Wie könnte eine Fotobesprechung aussehen?
Um das allgemeine Niveau unserer Fotobesprechungen schrittweise zu erhöhen, ist dieser Faden eröffnet worden.
Ziel ist eine Zusammenstellung wichtiger Elemente, die als Hilfestellung für künftige Auseinandersetzungen fungieren könnte.
Zunächst könnten wir z.B. gemeinsam Fragen zum Thema stellen und diese beantworten und diskutieren.
Im folgenden sollen eure Vorstellungen, Gedanken und Vorschläge für den Inhalt der Auseinandersetzung gepostet werden.
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Hier ist eine erste Zusammenstellung als Diskussionsgrundlage von meiner Seite aus:
Grobinhalte zur Bildbeschreibung und Interpretation von Fotos
(ausgehend von sehr komplexen Fotos; nicht alle Punkte sollten stur abgearbeitet werden- in Anlehnung an das jeweilige Foto können relevante Inhalte zur Sprache kommen)
Man könnte grundsätzlich von den 3 Grundfragen ausgehen:
Was ist wie, warum so dargestellt?
1. Erster Gesamteindruck/ Wirkung auf den Betrachter (individuell, persönlich gefärbt)
2. Kategorisierung: Schnappschuss, Inszeniertes, dokumentarisches, sozialkritisches, ästhetische motiviertes, emotionale bewegendes oder sachlich- rationales Foto bzw. Urlaubsfoto usw.
3. Einordung in eine Bildgattung: Porträt, Stillleben, Interieur, Figurenbild, Landschaft (Stadt/ Dorf/ Wildnis...), Naturaufnahme
4. technische Bestandsaufnahme:
- Makro- oder Mikroaufnahme
- Hoch- oder Querformat
- gerahmt, ungerahmt
- bearbeitet oder nicht (manuell oder mit Bildbearbeitungsprogramm)
- Einzelbild oder Bestandteil einer Serie
- mit oder ohne Bildtitel (Beziehung dazu herstellen)
- mit Kunst- oder Naturlicht; eine oder mehrere Lichtquellen
- falls Angaben vorhanden: digitale oder traditionelle Fotografie (Spiegelreflexk.)
5. formale Bestandsaufnahme:
- Farb- bzw. Schwarz-Weiß-Foto (Kontraste, Harmonien, Drei-, Vierklang usw.; Mono-
oder Polychromie)
- insgesamt: eher flache, räumliche oder diffuse Wirkung (bedingt durch unterschiedliche grade an Überschneidungen, Staffelungen, Tiefenschärfe-Kontraste, Größenkontraste, Hell- Dunkel- Kontraste, angeschnittene Formen etc.)
- Komposition (ausgewogen/ nicht ausgewogen; mit goldenem Schnitt, Symmetrie, Asymmetrie, Kreis-, Dreiecks-, Viereckskomposition...)
- chaotischer oder eher geordneter; dynamischer oder ruhiger Bildeindruck (Bildbewegung, Bildspannung)
- Perspektiven: Normalsicht (Motiv in Augenhöhe), Frosch- oder Vogelperspektive
- Akzente
- Kontraste (der Größe, des Hell- Dunkel, der Farbe, der Strukturen/ Texturen etc., d.h. der Differenzierung, der Menge, der Richtung...)
6. inhaltliche Bezüge:
- was befindet sich in Vorder-, Mittel- und Hintergrund
- was ist am auffälligsten, am größten, am wichtigsten dargestellt
- welche Assoziationen, Gedanken, Gefühle, Stimmungen bekomme ich beim Betrachten- wodurch werden diese ausgelöst (Beziehungen, Beweise zu 5. herstellen)
- bei menschlichen Motiven: Mimik, Gestik beschreiben, Beziehungen der Menschen untereinander; Outfit
- welche Dinge sind für mich schwer zu entschlüsseln, woran liegt das
- zeitliche, örtliche, biografische Bezüge zum Fotografen, zum Motiv, zur Zeit
- Einbettung der Interpretation in gesellschaftliche Entwicklung- Bedeutung für Gegenwart
- Persönliche Empfindungen des Ersteindrucks mit dem Eindruck nach der Analyse vergleichen
- Nachempfinden des Anliegens des Fotografen
- Stellen von Fragen an den Fotografen
Meinungen sollten grundsätzlich begründet werden, wenn möglich mit Ergebnissen der eigenen Untersuchung.
Bei Fotos mit weniger komplexem Inhalt sind auch keine ellenlangen Besprechungen zu erwarten. Der Assoziationsbesprechung ist ein großer Stellenwert einzuräumen.
Dichtungen zum jeweiligen Foto sind in der Regel erwünscht, es sei denn, der Fotograf hat es vorher ausdrücklich gegenteiliges erklärt.
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