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Biggy

Schlafende Lärmerin

Date of registration: Jun 14th 2005

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1

Saturday, May 13th 2006, 7:43pm

Wie könnte eine Fotobesprechung aussehen?

Um das allgemeine Niveau unserer Fotobesprechungen schrittweise zu erhöhen, ist dieser Faden eröffnet worden.

Ziel ist eine Zusammenstellung wichtiger Elemente, die als Hilfestellung für künftige Auseinandersetzungen fungieren könnte.

Zunächst könnten wir z.B. gemeinsam Fragen zum Thema stellen und diese beantworten und diskutieren.

Im folgenden sollen eure Vorstellungen, Gedanken und Vorschläge für den Inhalt der Auseinandersetzung gepostet werden.

___________________________________________________________________

Hier ist eine erste Zusammenstellung als Diskussionsgrundlage von meiner Seite aus:

Grobinhalte zur Bildbeschreibung und Interpretation von Fotos
(ausgehend von sehr komplexen Fotos; nicht alle Punkte sollten stur abgearbeitet werden- in Anlehnung an das jeweilige Foto können relevante Inhalte zur Sprache kommen)


Man könnte grundsätzlich von den 3 Grundfragen ausgehen:


Was ist wie, warum so dargestellt?


1. Erster Gesamteindruck/ Wirkung auf den Betrachter (individuell, persönlich gefärbt)


2. Kategorisierung: Schnappschuss, Inszeniertes, dokumentarisches, sozialkritisches, ästhetische motiviertes, emotionale bewegendes oder sachlich- rationales Foto bzw. Urlaubsfoto usw.


3. Einordung in eine Bildgattung: Porträt, Stillleben, Interieur, Figurenbild, Landschaft (Stadt/ Dorf/ Wildnis...), Naturaufnahme


4. technische Bestandsaufnahme:

- Makro- oder Mikroaufnahme
- Hoch- oder Querformat
- gerahmt, ungerahmt
- bearbeitet oder nicht (manuell oder mit Bildbearbeitungsprogramm)
- Einzelbild oder Bestandteil einer Serie
- mit oder ohne Bildtitel (Beziehung dazu herstellen)
- mit Kunst- oder Naturlicht; eine oder mehrere Lichtquellen
- falls Angaben vorhanden: digitale oder traditionelle Fotografie (Spiegelreflexk.)


5. formale Bestandsaufnahme:


- Farb- bzw. Schwarz-Weiß-Foto (Kontraste, Harmonien, Drei-, Vierklang usw.; Mono-
oder Polychromie)
- insgesamt: eher flache, räumliche oder diffuse Wirkung (bedingt durch unterschiedliche grade an Überschneidungen, Staffelungen, Tiefenschärfe-Kontraste, Größenkontraste, Hell- Dunkel- Kontraste, angeschnittene Formen etc.)
- Komposition (ausgewogen/ nicht ausgewogen; mit goldenem Schnitt, Symmetrie, Asymmetrie, Kreis-, Dreiecks-, Viereckskomposition...)
- chaotischer oder eher geordneter; dynamischer oder ruhiger Bildeindruck (Bildbewegung, Bildspannung)
- Perspektiven: Normalsicht (Motiv in Augenhöhe), Frosch- oder Vogelperspektive
- Akzente
- Kontraste (der Größe, des Hell- Dunkel, der Farbe, der Strukturen/ Texturen etc., d.h. der Differenzierung, der Menge, der Richtung...)


6. inhaltliche Bezüge:

- was befindet sich in Vorder-, Mittel- und Hintergrund
- was ist am auffälligsten, am größten, am wichtigsten dargestellt
- welche Assoziationen, Gedanken, Gefühle, Stimmungen bekomme ich beim Betrachten- wodurch werden diese ausgelöst (Beziehungen, Beweise zu 5. herstellen)
- bei menschlichen Motiven: Mimik, Gestik beschreiben, Beziehungen der Menschen untereinander; Outfit
- welche Dinge sind für mich schwer zu entschlüsseln, woran liegt das
- zeitliche, örtliche, biografische Bezüge zum Fotografen, zum Motiv, zur Zeit
- Einbettung der Interpretation in gesellschaftliche Entwicklung- Bedeutung für Gegenwart
- Persönliche Empfindungen des Ersteindrucks mit dem Eindruck nach der Analyse vergleichen
- Nachempfinden des Anliegens des Fotografen
- Stellen von Fragen an den Fotografen


Meinungen sollten grundsätzlich begründet werden, wenn möglich mit Ergebnissen der eigenen Untersuchung.

Bei Fotos mit weniger komplexem Inhalt sind auch keine ellenlangen Besprechungen zu erwarten. Der Assoziationsbesprechung ist ein großer Stellenwert einzuräumen.

Dichtungen zum jeweiligen Foto sind in der Regel erwünscht, es sei denn, der Fotograf hat es vorher ausdrücklich gegenteiliges erklärt.

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xyz

Sage

Date of registration: Oct 9th 2005

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2

Thursday, May 18th 2006, 7:47pm

RE: Wie könnte eine Fotobesprechung aussehen?

Liebe Biggy,

Danke erst mal für diesen Beitrag, ich werde ihn oben anpinnen damit er nicht verloren geht =)

Quoted

Meinungen sollten grundsätzlich begründet werden, wenn möglich mit Ergebnissen der eigenen Untersuchung.



Das ist für mich der wichtigste Punkt. Ansonsten hast du das sehr genau aufgeführt, da fällt mir im Moment nicht ein was noch fehlt.
Diese kurze Leitfrage von dir:

Quoted

Was ist wie, warum so dargestellt?


Sollte man wenn möglich immer im Hinterkopf haben, wenn man eine Kritik schreibt, hält man sich an diese zwei Grundelemente dürften hilfreiche und interessante Kritiken entstehen, an denen nicht nur der kritisierte sondern auch der Kritiker lernen kann.

Was ich noch Anmerken möchte:
Sich von den Fotos inspirieren zu lassen ist einerseits sehr schön, und es ist auch interessant wenn man Fotos ähnlicher Objekte miteinander austauschen kann.
Andererseits seh ich dabei die Gefahr das man zu wenig Kritiken schreibt und einfach nur mit Fotos antwortet, was ich schade finde. In den Gedichterubriken antwortet man sich ja normalerweise auch mit Kritiken und nicht einfach mit einem Gedicht. Es gibt natürlich Ausnahmefälle aber ich finde es sollte nicht zur Regel werden.


Ich hoffe Biggys Arbeit war nicht vergebens,

Liebe Grüsse làgrimas
Up and down.
But in the end it's only round and round.
(Pinkfloyd)

Biggy

Schlafende Lärmerin

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3

Thursday, May 18th 2006, 7:59pm

RE: Wie könnte eine Fotobesprechung aussehen?

Quoted

Original von làgrimas
Andererseits seh ich dabei die Gefahr das man zu wenig Kritiken schreibt und einfach nur mit Fotos antwortet, was ich schade finde. In den Gedichterubriken antwortet man sich ja normalerweise auch mit Kritiken und nicht einfach mit einem Gedicht. Es gibt natürlich Ausnahmefälle aber ich finde es sollte nicht zur Regel werden.



Geht mir genauso.
Ich denke, man sollte immer versuchen, ein paar Worte an seine Vorposter zu richten, bevor man selbst etwas neues in einmem Faden beisteuert.
Manche sagen kein einziges Wort...schade.

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