von der Tagesverfassung abhängig, auch, weil sie jedes Mal anders auf den gleichen Leser wirken.
Für mich sind sie dadurch auch spannend, ich überrasche mich selber, entdecke immer wieder mal neues oder wundere mich, was ich da verzapft habe.
Solche Werke ersparen dem Leser nichts, er muss sich aktiv darauf einlassen, kann nicht gewohnt (traditionell) konsumieren. Wer das nicht gewohnt ist, findet das scheiße (ich weiß), weil es frustriert.
Dennoch ist es interessant, was ein anderer darin für Bilder sieht.
Das Thema VERSTECKEN ist eines der Grundmotive (neben den oben genannten) - du siehst es zweifach im Bild und mehrfach im Text. Die Kette an sich versteckt ja grundsätzlich einen Sinn, wie du bemerkst. Und ich habe längst nicht alle Sinnebenen offen gelegt, um andere Leser nicht auszubremsen.
Du findest den Text zu kryptisch, er hat dich überrollt- aber. Du hast das beste daraus gemacht, hast ihn für dich erschlossen, Assoziationen gefunden, eine Stimmung beschrieben! Ein Geschenk für den Autor, DANKE!
LG
Biggy (nicht frustriert, keine Angst)