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Schüler

Trainee

Date of registration: Mar 26th 2006

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Location: Krefeld

Occupation: Schüler

1

Sunday, March 26th 2006, 12:14pm

Gedichtsinterpretation

Guten Tag, ich schreibe morgen eine Arbeit über ein Gedicht welches ich Interpretieren soll.

Also wollte ich euch einfach einmal meine Fragen , die ich mir selber zu einem Gedicht stelle hier aufzählen und würde ich bitten , wenn ihr Verbesserungen dazu habt oder etwas hinzuzufügen habt ( Achtung 10Klasse ) euch nicht zu scheuen es zu schreiben.


Also :

Einleitesatz: nach folgendem Schema:
In dem Gedicht „Titel" , welches Autor im Jahre …. Verfasst hat, geht es um ….

Dann die Strukturierung:
Wie ist das Gedicht aufgebaut? Wie viele Strophen Verse hat es, sind Strophen und Verse immer gleich angeordnet?

Ist das Gedicht im lyrischen Ich verfasst wurden?

Ist es eine Ballade also längeres Erzählgedicht , oder ein Lied mit wiederkehrendem Refrain ?

Haltet es sich um Endreime aa, bb = Paarreim , Kreuzreim abab , umarmender Reim abba oder einen Schweifreim : aab ccb

Oder einen Binnenreim innerhalb eines Verses? Oder gar kein Reim?

innere Struktur ( Zb Bruch in der Mitte / erste und letzte Strophe beziehen sich aufeinander)

Ist ein Zusammenhang zwischen der Form und der Gedankenbildung erkennbar?


So der Hauptteil:

Möglichst nach der Struktur des gedichtes sich dieses Strophe für Strophe vornhemen.

Was möchte der Autor mit seinem Gedicht dem leser sagen und warum meine ich dies ( belegen am Gedicht )

benutzt der Autor viele sich Wiederholende Worte , vielleicht aus einem bestimmten Themenbereich?

macht der autor die dinge schöner als sie sind oder schlechter, schwingt ironie in seinem Gedicht mit , übertreibt er?

Benutzt er vergleiche oder Metaphern

Kann man Rückschlüsse vom Gedicht auf das Leben vom Autor ziehen?



Schlussteil : Persönlicher Eindruck des Gedichtes , Zusammenfassung der Ereignisse.





So ich habe aber noch einige Fragen:

Was ist mit Metrum gemeint? Bei mir steht die Erklärung Taktschema eines Verses, regelmäßige Abfolge betonter und unbetonter Silben

Leider kann ich mir darunter nichts vorstellen.

Welche Stilmittel gibt es und wie erkenne ich sie?

Wölfin

Trainee

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2

Sunday, March 26th 2006, 12:38pm

Hallo Schüler,

dein Leitfaden erscheint mir zunächst schon einmal ganz gut. :)

Müsst ihr das Gedicht auch schon in den historischen Kontext einordnen?
Es gibt ja immer ein paar epochentypische Merkmale, zum Beispiel die Naturverbundenheit im Sturm & Drang etc., habt ihr das schon durchgenommen?

Zum Metrum:
Wenn du sprichst, dann betonst du ja immer bestimmte Silben eines Wortes.
In der normalen Alltagssprache entsteht dadurch eine relativ unregelmäßige Sprachmelodie, aber in der Lyrik bemühen sich viele Autoren, ein regelmäßiges metrisches Schema einzuhalten.
Also zum Beispiel so, dass immer eine betonte Silbe von zwei unbetonten gefolgt wird. Dadurch klingt die Sprache einfach schöner. :)
Verschiedene Typen sind etwa:
- Jambus: unbetont - betont (und dann immer so weiter)
- Trochäus: betont - unbetont
- Daktylus: betont - unbetont - unbetont
- Anapäst: unbetont - unbetont - betont


Ui, Stilmittel gibt es eine ganze Menge^^
Ich habe gerade nicht die Zeit, meinen alten Deutschhefter zu suchen, deswegen schreib ich dir mal die auf, die mir gerade einfallen und die auch die häufigsten sind:
- Alliteration:
zwei oder mehr Wörter beginnen mit dem gleichen Buchstaben:
Bei Wind und Wetter wandern wir...
- Assonanz:
auffallend viele gleiche Vokale innerhalb eines Verses:
sendet mehr Regen her!
- Metapher:
etwas wird als Bild dargestellt:
das Feuer der Liebe
- Vergleich:
so ähnlich wie die Metapher, allerdings mit dem Wörtchen 'wie':
'meine Liebe ist wie eine rote Rose'
- Euphemismus:
etwas Schlimmes wird beschönigend umschrieben:
'heimgehen' für 'sterben'
- Personifikation:
eine Sache bekommt menschliche Eigenschaften
die Freiheitsstatue weint
- Neologismus:
der Autor erfindet ein neues Wort (mir fällt grad kein Beispiel ein, sry)

Hmm, such mal bei Wikipedia oder so, da gibt es bestimmt noch mehr :)


Liebe Grüße
Wölfin
Im Zustand der Erinnerung
Da wird mir eines, eines klar
Ich glaubte zu verlieren
Was noch niemals, niemals meine war

(Letzte Instanz: 'Rosengarten')

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3

Sunday, March 26th 2006, 12:44pm

Hallo Schüler

Schau doch mal hier: Wichtige Fäden in der Gedichtewerkstatt vorbei. Da findest du viele nützliche Hinweise und Hilfestellungen zu vielen deiner Fragen.

Liebe Grüße,

Hojaro

Schüler

Trainee

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Occupation: Schüler

4

Sunday, March 26th 2006, 12:47pm

ersteinmal vielen dank, habe jetzt auch selber schon einige Stilmittel gefunden und ich denke die werden reichen.

So mit dem Metrum das habe ich immer noch nicht so ganz verstanden, nehmen wir mal das Gedicht von Brecht " Der Radwechsel "

Ich sitze am Straßenrand
DerFahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld

in welchem Metrum ist dies denn geschrieben?

cute_fighter

Professional

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5

Sunday, March 26th 2006, 4:01pm

^^oô, ich schreib morgen auch eine Interpretation, aber eine Klasse tiefer >.< gut Metrum kann ich mitlerweile nach viel Übung...

Ich sitze am Straßenrand
DerFahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld

xXxxXxX
xXxXxxX
xXxXxxxXx (oder xXxXxXxXx)
xXxXxxxXx (oder xXxXxXxXx)
XxXxXxxXx (oder XxXxXxXXx)
xXxX

ein Tipp für Anfänger: Die beste Methode, das Metrum herauszufinden ist, sich das Gedicht leise geleiert vorzulesen. Das hört sich zwar... geleiert an, aber man findet gut heraus, was nun unbeont und was betont ist... Was das Gedacht an geht... ich glaube, es hat kein festes Metrum, aber nach meiner Betonung könnte man sagen, dass es ein Knittelvers ist, weiß aber nicht, ob der zur Zeit von Brecht verwendet wurde... ein Knittelvers besteht darin, dass in jederm Vers die gleiche Anzahl an Hebungen zu finden sind. Hier wird dies am Ende nciht mehr eingehalten und ich bin mir auch bei der Betonung manchmal nicht ganz sicher, deshalb würde ich sagen, dass es ein freies metrum ist...

ohman...die Figuren muss ich noch lernen... also dann..viel Glück morgen ;)

LG

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6

Sunday, March 26th 2006, 4:58pm

In der Analyse des Metrums haben sich 2 Fehler eingeschlichen, cute_fighter. :) Zusammengesetzte Wörter aus 2 Wörtern werden meistens auf der ersten Silbe (dem ersten Wort betont). So würde ich es auch hier sehen.

So siehts dann bei den 2 Versen

Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.

bei mir dann so aus:

xXxXxxXxx
xXxXxxXxx

Liebe Grüße,

Hojaro

cute_fighter

Professional

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7

Sunday, March 26th 2006, 6:09pm

ja? ich will ja nicht behaupten, dass ichs toll könnte, aber wenn Wörter wie "herkommen" zusammengesetzt sind aus einem Wort, was so oder so nicht betont werden würde, dann betone ich immer die Silbe, die nunmal betont wird... ach, aber gut, dann bin ich jetzt schlauer :D

erlkönig

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8

Tuesday, May 13th 2008, 11:27pm

Hallo!

Brauche mal ganz dringend Hilfe! Schreibe im Moment meine Examensarbeit, in der ich eine Unterrichtsreihe zu Balladen entwickeln muss. Zur Zeit setze ich mich deshalb mit dem Metrum von Goethes Erlkönig auseinander und verzweifel schier. In den Stundenblättern 'Ballade' von Klett steht, dass die fünfte Strophe Daktylen aufweist. Aber wie soll das genau aussehen? Probiere die ganze Zeit rum, aber kriege keine Daktylen unter... Ansonsten soll es sich in fast jedem Vers um Jamben mit mindestens einem Anapäst zu handeln. Das krieg ich auch nur so mehr oder weniger hin... HILFE!!!
Hoffe, hier finde ich jemanden, der mir helfen kann! Vielen Dank im Voraus!!

Eistee

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9

Saturday, May 22nd 2010, 4:46pm

Hallo, die Antwort kommt vielleicht etwas spät, aber besser als nie ;)

Also hier ist erstmal die fünfte Strophe

„Willst feiner Knabe du mit mir geh’n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“


Daktylus ist ja betont unbetont unbetont. Nehmen wir uns mal den ersten Vers:

„Willst feiner Knabe du mit mir geh’n?

X x x X x x X x X

So würde ich das zumindest auseinanderpflügen. Also teilweise schon ein Daktylus, für den Rest kannst du ja mal selber schauen.

Meine Quelle für Gedichtinterpretationen findest du übrigens hier. Da kannst du ja mal reinschauen, da steht unter anderem auch was zum Metrum, musst dich etwas durchklicken, zum Fachbereich Lyrik.

Viele Grüße

Eistee

franz

einfach nur franz

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10

Saturday, May 22nd 2010, 5:33pm

meinst du nicht das sollte eher so ausschaun:


„Willst feiner Knabe du mit mir geh’n?

X x x X x X x x X

deines wäre sicher auch machbar, kommt aber in den Betonung dermaßen speziell, dass ich es hier nicht wählen würde!

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Strohpuppe

Moderator

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11

Saturday, May 22nd 2010, 5:58pm

ich hätt auch noch ne Variante:

Willst feiner Knabe du mit mir geh’n?
xXxXxxXxX

vielleicht denke ich zu sehr an die gesungene Version. aber ich würde auf das du keine Betonung legen.

Meine Töchter sollen dich warten schön,
XxXxXxxXxX

Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
XxXxXxxXxxX

Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“
xXxxXxxXxxX

über das mei- in V2 und 3 kann man sich denke ich streiten, ich denke, da ginge auch unbetont.
da hätte man also, wenn man das so sagen will, Daktylen untergebracht, kombiniert mit Jamben und Trochäen.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

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